Tag 837: Wie soll man sich jetzt am besten schützen?

Altersverteilung der Infektionen und prozentuale Zusammensetzung pro Virusvariantenzeitraum. Mit Beginn der BA.5-Sommerwelle nehmen die Infektionen bei 55+ deutlich zu, anders als bei früheren Wellen beginnt sie nicht mit jungen Erwachsenen, sondern geht gleich in die höhere Altersgruppen. Darunter sind wohl viele, die es im Februar und März hatten und jetzt überzeugt sind, superimmun zu sein. Gleichbleibend ist der Anteil bei Kleinkindern (vermutlich untertestet), bei Schulkindern geht der Anteil deutlich zurück, seit die regelmäßigen Schultests aufgelassen wurden. Ältere Menschen waren kurzzeitig durch die dritte Impfung geschützt (Beginn BA.1), seit Beginn der BA.2-Welle ist der Anteil gleichbleibend, die 4. Impfung steht bei vielen offenbar noch aus.

Grafikquelle: Molekularbiologe Ulrich Elling, Twitter (25.06.22)

Soll man sich wegen der endlosen Teuerungsrate, dem Krieg im Osten, der Hitzewelle und damit verbundener Dürre oder wegen der Zwangsdurchseuchung anscheißen? Je nach Nachrichten- und Stimmungslage wechselt mein Zynismus. Wer sich so gut informiert hat wie ich oder meinen Blog gelegentlich liest, der weiß, dass Aufgeben keine Option ist. Aufgeben wäre verbunden mit Nachlässigkeit und zu den vorhandenen Risiken würden sich jene mit unabsehbaren Gesundheitsfolgen nach SARS-CoV2-Infektion unweigerlich hinzugesellen. Da Covid19 keine dauerhafte Immunität ausbildet, so wie übrigens auch die anderen Coronaviren, bieten erneute Infektionen keine Sicherheit, sich dann kein LongCOVID aufzureißen. Wir wissen schon lange, dass Eigenverantwortung nicht funktioniert, ironischerweise nicht nur die Bringschuld der Bevölkerung, sondern auch der Regierung und der Landeshauptleute, die keine Verantwortung übernehmen wollen, sondern nur nach Profit und Wählerstimmen gieren. Wir wissen auch, dass sich Eltern oder Bezugspersonen mit Kindern nur schlecht schützen können. Solange Eigenverantwortung nicht solidarisch ausgeübt wird, ist das Infektionsrisiko Russisch Roulette, oder besser gesagt Rauchs Roulette.

An welchen Stellschrauben kann man noch drehen und warum lohnt es sich weiterhin, nicht an der Infektionslotterie teilzunehmen? Dazu möchte ich ein paar Gedankengänge präsentieren, vielleicht hilft es bei der Entscheidungsfindung.

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Tag 836: Lernen durch Schmerzen

Jubel bei Rechten nach dem von ÖVP und Grünen beschlossenen Aus für die Impfpflicht

Im letzten Beitrag hatte ich es ja schon angerissen – Gesundheitsminister Rauch ist angetreten, um die “Spaltung der Gesellschaft” zu überwinden. In seinem persönlichen Blogtext vom 31. Jänner 2022 (6 Wochen vor seiner Angelobigung):

„Nach dem Ende des „Lockdowns für Ungeimpfte“ brauchen wir weitere Ventile, durch die der Druck entweichen kann… Ebenso wenig ist es einfach, den richtigen Zeitpunkt für die Aufhebung dieser Maßnahmen zu finden. Dieser sollte zumindest mit jenen Parlamentsparteien koordiniert werden, die der Einführung der Impfpflicht zugestimmt haben.“

Die Abschaffung der Impfpflicht am 23. Juni 2022 begründete er folgendermaßen:

“Die Impfpflicht hat die Gräben in der österr. Gesellschaft vertieft. Sie hat Menschen gg. die Impfung aufgebracht, die sonst vielleicht zu überzeugen gewesen wären. Diese Abwehrhaltung geht so weit, dass manche Menschen auch andere COVID-Schutzmaßnahmen nicht mehr mittragen. Jetzt ist es Zeit, die
Gräben wieder zuzuschütten. Mit der Abschaffung der Impfpflicht schaffen wir Klarheit nach einer langen Debatte. Wir werden gemeinsam alles daransetzen, um die Menschen von der Impfung zu überzeugen. Wir müssen informieren, ins Gespräch kommen, Ängste und Sorgen aus dem Weg räumen: Nur so kann es uns gelingen, möglichst viele Menschen zu einer Impfung zu motivieren.”
(Tweet)

Wie denn, wenn man BA.x als mild bezeichnet, obwohl es ….

