Schäden am Gaisberg durch Schneebruch

Weil man die Informationen derzeit überall aus dem Internet zusammensuchen muss:

Für Salzburg am wichtigsten, weil heilige Kuh: Man kann wieder mit dem Auto bis auf den Gipfel fahren. Juhu! Am zweitwichtigsten, weil man kann mit dem Auto auch nur bis Zistelalm fahren: Die Zistelrunde, ein kleiner Rundwanderweg auf der Zistelalm, ist ebenfalls begehbar.

Für alle anderen, die öffentlich anreisen, gab und gibt es leider nirgends ausreichende Informationen, geschweige denn offizielle Wegsperren.

Stand, 25.01.2019:

Die Trasse der ehemaligen Zahnradbahn, die von Parsch über Oberjudenberg bis Zistelalm und dann weiter bis zum Gipfel führt, ist derzeit ohne größere Hindernisse begehbar. Am unteren Abschnitt zwischen Oberjudenberg und Zistelalm befinden sich immer noch zahlreiche umgestürzte Bäume am Weg, die man aber umgehen oder übersteigen kann. Die Straßenüberquerung ist dank festgetretener Tritte an den Schneewällen machbar. Obwohl zwischen 11. und 16.1., als ich zwei Mal über die Trasse aufstieg, weitere Bäume umkippten oder umknickten, wurde die Trasse nie gesperrt, geschweige denn wenigstens ein Hinweisschild aufgestellt. In meinen Augen fahrlässig.

Der Rundwanderweg ist weiterhin gesperrt und es wird es noch eine Zeit bleiben, da etliche Lawinen abgegangen sind.

Der Lichtmastensteig ab Zistel, der gegen Ende des Starkschneefallereignisses von Tourengehern gerne zur Abfahrt genutzt wurde, ist derzeit wegen Instandsetzungsarbeiten an den Stromleitungen gesperrt (gelbe Absperrbänder).

Der alpinere Anstieg von der Gersbergalm ist bis zum Rundwanderweg bis auf Schneebruchhindernisse ungehindert begehbar. Die originale Trasse des oberen Anstiegs ab Rundwanderweg bis Gipfel ist nicht mehr vorhanden, etwa zwei Drittel liegen unter massivem Schneebruch und enormen Verwehungen. Die Begehung bleibt Tourengehern vorbehalten.

Der Kapaunweg – Verbindungsweg zwischen Gersbergalm und Oberjudenberg – ist ungehindert begehbar, allerdings gibt es im Bereich der felsigen Engstelle, wo der Weg sehr schmal und abschüssig wird, Ansätze von Gleitschneemäulern (Spalten), die zur Gänze am Weg abrutschen können. Nach starker Erwärmung/Regen würde ich von einer Begehung eher abraten.

Der markierte Weg über den Ostrücken ab Klausberg bzw. Rundwanderweg dürfte ebenfalls von Schneebruch abgesehen begehbar sein, allerdings gibt es an der Nocksteinkehre ein Hindernis mit den beiseitegeschobenen Schneemassen.

Der Gaisbergbus (Linie 151) ist am Freitag, 25.1., zunächst bis zum Gipfel gefahren, später wegen Straßenglätte nur bis Zistelalm. Bedauerlicherweise gibt es keine elektronischen Informationen bzgl. der Voraussetzungen, zu denen der Bus bis Gipfel fährt und wann nicht. Aber Hauptsache, man kann überall mit dem privaten PKW parken!!!

Beide Gasthäuser hatten offen. Beide Webseiten der Gasthäuser haben jedoch nie aktuelle Informationen bereitgestellt, so wie das löblicherweise bei bei alpinen Hütten öfter gemacht wird. Im Zweifelsfall musste man sich auf Facebook informieren (wo bei jedem Hinabscrollen der Hinweis, sich anzumelden, dazwischenkommt).

Man könnte meinen, der Stadt sollte es recht sein, wenn möglichst viele Personen öffentlich anreisen, aber wie man sieht, wird nichts dafür getan. Wenn ich hier länger gewohnt hätte, hätte ich eine eine eigene Gaisberg-Seite aufgebaut und versucht, diese möglichst aktuell zu halten, inklusive aktueller Gefahren.

