Tag 837: Wie soll man sich jetzt am besten schützen?

Altersverteilung der Infektionen und prozentuale Zusammensetzung pro Virusvariantenzeitraum. Mit Beginn der BA.5-Sommerwelle nehmen die Infektionen bei 55+ deutlich zu, anders als bei früheren Wellen beginnt sie nicht mit jungen Erwachsenen, sondern geht gleich in die höhere Altersgruppen. Darunter sind wohl viele, die es im Februar und März hatten und jetzt überzeugt sind, superimmun zu sein. Gleichbleibend ist der Anteil bei Kleinkindern (vermutlich untertestet), bei Schulkindern geht der Anteil deutlich zurück, seit die regelmäßigen Schultests aufgelassen wurden. Ältere Menschen waren kurzzeitig durch die dritte Impfung geschützt (Beginn BA.1), seit Beginn der BA.2-Welle ist der Anteil gleichbleibend, die 4. Impfung steht bei vielen offenbar noch aus.

Grafikquelle: Molekularbiologe Ulrich Elling, Twitter (25.06.22)

Soll man sich wegen der endlosen Teuerungsrate, dem Krieg im Osten, der Hitzewelle und damit verbundener Dürre oder wegen der Zwangsdurchseuchung anscheißen? Je nach Nachrichten- und Stimmungslage wechselt mein Zynismus. Wer sich so gut informiert hat wie ich oder meinen Blog gelegentlich liest, der weiß, dass Aufgeben keine Option ist. Aufgeben wäre verbunden mit Nachlässigkeit und zu den vorhandenen Risiken würden sich jene mit unabsehbaren Gesundheitsfolgen nach SARS-CoV2-Infektion unweigerlich hinzugesellen. Da Covid19 keine dauerhafte Immunität ausbildet, so wie übrigens auch die anderen Coronaviren, bieten erneute Infektionen keine Sicherheit, sich dann kein LongCOVID aufzureißen. Wir wissen schon lange, dass Eigenverantwortung nicht funktioniert, ironischerweise nicht nur die Bringschuld der Bevölkerung, sondern auch der Regierung und der Landeshauptleute, die keine Verantwortung übernehmen wollen, sondern nur nach Profit und Wählerstimmen gieren. Wir wissen auch, dass sich Eltern oder Bezugspersonen mit Kindern nur schlecht schützen können. Solange Eigenverantwortung nicht solidarisch ausgeübt wird, ist das Infektionsrisiko Russisch Roulette, oder besser gesagt Rauchs Roulette.

An welchen Stellschrauben kann man noch drehen und warum lohnt es sich weiterhin, nicht an der Infektionslotterie teilzunehmen? Dazu möchte ich ein paar Gedankengänge präsentieren, vielleicht hilft es bei der Entscheidungsfindung.

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Tag 836: Lernen durch Schmerzen

Jubel bei Rechten nach dem von ÖVP und Grünen beschlossenen Aus für die Impfpflicht

Im letzten Beitrag hatte ich es ja schon angerissen – Gesundheitsminister Rauch ist angetreten, um die „Spaltung der Gesellschaft“ zu überwinden. In seinem persönlichen Blogtext vom 31. Jänner 2022 (6 Wochen vor seiner Angelobigung):

„Nach dem Ende des „Lockdowns für Ungeimpfte“ brauchen wir weitere Ventile, durch die der Druck entweichen kann… Ebenso wenig ist es einfach, den richtigen Zeitpunkt für die Aufhebung dieser Maßnahmen zu finden. Dieser sollte zumindest mit jenen Parlamentsparteien koordiniert werden, die der Einführung der Impfpflicht zugestimmt haben.“

Die Abschaffung der Impfpflicht am 23. Juni 2022 begründete er folgendermaßen:

„Die Impfpflicht hat die Gräben in der österr. Gesellschaft vertieft. Sie hat Menschen gg. die Impfung aufgebracht, die sonst vielleicht zu überzeugen gewesen wären. Diese Abwehrhaltung geht so weit, dass manche Menschen auch andere COVID-Schutzmaßnahmen nicht mehr mittragen. Jetzt ist es Zeit, die
Gräben wieder zuzuschütten. Mit der Abschaffung der Impfpflicht schaffen wir Klarheit nach einer langen Debatte. Wir werden gemeinsam alles daransetzen, um die Menschen von der Impfung zu überzeugen. Wir müssen informieren, ins Gespräch kommen, Ängste und Sorgen aus dem Weg räumen: Nur so kann es uns gelingen, möglichst viele Menschen zu einer Impfung zu motivieren.“
(Tweet)

Wie denn, wenn man BA.x als mild bezeichnet, obwohl es ….

