Tag 5, 16.03. – Erlass

02.00 Inzwischen gibt es einen offiziellen Erlass der Republik Österreich, der die Ausgangssperre regelt, vorerst für eine Woche:

Auf Grund von § 2 Z 1 des COVID-19-Maßnahmengesetzes, BGBl. I Nr. 12/2020, wird verordnet:

§ 1.

Zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 ist das Betreten öffentlicher Orte verboten.

§ 2.

Ausgenommen vom Verbot gemäß § 1 sind Betretungen,

1.

die zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für Leib, Leben und Eigentum erforderlich sind;

2.

die zur Betreuung und Hilfeleistung von unterstützungsbedürftigen Personen dienen;

3.

die zur Deckung der notwendigen Grundbedürfnisse des täglichen Lebens erforderlich sind und sichergestellt ist, dass am Ort der Deckung des Bedarfs zwischen den Personen ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden kann;

4.

die für berufliche Zwecke erforderlich sind und sichergestellt ist, dass am Ort der beruflichen Tätigkeit zwischen den Personen ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden kann;

5.

wenn öffentliche Orte im Freien alleine, mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, oder mit Haustieren betreten werden sollen, gegenüber anderen Personen ist dabei ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten.

§ 3.

Die Benützung von Massenbeförderungsmitteln ist nur für Betretungen gemäß § 2 Z 1 bis 4 zulässig, wobei bei der Benützung ein Abstand von mindestens einem Meter gegenüber anderen Personen einzuhalten ist.

§ 4.

Im Fall der Kontrolle durch Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes sind die Gründe, warum eine Betretung gemäß § 2 zulässig ist, glaubhaft zu machen.

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Das bedeutet, öffentliche Verkehrsmittel sind nicht für Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten an anderen Orten vorgesehen, also defakto darf ich mich – abseits zur Anfahrt zum Flughafen – nur noch innerhalb meines Grätzels aufhalten. Das ist wirklich bitter. Menschen mit Auto sind mobiler, können überall hinfahren, in den Wald, sogar in die Berge. Mit dem Rad fahr ich eine Zeit lang bzw. einiges bergauf (und ich bin völlig untrainiert). Eine Woche wäre das aushaltbar, aber realistisch sind momentan eher vier bis sechs Wochen. Naja, ein gutes Radtraining wird das. Ich weiß nur, dass der Wald das effektivste Antidepressivum für mich sein wird, also eine längere Anfahrt werd ich wohl riskieren. Ich glaube für Menschen wie mich, die alleine leben (“Single”-Dasein), ist diese Krise noch viel schwieriger durchzudrücken als für Paare, auch wenn sie lange aufeinanderpicken, ja das kann anstrengend werden, aber bringt auch Trost und Ablenkung.

02.45

Ein exzellenter Text (vom 14.03.) darüber, warum die drastischen Maßnahmen wie “Community-Quarantäne” notwendig sind, von Dr. Edsel Salvana, Experte für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin und führendes Mitglied einer technischen Beratergruppe für die IATF (Inter-Agency Task Force)

https://www.rappler.com/newsbreak/iq/254521-things-to-know-community-quarantine

11.00

Um es klarzustellen, Radfahren ist weiterhin erlaubt!
Darf ich auf den Berg gehen, an den See fahren, eine Runde durch die Stadt machen?
Auch in Zeiten von Corona bleibt eine Runde ums Haus, Joggen, eine Radtour, aber auch etwa in den Wienerwald fahren, um dort spazieren zu gehen, erlaubt (sechste Ausnahme). Wichtig ist, dass man nur im engsten Kreis unterwegs ist – und ein Meter Abstand zu anderen gewährleistet ist, erläuterte das Gesundheitsministerium die neuen “Verkehrsbeschränkungen”.

https://www.kleinezeitung.at/international/corona/5785293/Fragen-Antworten_Darf-ich-auf-den-Berg-Freunde-treffen-mit-dem

Außerdem sind die Bundesgärten nach den aktuellen Informationen weiter geöffnet, also auch Augarten oder Lainzer Tiergarten. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass sich das noch ändert, weil außer die Polizei kontrolliert auch dort (würde ihnen btw, selbst gut tun, wenn sie bissl Natur und frische Luft haben).

Zum Schluss noch ein paar Hinweise

Stand, 08.00 sind 968 Fälle in Österreich bestätigt, das sind rund 100 mehr als gestern Nachmittag.