Gefährliche Radwege

radwege

Gefahrenstellen in Maxglan

In Bregenz und Salzburg ist der Radverkehrsanteil mit je 20 % österreichweit am höchsten (Stand: 2016). Klingt viel, im europäischen Vergleich ist es aber eher wenig. Hauptgrund dafür ist die mangelnde Infrastruktur. Salzburg besitzt an sich viele Radwege, die teilweise auch baulich von Fußgängerwegen und Straßen getrennt sind. Vom Salzachuferweg und allgemein in der Altstadt abgesehen hält sich das Fußgängeraufkommen sehr in Grenzen, sodass auch gemeinsame Fuß- und Radwege nicht ein Problem darstellen.  Weiterlesen

Ein Tag im Berchtesgadener Land

prueklein

Eigentlich war eine ganz andere Region geplant. Der Vorteil vom frühen Verschlafen ist die Anzahl der Alternativen. So nahm ich die Linie 260 Richtung Zell am See und stieg an der Haltestelle Baumgarten aus, wo sich auch ein Klettergarten befindet. Überweg gibt es keinen. Im gesamten Aufstieg entlang des Röthelbachs über die Obere Schlegelalm bis kurz vor der Bergstation von der Predigtstuhlbahn habe ich keine Menschenseele getroffen. Oben spielte es sich natürlich ab. Und das an einem Werktag. Wie es hier wohl am Wochenende aussehen mag? Weiterlesen

Auto- und Öffiwanderziele in Salzburg-Umgebung

33

Blick vom Schwarzerberg bei Golling Richtung Salzachtal, links Untersberg, rechts Osterhorngruppe

Ohne Auto scheiden für mich etliche Ziele in der nahen Umgebung aus, allen voran die Kalkstöcke Hagengebirge, Tennengebirge, Göllmassiv und weite Teile der Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen, zumindest als Tagestour. Die Anreise mit Bus & Bahn ist umständlich oder überhaupt nicht machbar.

Hier eine Auswahl an Zielen, die ich ohne Auto schwer oder gar nicht innerhalb eines Tages erreichen kann:

  • Hochstaufen und Hinterstaufen, Parkplätze bei der Niederalm (Listwirt), Jochberg, sowie nordseitig Adlgaß, Öffifahrer: lange Zustiege ab Piding, Bad Reichenhall-Bf/Kirchberg, Weißbach/Alpenstraße
  • Hagengebirge, Anstieg zum Tristkopf (2110m), Bluntautal
  • Tennengebirge, Zustieg vom Pass Lueg
  • Trattberg, Parkplatz Hintertrattbergalm
  • Schlenken/Schmittenstein, Parkplatz Zillreith
  • Einberg (1688m), Parkplatz Wegscheid (Mautstraße zur Postalm)
  • Gaißau im Sommer
  • Postalm generell (schlechte Busanbindung)
  • Schafberg, (umständliche Erreichbarkeit St. Wolfgang und Unterach/Attersee)
  • Hochplettspitze (Unterach/Attersee schlecht mit Bus erreichbar)
  • Sonntagshorn/Loferer Alm/Loferer Steinberge – Bus taleinwärts zu spät und talauswärts zu früh (= zu kurzes Zeitfenster)
  • Annaberg/Lammertal – lange Anreise mit Bus

Und hier eine Auswahl an Zielen, die ich seit 2017 öffentlich angefahren bin:

  • Hochglocker bei Schwarzach-St.Veit, Abstieg nach St. Johann/Pongau
  • Högl über Hammerau
  • Sausteigen über Maishofen, Abstieg nach Saalfelden
  • Katringebirge ab Strobl, Abstieg nach Bad Ischl
  • Kneifelspitze und Almbachklamm, Abstieg Berchtesgaden
  • Fibling ab Hof, Abstieg Fuschl am See
  • Toter Mann & Götschen ab Hintersee bei Ramsau, Abstieg Bischofswiesen
  • Untersberg ab Glanegg, Abstieg Marktschellenberg
  • Teisenbergüberschreitung von Hammer nach Piding
  • Ristfeuchthorn ab Schneizelreuth, Abstieg Thumsee
  • Hochkönig via Arthurhaus
  • Schwalbenwand ab Saalfelden, Abstieg Zell am See
  • Kolomansberg & Irrsberg ab Mondsee, Abstieg Straßwalchen
  • Schwarzerberg ab Unterscheffau, Abstieg Golling
  • Roßbrand via Radstadt
  • Überschreitung Alpenberg ab Kammer-Schörfling nach Pinsdorf
  • Ostpreußenhütte ab Pfarrwerfen (Schneeschuhe)
  • Schwarzenegg ab Hüttau (Schneeschuhe)
  • Breitenberg ab Abersee (Schneeschuhe)
  • Haunsberg ab Pabing
  • Lidaunberg ab Hof, Abstieg Fuschl am See
  • Almkogelrunde ab St. Gilgen
  • Müllnerhorn ab Bad Reichenhall-Kirchberg
  • Gamskogel ab Kufstein
  • Faistenauer Schafberg ab Hintersee, Abstieg Zwölferhorn (Gondel)
  • Tannberg & Buchberg ab Neumarkt-Köstendorf, Abstieg Mattsee
  • Auernig via Mallnitz-Obervellach
  • Großes Hundhorn ab St. Martin bei Lofer, Abstieg Hintersee/Ramsau