  • nachweislich weitere LongCOVID-Fälle generiert und weiterhin Menschen deswegen schwer krank werden und daran versterben
  • Infektionen keine anhaltende Immunität erzeugen, egal welche Variante und Reinfektionen das Risiko für Folgeschäden erhöhen. nicht erniedrigen
  • Jede Welle mit mehreren hunderttausend Kranken die Infrastruktur, Betriebe und das Gesundheitswesen lahmlegt – speziell Ärzte und Pfleger in einer Dauerbelastung gefangen sind und ein Massenexodus an Gesundheitspersonal bereits eingesetzt hat, deswegen müssen erneut OPs und Vorsorgeuntersuchungen verschoben werden, hunderte Betten sind gesperrt

Die militanten Impfgegner hätte man auch mit Impfpflicht nicht erreicht, aber dafür hätte es ja ohnehin genug Ausnahmen im Gesetz gegeben, aber man hätte eine Menge Leute erreicht, die gezögert haben und die der „soziale Druck“ impfen zu gehen, dann mitgenommen hätte. Insbesondere im Gesundheitswesen und bei Erzieherberufen hätte es eine Impfpflicht geben müssen, wenn man den Anspruch „Vulnerable schützen“ ernstgemeint hätte.

Zu glauben, dass man Gräben überwindet und die Gesellschaft wieder zusammenbringt, indem man Covidleugnern alle Forderungen erfüllt, ist wie wenn man Russland ein Stück der Ukraine abtritt und glaubt, Russland würde sich damit zufriedengeben, den Gashahn wieder aufdrehen und wir würden danach glücklich und in Frieden leben können wie vorher.

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Tag 833: BA.4/BA.5-Welle: Inkompetenz oder Vorsatz?

Berechtigtes Misstrauen

Im ersten Pandemiejahr hielt ich mich an den Leitspruch von Hanlons Razor „never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity“ und machte ihn auch zum Motto meiner Zitatsammlung. Dummheit hängt jedoch stark mit Unwissenheit zusammen – ein Vorwurf, den man der Regierung bis zum Ende der ersten Welle machen konnte. Die Pandemie hatte die europäischen Regierungen kalt erwischt, das Gesundheitsministerium war von der FPÖ-Vorgängerregierung frisch zusammengespart und mit dem Sozialministerium zusammengelegt. Deutschsprachige Koryphäen wie Virologe Drosten (erster SARS-CoV2-PCR-Test) und Virologe Krammer (erster Antikörpertest) hatten schon im April 2020 vor einer starken Winterwelle gewarnt, bis zum Frühsommer zogen Mikrobiologe Michael Wagner, Virologin Dorothee von Laer, die Infektiologen Richard Greil und Heinz Burgmann nach.

Die Warnungen hat es gegeben, aber das Präventionsparadoxon machte sich bemerkbar und sowohl die Politiker als auch die Bevölkerung glaubten, die Pandemie wäre bereits überwunden. Diese Zustandserfassung zeigte bereits früh den engstirnigen Lokalpatriotismus, denn der Blick in die Nachbarländer, gerade nach Tschechien, aber auch ins Lieblingsurlaubsland Kroatien hätte im Sommer gereicht, um auf der vorsichtigeren Seite zu bleiben, ganz zu schweigen von den erneuten Anstiegen in Uk, Portugal, Israel oder USA.

Inkompetenz zeigte sich auch bei der Zulassung von Gesichtsvisieren und Spuckschanzen (Kinnvisiere) als Alternative für Masken durch die AGES. Schon im Sommer erschienen mehrere Studien, die die Wirksamkeit von Face Shields anzweifelten – weil das Virus über Aerosole übertragen wird und höchstens zu einem geringen Anteil über Tröpfchen. Bis heute haben sich die Plexiglasscheiben als Trennwände bei Kassen, sogar im Büro (kürzliches Bild vom Ö1-Newsroom im Funkhaus), im Parlament gehalten. Fehlanzeige hingegen bei konsequenter Maskenpflicht in Innenräumen und mit einem generellen Einbau von modernen Lüftungsanlagen, überbrückungsweise auch mobilen Luftreinigern und zur Überwachung CO2-Ampeln.

Wir kennen den weiteren Verlauf. Bis heute hält die Regierung (aber auch Opposition) am Grundsatz fest, dass für Eingriffe in die Grundrechte die Intensivstationen überlastet sein müssen, und zwar keine Überlastung bevorsteht, sondern bereits eingetreten ist – abhängig von der Definition (erste OPs verschieben, nur Akuteingriffe möglich, Notfallversorgung gefährdet). Lockdown und Impfpflicht werden von ÖVP und Grünen als tiefgreifende Grundrechtseingriffe gesehen. In der polarisierenden Debatte gibt es dabei keine Abstufungen: Lockdown ist kein klar definierter Begriff, „alle einsperren“ eine unzulässige Polemisierung, zählt Distance Learning in der Oberstufe schon zum Lockdown? Dann müsste man Homeoffice auch zum Lockdown rechnen. Bei der Impfpflicht hätte man wenigstens für Gesundheitspersonal, aber auch Erzieherberufen eine verpflichtende Impfung einführen können, um Kinder, alte und chronisch kranke Menschen sowie generell Patienten zu schützen. Eine differenzierte Debatte findet aber nicht einmal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk statt. Die Standardfrage bei Interviews lautet „Rechnen Sie im Herbst wieder mit einem Lockdown?“ oder „Kommt wieder eine Überlastung der Intensivstationen?“