16.00

Wie sah mein Tagesablauf bisher aus? Ich hab naturgemäß schlecht geschlafen, bin mit trockenem Hals aufgewacht. Dann wurde ich angerufen, dass meine Nachtschicht heute gecancelt wurde, stattdessen hab ich am Mittwoch Tagdienst. Der Flugbetrieb bleibt offen wegen dringend benötigter Güter, z.b. Lebensmittel und Medikamente. Das bleibt so lange, bis alle infiziert sind und alles steht. Ich bin mir meiner Verantwortung bewusst, deswegen möchte ich selbst den Lebensmitteleinkauf vermeiden und bestelle notfalls bei amazon.de oder bei nunukaller.com – eine Plattform mit einer Übersicht über zahlreiche Artikel, die derzeit (noch) online bestellt werden können. Ich darf unter keinen Umständen ausfallen, denn plötzlich zähle ich zu den systemrelevanten Arbeitskräften. Vor einigen Tagen hatte ich noch gehofft, möglichst frühzeitig infiziert zu sein, wenn genug Kapazität der Ärzte vorhanden ist, um notfalls behandelt zu werden. Inzwischen mehren sich Berichte darüber, dass die Krankheit auch für jüngere Menschen lebensbedrohlich ist, und Priorität hat jetzt wohl einfach, es sich nicht einzufangen.

In den nächsten zwei bis drei Tagen entscheidet sich, ob ich mir was eingefangen habe, als ich leichtsinnigerweise noch vergangenen Dienstag und Mittwoch mit den Öffis und Umsteigen in den Wienerwald und in den Dunkelsteinerwald wandern gefahren bin. Heute wäre der 5. bzw. 6. Tag nach den Wanderungen, was der durchschnittlichen Inkubationszeit entspricht. Ich könnte mir aber auch was eingefangen haben, als ich am vergangenen Donnerstag und Freitag mit den Öffis in die Arbeit und nach Hause gefahren bin. Who knows?! Laut Robert-Koch-Institut ist die Tröpfcheninfektion der dominante Übertragungsweg, also enger (!) Kontakt mit den Mitmenschen (miteinander sprechen bei geringem Abstand, Husten, Niesen) und weniger die Schmierinfektion über Oberflächen. Anscheinend sind bisher die meisten Infektionsketten klar auf engen Kontakt zurückzuführen. Daraus könnte man schließen, um ein Klischee zu bedienen, dass Autisten seltener betroffen sind, weil sie oft weniger soziale Kontakte haben, bzw. diese eher über digitale Kommunikationsmittel pflegen. Und wenn sie welche haben, schütteln sie ungern Hände oder vermeiden allzu engen Körperkontakt mit Fremden. Who knows? Am Donnerstag haben wir uns in der Arbeit noch die Hand geschüttelt, am Freitag nicht mehr. Wie viele hundert Mal ich danach im Gesicht herumgegriffelt habe, weiß ich nicht.

Zurück zum Tagesablauf, ich hab die Spülmaschine angeschaltet, das steinharte Brot in der Pfanne gebacken, das über Nacht offen in der Papiertüte lag, mit Ei, Milch und Gewürzen. Früher hätte ichs wohl weggeworfen, aber mit der Lebensmittelverschwendung ist jetzt vorbei. Bisher hatte ich noch keinen Sinn dafür, neue Routinen aufzubauen. Ich hab die neue Normalität noch nicht akzeptiert. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass in nächster Zeit sehr viele Psychologen und Therapeuten gefragt sein werden, teils ehrenamtliche seelische Betreuung zu leisten. Die Angstattacken sind immer da, die soziale Isolation tut ihr übriges. Ja, obwohl ich Autist bin, aber wenn man völlig fremdbestimmt ist, wann man wieder seine Freunde sehen darf, dann ist das weit weniger aushaltbar, als wenn man aus freien Stücken entscheidet, daheim zu bleiben. Gestern hatte ich den letzten regulären Dienst für eine sehr lange Zeit. Ich glaube auch, man würde der Bevölkerung insgesamt mehr Vertrauen geben und Disziplin einfordern können, wenn für alle Betroffenen versichert werden könnte, dass sie ihren Job nicht verlieren und unbürokratisch Geldmittel erhalten, sofort, nicht erst in einem halben Jahr. Wie man den gigantischen Schuldenberg je zurückzahlen will und soll, darüber kann man sich nach der Krise Gedanken machen.

