Tag 747: LongCOVID – auch ein schwerer Verlauf

Absurdistan: Eine Selbstdiagnose ist erlaubt, um keine (oder abschwächende) Symptome festzustellen (rechts), eine Selbstdiagnose ist aber nicht erlaubt, um Symptome festzustellen, damit man einen PCR-Test zuhause machen kann. Das ist einfach nur irre!

Ungeachtet des Umstands, dass die Regierung alles falsch macht und die Pandemie für beendet erklärt hat, ist es weiterhin sinnvoll, sich regelmäßig zu testen. Ab 1. April darf man in Österreich nicht mehr als 5 PCR-Tests im Monat abgeben, also einen Test pro Woche pro Bundesland. Da es keinen Abgleich der persönlichen Daten gibt, kann man sich aber auch in einem anderen Bundesland gleichzeitig anmelden und nochmal 5 PCR-Tests abholen und abgeben. Hier kann man etwa die Adresse der Eltern oder des Dienstgebers angeben. Klingt wie Beschiss? Laut Gesetz ist es mit 3 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, wenn man infiziert zur Arbeit geht. Eine „Empfehlung“ des Gesundheitsministers kann nicht die StGB außer Kraft setzen. Das trifft auf die vorzeitige Beendigung der Isolation nach fünf Tagen zu, nach der man ohne Freitesten in die Arbeit gehen darf. Ebenso verstößt es gegen alle möglichen Rechte, wenn vulnerable Personen nicht wissen dürfen, ob ihr Umfeld infiziert ist, oder sie selbst infiziert sind, denn sie müssen das rechtzeitig wissen, damit antiviralen Medikamente am besten wirken. Mit 5 PCR-Tests im Monat lässt sich das weder für vulnerable Personen noch ihr Umfeld feststellen. Und auch asymptomatische Infektionen bleiben unter Umständen unentdeckt, wenn die PCR-Tests schon aufgebraucht wurden und Antigentests nicht anspringen. Das kann durchaus schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen, wenn eine Infektion übersehen wird und weiter seinen Alltagsaktivitäten nachgegangen wird. Das gilt auch für vermeintlichen Allergieschnupfen.

Also testet bitte ruhig weiter, nutzt jedes Schlupfloch, das mehr Tests bringt. Die Regierung lügt uns seit zwei Jahren an, was das wahre Ausmaß der Pandemie betrifft, unterschlägt die Gefährdung durch LongCOVID und behauptet ohne Skrupel, dass vulnerable Personen nur im Alten- und Pflegeheim leben würden. Schlechtes Gewissen muss man da wahrlich keines haben, wenn man regelmäßig testet, Maske auch dann trägt, wenn nicht vorgeschrieben, und nicht alles ausnutzt, was erlaubt ist – speziell in Innenräumen.

Über LongCOVID wird immer noch zu wenig gesprochen. Die Studien, die auch nach milden Verläufen schwere Organschäden zeigen, finden kaum in den Medien Platz. Dort, wo sie besonders viele Menschen erreichen könnten, in den TV-Nachrichten, schon gar nicht. Aber auch sonst fehlt es an Informationsfluss, wie man LongCOVID vermeiden kann und was man checken sollte, wenn man eine Infektion überstanden hat. Generell zu kurz kommen die langfristigen Auswirkungen für die Wirtschaft und Gesellschaft, wenn 20% aller Infektionen zu Dauerleiden führen.

Charlie McCone: We need answers to these four long COVID questions (30.03.22)

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Tag 744: Die Pandemie ist nicht vorbei die x.te

Hospitalisierung pro Million Einwohner in Österreich und Britische Inseln

In UK wurde der Immunisierungsgrad durch Infektion oder Impfung zuletzt mit über 99% angegeben. Die lang ersehnte Herdenimmunität wurde also erreicht, trotzdem beginnt mit BA.2 erneut eine Welle, auch die Hospitalisierung steigt. Wie kann das sein? Auch in Österreich wurde der Immunisierungsgrad neben 53% Boosterquote auf über 85% geschätzt. Nur Immunisierung gegen was? Gegen ALPHA? Gegen DELTA? Gegen BA.1? Wir haben jetzt BA.2 und in vielen Spitälern herrschen Höchststände seit Beginn der Pandemie. Im Gegensatz zur zweiten Welle haben *einige* vom Gesundheitspersonal gekündigt oder sind langzeiterkrankt (LongCOVID), von den verbleibenden Arbeitskräften sind viele in Krankenstand wegen COVID oder betreuen ihre kranken Kinder. Die Normalstationen sind besonders belastet (siehe Faktencheck zu Rauch).