Die treibende Feder hinter meiner Blogaktivität ist die Bedeutung von LongCOVID als individuelle Bedrohung und für die langfristigen Folgen der Pandemie. Zweieinhalb Jahre nach Pandemiebeginn taucht LongCOVID hier und da in der Berichterstattung auf, aber es wurde selten von einem Experten oder Politiker die Frage gestellt: „Sollten wir nicht die Infektionszahlen niedrig halten, um LongCOVID-Fälle zu verhindern?“ (erst Genetiker Elling hat es am 21. Juni 2022 in selten gehörter Klarheit ausgesprochen)

LongCOVID wird ausschließlich im Kontext von Reparaturmedizin gesehen und eher stiefmütterlich behandelt, während es eine zentrale Rolle bei der Prävention spielen sollte. Die Frage stellte sich immer wieder, ob die Politiker das Ausmaß von LongCOVID nicht begreifen [Inkompetenz, Dummheit] und es daher in der öffentlichen Thematisierung ignorieren, oder ob sie sehr wohl Bescheid wissen, aber „andere Interessen“ höher gewichten, etwa „Verfassungskonformität“ oder „Wirtschaftswachstum“.

Spoiler: Sie wissen sehr wohl Bescheid – damit verdient die Pandemiestrategie das Attribut fahrlässig und vorsätzlich gemeingefährdend. Eines Tages wird das hoffentlich nicht nur wissenschaftlich und politisch, sondern auch juristisch aufgearbeitet werden.

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Day 831: Attrition tactics

Caption: Hannah Davis, a long covid reasearcher and suffering from longcovid herself, answered to a thread by epidemiologist Deepti Gurdasani: „The entire pandemic response has been shaped around accommodating the distress intolerance of priviliged people.“ (07.05.22)

Sorry folks but once in a while I need a rant in english.

It’s the third year of pandemic. We didn’t learn from our mistakes in the past but continue making old and new ones. With the second wave accelerating I’ve written quite a critique about the sum of mistakes leading to the late reaction of the government. Since then not much has changed:

„As long as so-called experts officially claim the virus is as harmless as the flu (which it is certainly not) and ignore the growing number of longcovid cases, people will not put much effort in following the basic set of rules. Younger people tend to see themselves as invincible as the rate of asymptomatic or mild disease is higher (which doesn’t rule out long covid, though). The elderly are either frightened or ignorant. Superstituous thinking is strong in Austria, maybe even more widespread than in the USA. Conspiracy myths fall on fruitful ground. No surprise in a country selling „Granderwasser“ and advertising „Lichtnahrung, not to mention big money made by „Schüsslersalze“ and „Bachblüten„, or homeopathic globules. In addition to that nearly a third of the Austrian population regularly votes for right-wing „anti-scientific“ politics. The media does their part to the damage, too, mainly dominated by boulevard newspapers and sparse scientific journalism.“

Now it’s the third year in a row where I have to follow the stupid way of life the brainless government forced me into. Before the pandemic I used to take my vacation in autumn or winter because of extended hiking tours. I dislike lots of days off in summer as I can’t stand the heat and besides unsettled weather conditions due to thunderstorms. With frequently resurging pandemic waves autumn and winter are out of the question for staying overnight in hotels or eating in a restaurant when it’s very cold or wet outside. If I behaved like the government wants me to, I had a high chance of getting infected during the summer wave, with several weeks with weakened performance or being unable to go on hiking tours. I need my hiking tours to put as much distance as possible between me and the big city and crowded places. I need being in nature and to get exercise for my physical and psychological health. In the benign case I would be fit again in autumn when the high rate of new infections will continue thanks to open schools and kindergardens without precautionary measures. In the ill-defined case I could have lingering long covid symptoms and long-term reduced performance.

I never thought I had to make these choices indefinitely. It’s all about smart risk management. Being smart from an enlightened perspective, though, in my case. I deal with a variety of aspects of the pandemic for about two years. I kept track all the time, collecting scientific literature, peer reviews and following the statements of real experts (and pseudoexperts as well to the disadvantage of my mood). It’s basically about being aware of COVID-19 disease risks, what the virus can do to the body, all the organs, the central nerve system and the brain. Covid19 is a systemic illness mainly damaging the blood vessels and causing microclots all over the body. The virus can linger within the body well after testing negative again, and immune dysregulation is also a frequent consequence of damaging t-cell function. Anecdotal evidence is given that people fell more frequent all after covid19 infection with common colds and other diseases. Why should I deliberately risk to be ill for weeks which would prevent me from enjoying my life?

Herd immunity doesn’t exist with covid19. This has been probably evident from the beginning as four other coronaviruses cause the common colds. Why are they common? Because they tend to reoccur every season, i.e., there is no growing sterile immunity against the virus which would ultimately lead to its extinction. The rate of reinfections has rapidly grown with the new serotype omicron consisting of several subvariants. The generation of another variant strongly depends of the general rate of new infections giving an otherwise slowly mutating coronavirus plenty of opportunities to mutate into a fitter variant, either being intrisically more infectuous or possessing more immun escape. ALPHA has been fitter than the original strain, DELTA has been fitter than ALPHA and also developed some immun escape circumventing the effectiveness of two vaccine doses. High rates with triple vaccination would have contained and maybe even regionally eliminated the spread of the DELTA but we overslept summer and early autumn and missed that chance. BA.1 revealed much more immun escape than DELTA bringing all vaccinated people back into the game. BA.1.1. outperformed BA.1 in terms of fitness and BA.2 turned out to be much fitter than BA.1 and BA.1.1.