Das Virus betrifft zwar alle, aber nicht alle gleich. Der bekannte demographische Faktor. In Wahrheit ist es aber ein Städte- und Touristenvirus. Ländliche Regionen ohne Massentourismus sind geringer betroffen, hier kann auch keiner überwachen, ob der Bauer von Hof Nr. 13 auf 1200m Höhe in den Bergen die Ausgangssperre einhält. Dort dreht sich das Leben weiter, als wäre nichts geschehen. Im Wanderforum mehren sich die Berichte von Bewohnern, die mitten in den Bergen leben und direkt vom Haus weg starten können, ohne den ganzen Tag Gefahr zu laufen, anderen Menschen zu begegnen. In der Stadt empfinde ich es als brutal. Während am Land rein optisch alles unverändert bleibt, vielleicht etwas weniger Verkehr auf den Landstraßen, fällt die Menschenleere in der Stadt überall auf. Es fällt auf, wie alle in ihren vorgeschriebenen Abständen unterwegs sind, sich ausweichen, die Straßenseite wechseln, die panischen Blicke, wenn jemand hustet oder niest. Man sieht die geschlossenen Geschäfte, den verrammelten Park, was besonders bitter bei den kommenden frühlingshaften Temperaturen sein wird. Man wird an jeder Ecke daran erinnert, dass das vorher der normale Arbeitsweg war, der Gang zum Bäcker, die betrunkenen Jugendlichen, die vom Flex her die Stiege hinauftorkeln, die sonst beschleunigten Schritte, um die Bim noch zu erwischen. Und das war kein schleichender Rückfall, sondern vollzog sich innerhalb weniger Tage. Am letzten Mittwoch bin ich noch auf gewöhnlichem Weg in die Bahn gestiegen und hab meine Wanderung gemacht, bereits am Samstag herrschten erste Beschränkungen.

Jetzt fallen sukzessive weitere Privilegien, die wir 75 Jahre lang für selbstverständlich erachtet haben. Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit, Reisefreiheit. Zugleich wird auch klar, dass diese Krisensituation nicht so schnell vorübergehen wird. Realistischerweise kann die Freiheit sich zu bewegen und seine Liebsten in die Arme zu schließen, erst dann wieder zurückkommen, wenn i) ein genügend großer Teil der Bevölkerung das Virus hatte und wieder genesen ist bzw. ii) ein wirksamer Impfstoff entwickelt wurde, um die gefährdeten Risikogruppen vor der Ansteckung zu schützen. Ein Virologe hat gestern bei Anne Will gesagt, wenn es uns gelänge, global für 2-3 Wochen einen Shutdown zu vollziehen, dann wäre das Virus Geschichte, es würde keinen Wirt mehr finden. Doch das ist utopisch. Bei jeder neuen Maßnahme finden sich wieder Leute, die sich daran nicht halten und einen potentiellen Wirt für das Virus darstellen. Die totale Ausgangssperre wird kommen und glücklicherweise leben wir im Wohlstand und sollten in der Lage sein, via Nachbarschaftshilfe Lebensmittel untereinander zu verteilen, sollte es knapp werden. So wie derzeit wird es aber wohl nicht bleiben können, dass die Massen ohne Abstand zu halten in die Läden strömen.

Ich hab mich nicht besonders geschickt angestellt beim Vorräte anlegen. Am Anfang hielt ich die Panik für übertrieben, als dann die Hamsterkäufe einsetzten, besorgte ich etwas mehr von dem, was ich mir üblicherweise 1-2x die Woche koche. Die restliche Zeit war ich immer beim Bäcker, in der Kantine oder ging Essen. Das Privileg des Wohlstands in der Großstadt. Dann war die Hölle los, ich musste weiter arbeiten und bekam danach weder Küchenrollen noch frisches Gemüse oder Obst. Jetzt traue ich mich nicht mehr in die Läden, die Leute halten zu wenig Abstand. Heute hatte ich kein Bedürfnis nach draußen zu gehen, aber da laut Bürgermeister Ludwig hunderte Menschen meinten, sie müssten heute aufs Amt, Behördendinge erledigen, würde es mich nicht wundern, wenn ich bald der Dumme bin, der die verbleibenden Tage ohne Ausgangssperre nicht genutzt hat.

Um 15.00 kamen die neuen Daten, von 8490 getesteten Personen sind 1016 positiv, genesen sind erst 6, Todesfälle gibt es 3. Das sind 50 Fälle mehr als heute morgen und 150 mehr als gestern. Der Anstieg bleibt also gleich und steigt nicht mehr exponentiell. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass anscheinend weniger getestet wird und die Zahlen die Realität nicht widerspiegeln.

17.15  Neue Zahlen vom ORF machen Hoffnung 

[…] Derzeit werden zwölf Erkrankte intensivmedizinisch behandelt, 107 sind in stationärer Behandlung.

In den vergangenen sieben Tagen nahmen die Fallzahlen täglich im Durchschnitt um 36 Prozent zu. Von gestern auf heute (jeweils Stand 8.00 Uhr) wurde hingegen ein Anstieg um 20 Prozent von 800 auf 959 registriert. Die Altersverteilung der bisher bestätigten Fälle zeigt: Die Erkrankten sind im Durchschnitt relativ jung. Nur 130 Betroffene sind laut Gesundheitsministerium älter als 64, weitere 134 zwischen 55 und 64 Jahre, alle anderen jünger.

