Tag 597: Kommt im Herbst erneut Triage?

Da schaust nur noch deppat …

Täglich überbietet man sich sich mit abstrusem Stumpfsinn. Die hohen Infektionszahlen führen zu einer roten Corona-Ampel, na dann schaffen wir doch die Ampel lieber ab, fordern Hoteliers, nachdem es zu vermehrten Stornierungen kommt. Warum soll man Kindergartenkinder testen, wenn die Inzidenz in dieser Altersgruppe ohnehin niedrig wäre? Das denkt die Stadt München.

Österreich hat heute den zweiten Tag in Folge über 6000 Neuinfektionen – die meisten davon (1800) in Oberösterreich. Jetzt kommen aber nur halbherzige Maßnahmen, die aber dennoch dafür sorgen, dass die Impfquote gesteigert wird. Erst durch die Ankündigung von 3G am Arbeitsplatz, jetzt 2,5G am Arbeitsplatz, also verpflichtende PCR-Tests. Die sind noch schwieriger zu bekommen als Antigentests – auch das dürfte den Ansturm auf die Impfstraßen und Impfärzte verstärken. Ja, jetzt lassen sich Impfärzten zufolge tatsächlich nochmal Unentschlossene überzeugen, weil die Bequemlichkeit weggefallen ist, sich nur bei Bedarf testen lassen zu müssen.

Um die vierte Welle abzuflachen, kommen die Erstimpfungen allerdings zu spät, ganz zu schweigen von den Zweitimpfungen, deren Impfschutz erst Mitte Dezember schlagend wird. Bis dahin sind wir bereits in der vollen Triage. Es war aber auch schon seit Moore et al. (03/2021) klar, dass die Impfung alleine die Pandemie nicht mehr besiegen würde, und mit Liu et al. (07/2021), dass man die Kinder und Jugendlichen für das Erreichen einer Herdenimmunität benötigt. Das heißt mit anderen Worten – wir brauchen die klassischen Werkzeuge der Pandemiebekämpfung auf unbestimmte Zeit weiter: Non-Pharmazeutical Interventions (NPIs) wie Masken, Tests, Lüftungsmaßnahmen und Quarantänemaßnahmen). Das wollen die Sparfuchs-Regierungen nicht wahrhaben, sie dachten, man könnte mit der Impfung auf alle anderen Käsescheiben verzichten. Und weil das halt nicht geht, laufen wir jetzt in die Katastrophe.

Was soll das Ziel der Impfung sein?

1. Schutz vor Hospitalisierung und Tod (Great-Barrington)

In vielen Ländern, einschließlich D-A-CH, wo Long COVID keine Rolle bei der Entscheidung über Maßnahmen spielt, weil als Richtwert fatalerweise alleinig die Intensivbettenkapazitäten herangezogen werden, existiert Long COVID logischerweise auch in den Überlegungen zur Impfung nicht. Die DACH-Staaten verkaufen die Impfung als Heilsbringer, der für dauerhaften Schutz vor Hospitalisierung sorgt, übersehen dabei aber, dass 1. die Impfung nur zu 100- x % schützt, und x durch DELTA größer wurde. Es häufen sich also Impfdurchbrüche, die das ganze Spektrum des Verlaufs abdecken – von leichten Verläufen mit Schnupfen über schwere grippeartige Symptome bis hin zu LongCOVID. Laut aktuellem RKI-Bericht beträgt die Wirksamkeit bei den über 60jährigen bezüglich symptomatische Erkrankung 74% und bezüglich Intensivbettenpflicht 90%.

Monatelang wurde aber kommuniziert, vor allem von den ÖVP-PolitikerInnen Kurz und Köstinger, dass die Pandemie für Geimpfte vorbei sein und man zu seinem vorherigen Leben zurückkehren können würde. Jetzt häufen sich mit steigender Impfquote eben auch die absoluten Zahlen von schweren Impfdurchbrüchen, die zumeist Immunsupprimierte und ältere Menschen betreffen, was Impfgegner als angeblichen Beleg für die Unwirksamkeit der Impfung instrumentalisieren.