Most western governments decided to let BA.1/BA.2 rip through the population, with several reasons put in front: They failed to explain the importance of the basic rules and largely ignored long covid. People became careless and tired of wearing masks or being careful about social events. They also failed to explain that vaccines were developed to prevent severe illness and death but being vaccinated didn’t protect from becoming infected and having „mild disease“. Mild wasn’t explained either. Mild can range from no symptoms to „never felt so ill in my life“ but without the need to go to hospital. Not necessarily very pleasant and probably concerning for people living alone like me. People being sceptical about the safety and effectiveness of vaccines weren’t better convinced with rapidly growing breakthrough infections. So vaccine campaignes slowed down and the perspective of mandatory vaccination didn’t seem to give the ruling parties a great advantage. Militant covid denier protests increased in numbers and violence and other people generally disapproving vaccination felt ripped of their fundamental rights. Besides, why mandatory vaccination when OMICRON was denoted mild? One of the key mistakes was to keep „flatten the curve“ as a strategy throughout the pandemic. The western governments focused on not overwhelming the health care system while isolated and asian governments focused on having no or low numbers of covid cases at all. Western governments and public health experts guiding the governments revealed a disturbing sense of responsibility for maintaining public health: They didn’t see something negative about filling hospitals with severely ill covid patients as long as „sufficient beds are available to treat noncovid patients.“ Asian countries for example knew about their limited capacities and also knew about longterm disease from earlier pandemics. No covid cases means lesser numbers of severe disease and longcovid. Lesser deaths, closer to the normality of 2019, though it’s a blurred view of normality when it has been normal to go sick to work or having sick children in school, or having very low vaccination rates for the flu. Going back to normal is rather a wish of priviliged people, isn’t it?

Fatally enough the western governments saw omicron as a ticket into an endemic phase of the pandemic, totally misunderstanding the term endemic. HIV, Polio or malaria are also endemic but nobody would think about giving up all efforts to control outbreaks or attempts to eliminate the disease. Endemic state could still mean significant reoccurring waves with damaging impact on societies, for their health care systems and economies. Some real experts anticipated the course of the pandemic as early as January 2021, some local experts warned that with sustained high infection rates, the „mild omicron“ variants could approach the DELTA variant in terms of pathogenicity. The current worldwide surging BA.4 and BA.5 wave is the result of the expressed concerns: The infectiousness of OMICRON combined with the severity of DELTA and even worse: Getting the infection before BA.4/BA.5 doesn’t give sufficient immunity to become infected again. Triple or even quadruple vaccination doesn’t prevent from getting infected. And it’s getting worse and worse: The governments pretends to prepare for autumn while the wave already surges in early summer. They tell the healthy part of the population that it would be sufficient to get an adapted booster in autumn. The problem is: The adapted boosters aren’t even approved now and lost their effectiveness against BA.4/BA.5. The BA.4/BA.5 wave may be long gone and gathered an even more severe mutation when the BA.1-adapted booster gets its release. Waiting is not an option and the governments still lie or don’t tell about all risks of covid infection, like longcovid and that long covid patients have to wait several months up to a year for a specialist appointment.

While politics and science remain a pain in the ass, which can be easily followed by reading my collection of politician and scientist quotes, the peer-group pressure is rising too. At the moment, I seem to be the only person in my family who refuses to plan a holiday trip. I don’t attend concerts or social events. Most of the time I stay alone, with day trips as the only exception with chosen tour partners, basically the same people for a year. I feel my energy getting sucked by the lack of recreation. It’s not getting better and here I didn’t even mention the energy crises, climate emergency and the terrible war not far east of Austria. It’s not only family pressure but also co-workers pressuring on behaving ’normal‘. I don’t feel ok when co-workers with common cold symptoms come to the open-plan office and then say, they had a negative covid19 test, and therefore it should be totally acceptable that I could infect you, too and ruin your day off plans. The discipline to wear a mask descended further. Lots of people tell me about their holiday plans, big concerts and social events but without mandatory testing, masks and further weakening protection from vaccination I feel quite „naked“ now.

Lots of people actually think the pandemic is over and frequently refer to our neighboring states. If they don’t consider covid19 as a notifiable condition, why should we? Why don’t we refer to states which still do for some reasons? Why do we always think of the most comfortable option? Why do people actually think the warm season would give us a break with ignoring precautionary measures and another wave in autumn will be predetermined? Why don’t they see they actually ARE the wave? Our selfish behaviour is responsible for each wave. At the same time, being selfish mocks all the scientists working so hard to find a cure against long covid, antiviral drugs and effective vaccines. They have an honorable goal – maintaining public health and individual health as well. They want to raise the quality of life (again). Why do we sabotage their efforts by showing so much selfishness?

