Über den Autor

zu meiner Person

  • Diplom-Meteorologe, seit 2010 im Vorhersagebereich tätig
  • zeitweise journalistisches Arbeiten (Interviews, Presseaussendungen, Blog-Artikel)
  • seit 2004 in Österreich lebender Deutscher

„Wissen ermitteln und vermitteln.“ (Stefan Hörmann)

  • seit dem 13. Jänner 2022 heißt der Blog coronawissen.com, denn es ist absehbar, dass uns SARS-CoV2 und seine Varianten samt Langzeitfolgen noch viele Jahre beschäftigen werden, selbst wenn die Wellen der Pandemie irgendwann flacher werden.

Citizen (Science) Journalism

Ich sehe mich als Blogger in der Tradition der Bürgerjournalisten, die die wesentlichen Aufgaben des Journalismus übernehmen: Kontrolle der Politik und Aufzeigen von Lösungen. So wie mein Blog Meteoerror den Journalist*Innen auf die Finger schaut, wenn sie über Wetter und Klima schreiben, geht es hier um die korrekte Sachdarstellung in der Pandemie. Mein Vorbild sind Medienwatchblogs wie Kobuk.

Ich gehöre keiner politischen Vereinigung an und bewerbe keine Partei in Österreich. Ich bin Privatperson und kein bezahlter Journalist.

Ist das objektiver Journalismus?

Die Frage wird gelegentlich gestellt, ob mein Blog nicht Aktivismus verkörpert. Natürlich vertrete ich eine Haltung – eine zutiefst ethische, humanistische Grundhaltung: Ich setze mich für mich soziale Gerechtigkeit, Gesundheitsschutz für alle Menschen einschließlich Kindern und Migranten und schonungslose Aufklärung ein. Ich fordere authentische Offenheit statt bequeme Narrative.

Laut dem österreichischen Journalisten Andreas Sator würde es zur journalistischen DNA gehören, für den Rechtsstaat, Demokratie und Menschenrechte einzutreten. Ich bewerbe keine Partei, die das meiner Ansicht nach am besten machen könnte, sondern zeige Lösungswege aus der Krise auf, die ich über viele Monate hinweg recherchiert habe. Ist das schon Aktivismus?

Die Weltpolitik hat sich längst entschieden, wir gehen den Weg maximalen Leids und tun so, als ob die Pandemie beendet ist, weil wir das sagen, und nicht weil es in Daten widergespiegelt sein würde. Ich vertrete die andere Seite, die darauf aus ist, Leid zu minimieren und uns langfristig eine lebenswerte Gesellschaft zu sichern. Der Wert einer Gesellschaft misst sich daran, wie mit den Schwächsten umgegangen wird. Wenn das Aktivismus ist, so what…, aber das entwertet mein Engagement hier nicht.

Warum bin ich so engagiert?

Als ich mit dem Bloggen anfing, diente der Blog als Tagebuch und Traumaverarbeitung. Der abrupte Wechsel in allen Lebensbereichen war anfangs schwer zu fassen und zu verkraften. Ich hab schon immer gerne gebloggt und geschrieben und im ersten Lockdown bot sich das Schreiben natürlich an. Mit den Folgemonaten entwickelte sich mein Blog immer mehr zum Ort für wissenschaftliche Information und Aufklärung. Ich stellte zunehmend einen Widerspruch zwischen den recherchierten Fakten und offiziellen Stellen fest. Es gibt aber auch noch einen tiefer verborgenen Grund – die große Unvorhersehbarkeit, wie es weitergeht, die die Regierung durch ihre katastrophalen Kommunikationsstil leider nicht aus der Welt geschafft hat, die sich oft entgegen des wissenschaftlichen Mehrheitskonsens stellt, gegen Fakten, gegen Vernunft, gegen Ethik. Das schafft dauerhaft Unsicherheit, Unplanbarkeit – etwas, was ich als diagnostizierter Asperger-Autist schon vor der Pandemie lieber vermied. Ich schreibe daher, um mich möglichst gut zu informieren, um einen Schritt voraus zu sein, sodass mich möglichst wenig überraschen kann. Inzwischen überrascht mich nur noch die immune Grundnaivität des Großteils der Bevölkerung, die den Regierungskurs unkritisch mitträgt und auf das Prinzip Hoffnung setzt. Klar, hoffen ist immer gut, aber Vorsicht statt Fahrlässigkeit sollte regieren.