Vergesst das mit der Herdenimmunität! Das war Wunschdenken, ebenso wie die Hoffnung, dass OMICRON nur ein Schnupfen für Geimpfte wäre. Viele Betroffene mit „milden“ Verläufen fragen sich zurecht, was daran mild sein soll, wenn man noch sechs Wochen nach der Infektion beim Stiegen steigen außer Atem ist. Reinfektionen treten bereits vier bis sechs Wochen nach der letzten Infektion aus, bei Ungeimpften sind sie wahrscheinlicher als bei Geimpften, aber die schiere Menge an Neuinfektionen derzeit sorgt dafür, dass es nennenswert viele sind, die das Märtyrium zum zweiten Mal durchmachen.

Ich sags frei heraus: Mich beunruhigt, wie viele in meinem Umfeld mit den „milden“ Verläufen zu kämpfen haben. Stacheldrahtzaun im Hals, Kurzatmigkeit und anhaltende Rückenschmerzen über viele Wochen. An Sport ist nicht zu denken. „Jeder wird es kriegen“ halte ich nicht für erstrebenswert. Man sollte vermeiden, dass man es bekommt – stattdessen gehen die aktuellen Verordnungen dahin, die Infektionsrate weiter zu erhöhen, wenn sich hochinfektiöse Personen ab Tag fünf frei bewegen können, weil sie angeblich oder vorgeblich abklingende Symptome haben. Nicht vergessen darf man, dass dreifach geimpfte Personen weiterhin nicht als Kontaktpersonen zählen, das Virus aber übertragen können. I wü aba ned! Warum werden Menschen angegangen, die sich nicht infizieren wollen oder dürfen?

Warum gibt es derzeit keinen lauten Protest gegen die Pandemiepolitik? Die drohende Abschaffung regelmäßiger Gratis-PCR-Tests gefährdet vor allem immunschwache Personen, die rechtzeitig wissen müssen, ob sie Kontakt zu Infizierten hatten oder selbst infiziert sind. Monoklonale Antikörper wirken beugen nur dann effektiv vor schweren Verläufen, wenn sie frühzeitig verabreicht werden (Stadler et al., 22.03.22), ebenso Paxlovid (siehe Medikamentenbrief).

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Tag 742: Faktencheck Gesundheitsminister Rauch im Ö1-Morgenjournal, 24.03.22

(Tiefes Seufzen)

Gesundheitsminister Anschober fiel in der ersten und zweiten Welle durch seinen berühmten Stehsatz „Die nächsten zwei Wochen werden entscheidend sein.“ auf. Er wurde in der Ära Allerberger und Schmid (beide AGES) falsch beraten und war dem stetigen Druck der ÖVP, aber auch dem esoterischen Flügel der Grünen ausgesetzt. Sein größter Fehler war, Sozial- und Gesundheitsministerium nicht zu trennen, und gleichzeitig personell deutlich aufzustocken. Der Oberste Sanitätsrat wurde erst ein Jahr nach Pandemiebeginn besetzt, bis dahin und darüber hinaus wurschtelt jedes Bundesland mit eigenen Expertenräten vor sich hin, ja sogar Bildungs- und Gesundheitsminister haben eigene Experten, obwohl das Virus ein- und dasselbe ist.

Gesundheitsminister Mückstein übernahm Anschobers Erbe in der dritten Welle (ALPHA), sein Stehzeit war „Meine Aufgabe als Gesundheitsminister ist es, erst dann einzugreifen, wenn die Intensivstationen überlastet sind.“ Von Beginn an trug er alle gemeinsam beschlossene Maßnahmen mit und ließ die Kinder außen vor. Für LongCOVID/MECFS hat er nichts mehr getan, erhöhten Forschungsbedarf abgelehnt. Zum Abschied unterzeichnete er die Verordnung für den „Freedoom Day“ und schied angeblich wegen den ununterbrochenen Bedrohungen durch militante Leerdenker aus. Tatsächlich wurde der interne ÖVP-Plan, Mückstein abzusägen, schon Wochen vorher durch einen FPÖ-Politiker geleakt.

Gesundheitsminister Rauch aus Vorarlberg übernahm inmitten hoher Fallzahlen und setzte gleich klare Akzente, dass er den Kuschelkurs mit der ÖVP fortsetzen würde. Er betonte die Wichtigkeit von Kompromissen, von den Landeshauptleuten mitgetragenen Entscheidungen und die Nachvollziehbarkeit gesetzter Maßnahmen. Kurzum – die Fortführung aller Fehler im Umgang mit der Pandemie, denn das mit BA.2 inzwischen hochansteckende und den Immunschutz umgehende Virus, das außerdem Kinder stärker betrifft als die vorherigen Varianten, verhandelt nicht und scheißt auf Kompromisse.