sowie 42 Gaisberg-Besteigungen auf unterschiedlichen Varianten.

Wie man sieht, ist doch einiges möglich, wenn man das Kartenwerk und die verfügbaren öffentlichen Anbindungen anschaut und sich Gedanken macht.

Mehr Ideen und Anregungen gibt es beim Alpenverein Salzburg sowie in meinem Tourenbuch.

Abends am Salzburger Hauptbahnhof

Mich stören nicht die Obdachlosen, auch nicht die Betrunken, die Sinti und Roma, die scheinbar am Bahnhof leben, die sich unbequem auf ein Gestänge setzen müssen, weil man die wenigen Sitzgelegenheiten so konstruiert hat, dass sich niemand mehr hinlegen kann. Mich stört weniger die Trostlosigkeit des Platzes an sich, die Kälte in der Bahnhofshalle, die durch die modernisierte Dachkonstruktion luftig und nicht hermetisch abgeriegelt von Wind und Wetter ist, wo man sich auch im Winter nicht länger aufhalten möchte als unbedingt nötig.

Mich stört vor allem die schlechte öffentliche Anbindungen abends am Wochenende, wenn die S-Bahn nur alle halbe Stunde fährt und der 2er Richtung Maxglan nur alle 20min. Die Railjets von Wien kommend haben Ankunftszeit 18.48, oft zwei bis fünf Minuten später. Der Bus nach Maxglan fährt planmäßig 18.52, aber je länger die Intervalle, desto größer die Gefahr, dass er zu früh abfährt, was mir schon mehrfach passiert ist. Das heißt für mich dann, zwanzig Minuten warten auf einen Bus, der zwischen Bahnhof und Flughafen pendelt und entsprechend oft überfüllt ist, ganz zu schweigen von den vielen Eltern mit Kinderwägen, die vom Bahnhof in den Stadtteil Lehen wollen. Egal, wo ich stehe, ich bin im Weg. Mit Wanderrucksack und Stecken wirds noch schwieriger. Zwanzig Minuten also am Bahnsteig warten, wo kein Rauchverbot existiert bzw. nicht kontrolliert wird. In zwanzig Minuten habe ich gefühlte zwanzig Mal die Position verändert, um Rauchern auszuweichen. Dann ist nie klar, wo der Bus genau halten wird, ob der vorausgehende Bus vorher noch abfährt oder noch stehen bleibt. Also vor, zurück, vor, zurück. Gedrängel um freie Plätze. Zehn Minuten Fahrt, aber dann bin noch immer nicht zu Hause, sondern muss noch zehn Minuten hatschen. Vierzig Minuten nach Hause also, mit dem Taxi sinds gute zehn Minuten. Dafür zahle ich also die Jahreskarte, um genervt und erschöpft nach Hause zu gelangen, oder zehn Euro extra für ein Taxi zu blechen. Die Taxifahrer wiederum leben großteils auch in Salzburg und beklagen sich selbst über den öffentlichen Verkehr, auch wenn sie davon profitieren, gerade zu den Randzeiten, die in Großstädten noch zur Rush Hour zählen würden (6-8, 18-20).