  • nachweislich weitere LongCOVID-Fälle generiert und weiterhin Menschen deswegen schwer krank werden und daran versterben
  • Infektionen keine anhaltende Immunität erzeugen, egal welche Variante und Reinfektionen das Risiko für Folgeschäden erhöhen. nicht erniedrigen
  • Jede Welle mit mehreren hunderttausend Kranken die Infrastruktur, Betriebe und das Gesundheitswesen lahmlegt – speziell Ärzte und Pfleger in einer Dauerbelastung gefangen sind und ein Massenexodus an Gesundheitspersonal bereits eingesetzt hat, deswegen müssen erneut OPs und Vorsorgeuntersuchungen verschoben werden, hunderte Betten sind gesperrt

Die militanten Impfgegner hätte man auch mit Impfpflicht nicht erreicht, aber dafür hätte es ja ohnehin genug Ausnahmen im Gesetz gegeben, aber man hätte eine Menge Leute erreicht, die gezögert haben und die der “soziale Druck” impfen zu gehen, dann mitgenommen hätte. Insbesondere im Gesundheitswesen und bei Erzieherberufen hätte es eine Impfpflicht geben müssen, wenn man den Anspruch “Vulnerable schützen” ernstgemeint hätte.

Zu glauben, dass man Gräben überwindet und die Gesellschaft wieder zusammenbringt, indem man Covidleugnern alle Forderungen erfüllt, ist wie wenn man Russland ein Stück der Ukraine abtritt und glaubt, Russland würde sich damit zufriedengeben, den Gashahn wieder aufdrehen und wir würden danach glücklich und in Frieden leben können wie vorher.

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Tag 833: BA.4/BA.5-Welle: Inkompetenz oder Vorsatz?

Berechtigtes Misstrauen

Im ersten Pandemiejahr hielt ich mich an den Leitspruch von Hanlons Razor “never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity” und machte ihn auch zum Motto meiner Zitatsammlung. Dummheit hängt jedoch stark mit Unwissenheit zusammen – ein Vorwurf, den man der Regierung bis zum Ende der ersten Welle machen konnte. Die Pandemie hatte die europäischen Regierungen kalt erwischt, das Gesundheitsministerium war von der FPÖ-Vorgängerregierung frisch zusammengespart und mit dem Sozialministerium zusammengelegt. Deutschsprachige Koryphäen wie Virologe Drosten (erster SARS-CoV2-PCR-Test) und Virologe Krammer (erster Antikörpertest) hatten schon im April 2020 vor einer starken Winterwelle gewarnt, bis zum Frühsommer zogen Mikrobiologe Michael Wagner, Virologin Dorothee von Laer, die Infektiologen Richard Greil und Heinz Burgmann nach.

Die Warnungen hat es gegeben, aber das Präventionsparadoxon machte sich bemerkbar und sowohl die Politiker als auch die Bevölkerung glaubten, die Pandemie wäre bereits überwunden. Diese Zustandserfassung zeigte bereits früh den engstirnigen Lokalpatriotismus, denn der Blick in die Nachbarländer, gerade nach Tschechien, aber auch ins Lieblingsurlaubsland Kroatien hätte im Sommer gereicht, um auf der vorsichtigeren Seite zu bleiben, ganz zu schweigen von den erneuten Anstiegen in Uk, Portugal, Israel oder USA.

Inkompetenz zeigte sich auch bei der Zulassung von Gesichtsvisieren und Spuckschanzen (Kinnvisiere) als Alternative für Masken durch die AGES. Schon im Sommer erschienen mehrere Studien, die die Wirksamkeit von Face Shields anzweifelten – weil das Virus über Aerosole übertragen wird und höchstens zu einem geringen Anteil über Tröpfchen. Bis heute haben sich die Plexiglasscheiben als Trennwände bei Kassen, sogar im Büro (kürzliches Bild vom Ö1-Newsroom im Funkhaus), im Parlament gehalten. Fehlanzeige hingegen bei konsequenter Maskenpflicht in Innenräumen und mit einem generellen Einbau von modernen Lüftungsanlagen, überbrückungsweise auch mobilen Luftreinigern und zur Überwachung CO2-Ampeln.

