Über die Seite

Der Autor lebt in Wien und hatte daher während der Pandemie den Fokus auf Österreich. Er gehört keiner politischen Vereinigung an und bewirbt keine Partei in Österreich. Der Blog ist politisch unabhängig.

Hintergrund

In der Pandemie trug ich viele wissenschaftliche (und unwissenschaftliche) Infos auf diesem Blog zusammen. Er wurde bald ein wichtiger Anlaufpunkt, um an Informationen über Risiken, Übertragungswege, Schutzmaßnahmen zu kommen. Ich kritisierte besonders häufig auch Politik und Journalismus sowie die Public Health – Kommunikation an die Bevölkerung.

Obwohl ich ein naturwissenschaftliches Fach studiert habe, muss ich hier klarstellen, dass ich keinen medizinischen Hintergrund habe. Ich verstand meine Rolle als Bürgerjournalist, nicht als Wissenschaftler oder Wissenschaftsjournalist.

„Our job is to be truthful, not neutral“ (Christiane Amanpour, CNN)

Rückblickend muss ich eingestehen, die Grenze zum Aktivismus überschritten zu haben. Im Laufe der Pandemie erlag ich immer häufiger dem Confirmation Bias meiner Aktivisten-Blase, also vorrangig auf Daten, Studien und ExpertInnen zu verweisen, die die eigene Meinung bestätigten, aber nicht zwingend den wissenschaftlichen Konsens wiedergaben – statt Studien nach Plausibilität, Methodik und Glaubwürdigkeit zu überprüfen. Das war mir mangels Fachkenntnisse nicht möglich, also war ich auf ExpertInnen angewiesen, die das für mich richtig einordneten.

Disclaimer:

Ich habe meinen Blog komplett offline gespeichert, und nachträglich zahlreiche Online-Beiträge entfernt, mit denen ich mich heute nicht mehr identifizieren kann. Aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen habe ich nicht die Zeit, jeden einzelnen Beitrag zu überprüfen und ggf. zu kommentieren. Ich möchte aber auch nicht als Drehscheibe für Verschwörungserzählungen, ungerechtfertigte Angriffe auf Journalisten, Politiker, Ärzte fungieren.

Neue Erkenntnisse ab 2023/2024

Viele Leserinnen und Leser, nicht nur hier am Blog, sondern lange Zeit auch auf Twitter, später Bluesky, haben mich als Speerspitze der NoCovid-Aktivisten gesehen. Ich recherchierte und schrieb enorm viel und war recht kommunikativ. Wir bestätigten uns gegenseitig in unserer Vorsicht. Heute wird mein Verhalten als “Sinneswandel” oder “Seitenwechsel” wahrgenommen – manche werfen mir gar vor, ich würde schwurbeln.

Für mich war dieser Blog und das Engagement damit für viele Jahre identitätsstiftend. Es gab für mich kein anderes Thema mehr. Als die Pandemie zu Ende ging und das Thema Corona allmählich aus dem Alltag verschwand, blieb eine Leere zurück, nicht nur eine thematische, sondern auch eine innere. Ich begann mein eigenes Verhalten, meine Prinzipien und den damit einhergehenden Dogmatismus zu hinterfragen. Das Ergebnis meiner Recherchen gefiel mir nicht. Ich begann die vorhandenen Daten neu zu interpretieren, insbesondere immunologische Studien, die aber ganz wesentlich dafür sind, wie wir Prävention betreiben (wollen).

Es ist letztendlich auch eine Frage des Perfektionsanspruchs an sich und an andere. Ich deutete meine eigenen respiratorischen Symptome falsch, und beging diesen Fehler letztendlich vier Mal in Folge. Obwohl ich eine sehr hohe Messlatte bei der Prävention bei anderen anlegte, konnte ich diese selbst bei weitem nicht erfüllen. Daraus zog ich den Schluss, dass Menschen Risiken nicht perfekt kontrollieren können. Man muss sich selbst und anderen diese Demut zugestehen, dass irren menschlich ist – dass menschliches Verhalten immer Fehler haben wird, und vom eigenen Absolutheitsanspruchs abgehen.

Transparenz

Ich habe Covid19 immer ernstgenommen, verwendete FFP3-Masken ab 2021, weil ich sie mit Brille besser tragen konnte. Ich machte die Grundimmunisierung 2021 mit Moderna und Pfizer, und impfte dann entgegen der öffentlichen Empfehlungen halbjährlich weiter. Ich begründete das mit besserem Schutz vor einer Infektion, weil der neutralisierende Antikörperspiegel nach wenigen Monaten deutlich abfiel. Meine Hauptsorge war Long Covid. Aus diesem Grund ließ ich mir prophylaktisch Paxlovid verschreiben, bevor die Abgabe vom Gesundheitsminister eingeschränkt wurde. Die zehnte und letzte Impfung hatte ich im März 2025 mit Pfizer, KP.2-Variante.