Jetzt zeigt sich, dass zwei Teilimpfungen eben nicht ausreichen, um die Maßnahmen aufzuheben, sondern man erst mit der dritten Teilimpfung für die Gesamtbevölkerung den Schutz nochmal erheblich steigert.

Barda et al., Effectiveness of a third dose of the BNT162b2 mRNA COVID-19 vaccine for preventing severe outcomes in Israel: an observational study (29.10.21) – kumulative Inzidenz schwerer Verläufe nach 49 Tagen

Das heißt, die DACH-Staaten müssen dringend ihr Wording ändern, dass die Pandemie für Geimpfte vorbei sein würden, dass sie auf Tests und Masken verzichten könnten und nur als K2 eingestuft werden und damit defakto als Superspreader fungieren können. Wissenschaft steht nun mal nicht still. Wir werden im Laufe von 2022 dank der Beobachtungsdaten sehen, vor allem in Israel, wie lange der Schutz nach drei Teilimpfungen anhält. Es kann Varianten geben, die den Immunschutz stärker umgehen als DELTA. Es hilft nicht, wenn sich Politiker und Bevölkerung weigern, die neue Realität anzuerkennen – regelmäßige Auffrischimpfungen können nötig werden, und bis dahin muss man die Maßnahmen immer wieder an neuere wissenschaftliche Erkenntnisse anpassen.

2. Schutz vor symptomatischer Infektion, Long COVID und Übertragungsschutz

Die öffentliche Kommunikation der Impfgremium, ob STIKO in Deutschland oder NIG in Österreich, ist derzeit widersprüchlich. Risikogruppen und ältere Menschen wird empfohlen, schon ab 6 Monaten aufzufrischen, während Gesunde 9-12 Monaten warten sollen. Das Intervall 9-12 Monate geht aber davon aus, dass man trotz Impfung symptomatisch erkranken kann, aber eben nicht ins Krankenhaus muss. Nun zeigt ein Preprintpaper von Taquet et al. (26.10.21), dass man im Fall eines symptomatischen Impfdurchbruchs ein ähnliches Risiko für Long COVID hat wie im ungeimpften Fall (Einschränkung: Selection bias). Was das Paper aber nicht sagt: Impfen per se schützt oder hilft nicht gegen Long COVID.

In den letzten Wochen mit steigender Inzidenz in Österreich, aber allgemein im DACH-Raum (und natürlich auch anderswo) häuften sich Anekdoten bei allen Altersgruppen über Impfdurchbrüche, die sich wie eine schwere Grippe äußern – Verlust von Geruchs- und Geschmacksinn, Fieber, heftige Gliederschmerzen, etc. Nichts, was man haben möchte – speziell mit der Ungewissheit, ob man zu den Pechvögeln zählen wird, die daraus Long COVID entwickeln. Für die weniger priviligierte Bevölkerung, die sich keine drei Wochen Krankenstand leisten kann, darunter auch viele Selbständige, etwas, was man unbedingt vermeiden sollte.

Zudem bietet die dritte Impfdosis einen besseren Schutz vor Übertragung und kann damit die Ausbreitung des Virus eindämmen.

Gardner and Kilpatrick, Third doses of COVID-19 vaccines reduce infection and transmission of SARS-CoV-2 and could prevent future surges in some populations (25.10.21) – die dritte Teilimpfung verringert die Übertragung beträchtlich

Das ist vor allem bedeutend im derzeitigen Pulverfass unterschiedlich geschützter Gruppen, von ungeimpften Kindern, Immunsupprimierten und älteren Menschen mit bereits nachlassendem Impfschutz. Singanayagam et al. (29.10.21) zeigte, dass DELTA trotz Impfung im Haushalt weitergegeben werden kann.

Gegen eine dritte Impfung spricht nur die weltweite Impfstoffknappheit, die jedoch auf globaler Ebene geklärt hätte werden müssen. Das liegt aber nicht in der Verantwortung des Einzelnen in Europa – er kann Druck auf die Regierungen machen, was wesentlich leichter fällt, je niedriger die Inzidenz ist. Im DACH-Raum und UK, aber zunehmend auch in anderen Ländern mit stark steigenden Inzidenzen bei gleichzeitig niedriger Zweitimpfungsrate stellt sich die Frage nicht. Wir haben nicht die Wahl, dazu zählen vor allem Familien mit ungeimpften Kindern. Wir haben uns die Situation nicht ausgesucht. Wenn wir jetzt aus Solidarität mit ärmeren Ländern auf die Drittimpfung verzichten, haben wir nichts davon – außer unsere Gesundheit verloren.