Wir kennen den weiteren Verlauf. Bis heute hält die Regierung (aber auch Opposition) am Grundsatz fest, dass für Eingriffe in die Grundrechte die Intensivstationen überlastet sein müssen, und zwar keine Überlastung bevorsteht, sondern bereits eingetreten ist – abhängig von der Definition (erste OPs verschieben, nur Akuteingriffe möglich, Notfallversorgung gefährdet). Lockdown und Impfpflicht werden von ÖVP und Grünen als tiefgreifende Grundrechtseingriffe gesehen. In der polarisierenden Debatte gibt es dabei keine Abstufungen: Lockdown ist kein klar definierter Begriff, “alle einsperren” eine unzulässige Polemisierung, zählt Distance Learning in der Oberstufe schon zum Lockdown? Dann müsste man Homeoffice auch zum Lockdown rechnen. Bei der Impfpflicht hätte man wenigstens für Gesundheitspersonal, aber auch Erzieherberufen eine verpflichtende Impfung einführen können, um Kinder, alte und chronisch kranke Menschen sowie generell Patienten zu schützen. Eine differenzierte Debatte findet aber nicht einmal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk statt. Die Standardfrage bei Interviews lautet “Rechnen Sie im Herbst wieder mit einem Lockdown?” oder “Kommt wieder eine Überlastung der Intensivstationen?”

Die treibende Feder hinter meiner Blogaktivität ist die Bedeutung von LongCOVID als individuelle Bedrohung und für die langfristigen Folgen der Pandemie. Zweieinhalb Jahre nach Pandemiebeginn taucht LongCOVID hier und da in der Berichterstattung auf, aber es wurde selten von einem Experten oder Politiker die Frage gestellt: “Sollten wir nicht die Infektionszahlen niedrig halten, um LongCOVID-Fälle zu verhindern?” (erst Genetiker Elling hat es am 21. Juni 2022 in selten gehörter Klarheit ausgesprochen)

LongCOVID wird ausschließlich im Kontext von Reparaturmedizin gesehen und eher stiefmütterlich behandelt, während es eine zentrale Rolle bei der Prävention spielen sollte. Die Frage stellte sich immer wieder, ob die Politiker das Ausmaß von LongCOVID nicht begreifen [Inkompetenz, Dummheit] und es daher in der öffentlichen Thematisierung ignorieren, oder ob sie sehr wohl Bescheid wissen, aber “andere Interessen” höher gewichten, etwa “Verfassungskonformität” oder “Wirtschaftswachstum”.

Spoiler: Sie wissen sehr wohl Bescheid – damit verdient die Pandemiestrategie das Attribut fahrlässig und vorsätzlich gemeingefährdend. Eines Tages wird das hoffentlich nicht nur wissenschaftlich und politisch, sondern auch juristisch aufgearbeitet werden.

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Tag 829: Schwere Sommerwelle ante portas?

Varianten-Portfolio der österreichischen Regierung, Stand 17.06.22

Der Immunologe und Nobelpreisträger für Medizin, Prof. Peter Doherty:

“Sie verlassen sich auf, was sie “natürliche Immunität” nennen. Die Idee dahinter ist, dass eine Infektion mit SARS-CoV2, die Dich umbringen oder Langzeitschäden oder LongCOVID verursachen kann, Dich vor einer erneuten Infektion mit SARS-CoV2 schützt: Die Logik erschließt sich mir nicht.” (19.09.21)

Ja, das Leben ist voller Risiken. Vor manchen kann man sich gut schützen, vor anderen weniger. In der Wettervorhersage gibt es ebenso wie in der Versicherungsbranche die Risikomatrix: Geringes Risiko – geringe Auswirkungen, geringes Risiko – hohe Auswirkungen, hohes Risiko – geringe Auswirkungen, hohes Risiko – hohe Auswirkungen. Mit einer hochinfektiösen BA.4/5-Variante mit bisher maximalem Immun Escape, die von der Krankheitsschwere wieder nah an DELTA ist, bedeutet das für mich, dass derzeit ein hohes Risiko besteht, sich anzustecken, und ein erhöhtes Risiko für Langzeitschäden, selbst mit vier mRNA-Impfungen, die jedoch auf den Wildtyp angepasst wurden. Im Gegensatz zum letzten Sommer ist die 7-Tages-Inzidenz um rund 170 höher und es gibt keinerlei Maßnahmen mehr im öffentlichen Raum. Firmen haben die Test- und Maskenpflicht beendet, in überfüllten Öffis außerhalb von Wien gibt es keine Maskenpflicht mehr.

