Non-Pharmazeutical Interventions

Kollateralnutzen von Maskentragen (Masern, Keuchhusten) und Handhygiene (Norovirus), Zahlen gültig für Deutschland, Robert-Koch-Institut

Unter nichtpharmazeutischen Interventionen versteht man alle Maßnahmen, die ohne Medikamente oder Impfstoffe zur Eindämmung der Pandemie beitragen: Masken, Lüften, Kontaktbeschränkungen

Käsescheibenmodell – viele Maßnahmen vergrößern den Erfolg

Mund-Nasen-Schutz

Filter-Effizienz bei verschiedenen Aerosol-Größen von FFP2-Masken (N95), einfachen OP-Masken (Prodecure mask), Stoffmasken, Halstuch 1- und 2-lagig (gaiter), Gesichtsvisier (Face Shield), Quelle: Lindsley et al, 07.10.20
Filter-Eigenschaften verschiedener Stoffe für selbst gemachte Masken (Drewnick et al., 08.10.20)

Wirksamkeit von Masken für den Eigen- und Fremdschutz

Funktionsweise von FFP2-Masken

(erklärt von Raphael J.F. Berger, Chemiker)

FFP2-Maske (grau), SARS-2 Viren (rot) und Aerosole (blau): Die Dicke der Maske ist etwa die Breite des ersten Bildes (1-2mm). Nackter Virus sind das eine rote Pixel neben den drei blauen, diese sind kleinste und größte Wasser-Aerosolpartikel, größere wären Tröpfchen. Nackte Viruspartikel kommen in freier Wildbahn entweder nicht vor, weil sie immer eine Wasserhülle haben oder sind dann sehr empfindlich und instabil. Aerosolpartikel, vor allem solche mit Viren sind entweder elektrostatisch geladen, oder stark polarisierbar, d.h. wann immer sie sich einer stark elektrostatisch geladenen Oberfläche, wie einer trockenen FFP2-Maske, annähern, werden die davon angezogen. Einmal auf der Faser haften sie dann durch hydrophile, elektrostatische oder van-der-Waals Wechselwirkungen. Kleine Aerosolpartikel können daher nicht ungehindert durch eine trockene FFP2 Maske „durchfliegen“. Ist die Oberfläche einmal kontaminiert/verschmutzt, wird die elektrostatische Aufladung immer schwächer, auch wenn die Oberfläche trocken ist. Daher: Maske öfters wechseln!“

Gesichtsvisiere („Face Shields“)

Ventilation, Überwachung der Raumluft, Luftfilter

Ein Spalt offen lassen bei der Seitenscheibe vom Fahrer oder Beifahrer reicht schon, um die Viruskonzentration niedrig zu halten
Mobiles CO2-Messgerät

Interpretation: The coronavirus is airborne. Here’s how to know if you’re breathing other people’s breath (10.02.21)

(Vorsicht bei der Interpretation: 800 ppm bei starker Auslastung im Verkehrsmittel sind besser als 800 ppm bei geringer Auslastung – relevant nur für long-range Übertragung, wenn neben mir ein Infizierter sitzt, der mich anhustet, nützen mir niedrige Werte nichts. )

CovidIsAirborne! Covid wird über die Luft übertragen – über Aerosole (winzige Tröpfchen, die stundenlang in der Luft schweben können).

Zum Download: Grafik in hoher Auflösung für Poster und Flyer

TTIQ: Test, trace, isolate, quarantine

Wirksamkeit von NPIs generell

Was macht man gegen COVID, wenn ein Haushaltsmitglied infiziert wurde?

  1. Covid wird übertragen, wenn eine infizierte und eine empfängliche Person die gleiche Luft einatmen. Es gibt drei Szenarien: 1. Übertragung im Nahbereich – höchstes Risiko, 2. In einem Raum reichern sich Viruspartikel an. Wenn man eine höhere Dosis einatmet (Konzentration, Dauer, Atmungsrate), steigt das Infektionsrisiko. Das Virus kann über Lüftung (Fenster) oder Luftfilter (HEPA/CR-Box) entfernt werden, 3. Übertragung im Fernbereich – mit einer geringeren Dosis und generell weiter weg. Geschieht seltener, aber im gemeinsamen Haushalt immer noch möglich.
  2. Bevor COVID im Haushalt auftritt: Luft sauber halten! Viel lüften, Entfeuchter laufen lassen. Wenn jemand infiziert ist, atmet man eine geringere Dosis ein. Feuchtigkeit: Ideal zwischen 40 und 60%, dann verdunsten die Tröpfchen rasch und fällt zu Boden. Zu feuchte Luft fördert Schimmelbildung, zu trockene Luft reizt die Atemwege. Wenn es draußen kalt ist, sollte man Befeuchter laufen lassen, vor allem im Schlafzimmer.
  3. Wenn man anfängt, sich krank zu fühlen: Wenn man sich im gemeinsamen Haushalt nicht isolieren kann, sollte man noch mehr auf Filter, Lüftung und Masken tragen achten. Sonst Isolationsraum einrichten, Filter laufen lassen. Negativen Druck im Raum erzeugen! Ventilator im benachbarten Badezimmer oder in Richtung offenes Fenster aufstellen. Dadurch gelangt Luft vom Gang in den Raum und nicht umgekehrt. Lüftungsschächte abkleben.
  4. Bei geteiltem Badezimmer: In der Zeit zwischen der Benützung einen Ventilator laufen lassen und das Fenster offen halten (falls vorhanden), 25 Minuten sind ok, wenn der Ventilator läuft. Je länger, desto besser. WC-Deckel schließen vor dem Spülen. Inhalierte Aerosole von Stuhlausscheidungen sind nicht gut, zumal sie Virus enthalten (siehe Abwassermonitoring). Danach Hände waschen.
  5. Bei anderen Räumen ähnlich: Wenn die andere Person keine Maske trägt, Fenster öffnen, Luftfilter und warten.
  6. Wenn man nur einen Luftfilter hat, am besten bei der infizierten Person im Raum platzieren – dann kann sich keine Viruskonzentration aufbauen. Bei zwei Filtern einen weiteren im Raum der Person, die noch empfänglich ist, um das abzufangen, was über Lüftungsschächte oder unter der Tür durch in den Raum gelangt.

Quelle und Original: Filterexperte Joey Fox, Toronto, Kanada

Sicheres Reisen während der Pandemie

Autofahrten: FFP2-Masken und Fenster einen kleinen Spalt öffnen, Unterdruck sorgt für effektive Frischluftzufuhr (siehe oben)

Flugreisen: FFP2-Masken, nicht dann essen, wenn alle anderen essen (Bordservice), sondern idealerweise vorher, zum Trinken Trinkflasche/blase mit Schlauch, den man unter der Maske einführen kann.

Zugfahrten: FFP2-Masken, neue Garnituren mit Klimaanlage wählen, Fenster öffnen in älteren Garnituren scheitert oft am Widerstand von anderen Fahrgästen. Maske zwischen den Verzehrpausen wieder aufsetzen, auch im Speisewagen (bei der Deutschen Bahn vorgeschrieben). Bei modernen Zügen mit Klimaanlage ist mehr Frischluft vorhanden, solange der Zug fährt. Bei längeren Stehzeiten akkumuliert sich rasch die CO2/Kohlendioxid-Konzentration, also besser die Maske auflassen.