Die bisherigen Krankheitsverläufe seien relativ ermutigend: Bei weit über 85 Prozent verläuft die Krankheit bisher milde, sie befinden sich in Heimquarantäne. […]

18.00 Key facts der WHO-Pressekonferenz übersetzt, Quelle: Twitteraccount 

Die WHO rät dazu, dass selbst milde Fälle in Gesundheitseinrichtungen isoliert werden sollten, um die Verbreitung zu verhindern und angemessene Hilfe leisten zu können. Viele Länder haben aber bereits die Kapazität dafür überschritten. In dieser Situation sollten die Länder ältere Patienten und solche mit Vorerkrankungen bevorzugen, manche Länder haben für die milderen Fälle Stadien und Turnhallen vorgesehen, eine weitere Option sei Heimquarantäne. Pfleger und Angehörige sollten medizinische Masken tragen, wenn sie sich zusammen in einem Raum aufhalten, sie sollten in getrennten Betten schlafen und verschiedene Badezimmer benutzen. Die Pflege sollte bestenfalls jemand übernehmen, der sich in guter Gesundheit befindet und keine Vorerkrankungen hat. Nach jedem Kontakt mit dem Patienten oder der unmittelbaren Umgebung sollte der Pfleger seine Hände waschen. Auch, wenn sich Erkrankte besser fühlen, können sie andere noch anstecken, daher sollten die Maßnahmen für mindestens zwei Wochen nach dem Verschwinden der Symptome weitergehen.

18.30 Informationen darüber, wie sich das Virus in der Luft verhält, Originalartikel

Masernpartikel sind klein und robust und können bis zu zwei Stunden an der Stelle verweilen, wo zuvor eine infizierte Person gehustet oder geniest hat. Derzeit deuten die Daten mehrheitlich daraufhin, dass das Coronavirus als Aerosol existieren kann, aber nur unter sehr begrenzten (Labor-)Bedingungen, und dass das nicht der Hauptweg ist, über den die Pandema gesteuert wird. Begrenzt bedeutet aber nicht “gar nicht”, weshalb es weiterhin extrem wichtig ist, medizinisches Personal zu schützen, besonders wenn sie etwa Patienten intubieren, wobei sie der größten Gefahr ausgesetzt sind, Covid19-Aerosole zu produzieren.

Covid19 wird über zwei Wege über die Luft verbreitet:

In Tröpfchenform ist es es für ein paar Sekunden in der Luft vorhanden, nachdem jemand geniest oder gehustet hat. Es kann sich nur über kurze Distanzen fortbewegen, bevor die Gravitationskräfte es nach unten ziehen. Jemand, der sich in dem Moment nahe genug befindet, kann sich infizieren. Wie alle anderen, die mit den Tröpfchen in Berührung bekommen, wenn sie zu Boden sinken. Das Virus kann mehrere Stunden auf Oberflächen überleben, daher ist es wichtig, sich die Hände zu waschen, nachdem man eine Oberfläche an einem öffentlichen Ort berührt hat.

Ein Aerosol ist ein gänzlich verschiedener physikalischer Zustand: Partikel werden durch physikalische und chemische Kräfte in der Luft gehalten. Nebel ist ein Aerosol, Wassertröpfchen werden in der Luft gehalten. Dort bleiben sie über Stunden, was von Faktoren wie Hitze und Feuchte abhängt. Jeder, der durch eine Virenwolke geht, kann infiziert werden. Es gibt gewichtige Gründe daran zu zweifeln, dass das neue Virus diese Fähigkeit hat, es gäbe nämlich sonst viel mehr Verbreitung. Bei Tröpfcheninfektion passiert es vor allem im engen Kontakt. Doch ein Aerosol-Covid19 kann in einem Aufzug inhaliert werden. Nach den aktuellen Berichten geschieht das nicht.

[…]

 

Tag 4, 15.03.

6.47

Ich hab heute früh meinen Tischkalender entsorgt. Urlaubspläne zweitrangig. Vor zwei Tagen noch schrieb ich, dass ich an Wanderungen festhalten will, aber ich hab meine Meinung nach gestern geändert. Es sind zu viele Idioten unterwegs, in Gruppen. Ein weiterer Punkt ist, dass viele Jugendliche in Gruppen unterwegs sind, gestern gab es von Kanzler und Vizekanzler ein eindringliches Statement, daheim zu bleiben, bis auf beruflich notwendige Erledigungen, Lebensmittel und Apotheken, und Menschen helfen, die sich nicht selbst helfen können. Ja, mein gestriger Einkauf war auch dumm bzw eine Übersprungshandlung. Zumindest hab ich ausreichend Abstand gehalten. Ich versehe heute wieder meinen Dienst am Flughafen, ich kann nur öffentlich anreisen. Heute früh musste ich mich gleich ärgern. 10 Touristen standen Schlange. Keiner hält ausreichend Abstand, die meisten zahlen mit Bargeld. Und sie sitzen alle hintereinander. Ich hab den Platz ganz hinten rechts ergattert, bin wenigstens 1, 5m entfernt.