Genau deswegen braucht Salzburg Alternativen zu den bestehenden Busanbindungen. Das finge schon damit an, reine Ausstiegsstellen am Bahnhof zu errichten, weil die bestehenden Bussteige nicht mehr ausreichen – es passen ja nur maximal zwei Busse auf einen Steig. Das ginge weiter damit, die Stieglbahn unterirdisch bis zum Flughafen zu verlängern, um eine individualverkehrsunabhängige Anbindung zu schaffen und die Innsbrucker Bundesstraße bzw. Ignaz-Harrer-Straße zu entlasten. Und das würde darin gipfeln, die Takte auch in den Früh- und Abendstunden zu erhöhen, gerade auch am Wochenende, wenn viele Touristen und Tagesgäste unterwegs sind, die ihr Auto auch mal außerhalb der Innenstadt stehen lassen könnten. Aber selbst unter schwarzgrünpink wird das vorerst ein Wunschtraum bleiben, vielleicht ziehe ich eines Tages nach Salzburg zurück, wenn es keine reine Autofahrerstadt mehr ist.

Positive Signale aus der Politik: Reicht das?

Die seit Freitag, 25. Mai, konstitutierte Landesregierung aus ÖVP, Grünen und NEOS (was für eine Kombination!) hat ein paar Lebenszeichen von sich gegeben, was die öffentliche Mobilität im Land Salzburg betrifft. So soll endlich ein 365€-Ticket für das ganze Bundesland eingeführt werden – das sind 1000€ weniger als bisher! Das dürfte etliche Pendler zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel bewegen – vorausgesetzt, und hier ist das große Aber, die Intervalle werden erheblich verdichtet. Das gilt nicht nur für die Verbindungen zwischen den umliegenden Gauen und Salzburg-Stadt, sondern auch innerstädtisch. Die Zukunftsversion der Landesregierung ist ein Ausbau der Lokalbahn über den Mirabellplatz hinaus bis Hallein, was naturgemäß noch Jahrzehnte dauern wird, wenn bereits rund 700m Strecke bis Mirabellplatz sechs Jahre in Anspruch nehmen sollen. Weiterlesen

Was ändert sich? Vermutlich nichts.

12

O-Ton eines Salzburger Taxifahrers: „Die Stadt wurde für Pferdekutschen gebaut, nicht für diese Massen an Autos.“

Im ORF-Text ist heute ein ausführlicher Bericht (abgerufen am 16.04.18, 09.30) über die katastrophale Wohn- und Verkehrssituation erschienen. Die Vorschläge der antretenden Parteien zur Salzburger Landtagswahl in der Elefantenrunde sind gut, aber ohne realistische Finanzierung mit der aktuellen Bundesregierung.

Die angestrebte Verlängerung der Lokalbahn dauert alleine vom Hauptbahnhof bis Mirabellplatz mindestens sechs Jahre, für 750m Länge. Obwohl ein Drittel davon bei der Errichtung der Endhaltestelle Hauptbahnhof 1996 in weiser Voraussicht bereits weitergebohrt wurde. Inbetriebnahme also nicht vor 2025. Sinnvoll ist aber nur, den Tunnel gleich weiter bis nach Nonntal im Süden der Allstadt zu verlängern, damit eine sinnstiftende Umfahrung der Altstadt und ein realistisches Ende des Verkehrschaos auf der Nord-Süd-Achse erreicht werden kann.

Der viergleisige Ausbau der Westbahn zwischen Salzburg und Wels wird nicht vor 2024 begonnen werden können. Dieser ist aber dringend notwendig, um die Nahverkehrsintervalle der S-Bahn ins Umland zu verdichten. Auch könnten dann nicht nur die Westbahn, sondern auch die ÖBB einen halbstündigen Takt zwischen Salzburg und Wien anbieten, und nicht, wie derzeit, einen 4minütigen (’08 und ’12).

Ein Jahresticket fürs ganze Bundesland im Ausmaß von 400€ wäre ein ganz dringender Schritt in die richtige Richtung. Tirol hat eine Gesamtfläche von 12600 km², das Jahresticket-Land inklusive Innsbruck kostet 490 €, im nur 7100 km² großen Salzburg kostet es inklusive Salzburg-Stadt hingegen stolze 1540 €, für ein nicht gerade flächendeckendes Busangebot. Die Bahn spielt von der S-Bahn abgesehen in Salzburg-Land nur eine untergeordnete Rolle. Zwischen Bischofshofen und Radstadt wird die Bahn mangels Ausbau der Ennstalstrecke nur im Zweistundentakt geführt, die Pinzgauer Lokalbahn ist noch erwähnenswert, und die Achse Wörgl-Hochfilzen -Zell am See. Ein Landesticket würde idealerweise für Bus und Bahn gelten. Stattdessen gibt es derzeit in jedem Gau ein eigenes Ticket. Ein gemeinschaftliches Ticket würde zudem den Nachteil der ÖBB ausgleichen, wonach die Ermäßigungskarten nicht bei Busverbindungen im Verbundstarif gelten. Je mehr Nebenbahnstrecken aufgelassen oder ausgedünnt werden, desto mehr werden die Ermäßigungskarten entwertet.