Natürlich ist die Risikowahrnehmung individuell: Ich bekam mein Risikoattest für meine frühe Erstimpfung wegen einer seltenen genetischen Grunderkrankung, auch wenn sich das Risiko mangels aussagekräftiger Studien quantitativ nicht beziffern lässt. Respekt hatte ich aber seit spätestens Sommer 2020 immer vor LongCOVID. Mehrere Bekannte haben trotz dreifacher Impfung anhaltende Beschwerden entwickelt, die nur langsam besser werden – bei allen ist die mutmaßliche BA.2-Infektion schon über drei Monate her. Auffällig ist auch das geschwächte Immunsystem im Anschluss an eine Infektion, das anfällig für gewöhnliche Infekte bleibt. Mir hat sich bis heute nicht erschlossen, was an wiederholten Infekten, egal wie schwer sie ausfallen, erstrebenswert sein soll. Die Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt, das Freizeitvergnügen endlich und häufige Arztbesuche mehr als lästig, speziell mit exorbitanten Wartezeiten. Viele Arbeitnehmer befinden sich nicht in der priviligierten Situation, Erkrankungen richtig auszukurieren, der Kündigungsschutz im Krankenstand ist in Österreich rudimentär ausgeprägt. Und warum sollte man sich seinen Sommer mit einer Covid-Infektion zerstören, nach der man noch für Wochen bis Monate nicht weiß, ob man z.B. seinen Wanderurlaub antreten kann? Daher: Nein, danke, ich verzichte.

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Tag 820: Es geht wieder aufwärts – wie vorhergesagt!

In Niederösterreich ist die Zahl der Kläranlagen mit Stufe 3 (rot) von gestern 8.6. auf heute 9.6.2022 von 7 auf 18 gestiegen, Quelle: Abwassermonitoring Österreich

Im ersten Pandemiejahr hab ich die Lockerungen im Sommer 2020 bereits früh kritisiert (Tag 81, 31.05.20) und später nachgelegt (Tag 115, 04.07.20), im zweiten Pandemiejahr war ich erneut pessimistisch aufgrund der beschlossenen weitreichenden Lockerungen und warnte vor der nächsten Welle, was ich mit den ansteckenderen Virusvarianten (ALPHA und DELTA) begründet habe (Tag 418, 08.05.21), spätestens Anfang August (Tag 516, 10.08.21) war klar, dass DELTA die Spielregeln geändert hatte und auch Zweifachgeimpfte wieder Teil des Pandemiegeschehens wurden. Im dritten Pandemiejahr grüßt das Murmeltier. Anfang Mai wies ich das erste Mal auf BA.4/BA.5 hin (Tag 780, 02.05.22) und warnte später vor einer Reinfektionswelle im Sommer (Tag 800, 20.05.22).

Trotzdem reden alle nur vom Herbst. Laut EMS gab es innerhalb der letzten 24 Stunden 4481 neue Fälle. Vor einer Woche waren es 2525. Laut Aussagen eines Grünen-Funktionärs sind die Fallzahlen derzeit “niedrig”, was die aktuelle “Maßnahmenpause” rechfertigen soll. Auf Widerspruch, dass die Zahlen hoch seien, kam der Vergleich zu den deutlich höheren Zahlen im März. Hier handelt es sich um eine klassische PLURV-Methode (Desinformationsrhetorik): “Torpfosten verschieben“, bei der das Ziel einer Argumentation immer weiter verrückt wird. Mit den Impfungen hat man die Inzidenzschwellenwerte, ab der Maßnahmen gesetzt werden, immer weiter nach oben verschoben, gestützt durch zahlreiche Expertenäußerungen “können uns höhere Fallzahlen erlauben, wenn % geimpft sind”. Wir haben früher bei wesentlich niedrigeren Zahlen schon Maßnahmen ergriffen. Jetzt gab es bei den höchsten Zahlen im März schon die Ankündigung weiterer Lockerungen. Das Signal war verheerend: OMICRON wäre so mild, dass man das Virus durchrauschen lassen könne. In dieser Tonart soll es auch weitergehen.