9.00

Meinem Eindruck nach sind die Leute am Land mehrheitlich entspannter, das hat wohl mehrere Gründe, in entlegenen Regionen war man früher auch durch Unwetter wie Lawinen, Schneemassen oder Hochwasser manchmal tagelang abgeschnitten. Die Bewohner sind in der Lage, sich selbst zu versorgen, haben von Haus Vorräte bzw. die Möglichkeit dafür (Platz, Keller) oder ihr eigenes (Winter-)Gemüse, Viecher, um autark zu leben. Dann ist die Nachbarschaftshilfe viel ausgeprägter, selbstverständlicher als in der anonymen Großstadt. Und drittens ist es alleine schon hilfreich, wenn man Natur direkt vor der Haustür, im eigenen Garten hat, in den Wald gehen kann, ohne unnötige Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Viertens hat fast jeder am Land ein eigenes Auto.

09.30

Die Regierung hat ankündigt, dass ab Dienstag alle Lokale geschlossen haben (statt bis 15.00 geöffnet), und dass auch Sport- und Spielplätze nicht mehr benutzt werden dürfen.

Hier ein Must-Read für das richtige Verhalten, gilt vor allem für leichtsinnige Jugendliche, in Südkorea und Italien übertragen EIN DRITTEL der 20-29 Jährigen das Virus! Und gilt speziell auch für Deutschland, wo derzeit viele den Ernst noch herunterspielen.

https://medium.com/@holger.heinze_81247/coronacodex-meine-selbstverpflichtung-w%C3%A4hrend-der-covid-19-epidemie-f6eecf35a174

11.10

In ganz Tirol herrscht ab jetzt Ausgangssperre. Nur noch mit einem triftigen Grund darf man die Wohnung verlassen. Aktuell (Stand, 08.00) sind es 800 bestätigte Fälle. 150 mehr seit gestern Nachmittag.

11.40 Die Wucht des ganzen Dramas sickert langsam ein. Es wird nie mehr so wie vor.

12.40 Ich zitier das mal ganz:

Die Beschränkungen im öffentlichen Raum werden laut Bundeskanzleramt ab Montag von der Polizei kontrolliert, im Bedarfsfall drohen auch empfindliche Verwaltungsstrafen. Man kann sich zwar abseits der drei Ausnahmen weiterhin im öffentlichen Raum aufhalten, etwa für Spaziergänge, allerdings nur alleine oder mit Personen, mit denen man zusammenlebt. Dies solle aber nur in dringenden Fällen geschehen.

Strafen bei Zuwiderhandeln

Werden Personen von der Exekutive alleine angetroffen, gibt es laut Auskunft aus dem Kanzleramt keine Maßnahmen. Werden Gruppen angetroffen, werden diese darauf hingewiesen, „dass sie sich auflösen sollen“, hieß es im Kanzleramt. Dies soll auch schon am Sonntag erfolgen. Ab Montag drohen dann bei Zuwiderhandeln Verwaltungsstrafen in Höhe von bis zu 2.180 Euro. Strafen sind auch möglich, wenn man die Platzverbote – etwa für Spielplätze – missachtet: Hier ist mit Verwaltungsstrafen in Höhe von bis zu 3.600 Euro zu rechnen. Die Regierung appelliert aber an die „Vernunft und Eigenverantwortung“, wie es hieß.

Das Haus soll nur noch verlassen werden für Berufsarbeit, die nicht aufzuschieben ist, dringende Besorgungen wie Lebensmittel und um anderen Menschen zu helfen. Der Kanzler betonte bei seiner Rede vor dem Nationalrat aber erneut, dass die Versorgungssicherheit weiterhin garantiert sei. Geschäfte im Lebensmittelhandel blieben ebenso geöffnet wie Drogerien, Trafiken und Apotheken.

https://orf.at/stories/3157914/

19.45, 870 Fälle in Österreich (Stand, 15.00)

Mitgehangen, mitgefangen. Es ist schwierig, das zu entscheiden. Der Autismus spielt jetzt kaum noch eine Rolle, aber er könnte mir am Ende das Leben kosten, weil ich nicht merke, wann ich infiziert bin und ob meine Symptome so schwerwiegend sind, dass ich ärztliche Hilfe brauche, die ich dann nur telefonisch erreichen kann. Das ist eigentlich die Hauptsorge derzeit. Ich hab zwei Möglichkeiten – entweder verrichte ich weiter meinen Dienst, bis ich mich infiziert habe oder als Kontaktperson in Hausquarantäne gehen muss – oder ich bleibe zuhause und mache mich alleine verrückt vor Angst, wenn die Stirn sich heiß anfühlt, ich schlecht Luft bekomme und einen trockenen Hals habe, und werde spät infiziert, wenn die Spitäler bereits überlastet sind. Gut, der Gedanke ist absurd, sich durch die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs früher infizieren zu können (wollen?). Jedenfalls tut es gut mit den Kollegen Dienst zu machen, auch wenn bei uns inzwischen Abstand halten angesagt ist. Wir wissen auch nicht, wie lange wir genug Personal haben, das noch nicht infiziert ist. Bisher noch keiner, jedenfalls nicht getestet. 