Zu der öffentlichen Verkehrssituation innerhalb Salzburgs wurde leider wenig geschrieben im ORF-Artikel. Das Hauptproblem ist die vertraglich zwischen Stadt und Salzburg-AG festgelegte Kilometerleistung der Busse, mit der keine dichteren Intervalle und Verlängerung von Linien möglich sind, ohne bei anderen Linien zu kürzen. Der größte Humbug in einer Stadt, in der seit 1940 öffentlicher Verkehr mit Bussen betrieben wird. Den ALBUS gibt es sogar seit 1927.

Ein schienengebundenes Transportmittel bleibt dennoch die einzige Möglichkeit, langfristig dem Stauchaos zu entgehen, denn die Busse behindern sich bei den oft zu kurzen Haltestellen häufig gegenseitig. Auch dafür gibt es genug Vorschläge, z.b. die Revitalisierung der Stieglbrauerei-Bahn, die man unterirdisch bis zum Flughafen verlängern könnte. Damit wäre auch eine viel kürzere Anbindung vom Hauptbahnhof zum Flughafen gegeben.

Für Straßenbahntrassen gibt es auf der Nord-Süd-Achse zugegeben wenig Spielraum, das Nadelöhr zwischen Festungs-, Mönchs- und Kapuzinerberg ist zu schmal. Vorstellbare wären Trassenführungen am ehesten auf den breiten Bundesstraßen 1 zwischen Flughafen, Hauptbahnhof und Schallmoos sowie zwischen Lieferung und Leopoldskron bis Moosstraße.

Nebenbei bemerkt halte ich es für längst überfällig, dass in ein kostengünstiges Ticket der Salzburger Linien ohne Aufpreis auch Wals-Siezenheim eingebunden werden sowie der Gaisberg. Die Auffahrt zum Gaisberg sollte mit einem Schranken und einer Maut versehen werden.

Zum Problem, dass Salzburg oft von Touristen durchfahren statt umfahren wird, gäbe es ebenso zwei Lenkungsmöglichkeiten. Der Entfall der Autobahnmaut zwischen Knoten Salzburg und Salzburg-Nord wäre eine Möglichkeit, scheint aber momentan kein Thema. Eine andere wäre die Einführung einer City-Maut, die nur für Bewohner mit Hauptwohnsitz in Salzburg absetzbar oder ermäßigt wäre. Eine dritte Möglichkeit wäre,  die Einführung einer Tages-Vignette, was z.B. für Tagesausflügler und Urlauber von Bayern Richtung Salzkammergut sinnvoll erscheint.

Langfristig muss das Bus-Verkehrsnetz in der Stadt, aber auch ins Umland attraktiver werden, das gilt auch für Touristen, die nunmal ein wichtiger Wirtschaftszweig sind, das Bahnnetz muss ausgebaut werden, damit Intervallverdichtungen möglich sind, und gleichzeitig muss das Autofahren unattraktiver werden.

Öffi-Touren im Spätwinter

16

Öffi-Tour nach Schwarzach-St.Veit Bf., auf den Hochglocker (1590m) mit Blick in die Glocknergruppe, 9.4.2017

Meine Übersiedlung nach Salzburg ist jetzt genau 1 Jahr und 10 Tage her. Wenn ich hier nicht meinen Lebensunterhalt verdienen würde, wäre ich schon längst wieder nach Wien zurückgegangen.

 

Gibt es irgendetwas, das mich trotz Salzburg am Leben erhält?