Nachfolgend ein Faktencheck von Rauch im Ö1-Morgenjournal. Normalerweise sollte ein Faktencheck als Truth Sandwich erfolgen. Da es sich aber um einen verantwortlichen Minister handelt, lasse ich die Aussagen in direkter Rede stehen – das wird später einmal die Gerichte beschäftigen.

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Tag 740: Ende nie statt Endemie

Bis zum 1000. Tag nach Pandemiebeginn werde ich die Zählung der Ordnung halber noch beibehalten. Dann ist Schluss damit (aber nicht mit Beiträgen, sofern ich keine kognitiven oder neurologischen Symptome durch eine etwaige Infektion bekomme).

Österreich im Spitzenfeld der Neuinfektionen

Die WHO hätte BA.2 eine eigene Bezeichnung geben können, denn die starken Wiederanstiege nach OMICRON/BA.1 zeigen klar, dass es sich um eine neue Variante handelt. Das hätte allerdings nicht zu den vielfach politischen Aussagen gepasst, dass die Pandemie nach OMICRON vorbei wäre. Alles wiederholt sich, ohne dass bei Verantwortungsträgern ein wesentlicher Lerneffekt eingesetzt hätte.

„Österreich lockert in die B117 Welle hinein. Das werden dort viele mit dem Leben bezahlen, wenn man es ehrlich beschreiben darf. Zum Schluss wird dann wieder ein Lockdown kommen, für den sich die Verstorbenen nichts kaufen können… Kein Beispiel für uns.“

Karl Lauterbach, Epidemiologe, am 02.03.21, heute Gesundheitsminister in der SPD-FDP-Grüne-Regierung

Österreich hat in die BA.2-Welle hineingelockert, weil sie ihrem eigenen Narrativ weiterhin aufsitzen, dass OMICRON nur ein Schnupfen und die Pandemie für Geimpfte vorbei wäre. Das ist zumindest die Begründung nach außen. Nach innen wird klar, dass die Interessensverbände der Länder, von den Landeschefs über Seilbahn, Gastronomie, Handel, Tourismus bis zu Gewerkschaften, die die Minderheit der Verharmloser zur Richtschnur erheben, massiv Druck machen, immer den bequemsten Weg zu gehen.

Sie alle begreifen nicht, dass sie sich damit langfristig nur selbst schaden. Die großen Pleiten der Betriebe und Wirtshäuser kommen erst dieses Jahr, und zwar weniger, weil die Coronahilfen ausgelaufen sind, sondern weil durch ständige Personalausfälle die wiederholten Schließungen wortwörtlich hausgemacht sind. Wer dauerhaft offen und noch dazu viel Kundschaft haben möchte, muss dafür etwas tun – z.B. damit beginnen, nach Infektionsschutz zu rufen statt sich gegen entscheidende Schutzmaßnahmen wie Maske tragen, Testen und Impfen querzustellen. Natürlich fehlt auch die langfristige Sicht – so wie sauberes Trinkwasser die Folge von Cholera war, sollte saubere Luft die Folge von Corona sein.

Außer einer Durchseuchungsstrategie, die aber keine dauerhafte Immunität zur Folge hat, fällt unserer Regierung nichts ein, was eine mittel- und langfristige Perspektive geben würde. Man orientiert sich bewusst an den westlichen Ländern, die auch versagt haben, um die Pandemie als Naturkatastrophe zu betiteln, mit einem „dynamischen“ Virus, gegen das man nichts ausrichten könne. Höhere Gewalt also, die Politik kann da leider nichts dagegen machen. Eigenverantwortung my ass.

In diesem Beitrag möchte ich kurz den aktuellen Stand zur Lage des Gesundheitssystems erläutern, dann ein paar Bemerkungen zum wahren Gesicht von OMICRON und zum Schluss ein paar Worte zur aktuellen Regierungsstrategie.

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Tag 733: Mir fällt zu dem Bullshit nichts mehr ein.

Verkehrte Welt

„Das Schlimmste: alles um einen brennt und explodiert und wir wissen nicht, wohin das alles geht, aber bitte funktioniert auch weiterhin und geht arbeiten und bringt Leistung, blendet das einfach alles aus, man muss auch mal die Nachrichten einfach sein lassen und „einfach leben“.

@Die_Liser, 16.03.22

Gesundheitsminister Rauch, Grüne:

„Warum Minister sein Freude macht, Teil 2. Ausreichend kostenlose Tests für ALLE in Österreich lebenden Menschen durchgesetzt.“ (Tweet, 15.03.22)

FALTER-Interview, 15.03.22:

Trotzdem sperren wir alles auf und geben die Masken runter. Halleluja! Habt Spaß!

