Forschung über LongCOVID

Linke Spalte: Die sichtbare Pandemie, die Überlastung der Normal- und Intensivstationen, die Todesfälle wenige Wochen nach Infektion, rechte Spalte: die unsichtbare Pandemie mit zeitverzögerten Todesfällen, und Kollateralschäden durch den hohen Infektions- und Arbeitsdruck auf Personal.
aus Klein et al. (10.08.22 – ganz wichtiger Übersichtsartikel, speziell Punkt 1: Ordentliche Anamnese reicht aus, um LongCOVID mit hoher Genauigkeit zu diagnostizieren!)

Komplikationen und Spätfolgen lassen sich mittlerweile in drei Gruppen einteilen:

  1. Schwerer akuter Verlauf (Hospitalisierung/Intensivstation) mit Organschäden und Reha-Bedarf
  2. Milder akuter Verlauf mit LongCOVID
  3. Milder akuter Verlauf mit Spätfolgen, die sich erst Jahre später zeigen (noch unklar, v.a. für Kinder, aber generell Alzheimer/Demenz-Risiko)

4-Haupthypothesen:

  • Autoimmunreaktion
  • Entzündung
  • Anhaltender Virus oder „Virus-Reste“ im Körper
  • Gerinnungsstörungen (Blutgerinnsel)

4 Symptom-Cluster:

  • 1. Herz-, Nieren- und Kreislauf-Symptome. (34%)
  • 2. Atem- und Schlafprobleme, Angstzustände, Kopf- und Brustschmerzen (33%)
  • 3. Muskel-, Skelett- und Nervensymptome. (23%)
  • 4. kombinierte Verdauungs- und Atemsymptome. (10%)

Zhang et al. (01.12.22)

Therapien

aus Davis et al. (13.01. 2023)

Long COVID Spektrum- Suche nach Biomarkern und Prädikatoren

Vorwort: Es gibt derzeit noch keinen spezifischen Biomarker für LongCOVID/MECFS, sondern immer nur Puzzlestücke, ggf. gibt es keine oder es sind nur Kombinationen von mehreren relevant. LongCOVID ist eine Zusammensetzung aus verschiedenen Zuständen und Erkrankungen. Problematisch sind bereits die Diagnosekriterien. Wahrscheinlich wird es später bestimmte Phänotypen geben (Autoimmun, Neuroinflammation, etc…).

Die hier aufgelisteten Studien spiegeln also nur die Suche nach möglichen Ursachen für bestimmte Phänotypen wieder. Bitte auf Einschränkungen der Studien achten: Teilnehmerzahl, Studiendesign, Auswahl der Teilnehmer, Peer Review-Stadium, etc.

Meta-Analysen, Systematic Reviews und White-Papers

Long COVID bei Kindern und Jugendlichen

siehe Menüpunkt Kinder

Long COVID nach schweren Verläufen (Hospitalisierung)

Long COVID nach Impfdurchbrüchen (ca. 5-15%)

Long “COVID”-artige Symptome nach Impfung (extrem selten)

Wissenschaftliche Kommentare (keine Studien)

(Follow-Up)-Studien über Häufigkeit und Dauer von Spätfolgen

Wissenschaftliche Studien über Ausprägung und Ursachen von Spätfolgen

Herzerkrankungen durch Covid19

Neurologische Erkrankungen durch Covid19

Gastrologische und urologische Erkrankungen durch COVID19

Gefäßerkrankungen durch COVID-19

Bleibende Lungenschäden nach Covid19

LongCOVID nach Reinfektionen

China berichtet von schwereren Reinfektionen mit OMICRON (13.01.23)

LongCOVID Stigma

Immunschwäche durch Covid19?

Tim Requarth: What Is COVID Actually Doing to Our Immune Systems? The research sounds scary. It’s not bunk—but it’s important to understand its purpose. (31.01.23)

10 Warnzeichen für primäre Immunschwäche bei Kindern und Erwachsenen, aus McCusker et al. (2018)

Hinweis: Es gibt erdrückend viele Studien, die zeigen, dass Covid19 die Funktion der T-Zellen, Lymphozyten und Sensorzellen (Dendritic Cells) für mehrere Monate ab Infektionszeitpunkt beeinträchtigt. Über eine dauerhafte Immunschwäche durch Covid19 ist nichts bekannt, so man von LongCOVID/MECFS absieht.

Bei vielen Kindern muss man leider davon ausgehen, dass sie schon mehrfach infiziert wurden und ihr Immunsystem dadurch dauerhaft geschwächt ist, und so anfälliger für schwere Verläufe durch bakterielle und virale Infekte wird.

Ja, andere Infekte wie Influenza erzeugen auch eine gesteigerte Infektanfälligkeit, aber üblicherweise nur alle 5-10 Jahre, während man Covid19 alle 6 Monate bekommen kann. Dadurch kann sich das Immunsystem nie vollständig erholen.

Wie das Immunsystem funktioniert, zeigt dieses Video der Immunologin Akiko Iwasaki recht anschaulich.

“Wir mussten in der Notfallsprechstunde schon im Treppenhaus triagieren. (…) Zudem kann Corona das Immunsystem der Kinder schwächen. Die Folge: Sie sind anfälliger für Infekte.”

NRW, Aktuelle Stunde, WDR (26.11.22)