End of rant.

Tag 829: Schwere Sommerwelle ante portas?

Varianten-Portfolio der österreichischen Regierung, Stand 17.06.22

Der Immunologe und Nobelpreisträger für Medizin, Prof. Peter Doherty:

„Sie verlassen sich auf, was sie „natürliche Immunität“ nennen. Die Idee dahinter ist, dass eine Infektion mit SARS-CoV2, die Dich umbringen oder Langzeitschäden oder LongCOVID verursachen kann, Dich vor einer erneuten Infektion mit SARS-CoV2 schützt: Die Logik erschließt sich mir nicht.“ (19.09.21)

Ja, das Leben ist voller Risiken. Vor manchen kann man sich gut schützen, vor anderen weniger. In der Wettervorhersage gibt es ebenso wie in der Versicherungsbranche die Risikomatrix: Geringes Risiko – geringe Auswirkungen, geringes Risiko – hohe Auswirkungen, hohes Risiko – geringe Auswirkungen, hohes Risiko – hohe Auswirkungen. Mit einer hochinfektiösen BA.4/5-Variante mit bisher maximalem Immun Escape, die von der Krankheitsschwere wieder nah an DELTA ist, bedeutet das für mich, dass derzeit ein hohes Risiko besteht, sich anzustecken, und ein erhöhtes Risiko für Langzeitschäden, selbst mit vier mRNA-Impfungen, die jedoch auf den Wildtyp angepasst wurden. Im Gegensatz zum letzten Sommer ist die 7-Tages-Inzidenz um rund 170 höher und es gibt keinerlei Maßnahmen mehr im öffentlichen Raum. Firmen haben die Test- und Maskenpflicht beendet, in überfüllten Öffis außerhalb von Wien gibt es keine Maskenpflicht mehr.

Natürlich ist die Risikowahrnehmung individuell: Ich bekam mein Risikoattest für meine frühe Erstimpfung wegen einer seltenen genetischen Grunderkrankung, auch wenn sich das Risiko mangels aussagekräftiger Studien quantitativ nicht beziffern lässt. Respekt hatte ich aber seit spätestens Sommer 2020 immer vor LongCOVID. Mehrere Bekannte haben trotz dreifacher Impfung anhaltende Beschwerden entwickelt, die nur langsam besser werden – bei allen ist die mutmaßliche BA.2-Infektion schon über drei Monate her. Auffällig ist auch das geschwächte Immunsystem im Anschluss an eine Infektion, das anfällig für gewöhnliche Infekte bleibt. Mir hat sich bis heute nicht erschlossen, was an wiederholten Infekten, egal wie schwer sie ausfallen, erstrebenswert sein soll. Die Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt, das Freizeitvergnügen endlich und häufige Arztbesuche mehr als lästig, speziell mit exorbitanten Wartezeiten. Viele Arbeitnehmer befinden sich nicht in der priviligierten Situation, Erkrankungen richtig auszukurieren, der Kündigungsschutz im Krankenstand ist in Österreich rudimentär ausgeprägt. Und warum sollte man sich seinen Sommer mit einer Covid-Infektion zerstören, nach der man noch für Wochen bis Monate nicht weiß, ob man z.B. seinen Wanderurlaub antreten kann? Daher: Nein, danke, ich verzichte.

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Tag 825: Rezension „Pandemia“ von Ex-Gesundheitsminister Anschober

Bei der Ankündigung seines Buchs hatte ich wie viele Kritiker meine Vorbehalte: Was soll das sein, ein fiktives Sachbuch? War es nicht zu früh für eine Pandemierückschau inmitten neuer Varianten? Würde er sich seine Zeit als Gesundheitsminister und die politische Zusammenarbeit in der Koalition schönreden? Sucht er nach seinem Rücktritt nach einer neuen Einkommensquelle?

In meiner Zitatsammlung kommt Anschobers berühmter Sager „Die nächsten Wochen werden entscheidend sein“ häufig vor, ebenso wie wiederholte Aussagen zum (fatalen, weil einseitigen) Fokus auf Intensivstationen. Zu meiner Kritik stehe ich, auch nach der Buchlektüre. Manche Aussagen und Handlungen sehe ich jetzt in einem anderen Licht, für manches kann zumindest die Beweggründe nachvollziehen. Andere Hauptkritikpunkte bleiben, sei es, weil ich die Begründung nicht teilen kann, oder weil sie im Buch gar nicht vorkommen.

Ein Kritikpunkt steht aber gleich am Anfang: Inkonsequenz. Wenn er seine Kritik und Haltung im Buch ernst meint, sollte er auf seinen Buchvorstellungen ausnahmslos auf Maskenpflicht bestehen. Warum lobte er wiederholt seinen Nachfolger Mückstein, der die Fehler und falsche Argumentation mit Fokus Intensivstationen fortgesetzt hat? Warum hebt er dessen Nachfolger Rauch in den Himmel, der seit Amtsantritt etliche haarsträubende Entscheidungen getroffen und noch haarsträubender begründet hat? Beide haben nicht aus seinen Fehlern gelernt. Wenn die grünen Bundespolitiker nur das Beste für uns im Sinn hätten, warum verteidigen sie dann ständig die ÖVP-Politik?