Rauch: „Habt Spaß? Das war nicht meine Botschaft. Aus meiner Welt gesehen war die Öffnung doch etwas zu früh und zu schnell. Aber es ist jetzt geschehen. Ich hab da manche Dinge auch übernommen.“

Weil ÖVP-Lobbys es wollten?

Rauch: „Die Länder haben bekanntermaßen darauf gedrängt. Nicht ganz zu Unrecht hat die Bevölkerung das Vertrauen in die Pandemiepolitik verloren. Ich kann das verstehen. Erstens geht es den Leuten auf den Nerv, und zweitens war vieles nicht mehr nachvollziehbar. Deswegen will ich jetzt einmal Ruhe hineinbringen und Klarheit und Sicherheit geben, statt jeden Tag irgendwelche neuen Maßnahmen anzusagen.“

Rauch am 19.11.2021 (Tweet):

„gelernt: in einer Krise, darf man sich nix drum scheissen, was opportun, boulevardverträglich, koalitionskompatibel oder wählerinnenaffin ist, sondern nur darum, was hilft, die Krise zu meistern. alles andere ist: unverantwortlich. und im Grunde auch feige.“

16. März 2022

  • Neuinfektionen: ~ 60000
  • 7-Tages-Inzidenz: > 3400
  • Todesfälle pro Woche: ca. 200
  • Neuimpfungen im 7-Tages-Schnitt: 0%
  • Maskenpflicht: abgeschafft
  • Impfpflicht: ausgesetzt
  • Gratistests: bald stark reduziert
  • Quarantäne: wird weiter gelockert
  • Aerosol-Übertragung: existiert weiterhin nicht, keine Luftfilter/Lüftungsmaßnahmen/CO2-Indikatoren im Einsatz
  • LongCOVID: spezielle Ambulanzen sollen aufgelassen werden, kein extra Forschungsbedarf, zu wenig Anlaufstellen, keine Heilung

APA-Meldung, 16.03.22:

Die neue Teststrategie des Bundes mit künftig nur mehr je fünf kostenlosen PCR- und fünf kostenlosen Antigentests pro Person und Monat nimmt langsam Form an. Geplant ist laut Gesundheitsministerium, dass symptomatische Personen jederzeit Zugang zu Tests haben – „unabhängig vom Verbrauch der Gratis-Tests”. Dabei soll die bekannte Hotline 1450 „erste Anlaufstelle” sein. Für freiwillige Tests, die über das Gratis-Kontingent hinausgehen, soll es keine Kosten-Obergrenze geben.

Will man öfter als fünf Mal im Monat einen PCR-Test durchführen oder mehr als fünf Antigen-Tests für die Selbstabnahme erwerben, dann wird man laut den Vorstellungen des Bundes künftig selbst bezahlen müssen. „Die Preise für Tests können von der jeweiligen Teststelle selbst festgelegt werden, eine Vorgabe des Bundes bzw. eine Obergrenze für Testkosten ist hierzu nicht geplant”, hieß es dazu am Mittwoch auf APA-Anfrage aus dem Gesundheitsministerium. Hat man Symptome, gilt das aber nicht: Dann ist die Hotline 1450 anzurufen, über die dann der Test abgewickelt wird.

Jederzeit kostenlos möglich sein soll (ebenfalls unabhängig vom monatlichen Verbrauch von Gratis-Tests) auch das „Freitesten” von Kontaktpersonen. Allerdings: Gratis soll der Test nur für jene Personen sein, die offiziell als „Kontaktpersonen” eingestuft sind. Vollständig Immunisierte (etwa dreifach geimpfte Erwachsene), die mit einer positiven Person Kontakt hatten, gelten in der Regel aber nicht als Kontaktpersonen. Sollten diese dennoch einen (über die Gratis-Tests hinausgehenden) Test machen wollen, müssten sie laut den Plänen dafür selbst bezahlen (das gilt etwa auch für im gleichen Haushalt lebende Personen).

Für die Verteilung der PCR-Tests bzw. die Organisation sollen wie bisher schon die Bundesländer zuständig sein: „Die PCR-Tests werden über länderspezifische Programme verteilt. Es ist davon auszugehen, dass der Handel dabei eine wesentliche Rolle spielen wird”, hieß es dazu aus dem Ministerium.

Ein „Hamstern” von PCR-Testkits oder das Übertragen von Testkits wird laut Ministerium keinen Sinn machen: Denn es sollen pro Monat und Person künftig nur fünf Testergebnisse gratis eingereicht werden können.

Etwas anders soll laut den aktuellen Plänen bei den Antigentests vorgegangen werden. Grundsätzlich ist vorgesehen, dass diese als Testkits zur Selbstabnahme („Wohnzimmertests”) abgegeben werden – und zwar fünf Stück pro Monat. Entgegen der PCR-Tests können diese gesammelt und je nach Bedarf dann in Eigenanwendung verwendet werden. Diese „Wohnzimmertests” sollen bundesweit in den Apotheken ausgegeben werden.