Nach Dienstende bin ich mit dem Flughafenbus zurück gefahren. Ich ging als erster in den Bus, gleich ganz hinter in die letzte Reihe (fünf Plätze), ganz rechts. Im Bus waren insgesamt vielleicht fünf Passagiere. Aber so ein vertrottelter asozialer Saubeidl kam rein, ging in die letzte Reihe und setzte sich OHNE NOT zwei Sitze neben mich in die Mitte, quasi in Spuckweite. Ich machte ein Handzeichen und sagte, nach links rücken, er ignorierte mich, also setzte ich mich drei Sitze davor auf eine freie Reihe. Kurz darauf hat er auch gehustet. Was weiß ich, von wo er mit dem Flugzeug kam? Für die nächsten Dienste nimmt mich ein Kollege mit, den Bus benutze ich nicht mehr. Wir arbeiten künftig immer in den gleichen Teams, damit weniger ausfallen, wenn ein Team infiziert ist. Öffentliche Verkehrsmittel sind für mich ab sofort wegen solcher Idioten tabu.

Was gibt es sonst? Die ÖBB dünnen jetzt auch sukzessive den Fahrplan aus, das schafft zudem Kapazitäten für den Güterverkehr. Ich hab noch genug zum Essen für rund zwei Wochen, kann jetzt wirklich in der Wohnung bleiben. 

Und das ist mein heutiger Appell an meine Leser: Lasst Euch bitte nicht von den niedrigen Fallzahlen täuschen. Es wird extrem wenig getestet im Vergleich etwa zu Südkorea. Die meisten Übertragungen finden durch infizierte Personen statt, die keine oder nur milde Symptome aufweisen! Die durchschnittliche Inkubationszeit beträgt 5-6 Tage. Die Dunkelziffer erkrankter Personen ohne Symptome bzw. mit Symptomen, aber ohne sofortige Testung dürfte enorm sein. Eine Aussage gefällt mir diesbezüglich besonders gut als Warnung und auch als Aufforderung: 

Verhaltet Euch nicht so, als könntet ihr Euch anstecken, sondern verhaltet Euch so, als wärt ihr bereits ansteckend!

Bitte bedenkt bei all den drakonischen Maßnahmen, die täglich in Kraft treten und verschärft werden, dass es nicht um die Mehrheit von Euch geht, also jene 80%, die den Virus gut überstehen, sondern um die 20% mit schwachem Immunsystem, vorwiegend Ältere und chronisch Kranke. Für die kann die Infektion mit dem Virus tödlich verlaufen! Außerdem gefährdet ihr all jene Personen, die gerade dafür sorgen, dass ihr NICHT panisch einkaufen musst. Die Helden an den Supermarktkassen, die Lieferanten, all jene mit teilweise intensivem Kundenkontakt bzw. im Dauereinsatz ohne Pause! Die aufgrunddessen vom Immunsystem her einknicken werden, wenn dieser Zustand noch länger anhält. Es geht jetzt darum, die Kurve flach zu halten, damit die Spitäler und das gesamte Versorgungswesen nicht zusammenbrechen. Es geht um Leben und Tod, vielleicht nicht um Euer Leben, aber das Eurer Liebsten, um die Ihr Euch sorgt und die ihr – wie ich auch – gerne wiedersehen und umarmen wollt, wenn das alles vorbei ist. Es geht darum, keine italienischen Zustände zu generieren, in denen Menschen alleine sterben müssen, in denen viele Menschen bei einem funktionierenden Spitalswesen gerettet worden wären, aber wie im Krieg entschieden werden muss, wer die besseren Überlebenschancen haben wird. 

Aus dem verlinkten Tweet oben: 

Einfache zwei Regeln:

1. Wenn Du keine Symptome hast, dann sei sehr hygienisch und verhalte Dich so, dass Du keine Viren verbreitest oder irgendwo hinterlässt.

2. Wenn Du leichte Symptome hast, vermeide jeden Kontakt, bis Du wieder frei von Symptomen bist. Wende dann wieder Regel 1 an. Solange wir glauben, nur die anderen haben es, wird es nicht wirklich unterbrochen werden können.

