Tag 11: Corona-Auszeit

Das Aufstehen fällt momentan schwer, alles zieht sich bis Mittag. Ich schlafe zwar seit ein paar Nächten wieder besser, aber sich dann aufzuraffen, zu frühstücken, den Tag irgendwie zu strukturieren, das fällt schwer.

Dafür war ich heute das erste Mal seit 11 Tagen wieder im Wald.

graupel

Primeln nach Graupelschauer

sofienalpe

Vor dem Graupelschauer

specht

Grünspecht

veilchen

Weißes Veilchen mit Bärlauch

Inzwischen scheint mir das Bewusstsein zu wachsen, den Abstand einzuhalten. Ich beobachte kaum noch „enge“ Situationen. Die Wiener sind diesbezüglich sehr vorbildlich, ist mein Eindruck. Zudem tragen immer mehr einen Mundschutz. Ich hatte meine Sturmhaube auf und Desinfektionsspray dabei, aber ohnehin Handschuhe an.

Zur Corona-Statistik in Österreich, Stand 22 Uhr: Quelle

Zwei Screenshots, derzeit wurden rund 25 000 Personen getestet, rund 3000 pro Tag seit wenigen Tagen.

Screenshot_2020-03-22 https info gesundheitsministerium at(1)

Im internationalen Vergleich auffallend ist die hohe Anzahl an milden Verläufen, das sind immerhin 97% (wie immer auch mild definiert ist, vermutlich mit Hausquarantäne).

Screenshot_2020-03-22 https info gesundheitsministerium at

Ebenfalls auffallend ist die sehr ausgeglichene Altersverteilung, im Gegensatz zu anderen Ländern (z.b. Südkorea oder Italien) herrscht kein Überhang bei jungen Menschen.

Zwischenablage01

Die Grafik mit dem Trend der absoluten Zahlen (ohne Dunkelziffer!) habe ich gleich um zwei wichtige Informationen ergänzt: Maximale Inkubationszeit und Beginn der Maßnahmen.

 

Der Trend wird immer wieder falsch interpretiert. Die Leser sehen eine kleinen Knick und denken sofort, die Maßnahmen wirken, dabei ist das falsch. Der aktuelle Anstieg stammt aufgrund der langen Inkubationszeit von 3 bis 14 Tagen (im Schnitt 5-6 Tagen) noch aus der Zeit kurz vor den Maßnahmen, vulgo Hamsterkäufe, alle Lokale das letzte Mal offen, diverse Großfeiern, etc. Erst in der kommenden Woche wird man sehen, wie effektiv die Maßnahmen wirklich greifen, gleichzeitig erhöht sich die Kapazität der Tests. Erst in einer Woche stammen nahezu alle Neuansteckungen aus der Zeit ab Maßnahmenbeginn. Davon abzuziehen sind wohl ein paar dutzend Verdachtsfälle, die nicht bei der Hotline durchgekommen sind. Entscheidend ist für mich aber vielmehr die Zahl der Intensivfälle, das sind nämlich jene Patienten, die ins Spital kommen müssen und somit definitiv in der Statistik aufscheinen. Bisher bleibt diese konstant niedrig, was ich (noch) als gutes Zeichen werte.