Gefragt nach den erwarteten Kosten-Einsparungen durch die Test-Reduzierung hieß es auf APA-Anfrage aus dem Ministerium, Ziel der Anpassungen in der Teststrategie sei nicht primär die Einsparung von Budgetmitteln, „sondern deren sinnvolle Verwendung”. Dies sei durch die neue Teststrategie gewährleistet. „Da die tatsächlichen Kosten stark von der Inanspruchnahme der Tests und dem weiteren Testverhalten der Bevölkerung in den kommenden Monaten abhängig sind, kann eine genaue Bezifferung etwaiger Einsparungen erst nach einer detaillierten Abrechnung erfolgen.” Eine maßgebliche Reduktion der Kosten hätte selbstverständlich eine komplette Abschaffung der Gratis-Tests gebracht. Dem Gesundheitsminister sei es jedoch ein Anliegen gewesen, „diesen wichtigen Pfeiler der Pandemiebekämpfung auch in den kommenden Monaten aufrecht zu erhalten”.

Eine Anpassung der Teststrategie sei bereits seit mehreren Monaten zur Debatte gestanden. Gründe hierfür seien die geänderten Rahmenbedingungen durch die Omikron-Variante sowie der Impffortschritt in Österreich, „welche das uneingeschränkte Testen infrage stellen”. Das Gesundheitsministerium habe sich hier „für einen praxistauglichen Mittelweg zwischen diesen Polen eingesetzt”. Für die Abrechnung der Kosten der Gratis-Tests mit den beauftragten Laboren sind die jeweiligen Bundesländer zuständig, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) übte am Mittwoch an der geplanten Reduktion der Gratis-Tests scharfe Kritik, ebenso an der Lockerung der Quarantäneregeln für nicht vollständig geschützte Kontaktpersonen (ab 21. März). Damit seien „sehr hohe Neuinfektionszahlen in Österreich weiter garantiert”, sagte ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer in einer Aussendung. „Wenn man ganz offensichtlich eine mögliche Herdenimmunität erreichen und das Virus durchrauschen lassen will, dann sollte man das auch genauso kommunizieren.” Und: „So werden die Zahlen kaum nach unten gehen, was unsere Gesundheitsversorgung an den Rand des Kollaps bringen wird.”

Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres forderte darüber hinaus, dass dafür gesorgt wird, „dass Ärztinnen und Ärzte automatisch sofort darüber informiert werden, wenn einer ihrer Risikopatienten an Corona erkrankt”. Nur so könnten die Ärzte ihren Patienten die verfügbaren Corona-Medikamente rasch und unkompliziert zukommen lassen, um schwere Verläufe mit Hospitalisierung zu verhindern.

Mayer verwies auch auf internationale Daten: Schon jetzt liege Österreich laut aktuellen Zahlen des Statistikportals „Our World in Data” mit über 300 hospitalisierten COVID-19-Erkrankten (pro Million Einwohner; Stichtag: 14. März 2022) europaweit betrachtet unter den Top 5. „Mit der Rücknahme fast aller Sicherheitsmaßnahmen gehen wir ein sehr hohes Risiko, das sich im Herbst noch als Bumerang erweisen könnte.”

Scharfe Kritik kam am Mittwoch auch seitens der Stadt Wien: „Ich bin im Augenblick sprachlos und auch ein bisschen fassungslos wie hier ein Experiment an über acht Millionen Österreichern durchgeführt wird”, sagte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Im Büro von Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP), der am Wochenende wegen der „gewaltigen” Kosten für die Tests noch für eine massive Reduktion des Gratis-Angebots eingetreten war, zeigte man sich am Mittwoch auf APA-Anfrage „sehr zufrieden” über die am Dienstag verkündete Lösung. Bezüglich der weiteren Vorgangsweise bei den Schultests – immerhin rund eine Mio. Tests pro Woche und damit ein bedeutender Kostenpunkt – wurde sowohl im Gesundheits- wie auch im Finanzressort auf Bildungsministerium verwiesen.

Dort hieß es dazu am Mittwoch, man sei derzeit noch in Abstimmungen, die Tests laufen vorerst weiter – bis wann, ist derzeit noch unklar. Seitens des Wiener Bildungsstadtrats Christoph Wiederkehr (NEOS) hieß es, die Entscheidung über das Testen in der Schule falle grundsätzlich auf Bundesebene. „Angesichts der noch sehr hohen Inzidenzen erscheint uns ein Weiterführen der Schultests zumindest bis Ostern als sinnvoll. Wenn sich die epidemiologische Lage bis dahin bessert, muss natürlich auch das Testregime in den Schulen dann neu bewertet werden.”