Tag 3 – 19.30

Ich hab mich entschieden, mein Tagebuch auf diesem Blog weiterzuführen, da zum Einen die Themen in den nächsten Wochen und Monaten wenig von Autismus geprägt sein werden und zum Anderen mein Lebensmittelpunkt Wien sein wird. Wann die Grenzen wieder offen sind, ist ungewiss.

Bisherige Beiträge:

Der Tag 0 ist natürlich nicht der Tag mit den ersten Infektionen, sondern der erste Tag, wo die Katastrophe erstmals unmittelbar zu Einschränkungen geführt hat bzw. spürbar war, dass sich eine fatale Entwicklung abzeichnet, die unser Leben für einige Zeit massiv einschränken wird.

Zum heutigen Tag ein Update. Ich hab zum dritten Mal in Folge sehr schlecht und viel zu kurz geschlafen. Inzwischen fehlt mir auch der Appetit. Ich wollte heute eigentlich Blumenerde einkaufen gehen, aber als ich davon las, dass im Baumarkt bereits die Massen einströmen, ließ ich das bleiben. Außerdem weiß ich als Meteorologe, dass die Wettermodelle seit Tagen in der letzten Märzdekade einen markanten Kaltluftvorstoß rechnen, mit trockener Eiseskälte aus Osteuropa. Das ist unter Garantie mit Nachtfrost verbunden und es wäre schade, wenn die frisch austreibenden Keime gleich wieder erfrieren. Ich bin dann mit der fast leeren Straßenbahn und Baumwollhandschuhen zum Schwedenplatz und zu meinem Lieblingsbergsportgeschäft. Dort ließen sich gerade drei Kunden fachlich beraten, ich kaufte meine dünnen Untersocken, das letzte Paar in meiner Größe. Wenigstens bekomm ich so keine Blasen mehr, hoffe ich. Anschließend war ich im SparGourmet im ersten Bezirk, da war mittags gerade angenehm wenig los. Bis auf Klopapier (seids ogrennt?!) und Küchenrollen sowie Gemüse war noch das meiste da. Ich besorgte mir frische Putenbrust und noch ein paar Konserven, die Putenbrust gabs später geschnetzelt als Mittagessen. Danach war ich noch im Papierladen, die Besitzerin unterhielt sich gerade mit einer Kundin über das ganze Thema und Abstand halten wegen Ansteckung, und wie man dafür sorgen könnte, weiterhin Kundenverkehr zu haben, nur eben maximal fünf im Geschäft oder noch weniger. Sie brachte auch das Beispiel vom Arzt, dass sich immer nur fünf anstellen, die anderen fünf sitzen draußen im Park oder so, und wenn die fünf fertig sind, holen sie die wartenden fünf. Man merkt, die Not fördert die Kreativität. Ich hab mich dann ebenfalls mit ihr – im Sicherheitsabstand unterhalten, das tat gut, war befreiend. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Rad den Donaukanal entlang, dort waren zahlreiche Sportler, Jogger, Inline-Skater und Radfahrer unterwegs, auch andere turnten an den Geräten im Freien. Einem Skateboarder kam ich gerade in die Quere, als sein Kumpel mit der Videokamera auf ihn draufhielt und ich ins Bild fuhr, weil ich es zu spät sah (und es mir wurscht war). Weiter stromaufwärts verstreute Angler und ein professioneller Maler mit Farben und Bildständer, der ein Bild vom Donaukanal und Stadt im Hintergrund malte. Auf der Donauinsel verstärkte sich der Zulauf noch, neben zahlreichen Familien mit vor allem Kleinkindern waren auch Gruppen (!) von Jugendlichen und Studenten unterwegs. Auf der Rückfahrt sah ich eine Gruppe von jungen Menschen den Grill auf der Donauinsel in Beschlag nehmen. Dieses Freizeitverhalten ist sicher nicht förderlich, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Nach der Salamitaktik der Regierung würde mich nicht wundern, wenn auch Ausgangssperren noch kommen. Und nach den ersten Tagen, wo man noch nicht begriffen hat, dass die Welt gerade einstürzt, wo ich noch egoistisch den nutzlosen Urlaubstagen im Frühling und Sommer hinterhertrauerte, bin ich jetzt soweit, dass ich alles in Kauf nehme, nur um italienische Verhältnisse bei uns zu verhindern – auch wenn das hieße, zwei Wochen gänzlich auf Bewegung im Freien zu verzichten. Die derzeit gesetzten Maßnahmen gehen jedenfalls noch nicht weit genug.

