Schwedischer Weg

Realität versus AGES-Dashboard bei den freien Intensivbetten am Beispiel Oberösterreich, Quelle: Alex Brosch; Peinlich genau wurde deshalb darauf geachtet, dass auf den Intensivstationen stets genügend freie Betten zur Verfügung standen. Solange dies gegeben war, konnten Behörden und Regierung beschwichtigen und Kritik am schwedischen Sonderweg zurückweisen. (FOCUS, 11.10.20)

Chronologie des Schwedischen Weges bzw. der “Great Barrington”-Akteure in Schweden, Österreich und weltweit:

2023: Politisches Pandemieende und Revisionismus

  • 30.01.23 WHO verlängert PHEIC:WHO is urging countries: to remain vigilant and continue reporting surveillance and genomic sequencing data; to recommend appropriately targeted risk-based public health and social measures (PHSM) where necessary; to vaccinate populations most at risk to minimize severe disease and deaths; and to conduct regular risk communication, answering population concerns and engaging communities to improve the understanding and implementation of countermeasures.
  • 26.01.23 Wende in Australien? Public-Health-Leiter fordern Änderung der Pandemiestrategie
  • 25.01.23 Great Barrington-Approach funktioniert nicht: Stoddard et al. (Preprint) – “This work also suggests the importance of public health interventions such as universal masking in essential venues and air quality standards to ensure individual freedom of choice regarding COVID-19.”
  • 19.01.23 Vorbild Schweden: Situation in Sweden’s hospitals ‘terrible and completely unacceptable’: watchdog
  • 19.01.23 – Schweiz: Covid wird aus Übersterblichkeitsstatistik getilgt
  • AGES hat klammheimlich die Statistik zu Reinfektionen abgeschafft. Reinfektionsrate damit unbekannt.
  • 16-20.01.23 Strenge Covid19-Schutzmaßnahmen beim Weltwirtschaftsforum im Davos (Berichte dazu leider nur international, nicht national, z.B. Gauntlet,
  • 16.01.23 Kassenärztliche Vereinigung in Deutschland begrüßt Abschaffung der Maskenpflicht im Fernverkehr und fordert Aufhebung der Maskenpflicht in Arztpraxen – Kassenchef Gassen sympathisierte schon im Oktober 2020 mit GBD-Gedankengut
  • 15.01.23 Ministerium hat entschieden, das Monitoring der Patientendaten ab Ende März 2023 einzustellen – dann kann nicht mehr gesagt werden, wie sich die Varianten auswirken, wie Verläufe sind, speziell schwere Verläufe.
  • 14.01.23 Editorial im Lancet: The COVID-19 pandemic in 2023: far from over
  • 14.01.23 GM Rauch und BK Nehammer kündigen an, alle CoV-Gesetze/Verordnungen bis spätestens Sommer 2023 auslaufen zu lassen, CoV soll keine meldepflichtige Krankheit mehr werden. Gratis-Tests nur mehr bei Symptomen durch Hausarzt veranlasst bzw. für “vulnerable Gruppen”. Maskenpflicht im Gesundheitswesen soll fallen
  • 13.01.23 Der frühere WHO-Krisenmanager Daniel López Acuna sagt, dass Europa das Stadium der Pandemie kollektiv verleugnet und das ECDC zu optimistische Einschätzungen abgibt, bisher hätten erst 13% der europäischen Bevölkerung den zweiten OMICRON-Booster erhalten
  • 13.01.23 Die WHO gibt neue Richtlinien zu Masken, Behandlungen und Nachsorge aus: Masken werden weiterhin empfohlen, unabhängig der Fallzahlen, Infizierte sollen sich bei Symptomfreiheit 5 Tage, sonst 10 Tage isolieren
  • 12.01.23 Durch Krankenhausreform in Deutschland wird es künftig nicht mehr möglich sein, alle alten und schwerkranken Patienten im Krankenhaus zu behandeln, Leistungseinschränkungen drohen [Spoiler: jetzt schon der Fall nach 3 Jahren Pandemie]
Wiener Spitalsdaten mit Covid- und Postcovid-Patienten. Seit Anfang November 2022 werden österreichweit die Postcovid-Patienten aus den Covid-Spitalsdaten herausgerechnet (strichlierte Linien). Die tatsächliche Belastung der Spitäler durch Covid-Patienten ist viel höher, weil inzwischen negativ getestete Covid-Patienten natürlich genauso Kapazitäten von PflegerInnen und Ärztinnen binden. Quelle: Gert Bachmann, Biologe, Biochemiker, Statistiker Uni Wien
Keine Herdenimmunität mit Durchseuchung – In UK haben rund 3% der Gesamtbevölkerung LongCOVID, die Sterblichkeit zählt zu den höchsten weltweit, die Bevölkerung wurde schon mehrfach durchinfiziert, die Kinderhospitalisierungen sind in die Höhe geschossen – trotz “perfekter” Durchseuchung beträgt der Anteil erneuter Infektionen mit Jahreswechsel 40%. Begonnen hat es mit BA.1.