Im Juli 2025 infizierte ich mich das erste Mal – mutmaßlich mit der damals dominanten Variante XFG. Meine Symptome waren starke Halsschmerzen, später Rücken- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost. Ich benutzte die abgelaufene Paxlovid-Packung und war nach fünf Tagen wieder symptomfrei. Dann erlitt ich einen symptomatischen Rebound und deutete diese Symptome wie schon bei der ersten Symptomphase als Reflux. Sie vergingen nach ein paar Tagen. Ich schonte mich elf Tage nach Symptombeginn, ehe ich mit leichten Wanderungen begann, dabei aber unter der Belastungsgrenze blieb. Nach vier Wochen belastete ich wieder normal und merkte keinen Leistungsverlust. Vernünftig wäre nach Ansicht von LC-Spezialisten eine Schonung von zwei bis drei Monaten gewesen, aber das hielt ich nicht durch.

In der aktuellen Situation (Stand Mai 2026) macht eine weitere Impfung für mich keinen Sinn mehr. Überdies zirkuliert nurmehr sehr wenig Virus und die meisten Infektionen verlaufen symptomlos. Neuere Studien zu Paxlovid zeigen keinen zusätzlichen Nutzen mehr für Risikopatienten, allenfalls verkürzt es die Krankheitsdauer und damit Krankenstände (wirtschaftlicher Nutzen). Eine weitere Infektion würde ich wahrscheinlich ohne antivirale Medikamente überstehen wollen. Metformin wäre deutlich günstiger und niederschwellig zu beschaffen, hat aber stärkere Nebenwirkungen – eine Kosten-Nutzen-Frage.

Ich trage wegen Infektionsrisiken grundsätzlich aktuell keine Maske mehr – allenfalls beim Arzt während Infektionswellen (auch Influenza, RSV….). Fallweise benutze ich die Maske wegen erhöhter Pollenbelastung oder bei starker Geruchsentwicklung in öffentlichen Verkehrsmitteln (dämpft etwas).

Aktivismus

  • chronologische Dokumentation ab März 2020
  • Faktenchecks von Politikern und Regierungsberatern
  • Kalenderaktion 2020/2021 und Sponsor für die MECFS-Hilfe in Österreich
  • erste CO2-Messungen mit privatem Messgerät im Jänner 2021
  • Gründung des @longcovidAT-Twitteraccounts im Februar 2021, Betreuung später LongCOVID-Betroffenen überlassen
  • Gespräch mit dem ehemaligen Gesundheitsminister Rudolf Anschober im September 2021 in Wien
  • Im Jänner 2022 von Joanalistin mit dem satirischen “Austro Twitter-Award für Citizen Journalism” ausgezeichnet (in Anspielung auf die übertrieben vielen Journalistenpreise in Österreich)
  • im Mai 2022 Gründung und Mitbetreibung des @CO2-MessungenAT-Twitteraccounts, welcher CO2-Messungen mit dem Aranet4 in öffentlichen Raum dokumentiert [im Zuge der Musk-Übernahme wurde der Account 2024 deaktiviert]
  • Im Juni 2022 Gespräch mit Dietmar Seiler, Kabinettmitarbeiter von Werner Kogler, in Wien
  • seit 2022 Unterstützer der Intiative Gesundheit Österreich, die sich für saubere Luft in öffentlichen Räumen, insbesondere in Kindergärten und Schulen, einsetzt
  • Beitrag für den Essay “Solidarität” der Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl (2023)
  • regelmäßige private Spendenaktionen für die MECFS-Hilfe (“Höhenmeter für MECFS”, zuletzt 2025)

Persönlicher Rückblick

Stand Mai 2026 plane ich einen letzten Beitrag über mein persönliches Erleben der Pandemie, um diese Zeit meines Lebens endgültig abschließen zu können und einen Neuanfang zu wagen. Dieser Neuanfang vollzieht sich aktuell schon, aber ich bin noch nicht da, wo ich sein will. Mein persönlicher Abschluss mit dieser Episode bedeutet keinesfalls, dass ich Covid oder Long Covid nun herunterspiele. Er bedeutet aber auch, dass ich sehr wohl zwischen der akuten Pandemiephase und dem Ist-Zustand unterscheide und nicht so weiterleben kann, wie ich das über viele Jahre getan habe.