Für den Komplexitätsforscher Peter Klimek bringen die Schultests in der derzeitigen Lage und mit den derzeitigen Maßnahmen nur wenig. „Um hier wirkliche Sicherheit herzustellen, müsste man viel mehr Maßnahmen übereinanderstapeln als es jetzt getan wird”, so Klimek im Ö1-„Mittagsjournal”. Unter anderem nannte er die konsequente Absonderung von Verdachtsfällen. Testen alleine reiche da nicht. Die Entwicklung an den Schulen sei von jener in der Gesamtbevölkerung abhängig. „Wenn hier die Lage nicht unter Kontrolle ist, werden wir sie auch trotz der Schultestungen in der Schule nicht unter Kontrolle bekommen.”

Das könnt ihr alles selbst interpretieren, was das bedeutet:

Wehret den Anfängen (03.06.21)

Das Pandemieversagen in Österreich: Fatale Risikokommunikation (Teil 2)

Die pandemischen Wellen in Österreich als „Heatmap“ der Altersgruppen seit Februar 2020.

Im ersten Teil bin ich auf globale Einflüsse, vor allem WHO und GreatBarringtonDeclaration-Vertreter, eingegangen und auf Versagen der Regierung selbst, im zweiten Teil soll es vor allem um die fatale Risikokommunikation gehen, die sich auf alle Ebenen der Pandemiebekämpfung erstreckt. Der Leiter der Öffentlichen Gesundheit der Gesundheitsbehörde AGES, Franz Allerberger (bis August 2021) sagte am 27. Februar 2020:

„Unser Problem ist, dass die WHO nach wie vor versucht, die Krankheit auszurotten, sicherzustellen, dass sie nicht bei uns bleibt und diese Versuche erfordern Anstrengungen.“

und im Beraterkollegium der Regierung am 14. März 2020, Beginn des ersten Lockdowns:

„Wir sollten versuchen, die derzeitige Sprachregelung bald zu ändern und möglichst schnell von der Botschaft ‚ganz gefährliches Virus‘ wegkommen. Das Virus ist so weit verbreitet, dass alles andere dazu führen wird, alles lahmzulegen, was Kollateralschäden verursacht, die weit über Covid-19 hinausgehen.
Jede Botschaft, die als ‚ganz gefährliches Virus‘ missinterpretiert werden kann, ist kontraproduktiv. SARS-CoV-2 ist für über 80% der Bevölkerung nicht gefährlich.“

Würde ich alle irreführende Aussagen aufzählen, die bisher gefallen sind, würde ich nicht mehr fertig werden. Nachlesen kann man das alles in meiner ständig aktualisierten Liste der Coronazitate.

Sagen wir, es reicht zu sagen, dass in den Führungspositionen seit Beginn an Verharmloser sitzen, die alles daran gesetzt haben, die effektive Eindämmung der Pandemie zu sabotieren. Der extrem wirksame erste Lockdown war sozusagen ein Kollateralschaden der Great-Barrington-Vertreter.

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Das Pandemieversagen in Österreich: Versuch einer Erklärung (Teil 1)

Die Sterblichkeit bei SARS-CoV2 ist nur die Spitze des Eisbergs. Millionen LongCOVID-Fälle weltweit werden uns noch Jahrzehnte auf den Kopf fallen.

„Birds scream at the top of their lungs in horrified hellish rage every morning at daybreak to warn us all of the truth. But sadly, we don’t speak bird.“

Kurt Cobain

Das Pandemieversagen mit aktuell über 15000 Toten, hunderttausenden LongCOVID-Patienten und den häufig ignorierten Kollateralschäden des Personalschwunds im Gesundheitswesen hat mehrere Faktoren als Ursache: Auf globaler und europäischer Ebene, durch die etablierte und nicht hinterfragte Ideologie der Great Barrington Declaration, durch nationale Interessen, Länderinteressen und Wahlkampfrhetorik, durch rechte, esoterische, parawissenschaftliche Einflüsse und durch journalistisches Versagen, False Balance und Stützen der Narrative „Pandemie als unaufhaltsame Naturkatastrophe“.

Es ist grundsätzlich schwierig, bei der Fülle an Faktoren den Überblick zu behalten. Im Grunde wäre die Aufarbeitung eine Aufgabe für ein ganzes Nachrichtenmagazin oder Forschungsgegenstand einer Gruppe von engagierten Wissenschaftlern aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Ich kann das als Einzelperson hier daher nur anreißen und bitte um Verständnis, wenn ich einzelne Aspekte nicht erwähne oder schlicht vergessen habe. Meine Arbeit hier ist allenfalls eine Grundlage, auf der man weitergehende Recherchen aufbauen kann und soll.