Nach zwei Jahren Pandemie ohne erkennbare Verhaltensänderung in der Regierung, aber auch im “Journalismus” bleibt mir nichts anderes übrig als weiterzumachen, auch wenn ich nicht mehr weiß, ob es jemals eine schonungslos ehrliche Nachbereitung der österreichischen Pandemiebekämpfung geben wird. Verstärktes Interesse daran dürften eigentlich die Covid19-Überlebenden und ihre Angehörigen haben, die unter den Spätfolgen leiden.

Selbst, wenn die Krankheitsschwere mittelfristig durch die steigende Grundimmunität sinkt, betrifft das neurotrope, gefäßschädigende Virus immer noch eine signifikante Zahl an Menschen weltweit mit noch ungekanntem Ausmaß an Langzeitfolgen – nicht zuletzt auch für die Kinder und Jugendlichen, die damit möglicherweise jahrzehntelang leben müssen.

Ich habe früh LongCOVID in meinen Beiträgen berücksichtigt und setze mich als Sponsor für die MECFS-Hilfe in Österreich ein. Der Erlös aus meiner Kalenderaktion 2020 ging zusätzlich an den Verein. Als Betroffener von seltenen und stigmatisierenden Grunderkrankungen kann ich mich gut in die Perspektive von LongCOVID/MECFS-Betroffenen hineinversetzen. Zudem unterstütze ich die Intiative Gesundheit Österreich.

Peer Review Process

Auf meinem Blog habe ich zahlreiche Fachliteratur gesammelt, sowohl Preprints als auch Peer-Reviewed. Ich speicher aber nicht alles ab, was ich in die Finger kriege, sondern lasse mir Inhalt und Aussagekraft häufig von FachexpertInnen vorher auf Twitter zusammenfassen bzw. übernehme deren “Review Prozess”, sozusagen ein Twitter Peer Review. Daher rühren auch viele Anmerkungen bei der Verlinkung. Stellen sich Studien hinterher als unzureichend oder methodisch falsch heraus, entferne ich das Paper oder mache einen entsprechenden Hinweis.

Danksagungen:

Meine Hauptquelle für den Blog ist Twitter. Dort habe ich relevante User, die mich mit aktuellen Infos versorgen, großteils in Listen organisiert. Anfangs war auch der Youtube-Kanal von Dr. John Campbell (UK) hilfreich (leider ist er inzwischen zum Schwurbler verkommen), sowie allgemein der NDR-Podcast mit Virologe Drosten. Zu den besten Wissenschaftsjournalisten zählen Kai Kupferschmidt, Zeynep Tufekci, Helens Branswell und Lars Fischer.

Zu meinen wichtigsten dt.-sprachigen Quellen zählen Epidemiologe Robert Zangerle, Molekularbiologe Ulrich Elling, Virologe Florian Krammer, Virologin Judith Aberle, Mikrobiologin Sigrid Neuhauser, Mikrobiologe Michael Wagner u.v.a.

Ausdrücklicher Dank an dieser Stelle auch den neuen Bekannten und Freunden aus meiner “Twitterblase”, mit denen ich mich seit über einem Jahr intensiv austauschen kann, sowie allgemein all jenen, die mich in dieser – oft für sie selbst schwierigen Zeit – stützen und nie hängen ließen.

Mein Dank gilt auch dem ehemaligen Gesundheitsminister Rudi Anschober, mit dem ich trotz aller Meinungsverschiedenheiten ein respektvolles Gespräch auf Augenhöhe führen durfte, sowie der Joanalistin für die Verleihung des “Austro Twitter-Awards für Citizen Journalism” (auch wenn es satirisch gemeint war in Anspielung auf die frequenten Journalistenpreise).

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