Behandlung

Was auf meinem Blog gefehlt hat, was man im Fall einer Infektion tun soll.
Vielleicht brauch ich das mal selbst. Kann Stand 24.01.23 noch auf Holz klopfen.

Die folgenden Informationen stamme alle (!) von erfahrenen Infektiologen und Hausärzten, u.a. von Infektiologe Christoph Wenisch (Klinik Favoriten), Dr. Oliver Lammel (Landarzt Ramsau), Dr. Lisa-Maria Kellermayr (r.i.p.) sowie einer Pharmakologie-Doktorin mit Spezialgebiet LongCOVID.

Diagnose:

Es gilt nach wie vor der Grundsatz, dass PCR-Tests genauer als Antigentests sind. PCR-Tests sind sensitiver als Antigentests, die nur überwiegend bei hohen Viruslasten anspringen. Vorsicht: Antigentests sind häufig erst nach Symptombeginn positiv, das kann sogar ein paar Tage dauern. Wer also Symptome hat und negativ testet, der sollte sich nicht in falscher Sicherheit wiegen, sondern täglich weiter testen. Inzwischen gibt es auch Schnelltests auf RSV-Influenza und SARS-CoV2 gleichzeitig, die in heimischen Apotheken erhältlich sind.

Achtung, gilt noch für DELTA – aber man kann davon ausgehen, dass (Mehrfach-) Geimpfte eine geringere Viruslast haben und kürzer infektiös sind als Ungeimpfte – aus Puhach et al. (2022). Es ist jedoch keine Seltenheit, dass der PCR-Tests bei einer Infektion mit den OMICRON-Subvarianten noch zwei bis drei Wochen lang positiv ist, selbst dann, wenn die Symptome schon verschwunden sind und Antigentests längst wieder negativ sind. Ich würde das als Warnhinweis des Körpers auffassen, dass er es noch nicht geschafft hat, das Virus aus dem Körper zu beseitigen – und ihn daher nicht überanstrengen, während das Immunsystem noch Schwerstarbeit leisten muss.

Medikamente:

Je früher man von seiner Infektion weiß, desto effektiver ist der Einsatz von antiviralen Medikamenten wie Paxlovid. Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte ohnehin seinen Hausarzt fragen, ob Paxlovid möglich ist. Etwaige Wechselwirkungen lassen sich mit diesem Wechselwirkungsrechner überprüfen – einfach links Nirmatrelvir (für Paxlovid) eingeben, rechts den Wirkstoff des Medikaments, das regelmäßig eingenommen wird, nicht den Handelsnamen, außer Aspirin.

Bei Halsschmerzen: Chlorhexamed, Hexoral, Tantum Verde, Salzwasser inhalieren (ohne ätherische Öle), Ibuprofen (wird über Niere abgebaut), Paracetamol (wird über Leber abgebaut)

Vorsicht bei fiebersenkenden Mitteln: Sie beeinträchtigen die Abwehrleistung, haben Nebenwirkungen und schlagen auf Leber und Niere. Bis 38,5°C muss das Fieber nicht gesenkt werden, das ist die Betriebstemperatur der Enzyme der Körperabwehr.

Es gibt keinen bewiesenen Nutzen von Vitamic C/D/Zink oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln.

Thrombosevorbeugung sinnvoll: Medikamente nur nach Asprache mit dem Arzt!

Was kann man sonst tun:

  • Viel trinken (Wasser, Tee, Suppe)
  • Elektrolyte zuführen
  • Pulsoxymeter (über 95% ok), Atemfrequenz messen
  • wenn möglich, aufstehen und im Zimmer bewegen, mehrmals täglich zur Thrombose-Vorbeugung, aber: sich nicht anstrengen! Das gilt auch kognitiv!
  • Ruhen und ausreichend Schlaf sind enorm wichtig! (ggf. Melatonin)

Wann zum Arzt?

  • wenn die Sauerstoffsättigung längere Zeit unter 92% fällt, bzw. um mehr als 4% nach körperlicher Anstrengung sinkt, auf Atemprobleme/Kurzatmigkeit bei geringer Belastung achten
  • bei gelb-weißlichen Belegen auf den Mandeln
  • wenn das Fieber plötzlich steigt
  • bei unzureichender Flüssigkeitsaufnahme
  • bei bekannten Vorerkrankungen frühestmöglich Absprache mit Hausarzt wegen Paxlovid, monoklonale Antikörper, alternative Medikamente

Im Krankenhaus …

  • wird ein Blutbefund angefertigt, Vitalzeichen untersucht
  • Blutverdünnung ist Standardtherapie
  • im frühen Stadium antivirale Therapie (5 Tage)
  • später antientzündliche Therapie (8.-10. Krankheitstag) mit Cortison
  • weitere Möglichkeiten: monoklonale Antikörper gegen Zytokine (Infusion), Sauerstofftherapie, Bauchlage, um Blutversorgung der Lunge zu verbessern

Bei Symptomende …

Nach einer Infektion sollte man mindestens zwei Monate warten, bis man einen operativen Eingriff plant, sonst besteht ein erhöhtes Risiko für Lungenentzündungen und weiteren Komplikationen wie Sepsis, Atemversagen und Lungenembolie. (Deng et al. 2022)

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