Thomas-Bernhard. Nein, Spaß bei Seite. Die umliegenden Berge. Auch wenn ich durch meine eigenen bergsteigerischen Fähigkeiten in die Schranken verwiesen werde, d.h., anspruchsvolle Touren sind mangels Freizeitpartner kaum möglich bzw. möchte ich dieses Risiko nicht eingehen. Anspruchsvoll kann auch heißen: Bei Schlechtwetter, wovon es im Kalkalpenbereich leider reichlich gibt. Weiterlesen

Offener Appell an die Stadtregierung

Liebe schwarz-grüne, insbesondere grüne, Stadtregierung von Salzburg,
als ich vor einem Jahr aus beruflichen Gründen von Wien nach Salzburg übersiedelte, war mir nicht bewusst, vom Öffi-Paradies in die Steinzeit zurückzugehen. Ich hörte zwar schon hinter vorgehaltener Hand, wie umständlich und benutzerunfreundlich der öffentliche Verkehr in Salzburg sei, habe es mir aber nicht so schlimm vorgestellt. Die erste Salzburgerin, die ich noch vor der Übersiedlung kennenlernte, war Anfang 60 und hatte sich erst eben ein Auto gekauft, „weil sie dann mobiler sei“. Schon da war mir klar, dass in Salzburg etwas gewaltig schiefrennt. Sicherlich ist ein Teil des Stauproblems der Tourismus aus dem Nachbarland, aber vieles wird hausgemacht sein.

Wenn ich dann lese, dass es eine Kilometerleistung bei den O-Bussen gibt, und an einer Stelle gekürzt werden muss, um an anderer verlängern zu können, fasse ich mir ungläubig an den Kopf. Salzburg ist mir bisher nicht als unfassbar arme Stadt ohne kulturelle Zugpferde vorgekommen, auch die viel zu hohe Anzahl an Zweitwohnungen spricht eine andere Sprache.

Von allgemein ärgerlichen Aspekten, hier zu wohnen, etwa, dass sämtliche, größere Bergsportgeschäfte oder auch Buchhandlungen (Morawa, Thalia) an den Stadtrand in teilweise verwaiste Einkaufszentren ausgelagert wurden, die nicht alle öffentlich gut erreichbar sind, möchte ich mich hier schwerpunktmäßig den Mängeln im öffentlichen Verkehr widmen.
Umwelt- und Klimaschutz ist natürlich speziell im Salzburger Land ein heikles Thema, wenn man sich anschaut, wie viele Berge durch Skigebiete verschandelt wurden und in schneearmen Wintern die Schneekanonen Tag und Nacht laufen, damit sich die sozioökonomisch benachteiligte Familien den teuren Schipass nicht mehr leisten können. Aber russische und britische Schitouristen wird man behalten, keine Sorge. Heikel ist es auch im historischen Bewusstsein, wenn man sieht, was mit den Lokalbahnen und Zahnradbahnen im Laufe des 20. Jahrhunderts geschehen ist. Bestrebungen eines Wiederaufbaus sind bisher halbherzig, so bleibt es bei überfüllten Bussen Richtung Bad Ischl und starkem Autoverkehr zum Gaisberg. Salzburg ist sowohl in Richtung Innsbruck als auch Linz beim Fernverkehr hinten nach, das Deutsche Eck kostet Zeit und verhindert mangels zusätzlichen Gleisen, dass Nah- und Fernverkehr friedlich koexistieren können. Die private Westbahn schafft den Halbstundentakt nach Osten, die staatliche ÖBB nicht. Mehr als ein Halbstundentakt bei der S-Bahn ist auch in Salzburg-Stadt nicht verwirklicht, mit den ungünstigen Abfahrtszeiten der beiden Railjets am Hauptbahnhof ist das ärgerlich.
Tirol hat eine Gesamtfläche von 12600 km², das Jahresticket-Land inklusive Innsbruck kostet 490 €, im nur 7100 km² großen Salzburg kostet es inklusive Salzburg-Stadt hingegen stolze 1540 €.  Eine Menge Geld für die vielen Nichtzweitwohnungsbesitzer, die aufgrund der Zweitwohnungsbesitzer überteuerte Mieten und unverschämte Maklerprovisionen bezahlen müssen. Das öffentliche Netz in Salzburg ist eine Zumutung, wenn man aus Überzeugung, Armut, Krankheit oder anderen Gründen kein Auto besitzt oder benutzen kann.

Kritik im Einzelnen:

* Das betrifft etwa die Anbindung zum Europark am Wochenende, wenn in Österreichs größtes Einkaufszentrum nur alle halbe Stunde ein Bus fährt, oder auch zum Flughafen. Eine einzige frühere Busverbindung und man käme rechtzeitig in die Arbeit oder zum Gate für den ersten Flug.

* Das betrifft sämtliche Umstiegsverbindungen, weil die Umstiegszeiten oft zu knapp sind und der chronische Zeitverlust durch Stau nicht eingerechnet ist.

