Tag 777: Staatlich gefördertes Gaslighting

Übersterblichkeit seit Jahresbeginn in Österreich, Südafrika, UK und Dänemark, Stand 29.04.22 – seit dem Ausrufen diverser „Freedom Days“ sterben jede Woche dutzende bis hunderte Menschen in Ländern, wo es kaum noch Schutzmaßnahmen, aber hohe Infektionswellen mit OMICRON-Subvarianten gibt.

Über Wunschdenken (Tag 683) und Gaslighting (Tag 688) habe ich bereits geschrieben. Ich glaube, die grundsätzliche Frage, die sich derzeit viele vernunftgesteuerte Menschen stellen ist, seit wann zur Hölle es für selbstverständlich erklärt wurde, dass „jeder die Infektion kriegen werde.“ und sich „jeder das Infektionsrisiko als Lebensrisiko akzeptieren sollte„, um wieder „zur Herde dazuzugehören„?

Im ersten Pandemiejahr teilten wir unsere Angst vor einer Ansteckung, im zweiten Pandemiejahr teilten wir unser Bedürfnis, sich impfen zu lassen. Doch seit der Impfung haben viele Menschen nicht mitbekommen, dass die neuen Virusvarianten die durch die Impfung (und Infektion) erworbene Immunität unterlaufen, sie leben seitdem ihr Leben als wäre die Pandemie vorbei. Solange es noch keine Impfung gab, galt der Schutz der Älteren und Vulnerablen als gesellschaftliches Ziel. Viele Menschen ist nicht von der Regierung nicht kommuniziert worden, dass die Impfung grundsätzlich bei immungeschwächten Menschen nicht so gut wirken könnte wie bei gesunden Menschen. Das wäre der Sinn der Herdenimmunität gewesen. Die Kinder zu impfen ist der Schlüssel zur Beendigung der Pandemie – das weiß man seit spätestens Mai 2020. Übrigens soll jetzt eine Impfung der unter Säuglinge (ab 6 Monate) und Kleinkinder (bis 4 Jahre) zugelassen werden. Dabei handelt es sich um Menschen, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, viele hoffentlich gesunde Jahrzehnte. Ich hätte, obwohl ich keine Kinder habe, mich weiter so lange eingeschränkt, bis bei Kindern eine hohe Durchimpfungsrate erzielt worden wäre. Stattdessen entschied man sich, die Kinder zu durchseuchen und auf diesem Weg eine Herdenimmunität zu erreichen, die schon zum Zeitpunkt der Durchseuchung zweifelhaft und moralisch falsch war. LongCOVID, unbekannte Spätfolgen wie jetzt das verdächtigte Hepatitis, erneute Infektionen mit Gefahr schwerer Akutverläufe, aber auch Eltern, die sich bei ihren Kindern anstecken und nachfolgend schwer oder chronisch erkranken. Die absurde Debatte darüber, dass Lockdowns Hepatitisfälle auslösen würden (in Melbourne, das monatelang im Lockdown war, ist keine Hepatitis-Häufung bei Kindern bekannt), aber eine Masseninfektion keinerlei Folgen erwarten ließe, setzt die Krone auf die aktuelle Verleugnung auf.

Vor einem Jahr haben sich jene ausgegrenzt gefühlt, die „Recht am eigenen Körper“ über die Solidarität gegenüber Schwächeren gestellt haben. Jetzt werden die ausgegrenzt, die keine Infektion in Kauf nehmen wollen, „um dazu zu gehören“, während die „mit dem Virus leben“-Fraktion ungetestet und ohne Maske Schwächere gefährdet.

Absurd.

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Tag 774: Schwere Hepatitisfälle bei Kindern – Folge von Covid19?

Folgen des Multientzündungssyndrom bei Kindern (MIS-C)

Unabhängig davon, welche Erklärung für die aktuelle Häufung von „schweren Hepatitisfällen unbekannter Ursache“ bei Kindern derzeit gefunden wird, läuft die Diskussion schon wieder sehr tendenziös ab. Der Elefant im Raum ist wieder einmal die Covid19-Infektion von Kindern. Nachdem in jenen Ländern, wo derzeit die meisten Hepatitisfälle auftreten, die wenigsten nichtpharmazeutischen Maßnahmen (Masken, Impfungen) für (Klein-) Kinder in Kraft waren, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine akute oder langfristige Covid-Folge handelt. Stattdessen wird von zahlreichen Medien spekuliert, es läge an der verringerten Exposition gegenüber anderen Erregern durch die vielen Lockdowns.