Die Regierung würde die Maßnahmen sofort zurückfahren, wenn die Hospitalisierungsrate mit steigender Impfquote sinkt, und nimmt bewusst die Durchseuchung der umgeimpften Kinder und Jugendlichen (Nisreen Alwan, We must call out childism in covid-19 policies, 29.10.21) sowie allgemein der jüngeren Bevölkerung in Kauf, bei denen es sich die Covid19-Erkrankung relativ geringer in den Spitalsbettenbelegungen niederschlägt. Aus Gründen von Long COVID sollten wir das entschieden zu vermeiden versuchen.

Das heißt im Klartext:

Solange keine Impfstoffknappheit im eigenen Land herrscht, sollten sich alle frühestens 6 Monate nach der Zweitimpfung die dritte Teilimpfung holen, Immunsupprimierte ggf. früher. In hochentwickelten Staaten, zu denen Österreich anscheinend nicht zählt, wäre jetzt eine Einladung per Post an jeden Zweitgeimpften nötig, der auf die Notwendigkeit der dritten Teilimpfung hinweist – ebenso sollte jeder mit JJ geimpfte eine Einladung zur raschen Zweitimpfung erhalten, und die Ungeimpften eine Einladung zu einem Aufklärungsgespräch samt Impftermin. Der kommt aus heutiger Sicht frühestens im DEZEMBER 2021.

Skandal um die tatsächlichen Bettenkapazitäten

„Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) warnte in einem Rapid Risk Assessment vom 30. September vor dem hohen Risiko einer kritischen Belegung der Krankenhäuser bis Ende November besonders bei Impfraten bis 65%, also bei Ländern wie Österreich.“

Epidemiologe Zangerle in der Seuchenkolumne vom 27. Oktober 2021

Was ist seit dem 30. September passiert? Nichts.

Ich hab erstmals am 10. November 2021 darauf hingewiesen, dass mit unendlichen Bettenkapazitäten einschneidende Maßnahmen ständig verzögert werden können, wenn man die Überlastung der Intensivbetten als Hauptziel der Pandemiebekämpfung definiert. Ich wies am 04. Dezember 2020, am 04. April 2021, am 13. April 2021 nach dem Rücktritt von Gesundheitsminister Anschober, am 25. Mai 2021, am 31. Mai 2021 im Zuge des Coming Outs des Grünen-Politiker Michel Reimon zu Long COVID und bei der Betrachtung des 1. Covid-Stufenplans am 09. September 2021 daraufhin:

„Peinlich genau wurde deshalb darauf geachtet, dass auf den Intensivstationen stets genügend freie Betten zur Verfügung standen. Solange dies gegeben war, konnten Behörden und Regierung beschwichtigen und Kritik am schwedischen Sonderweg zurückweisen“ (11.10.20, Focus online)

Data Citizen Journalist Alex Brosch hat sich die Mühe gemacht und aufgezeigt, dass das AGES Dashboard und die Politik die prekäre Lage in den Spitälern verharmlosen. Auszüge aus seinem [Thread]:

Es gibt keine zusätzlichen Intensivbetten, anders als von der AGES behauptet

1. Widerspruch: Wieso sagen die Intensivmediziner, dass die Lage angespannt ist, wenn z.B. in Oberösterreich laut AGES-Dashboard noch 44% Betten frei wären? Auch der Krisenstab OÖ sprach von 47% freien Betten.

Belegung mit COVID-Patienten: dunkelblau, mit Nicht-COVID-Patienten: hellblau (inklusive 7-Tages-Schnitt)

Daraus wird deutlich: Sobald COVID-Patienten zunehmen, wird die Versorgung von Non-COVID weniger, d.h. verschobene Operationen, Hüft-OPs, Krebs-OPs, etc.