* Das betrifft die zu kurzen Haltestellen, wo entweder keine zwei Busse hintereinander passen oder der vordere Bus schlicht nicht wartet, sodass man umsteigen kann. In Wien ist das kein Problem, in Salzburg wartet man leicht wieder 15min auf den nächsten Bus. Für Pensionisten oder Touristen ist das vielleicht nicht tragisch, für die arbeitende Bevölkerung ist das schlicht nicht zeitgemäß.

* Das betrifft insbesondere den Hauptbahnhof, wo dringend zusätzliche Ausstiegsstellen zu errichten sind, sodass man nicht im Bus warten muss, bis die vorausfahrenden Busse an der Haltestelle abgefahren sind.

* Viele Haltestellen an Kreuzungen sind aufgrund der autofahrerfreundlichen Ampelregelungen nicht rechtzeitig erreichbar und der Bus fährt vor der Nase weg, z.b. LKH/West oder Maxglaner Hauptstraße/Schwedenstraße (1 -> 27).

* Insbesondere am Wochenende abends bestehen zu wenig Busverbindungen Richtung Maxglan vom Hauptbahnhof weg. Wenige Minuten Verspätung des Zuges bedeuten bis zu 20min Wartezeit. Eine 10 Euro teure Taxifahrt für 2,5 km kann wohl kaum ein adäquater Ersatz sein – von der Unübersichtlichkeit am Taxistand, in welches Taxi man einsteigen darf, abgesehen.

* Mehr Linien, die dafür weniger Haltestellen bedienen, würden ein kürzeres Durchkommen mit weniger Staupotential ermöglichen. Ich will als Nichtautofahrer keine Stadtbesichtigung, sondern zügig ankommen. Die Albusse sind hierfür zwar praktischer, aber die Intervalle zu gering.
* In der Ferienzeit werden die ohnehin der Größe der Stadt nicht angemessenen Intervalle oft empfindlich ausgedünnt, obwohl dann mehr Touristen unterwegs sind, speziell im Sommer. Und natürlich gibt es auch in der Ferienzeit genügend Menschen, die arbeiten müssen, damit andere in Urlaub gehen können.
* Die Bezahlung der Tickets beim Fahrer gehört abgeschafft. Es braucht deutlich mehr Automaten an den Haltestellen, aber auch in den Bussen. Es kann nicht sein, dass zusätzlich zum Stau auch noch der Zeitverlust durch den Bezahlvorgang hinzukommt. Das gilt auch für die Busse Richtung Bad Ischl oder Berchtesgaden, die mobile Bezahlmöglichkeit an den Bussteigen sollte noch öfter angeboten werden.
* Um den immensen Verkehr am Gaisberg zu reduzieren, würde sich außerdem anbieten, die ganze Strecke des 151er in die Kernzone einzurechnen. Denn für eine vierköpfige Familie ist ein Ausflug zur Gaisbergspitze mit knapp 30€ schon ein Batzen Geld. Der Bus könnte dann stündlich fahren und der Massenverkehr würde deutlich zurückgehen – es ist ohnehin ein Wunder, dass auf der kurvenreichen Strecke nicht mehr passiert. Für die ohnehin kaum vorhandene Tierwelt am Gaisberg wäre weniger Individualverkehr auch ein Segen.

Auch bei Barrierefreiheit und Sicherheit für Fußgänger gibt es Verbesserungsmöglichkeiten:

 

* Hier und da sind mir fehlende Überwege aufgefallen, sei es bei der Flughafendirektion, Haltestelle des 2er Kröbenfeldstraße, oder am Hellbrunner Zoo, wo es bei der Haltestelle weder Zebrastreifen noch Bedarfsampel gibt, obwohl hier zwischen den Ortschaften meist deutlich über 50 gefahren wird. Offenbar geht man davon aus, dass sowieso jeder mit dem Auto zum Zoo fährt.

* Die Grünphasen für Fußgänger sind außerdem viel zu kurz. Denken Sie bitte auch gehbehinderte Menschen – sowohl bei Bedarfsampeln als auch etwa beim Übergang Mozartsteg – Ferdinand-Hanusch-Platz oder bei der Staatsbrücke am Rathausplatz.

* Der Hauptbahnhof ist ein sehr trostloser Ort mit wenig Sitzmöglichkeiten und latent vorhandenem Unsicherheitsgefühl zu späten Uhrzeiten. Praterstern in Salzburg. Die Vorschläge dagegen sind konzeptlos und verlagern das Problem nur. Verbote sind keine Angebote an Menschen, die ohnehin stigmatisiert und ausgegrenzt werden.