Die erste Frage müsste aber lauten: Kann das eine direkte Covid19-Folge sein? Doch was würde das bedeuten, wenn diese Frage bejaht werden müsste? Dann stünden die Regierungen und die Gesundheitsbehörden in der Verantwortung, warum sie die Durchseuchung der Kinder zugelassen haben. Auffallend ist bisher nämlich auch, dass die betroffenen Kinder nicht geimpft waren.

Ich argumentiere hier jetzt nicht pro Covid19-Folge, weil das Spekulation ist. Ich argumentiere aber auch nicht contra Covid19-Folge, weil das ebenfalls Spekulation ist. Ich argumentiere überhaupt nicht, weil ich kein Arzt bin und kein Virologe. Mein Beitrag hier ist eine Zusammenfassung dessen, was Virologen, Kliniker und andere Experten bisher wissen und zusammengetragen haben. Mein Appell ist nur, wachsam zu bleiben und sich nicht ablenken zu lassen, wenn die naheliegendste Frage ist: Ist es eine Folge von Covid19, was spricht dafür, was spricht dagegen?

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Tag 770: Die vergessenen Toten

Am 20. April 2022 nachgemeldete Todesfälle aus den Pandemiejahren 2020 und 2021, Grafikquelle: @zeitferne (Twitter)

Ich schreibe hier oft über die Lebenden und Überlebenden, aber selten über die Toten. Colette M. Schmidt hat kürzlich erneut die vulnerablen Menschen in Österreich thematisiert, die von der aktuellen Pandemiepolitik ausgegrenzt werden. LongCOVID wird nach weltweit übereinstimmenden Erkenntnissen die neue Volkskrankheit, als Berufskrankheit gleichermaßen für Erwachsene und Schüler, aber auch für die Kleinsten, die sich mangels Schutzmaßnahmen im Kindergarten infizieren. Leider sind unter LongCOVID-Betroffene auch Geimpfte. Die weltweit, bis auf wenige Ausnahmen, zugelassenen hohen Fallzahlen sorgen für die Entwicklung weiterer Fluchtvarianten, aktuell BA.4/BA.5 in Südafrika, die Zukunft ist ungewiss, die Schwere künftiger Varianten bleibt unberechenbar. Covid19-Infektionen bei Kindern können Folgeuntersuchungen beim Kardiologen nach sich ziehen, etwas, das nach regelmäßigen Erkältungen normal nicht der Fall ist. Veränderte QT-Intervalle kennt man sonst vor allem nach der Einnahme von Psychopharmaka, sie können gefährliche Herzrhythmusstörungen und plötzliches Herzversagen verursachen. Eine andere Folgeerscheinung, bei der ein Zusammenhang mit Covid19 naheliegend ist, ist die aktuelle Häufung von Hepatitisfällen bei Kindern. Und so weiter und so fort. Die Liste der möglichen Spätfolgen bei den Covid19-Überlebenden ist lang und schauderhaft. Doch was ist mit den Toten? Und wie vertrauenswürdig ist eigentlich die Statistik in Österreich?

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Tag 767: Neue Varianten und weshalb ZeroCOVID nicht gescheitert ist

„I do not comply!“

Es fällt mir schwer, mit der aktuellen Infektionslage so zu leben wie mit der Grippe. Die Grippe ist weit weniger ansteckend und verursacht weniger Langzeitfolgen als SARS-CoV2, zudem ist die Inkubationszeit deutlich kürzer – es fällt leichter, sich von infizierten Personen mit Symptomen fernzuhalten. Jemand mit hohem Fieber und Halsweh würde wahrscheinlich auch eher zuhause bleiben statt eine Feier zu besuchen. Bei SARS-CoV2 beträgt die Inkubationszeit aber weiterhin drei bis vier Tage und vor allem Ungeimpfte, das sind über ein Viertel der Gesamtbevölkerung und mehr Dreiviertel aller Kinder und Jugendlichen, sind ansteckend, bevor sie Symptome zeigen.