Nur, was ist dieses weiße Band in der Mitte? Das sind die angeblichen freien Betten, die 44%. Das weiße Band bleibt immer gleich – das sind u.a. die Betten, die mangels Personal nicht mit Patienten belegt werden können.

Gleiche Darstellung für alle Bundesländer. Das „weiße Band“ mit „tagesaktuell freien Betten“ bleibt immer gleich.

Schlussfolgerung:

Freie Betten gibt es nicht. Wenn bereits vor der Pandemie die Intensivbetten im Schnitt zu 85-90% ausgelastet waren, kann sich das mit über 10% Covid-Belag nicht mehr ausgehen, ohne dass es zulasten der Nicht-COVID-Patienten geht. Jeder zusätzliche COVID-Fall verursacht eine verschobene OP.

Viele fragen sich, warum es ausgerechnet in Oberösterreich so eskaliert:

„Weil nie kommuniziert wurde, in welchem unfassbaren Ausmaß im November Triage betrieben wurde. Ich habe meine Ausbildung in einem Landeskrankenhaus gemacht. In meinem Dienstvertrag stand, dass ich nichts sagen darf, was dem Ansehen meines Arbeitgebers und/oder dem Land OÖ schaden könnte. Es gab Zeitungsberichte (Krone, Ö24), aber die wurden kein zweites Mal thematisiert. Ich kann nur spekulieren, wieviele Inserate es kosten würde, das unter den Tisch fallen zu lassen… Und im Zuge des Landtagswahlkampfes wurde die Existenz der Pandemie überhaupt völlig negiert. Weil nicht sein kann was nicht sein darf.“

Dr. Lisa-Maria Kellermayr

Wann wird von den Medien endlich wahrheitsgemäß darüber berichtet? Oder wird auch bei der vierten Welle wieder unter den Teppich gekehrt? Österreich hat da ein echtes Problem: Datenschutz, Amtsgeheimnis und Verschwiegenspflicht – unglaublich, was sich mit diesen drei mächtigen Waffen an skandalösen Vorgängen verbergen lässt.

Nachtrag, immerhin die Bioethikkommission redet in einer Stellungnahme vom 27.10.21 Klartext:

„Letztlich werden dann Ärztinnen und Ärzte in diesem Zusammenhang gezwungen, explizite Triage-Entscheidungen zu treffen – wer von mehreren Bedürftigen bekommt im Ernstfall ein Intensivbett –, die unbedingt vermieden werden sollten. Anders als oft vermutet, lässt sich die Zahl der Intensivbetten nicht beliebig steigern, weil es an ausreichend qualifiziertem Personal aus Medizin, Pflege und anderen Gesundheitsberufen fehlt. In der Darstellung von sogenannten „freien Intensivbetten“, z. B. im Dashboard der AGES („tagesaktuell freie Betten“), wird oft nicht berücksichtigt, dass aus diesem Grund nicht alle systemisierten Intensivbetten „belegbar“ sind.“

Focused Protection funktioniert nicht: Man kann keine höheren Fallzahlen tolerieren!

Links: Inzidenz bei den 55+ und Intensivbettenbelegung, rechts: Vergleich 2020/2021 in einer Grafik – sie verlaufen weiterhin synchron, d.h., mit exponentiellem Wachstum steigt auch die Intensivbelegung deutlich an. Grund: Es gibt noch genügend ungeimpfte 55+ und gleichzeitig lässt der Impfschutz bei den 55+ jetzt wieder nach. Dazu erkranken auch viele ungeimpfte Jüngere schwer (Virusdosis!).