Eines muss ich ihm zugute halten. Anschober hat sich seinen schärfsten Kritiker gestellt. Er lud mich im September 2021 zu einem Gespräch ein, es war von gegenseitigem Respekt geprägt. Ich hatte das Gefühl, wir redeten auf Augenhöhe. Ich konnte ihm anhand von Notizen meine Argumente nachvollziehbar darstellen, ich durfte ausreden und er blieb im Tonfall höflich und professionell. Daran können sich so manche Kabinettsmitarbeiter von den Grünen ein Beispiel nehmen.

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Tag 824: Hygiene-Hypothese: Schwerwiegender Irrtum für die Menschheit in der Pandemie

In der Pandemie gibt es mehrere Strömungen, die ganz maßgeblich den Kurs vieler Staaten bestimmen. In Asien, Australien und Neuseeland sowie in einzelnen Staaten auf anderen Kontinenten dominierte lange Zeit die ZeroCOVID-Strategie. Sie ist in der Eliminationsstrategie nach Dowdle (1999) beschrieben. Eradikation (Ausrottung) wurde bei den Pocken lange erfolgreich versucht, bis man die Affenpocken laufen ließ. Die Vorteile einer ZeroCOVID-Strategie lagen auf der Hand: Weniger Infektionen bedeutet weniger Kranke und Tote, aber auch weniger Maßnahmen auf lange Zeit gesehen.

Die westlichen Staaten verfolgten aber eine andere Strategie: Great-Barrington-Declaration – „Vulnerable schützen, für den Rest so wenig Beschränkungen wie möglich.“ Gleichbedeutend mit „Herdenimmunität über Durchseuchung“. Seit März 2021 wissen wir, dass Herdenimmunität über Infektion unerreichbar ist. Dennoch wurde an der Durchseuchung festgehalten und die „Torpfosten verschoben“: Die „Immunisierung“ sollte jetzt nicht mehr gegen Infektion gelten, sondern nurmehr gegen Hospitalisierung, denn der einzige Benchmark der Durchseuchungsstrategie ist, gerade so zu durchseuchen, dass die Intensivstationen nicht überlastet werden. Mit der weltweiten Durchseuchung kommen so rasch neue Varianten, dass die Impfstoffproduzenten nicht mehr mithalten können. Trotzdem hält man an der Durchseuchung fest.

Die ehemals erfolgreichen ZeroCOVID-Staaten gerieten unter Druck mit den hochansteckenden Varianten. In manchen asiatischen Ländern war der Impffortschritt in der von Mortalität am stärksten betroffenen Altersgruppe nur schleppend, was sich nach Aufgabe der ZeroCOVID-Strategie mit besonders hohen Todeszahlen rächte (z.B. Hong Kong oder Taiwan), andere Länder wie Neuseeland mit hoher Impfquote hatten zwar deutlich niedrigere akute Krankheitslasten, aber unbekannt ist das Ausmaß der LongCOVID-Fälle hier, die auch mit dreifacher Impfung nicht signifikant weniger werden.

In den letzten Monaten zeichnete sich aber immer mehr noch eine dritte Strömung ab, die ganz maßgeblich dazu beizutragen scheint, dass die Regierungen von ihrem „wir müssen mit Corona leben lernen“ nicht abrücken, obwohl weiterhin Menschen schwer akut und vor allem schwer langzeiterkranken. Sie basiert auf der Hygiene-Hypothese, wonach der wiederholte Kontakt mit dem Erreger zu einer anhaltenden (Schleimhaut-) Immunität führt.

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Tag 820: Es geht wieder aufwärts – wie vorhergesagt!

In Niederösterreich ist die Zahl der Kläranlagen mit Stufe 3 (rot) von gestern 8.6. auf heute 9.6.2022 von 7 auf 18 gestiegen, Quelle: Abwassermonitoring Österreich

Im ersten Pandemiejahr hab ich die Lockerungen im Sommer 2020 bereits früh kritisiert (Tag 81, 31.05.20) und später nachgelegt (Tag 115, 04.07.20), im zweiten Pandemiejahr war ich erneut pessimistisch aufgrund der beschlossenen weitreichenden Lockerungen und warnte vor der nächsten Welle, was ich mit den ansteckenderen Virusvarianten (ALPHA und DELTA) begründet habe (Tag 418, 08.05.21), spätestens Anfang August (Tag 516, 10.08.21) war klar, dass DELTA die Spielregeln geändert hatte und auch Zweifachgeimpfte wieder Teil des Pandemiegeschehens wurden. Im dritten Pandemiejahr grüßt das Murmeltier. Anfang Mai wies ich das erste Mal auf BA.4/BA.5 hin (Tag 780, 02.05.22) und warnte später vor einer Reinfektionswelle im Sommer (Tag 800, 20.05.22).