Schlusspunkt:

 

Ich nutze natürlich trotz aller Missstände das Rad und die Öffis, bezahle brav die völlig überzogenen Preise für die Zeitkarten, aber sehe ehrlich gesagt für die Zukunft schwarz, wenn nicht in effizientere und zeitnah realisierbare Verkehrsprojekte investiert wird, die sich ja auch langfristig auszahlen. Sehr bedauerlich, dass die Salzkammergutbahn nicht mehr vorhanden ist, sie wäre für Pendler ideal und würde die Busse Richtung Bad Ischl vor allem im Sommer deutlich entlasten. Realistisch gesehen bietet sich kurzfristig nur an, die Fördermittel für die Kilometerleistung der Busse zu erhöhen, damit das Angebot und die Intervalle ausgebaut werden können. Damit einhergehen sollte eine deutliche Reduzierung der Preise für Einzel- und Zeitkarten. Inwiefern das zu erheblichen Einbußen mit den Touristen führt, sei dahingestellt, ein großer Anteil scheinen ohnehin nur die ungeliebten Tagesgäste mit den angekarrten Bussen darzustellen. Für die nicht ganz so wohlhabende Bevölkerung wäre es ein Segen, wenn die Fahrtkosten erschwinglich wären. Für vom Stau gepeinigte Autofahrer wäre es eine kostengünstige Alternative. Eine U-Bahn oder unterirdische Stadtbahn halte ich persönlich für keine gute Alternative, da sie nur einen Bruchteil der nötigen Strecken abdeckt, extrem teuer und aufwändig ist und U-Bahnen erwiesenermaßen längere Strecken zu Fuß zu den Stationen bedeuten. Straßenbahnen halte ich da für deutlich sinnvoller, breit genug sind die Hauptstraßen dafür allemal. Damit können deutlich mehr Fahrgäste transportiert werden, die Wege zu den Haltestellen sind erheblich kürzer als unterirdisch. Es muss allen Beteiligten klar sein, dass die Übergangszeit das Staupotential verschärfen wird, bis tatsächlich ein Umdenken einsetzt und das Auto endlich stehengelassen wird.

Mit freundlichen Grüßen,

ein Zugereister (vorher Wien und Innsbruck)

44 % Wahlbeteiligung

Das ist die Zahl vom Sonntag, 26. November 2017, als ein neuer Bürgermeister gewählt werden musste, weil der alte Bürgermeister wegen Beihilfe zur Untreue nicht rechtskräftig verurteilt wurde. Seit der Einführung der Direktwahl des Bürgermeisters im Jahr 1999 war die Wahlbeteiligung noch nie so niedrig. Die beiden Themen, die in Salzburg am dringsten behandelt gehören, teures Wohnen und Verkehrskollaps, wurden im „Wahlkampf“ am wenigsten beackert. Wieso auch, die eierlegende Wollmichsau ist nicht gefunden. Ausgerechnet Grüne und FPÖ gemeinsam sind für den Bau einer (unterirdischen) Stadtbahn, die Großparteien dagegen.

Verkehrsstadt Johann Padutsch (Bürgerliste) gibt zu bedenken, dass die bestehenden Öffis eigentlich schon lange viel zu voll seien: „Die Kapazitäten sind derzeit so ausgelastet, dass ein spürbarer Wechsel von mehr Autofahrern zum Bussystem gar nicht möglich wäre. Die Busse in der Stadt behindern sich mittlerweile gegenseitig. Wir haben mittlerweile Busstaus in der Stadt, nachdem in der Früh alles unterwegs ist, was die Salzburg AG und die Firma Albus an Transportmitteln zu bieten haben. Wir kommen an einem schienengebundenen Massentransportmittel nicht mehr vorbei.“

So ist es. Die Aussichtslosigkeit in der Umsetzung eines Großprojekts, was das Verkehrsproblem lösen könnte, verstärkt das Bedürfnis wählen zu gehen, nicht unbedingt. Im März 2019 finden zudem erneut Gemeinderatswahlen statt, wo auch (schon wieder) der Bürgermeister gewählt wird. Warum jetzt wählen, wenn der neue Bürgermeister nur etwas mehr als ein Jahr Zeit hat, seine Agenda durchzubringen oder auch nicht?