Brosch rätselt zurecht, weshalb selbst ExpertInnen den Unsinn von Politikern übernommen haben:

„Wir können höhere Fallzahlen zulassen.“

Beispiele:

Bundeskanzler Kurz: „Ab dem Zeitpunkt, wo die über 65jährigen geimpft sind, also die vulnerable Gruppe geimpft ist, eine Überlastung der Spitäler wesentlich weniger leicht eintritt, und die Situation für uns alle wesentlich einfacher wird, die Ansteckungszahlen deutlich höher sein können, ohne dass das zu einer Katastrophe führt.“ (17.01.21, Pressekonferenz)

Epidemiologe Gartlehner: „Wenn wir davon ausgehen, dass wir immer mehr impfen werden und vor allem die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger prioritär impfen, die vulnerablen Gruppen, dann sind das auch jene Personen, die das höchste Risiko haben in die Spitäler, in die Krankenhäuser zu kommen. Das heißt, wenn wir es schaffen, diese Personen zu schützen, dann sollten auch die Krankenhäuser weiter entlastet werden und dann können wir uns vielleicht eine etwas höhere Infektionsrate bei den Jüngeren leisten. Aber man muss das hier sehr gut ausbalancieren und sehr gut monitoren.“ (18.02.21, zib2)

„Also die Indikatoren, die mich nervös machen, sind die Intensivstationen, die Intensivkapazitäten. Solange die nicht zu voll werden, glaube ich, können wir uns diese Öffnungen leisten.“ (18.05.21, zib2)

Virologe Nowotny: „Wenn wir diese Risikogruppen (75+) geimpft haben, dann können wir uns auch eine höhere Fall [nennt 3000] erlauben.“ (19.02.21, Studio 2, ORF2)

LH-Frau NÖ, Mikl-Leitner: „Ginge man allein nach den aktuellen Zahlen der Infektionen seien wir in Österreich „von weiteren Lockerungen weit entfernt. Aber der Tunnelblick allein auf die Infektionszahlen ist ein unvollständiger. Für ein Gesamtbild muss man auch die Situation in unseren Spitälern miteinbeziehen“ (24.02.21, KURIER)

Epidemiologin Schernhammer: „Das Problem sind weniger die steigenden Zahlen, als die Überlastung der Intensivstationen. Wäre Letzteres nicht der Fall, könnten die steigenden Zahlen durchaus länger toleriert und Erkrankungen in Kauf genommen werden“ (31.03.21, DiePresse)

Umweltmediziner Hutter: „Man darf nicht vergessen, dass die Infektionszahlen auch sehr stark abhängig sind vom Testen […] dementsprechend ist jetzt auch die Zahl, nämlich die Zahl der täglich Infizierten nicht unbedingt das ideale Maß, um zu sehen, wo es besser ist oder wo es schlechter ist, sondern es ist wirklich jene Zahl an unseren Intensivstationen bzw. in den Spitälern.“ (12. April 2021, zib2)

Infektiologe Ulrich Zerlauth, Klinikum Klagenfurt: „Bei der Beurteilung der Corona-Lage müsste die Intensivbettenauslastung das Hauptkriterium sein.“ (22.04.21, Kleine Zeitung)

Es stellt sich heraus, das stimmt nicht. Wir können uns keine höheren Fallzahlen erlauben – aus fünf und mehr Gründen:

  1. Bei höheren Infektionszahlen wie aktuell ist das Contact Tracing längst zusammengebrochen. Es kommt wie im Vorjahr zum Perkolationseffekt: Community Transmission (haushaltsübergreifende Infektionsketten) – die Pandemie gerät national außer Kontrolle.
  2. Die Normal- und Intensivbetten krachen. Es gibt keine adäquate Gesundheitsversorgung mehr, weder von COVID- noch von NichtCOVID-Patienten. Burnout und Kündigungen von Ärzten und Pflegekräften sind eine mittelfristige Folge davon (Spenden bitte an secondvictim.at).
  3. Eine weitere enorme Welle an Long COVID-Patienten ist die Folge, die mittel- und langfristig das gesamte Gesundheitssystem belastet.
  4. Hohe Inzidenzen fördern die Entwicklung neuer Varianten.
  5. Hohe Inzienzen führen zu steigenden absoluten Zahlen von Impfdurchbrüchen und unterminieren das Vertrauen in die Impfung. Bei jenen, die wir durch die Impfung schützen woll(t)en, können diese Impfdurchbrüche schwer ausfallen und zum Tod führen – bei gesunden Menschen ist Long COVID zwar seltener als ungeimpft, aber nicht ausgeschlossen.

Also lasst es bitte, davon zu reden, dass wir höhere Infektionszahlen tolerieren können!

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