So nahm die Pandemie ihren Lauf und so köchelt sie weiter dahin. Jede Woche erwischt es wieder jemanden, jede Woche stecken sich Menschen im Krankenhaus an, wohin sie gingen, um gesund zu werden. So absurd scheint diese relativierende Argumentation, zu glauben, es wäre besser, zufällig positiv getestet werden als wegen Covid im Spital zu landen. Denn Covid19 kann bestehende Grunderkrankungen verschlechtern, zur Absage von Operationen führen. Besser gar nicht erst infizieren. Absurd ist zudem so zu tun, als ob die Pandemie gerade Pause machen würde und erst im Herbst wieder Thema sein würde. Trotz fallender Inzidenzen sind sie immer noch um ein Vielfaches höher als im Vorjahr, dazu kommt der angekurbelte Reiseverkehr. Umso genervter bin ich, wenn ich mich ständig rechtfertigen muss, nicht alle Lockerungen mitzumachen.

„Wenn Du vier Mal geimpft bist, brauchst keine Maske mehr tragen.“

„Warum kommst Du nicht auf die Feier? Willst Du jetzt zwei Jahre lang daheim bleiben?“

Ich hoffe immer noch auf einen angepassten Impfstoff und die neue Generation an Impfstoffen, die besseren Schleimhautschutz bietet, denn ich weiß genug über das Virus, um es trotz Impfung nicht zu unterschätzen. Da zählen auch die Folgen einer hohen Virusdosis in geschlossenen Räumen über mehrere Stunden mit vielen Personen und hoher Lautstärke. Das ist mir noch zu riskant unter den jetzigen Bedingungen. Lieber verzichte ich weiter – man kann übrigens im Sommer auch wunderbar Aktivitäten und Veranstaltungen ins Freie verlegen – und investiere zwei weitere Jahre in den Verzicht als mir durch eine unbemerkte Herzmuskelentzündung oder andere Sekundärerkrankungen eine chronische Verschlechterung der Lebensqualität über Jahrzehnte zuzuziehen. Ich begebe mich nicht absichtlich in ein erhöhtes Risiko, wenn es Alternativen gibt. Das betrifft nicht nur Covid. Die Maske stört mich übrigens nicht.

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Tag 764: Faktencheck Epidemiologe Gartlehner, zib2 (14.04.22)

Quelle: Josh Trebach, @jtrebach (Notarzt)

Das ZiB2-Interview von Margit Laufer mit Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Uni Krems am 14. April 2022 (ORF-Transkript) markiert einen weiteren traurigen Höhepunkt in der Pandemieberichterstattung in Österreich. Ein Paradebeispiel für PLURV (Desinformation) und zudem ein weiterer Rückschritt in der Aufklärung über Grundlagen zu SARS-CoV2. Wie wird es übertragen, wie gefährlich ist es für Kinder, welche Langzeitfolgen drohen und wie geht es weiter? Gartlehner ist auch ein gutes Beispiel für „Mixed Messages“: Fakten werden gemischt mit Desinformation, sodass für Laien nicht mehr erkennbar ist, was Tatsachen sind und was Behauptungen. In meiner Zitatsammlung zieht sich diese Verwirrungsmethode durch die ganze Pandemie.

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Tag 760: Ausblick: Wie geht es weiter?

So wenig Flugverkehr wie im April 2020 wird es nie mehr geben. Vor wenigen Tagen wurde der höchste Wert an Flugbewegungen seit Beginn der Pandemie erreicht, etwa 80% des Vorkrisenniveaus.

Parallelen des Krieges zur Pandemie:

„Das ist nur eine Drohkulisse. Die werden nicht einmarschieren!“

„Das ist nur amerikanische Propaganda. Putin beginnt keinen Krieg.“

„Putin ist ja verrückt. Der hat sich zu lange isoliert und den Bezug zur Realität verloren!“

„Die Mehrheit der Russen ist gegen den Krieg.“

„Die Sanktionen werden rasch wirken, die Russen machen das nicht lange mit.“

„Ukraine kann gegen die Übermacht nichts ausrichten. Das ist in wenigen Tagen vorbei.“

„Putin wird von innen gestürzt.“

„China wird Russland kaum unterstützen, sie brauchen den Handel mit dem Westen.“

Pandemie im Schnelldurchlauf (viel Unsinn, wenig Substanz und ignorierte Substanz)