Trotzdem reden alle nur vom Herbst. Laut EMS gab es innerhalb der letzten 24 Stunden 4481 neue Fälle. Vor einer Woche waren es 2525. Laut Aussagen eines Grünen-Funktionärs sind die Fallzahlen derzeit „niedrig“, was die aktuelle „Maßnahmenpause“ rechfertigen soll. Auf Widerspruch, dass die Zahlen hoch seien, kam der Vergleich zu den deutlich höheren Zahlen im März. Hier handelt es sich um eine klassische PLURV-Methode (Desinformationsrhetorik): „Torpfosten verschieben„, bei der das Ziel einer Argumentation immer weiter verrückt wird. Mit den Impfungen hat man die Inzidenzschwellenwerte, ab der Maßnahmen gesetzt werden, immer weiter nach oben verschoben, gestützt durch zahlreiche Expertenäußerungen „können uns höhere Fallzahlen erlauben, wenn % geimpft sind“. Wir haben früher bei wesentlich niedrigeren Zahlen schon Maßnahmen ergriffen. Jetzt gab es bei den höchsten Zahlen im März schon die Ankündigung weiterer Lockerungen. Das Signal war verheerend: OMICRON wäre so mild, dass man das Virus durchrauschen lassen könne. In dieser Tonart soll es auch weitergehen.

Ergänzung, 19.15 MESZ – weil ich gerade schrieb vom Torpfosten verschieben: Der Modus operandi der Corona-Ampel wurde angepasst, um das Risiko künstlich niedrig zu halten. Als Folge der wenigen Tests mit erhöhter Dunkelziffer werden „asymptomatische Fälle herausgerechnet“ und „stattdessen ein Omikron-Abschlag eingeführt, der die geringe Wahrscheinlichkeit einer Hospitalisierung gegenüber Vorgängervarianten darstellen soll.“ Nur Wien hat dieses Vorgehen abgelehnt. Die Limitierung der Gratistests auf 5 PCR und 5 Antigen monatlich wurde übrigens bis Jahresende verlängert. So erstrahlen alle Bundesländer, die weniger Testen und hohe Dunkelziffer aufweisen, in einer besseren Risikozahl als Wien, das noch am meisten testet.

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Pandemieversagen in Österreich: Die Fehler der Regierungsberater (Teil 5)

Pandemieverlauf seit Beginn, Teil der Maßnahmen (Maskenpflicht, Tests, Lockdown)

Ich danke dem Rechnungshof für seine Kritik am österreichischen Pandemiemanagement. Es ist meines Wissens die erste offizielle Kritik an der Bewältigung der Pandemie in Österreich. Da ging es vor allem um politische Unstimmigkeiten wie die Abstimmung zwischen Bund und Ländern, zwischen den Krisenstäben, Personalmangel im Ministerium, dem verspäteten Einsetzen des Obersten Sanititätsrats. Verbessert habe sich bis heute nichts.

Dieses Kapitel ist wohl das Schwierigste, weil am wenigstens Transparenz darüber herrscht, wer von den Expertinnen und Experten die Landeshauptleute, die Minister und den Kanzler beraten haben. Selbst mit den bekannten Namen in den Gremien bleibt unklar, wer die Meinungsführer waren und welcher Konsens letztendlich in den Protokollen gelandet ist. Eines ist aber sicher: Unabhängig ist in Österreich kein Wissenschaftler. Die meisten bekleiden mehrere Funktionen in Österreich und sind abhängig von den Geldgebern. Das erklärt eine gewisse Zurückhaltung mit klaren Worten und offener Kritik am Pandemiemanagement, in den Ländern und im Bund. Zudem dulden manche Politiker keinen offenen Widerspruch. So wurde Infektiologe und ärztlicher Leiter im Salzburger Krisenstab, Richard Greil, in der vierten Welle nicht mehr von Landeshauptmann Haslauer (ÖVP) zu Rate gezogen. Im STANDARD wurden zwischenmenschliche Probleme spekuliert, tatsächlich forderte Greil eben immer unpopuläre Maßnahmen und konnte diese fachlich hervorragend begründen. Umgekehrt hat Tirols Landeshauptmann Platter (ÖVP) fallweise Infektiologe Günter Weiss um Rat gebeten, der seit Ende der Arlberger Quarantäne als Verharmloser auffällt.

„Never in the history of public health has anyone suggested infecting the entire population with a pathogen with which we have no long term experience as a strategy for managing a pandemic.“ (Epidemiologe und Arzt Robert Morris)