2022: OMICRON als Auftakt einer Verharmlosungskampagne und Abschaffung von Maßnahmen

“Im Parlament wurde beschlossen per 31. Dezember 2022 den Einkauf für Schutzausrüstung auf Kosten der Republik Österreich für die im Gesundheitswesen Tätigen im Zuge der Pandemie einzustellen.” (Quelle)

Gesundheitsminister Rauch war 2022 auf keinem einzigen Treffen der Gesundheitsminister der EU.

Todesopfer vom 1.6.22-07.08.22: 547 (Ära Rauch), 2021: 148, 2020: 52 (Vergleichszeitraum), Quelle: Gert Bachmann, Biologe, Uni Wien (8.08.22)

2021: Die Impfung soll die Pandemiemaßnahmen ersetzen, Varianten vereiteln das

2020: Falsche WHO-Vorgaben führen zu Maßnahmen, die “airborne transmission” ignorieren, nach 1. Lockdown Präventionsparadoxon und steigender GBD-Einfluss

Wie alles begann in Österreich:

Schwedischer Weg seit Beginn der Pandemie, siehe Seuchenkolumne von Robert Zangerle:

12. März 2020: Kurz: Die Menschen sollen Angst vor einer Ansteckung haben, Angst davor, dass die Eltern und Großeltern sterben“, 100 000 Tote, bald wird jeder jemanden kennen, Lebensgefährder/Lebensretter. Kurz nennt Abweichler seiner Meinung Verharmloser (z.b. Sprenger), Allerberger will am 14. März weg von der Botschaft “ganz gefährliches Virus”, unterstützt von Sprenger und Weiss, erst ab 16. März kam Notbeschaffung von Schutzmaterial auf.

9. März 2020: Vulnerable gehören geschützt, Allerberger hält Schließung von Schulen/Kindergärten für problematisch, Ivo Steinmetz: “wichtig Kinder von Großeltern fernhalten”, Schutz älterer Personen wichtiger als Absage von Veranstaltungen mit jungen Menschen. Benka: Telearbeit, Onlinekurse, normale Hygienemaßnahmen. Toth: “Sie alle argumentieren mehr oder weniger für das, was später als schwedischer Weg bekannt wird. Kein radikaler Lockdown, sondern kluges Risiko- und Ressourcenmanagement.”

3. März 2020: “Jedenfalls „müsse man sicherstellen, dass Schäden durch Maßnahmen möglichst gering bleiben“, also „wirtschaftlicher Schaden, Stigmatisierung und soziale Isolation“, hält das Protokoll als Fazit fest.”

“Man trifft sich am 28. Februar zum ersten Mal. Es wird klar, dass fast alle mehr oder weniger unvorbereitet sind. Mehrere Repräsentanten der Wissenschaft vertreten Positionen, die klar nicht auf das von der WHO geforderte CONTAINMENT (Eindämmung) abzielen, sondern eine bloße, selbstgestrickte MITIGATION, also Milderung im Auge haben. „Die Runde ist sich einig, dass ein striktes Containment nur in totalitären Systemen möglich ist‘“.

Österreichs Regierung hat auf die erste Welle nicht vorbildlich reagiert, weil sie fähig waren, sondern, weil sie mussten (Druck der skandinavischen Länder). Die Menschen verhielten sich bereits vorsichtiger aufgrund der Bilder aus der Lombardei. Ohne Ischgl hätte es keinen rechtzeitigen Lockdown gegeben.

Geleaktes Gesprächsprotokoll aus Beraterstab:

* Kurz setzte auf “Gehorsam durch Angst” statt “Aufklärung und Hausverstand”

* Telefonkonferenz am 9. März mit Netanjahu habe ihn wachgerüttelt

4 Treffen der Taskforce zwischen 28.2. und 12.3.

* Warnungen vor Engpässen bei Schutzausrüstung/Tests zu spät aufgegriffen

* Kontrollen und “Cocooning” (Unterbringung in zentralen Einrichtungen) gar nicht/wenig berücksichtigt

Fatale Festlegung auf Fokus Intensivstationen

Änderung im Epidemiegesetz am 25.09.20

(7) Die Bewertung … hat insbesondere anhand folgender Kriterien ….

3. Ressourcen und Kapazitäten im Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der aktuellen Auslastung der vorhandenen Spitalskapazitäten sowie der aktuellen Belegung auf Normal- und Intensivstationen

Quelle: Bundesgesetzblatt, 25.09.20

22.03.21 Anschober: „Heute haben wir einmal den Grundkonsens geschaffen, dass unser Hauptblickpunkt und unser Entscheidungskriterium die Situation auf den Intensivstationen ist.“