„NS-Vergangenheitsbewältigung“ in Salzburg

Eine Schande für die Opfer des Nationalsozialismus.

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Das erst seit 2002 bestehende sogenannte Antifaschismus-Mahnmal am Südtiroler Platz fristet ein erbärmliches Dasein. Es ist mir bis auf einen kürzlich erschienenen Zeitungsartikel noch nie bewusst aufgefallen, weil es zwischen Fahrradständern und Parkplatzreihen eingekeilt ist. Von weitem sieht es aus wie eine Überdachung für Fahrräder.

Den ersten Antrag auf ein entsprechendes Mahnmal gab es schon im Jahr 1946. Es hat dann aber bis 1985 gedauert, bis der damalige Salzburger Bürgermeister Josef Reschen sich für ein Ehrenmal für die Opfer des Faschismus einsetzte. 1999 hat man sich dann für den Südtiroler Platz entschieden. 56 Jahre später stand das Mahnmal dann.

Ein bloßes Lippenbekenntnis, wie der heutige Anblick belegt und ein weiterer Beleg dafür, dass bei der österreichischen Vergangenheitsbewältigung und Aufklärung vieles versäumt wurde.

Salzburg früher und heute

Im Bayernatlas-Online, der bis zum Salzkammergut reicht, kann man sich historische Karten anschauen. Ich benutze es vorwiegend für Wandertouren, weil in älteren Karten ehemalige Flur- und Gipfelbezeichnungen vorhanden sind, die in den neueren Karten zunehmend ausgedünnt oder ganz verschwunden sind.

Immer spannend finde ich die städtebauliche Entwicklung. Im Gegensatz zu anderen Großstädten in Österreich (die nicht sehr zahlreich sind), ist Salzburg eine relativ junge Stadt, wie man anhand der folgenden Abbildungen sieht: Bis 1927 und bis 1950 wurden diese Karten verwendet.

19271950

Noch bis in die 30er Jahre fuhr die Zahnradbahn ab Parsch auf den Gaisberg (1887-1928). Ebenso vorhanden war noch die Ischlerbahn (Salzkammergutlokalbahn, 1890-1957) entlang der Trasse über Thalgau – Mondsee – Krotensee (Engstelle) – St.Gilgen – Bad Ischl. Eine weitere Bahn hatte ihre Endhaltestelle in St. Leonhard bzw. Hangender Stein (bis 1938).

Vor 1950 waren Ortschaften wie Maxglan, Lehen, Liefering oder Gnigl noch eigenständig, danach machte die Besiedlung in Lehen und Maxglan bzw. Riedenburg die größten Fortschritte.

Der Flugplatz in Salzburg wurde 1926 eröffnet (Pistenrichtung 10/28) und 1944 ausgebaut, erst seit 1960 wird die Pistenrichtung 16/34 (heute 15/33) verwendet (samt Untertunnelung der Innsbrucker Bundesstraße).

Alter Pilgerweg an der Innsbrucker Bundesstraße

Folgende Bilder zeigen jeweils Bildstöcke an der Innsbrucker Bundesstraße, links die Schmerzensmutter (Anfang des 18. Jahrhunderts aufgestellt), rechts der Ungläubige Thomas (1790 aufgestellt). Die Bilder sind neueren Datums, da die Originale verloren gingen. Sie stehen heute inmitten eines Wohngebiets in Maxglan:

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Beide und noch weitere Bildstöcke aus Konglomerat (demselben Gestein, aus dem das Langhaus des Doms und der Mönchsberg bestehen)  stehen an einem alten Pilgerweg von Wals nach Maria Plain, wenngleich die Schmerzensmutter von der Kreuzung Wilhelm-Erben-Straße/Karl-Adrian-Straße verlegt wurde und der Ungläubige Thomas ursprünglich bei der Einfahrt zur Walchermühle stand.

(Quelle: www.marterl.at )

Der Pilgerweg führt bis Elisabeth-Vorstadt, wo die „Geheimnissäulen auf dem Weg nach Maria Plain“ beginnen, ein Pilgerweg mit 15 Bildstöcken, die die 15 Rosenkranzgeheimnisse zeigen. Sie stammen meist aus dem frühen 18. Jahrhundert und führten über Itzling zur Wallfahrtskirche.

Bis auf ein paar verstreute Höfe und Mühlen war der damalige Pilgerweg noch weitgehend unverbaut.