Nur wenige WissenschaftlerInnen und Wissenschaftler reden öffentlich Klartext in Österreich, sie sitzen meist nicht in Krisenstäben. Zu den stabilsten Personen, die seit zwei Jahren ihrer Linie treu geblieben sind und sich immer an den wissenschaftlichen Mehrheitskonsens hielten, zählen Mikrobiologe Michael Wagner, der pensionierte Epidemiologe Robert Zangerle, der pensionierte Statistiker Erich Neuwirth und Virologin Judith Aberle. Der internationale Konsens war seit Beginn an klar: Ein neuartiges Virus lässt man nicht durchlaufen, sondern versucht es einzudämmen. So neu war SARS-CoV2 wegen SARS-CoV1 und der Coronavirenfamilie dann doch nicht, in China erschienen zudem früh in der Pandemie erste Studien, die auf die Gefährlichkeit der Covid19-Erkrankung hinwiesen. Auch mit der Ankunft der Impfung, aber Mutation des Virus mit zahlreichen Varianten hat sich nichts daran geändert, dass man weiterhin Infektionen vermeiden sollte, da die in den Muskel gegebene Impfung Ansteckungen nur kurzzeitig verhindert und das LongCOVID-Risiko nicht auf tolerable Wahrscheinlichkeiten senkt. Weiters kann das Virus für immungeschwächte Personen, bei denen die Impfung nicht gut wirkt, weiterhin gut gefährlich sein. Nachdem die erste Impfstoffgeneration keine Herdenimmunität erzeugt, müssen die nichtpharmazeutischen Eingriffe (NPIs) aufrechterhalten werden, bis bivalente Impfstoffe oder nasal gegebene Impfstoffe effektiver vor Ansteckung und LongCOVID schützen.

Dieses Kapitel könnte ein Ulysses werden, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Als Einstiegslektüre empfehle ich meine weiterhin aktuell gehaltene Zitatsammlung (über 180 Seiten inzwischen). In der vielfach geächteten Schriftart Comic Sans habe ich Falschaussagen und Fehleinschätzungen explizit gekennzeichnet, um sie von wissenschaftlich gedeckten Aussagen in Calibri zu unterscheiden.

Eine erste Analyse lieferte ich im April 2021 in diesem umfangreichen Beitrag.

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Tag 813: Doch kein Sommer zum „Durchatmen“?

Die türkisgrüne Bundesregierung hat inzwischen alle Käsescheiben zwischen Virus und Wirt entfernt.

Ich werde hier die einzelnen Zeitungen und Nachrichtenmeldungen nicht explizit zitieren, die diese ausgesprochen zynische Wortwahl verwendet haben, während viele Schwerkranke am Lungenversagen qualvoll und zum Teil ohne Beisein ihrer Angehörigen erstickt sind, und zehntausende LongCOVID-Patienten alleine in Österreich mit anhaltender Atemnot, Kurzatmigkeit und rascher Erschöpfung nach körperlicher Belastung kämpfen.

Mittlerweile zeigt das noch verbliebene Abwassermonitoring wieder leicht steigende Tendenz, auch in den Heatmaps, die Citizen Science Journalisten für uns anfertigen, ist das zu sehen. Der Grund dafür ist die sich aufbauende BA.4/BA.5-Welle, die derzeit bereits Portugal überrollt.

In der Titelgrafik habe ich beschrieben, welche Maßnahmen abgeschafft oder deutlich eingeschränkt wurden. Dazu kommen jetzt aber diverse Brandbeschleuniger: Die Präsenzkonferenzen sind zurück! Alleine in Wien finden dieses Jahr über 40 Kongresse statt. Selbst wenn es bei den Kongressen strenge Maßnahmen gibt (z.B. der EGU 2022 FFP2-Maskenpflicht), ergeben sich die meisten Infektionen wohl beim Kultur- und Sozialleben am Abend, wo es wieder keinerlei Regeln mehr gibt. Neben internationalen Konferenzen gibt es auch wieder Großveranstaltungen in Österreich:

  • Regenbogenparade in Wien am 11. Juni 2022
  • Nova Rock am 9.-12. Juni 2022
  • Donauinselfest am 24-26. Juni 2022
  • Frequency in St. Pölten 17-20. August 2022
  • Oktoberfest in München 17. September bis 3. Oktober 2022 (trotz eklatantem Personalmangel)

Öffentliche Anreise nach jetzigem Stand außerhalb von Wien ohne Maskenpflicht, innerhalb von Wien mit steigender Anzahl an Maskenverweigerern.

Dazu wird der Reiseverkehr wieder auf einem Niveau wie vor der Pandemie erwartet. Am Flughafen Wien befinden sich die Flugbewegungen derzeit wieder auf 85% des Vorkrisenniveaus. Auch am Flughafen Wien gibt es keine Maskenpflicht mehr, die Airlines handhaben das unterschiedlich. In den USA müssen Fluglinien bereits Flüge streichen – Hauptgrund ist fehlendes Personal, Ursache dafür ist, auch wenn es keiner zugeben will, die gefallene Maskenpflicht auf den Flügen. Es sind einfach viele Mitarbeiter krank.

Das sind so ungefähr die Voraussetzungen, mit denen wir in den Sommer starten. Für mich wird es der dritte Sommer in Folge, bei der ich meine Kurz-Urlaube mit sehr, sehr viel Misstrauen und Umsicht planen muss. Schlechtwetter ist ein No-Go, weil man drinnen essen muss. Ferienwohnungen sind für mich kein Urlaub, sorry, nicht nach zwei Jahren Selbstverpflegung. Hüttenübernachtungen… eher schwierig. Es is ois a Schas. Ich bin wütend und frustriert und enttäuscht von egoistischen Mitmenschen.

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