Putins Russland hat die Veränderung der Weltmachtsituation schon seit mindestens 20 Jahren geplant. Weder der Krieg in Tschetschenien, Georgien noch die Besetzung der Krim 2014, noch die Morde an Oppositionellen haben den Westen daran gehindert, mit Russland Geschäfte zu machen und die Öl- und Gasabhängigkeit auszubauen. „Don’t look up!“ Russland dachte langfristig und hat jahrelang rechte Parteien im Westen finanziell unterstützt. Die Wahlerfolge in Großbritannien mit BREXIT und in den USA mit Trump, wo die Beziehungen zu Russland kaum verborgen wurden, aber auch die Unterstützung der Rechten in Österreich oder Deutschland. Zuletzt die Rolle in der Pandemie, wo zufällig Great-Barrington-Vertreter auch Russlandversteher sind, etwa die mächtigen Koch Industries, die seit zwei Jahren die Pandemiefolgen verharmlosen und gegen die Impfung agitieren.

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Tag 757: Wie groß ist der Einfluss von Rechts?

Franz Allerberger war von 2003 bis August 2021 Leiter der Öffentlichen Gesundheit der AGES

Aus aktuellem Anlass eine kleine Rückschau – wir wollen ja nicht die Verdienste längst pensionierter Persönlichkeiten der letzten zwei Pandemiejahre vergessen. Der Anlass ist ein Beitrag des ORF-Wirtschaftsmagazins ECO zu einer umstrittenen Personalentscheidung der AGES. Die AGES wollte nämlich eine Pharmalobbyistin zur Medizinmarktaufsicht machen. Neben dem offensichtlichen Interessenskonflikt hätte sie als Abgesandte in die EMA auch kein Stimmrecht gehabt, weil um dieses ausüben zu dürfen, darf man wenigstens drei Jahre lang nicht mehr in einem Pharmaunternehmen gearbeitet haben. Gesundheitsminister Rauch ist eingeschritten und hat zwei Tage vor ihrem Dienstantritt die Bestellung abgesagt.

ECO-Recherchen sind ein Jahr nach mir darauf gekommen, dass der aktuelle Geschäftsführer der AGES, Thomas Kickinger, Mitglied der Burschenschaft „Oberösterreicher Germanen Wien“, Teil des WKR, angehört. Der Aufsichtsratschef, Kontrollorgan der Geschäftsführung, Arthur Kroismayr, ist zufällig in derselben Burschenschaft und FPÖ-Vizebürgermeister. Die AGES ist zu 100% Eigentum der Bundesregierung, die Geschäftsführer werden von den jeweiligen Regierungsparteien bestellt. Kickinger und Kroismayr kamen auf Bestellung von der damaligen FPÖ-Gesundheitsministerin Hartinger-Klein, der zweite Geschäftsführer kam durch die damalige und heute Landwirtschaftsministerin Köstinger (ÖVP).

Auch die beiden haben Interessenskonflikte vorzuweisen: Kickinger war vor seiner Bestellung als Geschäftsführer zwei Jahre bei Richter Pharma tätig, Kroismayr war jahrelang im Futtermittelgeschäft. Kickinger besitzt zudem eine fragwürdige Doppelfunktion, da er gleichzeitig Bundesamts-Direktor für Ernährungssicherheit ist.

Gelegenheit, ein wenig Revue passieren zu lassen, was die letzten zwei Jahre so geschehen ist:

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Tag 750: Soll ich mich zum 4. Mal impfen lassen?

Eine süße Katze beruhigt mehr als ein Spritzenbild.

Eine klare Antwort würde klar meine Kompetenz hier überschreiten. Ich kann daher nur versuchen, den aktuellen Wissensstand zu präsentieren, die Faktoren zu nennen, die eine Entscheidung beeinflussen können und einen Ausblick zu geben, wie es weitergeht.

Zusammengefasst hängt es vom Alter, Vorerkrankungen, Infektionsstatus, Abstand zur dritten Impfung und individuellem Befinden ab, und wie man damit umgehen kann, wenn die nächsten Wochen und Monate weitgehend ohne Schutzmaßnahmen stattfinden.

Am Ende des Artikels werd ich meine Beweggründe nennen, weshalb ich mich zum vierten Mal habe impfen lassen, obwohl ich nicht der immunsupprimierten Risikogruppe angehöre.

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