Dieser Beitrag ist der erste Teil einer Reihe, die unregelmäßig fortgesetzt werden wird.

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Tag 728: Propagandakampf in Österreich

Endgegner Interessenskonflikte – ein Symbolbild für den Zustand der Demokratie in Österreich.

Aktuelles Beispiel: Die immer donnerstags tagende Corona-Ampelkommission beschloss folgende Empfehlung:

„Aufgrund des steigenden Trends und der steigenden Belastung im Bereich der Normalstationen empfiehlt die Corona-Kommission die bundesweite Wiedereinführung von geeigneten Präventionsmaßnahmen.“

Alle Mitglieder waren dafür, nur die Vertreterin des Bundeskanzleramts, Dagmar Szalkay-Totschnig, (vorher Referentin im Kabinett von Ex-Kanzler Kurz) enthielt sich. Kurz nach dem Leak an die Presse urgiert die Sektionsleiterin für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium , Katharina Reich, die Empfehlung abzuschwächen und das Wort „Wiedereinführung“ zu meiden. Aus der Empfehlung wird:

„Aufgrund des steigenden Trends und der steigenden Belastung der Normalstationen empfiehlt die Corona-Kommission die Umsetzung geeigneter Präventionsmaßnahmen.“

Dieses Mal enthalten sich die VertreterInnen der Bundesländer und des Bundeskanzleramts, mit Ausnahme von Tirol, Oberösterreich, Steiermark und Wien.

Die Stellungnahme des Gesundheitsminister Rauch:

„Wir müssen sehr darauf achten, Akzeptanz und Verständnis in der Bevölkerung nicht zu verlieren. Eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen wenige Tage nach der weitgehenden Öffnung wäre der Bevölkerung nicht vermittelbar.“

Quelle: Standard, 10.03.22

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Gastbeitrag: Schattenfamilien und Risikogruppen – Zerrieben zwischen Selbstschutz und Gaslighting.

Ein Gastbeitrag von Katharina Nasobem

Tausende Personen, die entweder selbst der Risikogruppe angehören oder vulnerable Angehörige haben, werden nun von der Regierung, aber auch von der Gesellschaft, im Stich gelassen. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Sie haben keine Wahl. Sie können nicht „kurz lockerlassen“ oder sich eine „Auszeit von der Pandemie gönnen“. Ihre Situation ist lebensbedrohlich und die Solidarität ihnen gegenüber ist – auch von ehemals Verbündeten – fast aufgebraucht.

Wer sind sie, diese Risikopersonen?

Seit den Anfängen der Pandemie hält sich ein Gerücht nach wie vor hartnäckig: Risikogruppen solle und könne man isolieren. Frühpension, frühzeitiger Mutterschutz, vorzugsweise Absonderung eines Großteils in Alten- und Pflegeheimen. Ein Türsteher, der Fieber misst. Problem gelöst.

Dass Risikopersonen aber nicht nur in Heimen anzutreffen, sondern Teile unserer Gesellschaft sind, wird ausgeblendet. Sie sind aktiv, mitten im Leben, berufstätig, haben Freunde, haben Kinder oder sind selbst noch Kinder. Patientenanwältin Sigrid Pilz kritisiert schon lange, „dass der Schutz vulnerabler Kinder vom ‚Narrativ zu schützender Intensivstationen und Pflegeheime‘ verdrängt wurde“1.

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Tag 721

Mir fällt kein vernünftiger Titel mehr ein. Gestern ist der österreichische Gesundheitsminister Mückstein zurückgetreten, angeblich wie alle Politiker vor ihm wegen den vielen Drohungen und RundumdieUhr-Polizeischutz. Mückstein hat vor seinem Antritt im April 2021 in Talksendungen das Richtige gesagt, aber seit seinem Antritt das Falsche wiederholt und umgesetzt.

Ich erlebte eine nicht überwindbare Ambiguität, was über Mückstein gesagt wurde („er ist kompetent“, „er hört auf die Wissenschaft“, „er war immer gegen Lockerungen“) und, was beim Bürger ankam: Lockerungen verteidigt, keine Hilfe für Longcovid-Opfer und nur Spitäler schützen im Fokus.

Es war klar, dass irgendwann der Tag kommen würde, wo man die Pandemiebekämpfung aufgibt. Es haben internationale Wissenschaftler gewarnt, dass OMICRON weniger schwer wie DELTA, aber NICHT MILD ist. Neueste Daten aus England zeigen, dass die LongCOVID-Fälle mit OMICRON zunehmen – so wie es befürchtet worden war, weil OMICRON i) Immun Escape macht und ii) auch bei Mehrfachgeimpften die berüchtigten „milden“ Verläufe, von denen wir ja wissen, dass danach LongCOVID entstehen kann.