Ergänzung, 19.15 MESZ – weil ich gerade schrieb vom Torpfosten verschieben: Der Modus operandi der Corona-Ampel wurde angepasst, um das Risiko künstlich niedrig zu halten. Als Folge der wenigen Tests mit erhöhter Dunkelziffer werden “asymptomatische Fälle herausgerechnet” und “stattdessen ein Omikron-Abschlag eingeführt, der die geringe Wahrscheinlichkeit einer Hospitalisierung gegenüber Vorgängervarianten darstellen soll.” Nur Wien hat dieses Vorgehen abgelehnt. Die Limitierung der Gratistests auf 5 PCR und 5 Antigen monatlich wurde übrigens bis Jahresende verlängert. So erstrahlen alle Bundesländer, die weniger Testen und hohe Dunkelziffer aufweisen, in einer besseren Risikozahl als Wien, das noch am meisten testet.

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Tag 813: Doch kein Sommer zum “Durchatmen”?

Die türkisgrüne Bundesregierung hat inzwischen alle Käsescheiben zwischen Virus und Wirt entfernt.

Ich werde hier die einzelnen Zeitungen und Nachrichtenmeldungen nicht explizit zitieren, die diese ausgesprochen zynische Wortwahl verwendet haben, während viele Schwerkranke am Lungenversagen qualvoll und zum Teil ohne Beisein ihrer Angehörigen erstickt sind, und zehntausende LongCOVID-Patienten alleine in Österreich mit anhaltender Atemnot, Kurzatmigkeit und rascher Erschöpfung nach körperlicher Belastung kämpfen.

Mittlerweile zeigt das noch verbliebene Abwassermonitoring wieder leicht steigende Tendenz, auch in den Heatmaps, die Citizen Science Journalisten für uns anfertigen, ist das zu sehen. Der Grund dafür ist die sich aufbauende BA.4/BA.5-Welle, die derzeit bereits Portugal überrollt.

In der Titelgrafik habe ich beschrieben, welche Maßnahmen abgeschafft oder deutlich eingeschränkt wurden. Dazu kommen jetzt aber diverse Brandbeschleuniger: Die Präsenzkonferenzen sind zurück! Alleine in Wien finden dieses Jahr über 40 Kongresse statt. Selbst wenn es bei den Kongressen strenge Maßnahmen gibt (z.B. der EGU 2022 FFP2-Maskenpflicht), ergeben sich die meisten Infektionen wohl beim Kultur- und Sozialleben am Abend, wo es wieder keinerlei Regeln mehr gibt. Neben internationalen Konferenzen gibt es auch wieder Großveranstaltungen in Österreich:

  • Regenbogenparade in Wien am 11. Juni 2022
  • Nova Rock am 9.-12. Juni 2022
  • Donauinselfest am 24-26. Juni 2022
  • Frequency in St. Pölten 17-20. August 2022
  • Oktoberfest in München 17. September bis 3. Oktober 2022 (trotz eklatantem Personalmangel)

Öffentliche Anreise nach jetzigem Stand außerhalb von Wien ohne Maskenpflicht, innerhalb von Wien mit steigender Anzahl an Maskenverweigerern.

Dazu wird der Reiseverkehr wieder auf einem Niveau wie vor der Pandemie erwartet. Am Flughafen Wien befinden sich die Flugbewegungen derzeit wieder auf 85% des Vorkrisenniveaus. Auch am Flughafen Wien gibt es keine Maskenpflicht mehr, die Airlines handhaben das unterschiedlich. In den USA müssen Fluglinien bereits Flüge streichen – Hauptgrund ist fehlendes Personal, Ursache dafür ist, auch wenn es keiner zugeben will, die gefallene Maskenpflicht auf den Flügen. Es sind einfach viele Mitarbeiter krank.

Das sind so ungefähr die Voraussetzungen, mit denen wir in den Sommer starten. Für mich wird es der dritte Sommer in Folge, bei der ich meine Kurz-Urlaube mit sehr, sehr viel Misstrauen und Umsicht planen muss. Schlechtwetter ist ein No-Go, weil man drinnen essen muss. Ferienwohnungen sind für mich kein Urlaub, sorry, nicht nach zwei Jahren Selbstverpflegung. Hüttenübernachtungen… eher schwierig. Es is ois a Schas. Ich bin wütend und frustriert und enttäuscht von egoistischen Mitmenschen.

Zurück zur sachlichen Beurteilung der Pandemielage:

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