In Österreich betrug der Zuwachs seit gestern Nachmittag 150, es sind nun 655 registriert.Die Dunkelziffer dürfte gewaltig sein, nachdem bekannt wurde, dass Nordtirols Skigebiete das Virus wie eine gigantische Schleuder schon 10 Tagen über heimkehrende Urlauber in die Herkunftsländer gebracht haben, vor allem Deutschland und Nordeuropa sind betroffen. Die Verantwortlichen in den Skigebieten haben die Gefahr damals heruntergespielt. In Wien stieg die Zahl von 74 auf 101.

Eindrücke von heute:

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Coronadingsbums

Die gewöhnliche Influenza ist immer noch sehr umtriebig, auch in der elften Kalenderwoche gibt es 11600 Neuerkrankungen alleine in Wien. Die Vorbeugemaßnahmen sind identisch zum Coronavirus, mit den Griffeln nicht ins Gesicht fassen, keine Türklinken oder Haltestangen in den Öffis anfassen. Und wenn man es tut, Hände waschen, mit Seife, sonst kann es gleich bleiben lassen, und mindestens eine halbe Minute, besser eine Minute, was so gut wie niemand macht. Gegen die gewöhnliche Grippe hat sich nur etwa 20% der Bevölkerung impfen lassen. Aber, das große Aber… warum verbreiten sich Influenza und Corona so gut in Europa? Zum Einen durch den Massentourismus, zum Anderen durch Menschen, die krank arbeiten gehen [müssen]. Der Billigflugtourismus ist, seit es Niedrigstdumpingpreise bei den Fluglinien gibt, aus dem Ruder geraten. Und ob man sich im Urlaub befindet oder in der Hackn, gebucht ist gebucht, Arbeit ist Arbeit, daheim bleiben die wenigsten. Die Werbung und Apotheken propagieren an jeder Ecke ihre Grippemittelchen, Neocitran und Co, mit denen man so tun kann, als sei man gesund und könne den Urlaub genießen oder weiterarbeiten. Krank sein dürfen erlaubt sich kaum noch einer. Und nebenbei erlauben das viele Chefs nicht. Im Krankenstand kann gekündigt werden. Das österreichische Arbeitsrecht ist diesbezüglich ziemlich lasch. Dazu kommt in fast allen Branchen Personalmangel, was dazu führt, dass die Arbeit erledigt werden muss, und der Druck auf einzelne wächst, die Burnoutgefahr zunimmt, das Immunsystem darunter leidet, etc., etc. Eine echte Grippe auskurieren dauert mindestens zwei Wochen. Es. ist. nicht. möglich, damit nach drei Tagen wieder arbeiten zu gehen. Es werden schwerwiegende Folgeerkrankungen riskiert, bis hin zur Herzmuskelentzündung, Herzschrittmacher und am Ende steht der Tod. Vorbeugung my ass – die effektivste Lösung, andere nicht anzustecken, wäre daheim zu bleiben. Auch wenn es im Fall eines lang geplanten Urlaubs wehtut, oder im Fall eines Billigurlaubs sicher nicht wehtut, wenn der Flug weniger als einmal Volltanken kostet. Es passt nicht in unses neoliberales Ausbeutersystem, sich selbst etwas gutes zu tun. Es gibt keine Gegenmaßnahmen gegen Personalmangel, Arbeitszeitverkürzung wird als Untergang der Wirtschaft verteufelt.

Was ich damit sagen will: Die Gegenmaßnahmen werden nicht wirken, wenn man kranken Mitarbeitern nicht erlaubt, daheim bleiben zu können und sich auszukurieren, statt andere anzustecken und ihre eigenen Gesundheit zu ruinieren – das betrifft beides – die aktuelle Influenzawelle als auch die folgende Coronawelle. Und warum können es sich nicht erlauben? Weil am Personal gespart wird, und weil die Löhne niedrig sind und Fachkräftemangel herrscht, sodass dem verbleibenden Personal gar nichts anders übrig bleibt, als Mehrarbeit zu leisten. Die drohende Grippepandemie ist also in Wahrheit eine Systemkrise, deren Auswirkungen sich jetzt auch darin zeigen, dass es zu Engpässen bei Medikamenten kommt und die Zulieferer diverser Technologiebetriebe keinen Nachschub mehr erhalten. Möglichst billig soll produziert werden, das geht nur im Ausland, was nebenbei schädlich fürs Klima ist und meistens mit der Ausbeutung von Niedrigstverdienern verbunden ist. Wenn das Coronadingsbums jetzt schrittweise die Infrastruktur weltweit lahmlegt, könnte man ja mal grundsätzlich hinterfragen, ob man weiter sehenden Auges mit Vollgas in den Untergang reiten will oder ob man – fünf vor zwölf – zu nachdenken anfängt, ob das klug ist, was wir gerade machen. Wenn man sieht, wie Australien darauf reagiert hat, dass zwanzig Prozent ihres gesamten Waldbestands durch die Feuer vernichtet worden sind, hält sich mein Optimismus allerdings in Grenzen.