Vernunftgesteuerte Menschen hatten gehofft, dass man uns erst in die Eigenverantwortung entlässt, wenn es einen Paradigmenwechsel gibt, wenn Maske tragen selbstverständlicher Teil des neuen Alltags wird, solange Infektionszahlen hoch sind, dass es überall im öffentlichen Raum CO2-Ampeln gibt, dass Kindergärten und Schulen mit Ventilations- und Luftfilteranlagen ausgestattet werden, und besserer technischen Ausstattung, um bei Clusterausbrüchen temporär und rasch ins Distance learning wechseln zu können. Ebenso dachten wir, dass man ja wohl warten würde, bis die 0-5jährigen geimpft werden könnten, ein variantenspezifischer Booster kommt und/oder die antiviralen Medikamente für die breite Bevölkerung verfügbar sind, damit jeder, der gefährdet ist ODER sich vor LongCOVID berechtigt Sorgen macht, prophylaktisch etwas machen kann, sollte bis dahin KEIN variantenspezifischer Booster oder eine NIG-Empfehlung bereitstehen.

Morgen, Samstag, 05.03., am Rande des 3. Weltkriegs, wird also in Österreich weitreichend gelockert – der Beschluss wurde gezeichnet von jenem Minister, der nach eigenen Aussagen gegen die Lockerungen war. Grundsätzlich: Ich verurteile jede Form von Gewaltandrohung gegen wen auch immer. Ich glaube aber nicht, dass man der Öffentlichen Gesundheit in Österreich einen Gefallen tut, wenn man so Politik macht wie unter Mückstein. In meiner Zitatliste findet sich genug von Mückstein, über „Meine Aufgabe ist es, die Überlastung der Spitäler zu verhindern“ über ein Foto von ihm im feschen MECFS-Leiberl bis hin zu der Ausnahme von Kindern, Schwangerern und Risikogruppen aus der Impfpflicht, die jetzt defakto verschoben wurde. Zum Schluss die Stellungnahme, wonach weitere Forschung und Unterstützung zu MECFS abgelehnt wurde. Das ist einfach hochgradig falsch und beschämend. Nicht erst seit gestern, sondern von Beginn an der falsche Fokus.

Ich gebe die Niederlage offen zu. Wir haben alle verloren, nicht nur NoCOVID-Befürworter und „vulnerable Menschen“, sondern auch all die „Durchschnitts-“ Menschen, die durch zwei Jahre Desinformation geglaubt haben, dass GreatBarrington, von dem sie nicht einmal wissen, dass es unsere Pandemiestrategie seit Sommer 2020 ist, der richtige Weg aus der Pandemie wäre. Das ist also eine Niederlage für die Öffentliche Gesundheit, für die Kinder, für all jene Menschen, die sich schützen wollen. Es ist eine Niederlage für den Versuch von zwei Jahre Aufklärung. Es führt zur Ausgrenzung und Mobbing derer, die sich immer noch schützen wollen. Es ist eine Niederlage für mich persönlich.

Ich hätte darüber gerne eine Wutrede verfasst, ein Buch, um alles aufzuschreiben, in eine zeitliche Reihenfolge zu bringen. Jetzt kommt leider der Krieg, und zerstört auch den Versuch, mit dieser furchtbaren Regierung, seiner unfähigen Politiker, Medien und sich duckenden wissenschaftlichen BeraterInnen zu leben. Wenn morgen also die „zurück zur Normalität“ ausgerufen wird, ist es das Gegenteil von normal. Das spüren derzeit eine Menge an BA.2 erkrankter Menschen, auch nach mehreren Impfungen. Und selbst wenn alle gesund würden, ist da noch die unmittelbare Kriegsgefahr. Nur, wer völlig empathiebefreit ist und keine Nachrichten sieht, der kann die nächsten Tage und Wochen „normal“ weiterleben, und sich keine Gedanken machen, wie es weitergeht.

Nicht das Ergebnis, das ich mir nach 2 Jahren Pandemie gewünscht hätte.

Nachtrag, 12.00 Uhr

Es kommen jetzt hunderttausende Flüchtlinge, viele Familien, viele ungeimpft, viele unverschuldet nach Propaganda durch russische Medien und Verschwörungsgruppen. Sie suchen Schutz in westlichen Ländern, in der EU, wo das Virus jetzt unkontrolliert freigelassen wird. Das ist auch abscheulich, das ist verantwortungslos. Da kann man man noch Solidarität reden und Bürgerpflicht. Wir gefährden auch sie. Sie sollten nicht vor einem Verbrecherregime fliehen müssen, um bei uns dann schwer zu erkranken oder gar zu versterben. Mir fehlen die Worte zu dieser doppelten humanitären Katastrophe.