Am Wochenende einkaufen …

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Was ist zeitgemäß? In Österreich herrschen da teilweise recht verquere Ansichten. Immer noch wird auf Großraumbüros gesetzt, obwohl längst bewiesen wurde, dass dies die Konzentrationsfähigkeit behindert und die Kreativität stört. Es werden flexible Arbeitszeiten verlangt, Freizeit und Arbeit verschwimmen durch die ständige Erreichbarkeit via Smartphone und Tablet. Der klassische Feierabend ist auch ausgestorben. Früher ist man im Anschluss auf ein Bier gegangen, heute will jeder schnellstmöglich nach Hause. Ich bevorzuge es dabei immer, die lästigen Einkäufe gleich am Nachhauseweg zu erledigen. Bei 12-Stunden-Diensten geht es nicht anders. Mit Feierabend um 19.00 und Rückfahrtzeit von 30-40min geht es sich mit den regulären Öffnungszeiten vieler Supermärkte bei mir aber nicht mehr aus, ich bin dann notgedrungen beim überdimensionierten Interspar, auf den jeden Abend ein regelrechter Run stattfindet. Als Mensch mit Reizfilterschwäche (Geräusche, Bewegungen) ist das Einkaufen oft eine erhöhte Belastung. Da schaue ich schon mit Wehmut nach Deutschland, wo in vergleichbaren Großstädten wie Wien Supermärkte bis 22.00 Uhr, manchmal sogar bis Mitternacht offen haben. Da ist das Einkaufen zu später Stunde deutlich entspannter. Mitternacht fände ich persönlich jetzt auch übertrieben, 22.00 wäre schon leiwand. Weiterlesen

Positive Signale aus der Politik: Reicht das?

Die seit Freitag, 25. Mai, konstitutierte Landesregierung aus ÖVP, Grünen und NEOS (was für eine Kombination!) hat ein paar Lebenszeichen von sich gegeben, was die öffentliche Mobilität im Land Salzburg betrifft. So soll endlich ein 365€-Ticket für das ganze Bundesland eingeführt werden – das sind 1000€ weniger als bisher! Das dürfte etliche Pendler zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel bewegen – vorausgesetzt, und hier ist das große Aber, die Intervalle werden erheblich verdichtet. Das gilt nicht nur für die Verbindungen zwischen den umliegenden Gauen und Salzburg-Stadt, sondern auch innerstädtisch. Die Zukunftsversion der Landesregierung ist ein Ausbau der Lokalbahn über den Mirabellplatz hinaus bis Hallein, was naturgemäß noch Jahrzehnte dauern wird, wenn bereits rund 700m Strecke bis Mirabellplatz sechs Jahre in Anspruch nehmen sollen. Weiterlesen

Touristenmagnet und Servicewüste

Salzburg mit Wien zu vergleichen wäre abstrus. Wien ist Millionenstadt, Kongressstadt, Touristenstadt, aber auch Handwerkerstadt, Gastronomiestadt und Studentenstadt. Salzburg könnte man aber auch mit Innsbruck vergleichen. Eine überschaubare Altstadt, die dennoch Millionen Touristen anzieht. Im Gegensatz zu Salzburg wurde Innsbruck aber nicht nur für Touristen gebaut, sondern es finden sich in unmittelbarer Altstadtnähe oder in derselben auch größere Geschäfte, die über den täglichen Gebrauch hinausgehen. Das ist für mich hier der größte Rückgang an Lebensqualität, den ich ohne Individualmotorisierung hinnehmen muss. Weiterlesen