Tag 201: Hier könnte Resignation ausgedrückt werden

Am 27. September veröffentlicht die Tiroler Tageszeitung ein Special (Thema des Tages) zum Tiroler Ärztetag am Vortag. Darin kommen einige widersprüchliche Aussagen vor – die Frage ist, wie viel tatsächlich Aussage der Mediziner war und was der Redakteur sich selbst zusammengedichtet hat.

  • Obwohl Aerosole von führenden Wissenschaftlern weltweit inzwischen als Hauptübertragungsweg anerkannt sind: „Die Mikrobiologin stellte klar, dass es sich um eine Tröpfcheninfektion handelt.“
  • Kontaktinfektion ist zwar sehr unwahrscheinlich, dennoch ist die folgende Aussage gewagt:Aber von Flächen geht keine Gefahr aus.“
  • Widersprüchliche Begrifflichkeiten, denn auch Tröpfchen werden über die Luft übertragen: „Auch für eine aerogene Übertragung gebe es keine validen Daten, betonte der Infektiologe Prof. Günter Weiss ebenfalls, dass Aerosole keine Rolle spielen.“
  • Bei Influenza konnte nachgewiesen werden, dass sich in der ausgeatmeten Luft infektiöse RNA befindet. Trotzdem steht da: „Nur durch ausgeatmete Luft eines Covid-Erkrankten steckt man sich also nicht an.“
  • Wenn nur Tröpfchen eine Rolle spielen würden und Atemluft irrelevant wäre, wieso ….Viel Lüften empfiehlt Lass-Flörl neben regelmäßigem Händewaschen und Mund-Nasen-Schutz“?
  • Nach diversen Studien liegt die Übertragungsrate bei gänzlich Symptomfreien zwischen 4 und 41%. Woher hat der Autor diese Zahl? Bei Asymptomatischen liege die Übertragungswahrscheinlichkeit bei unter einem Prozent.“
  • In einem Sommercamp in Georgia, USA, haben sich zum Beispiel innerhalb von wenigen Tagen 51 von 100 Kindern im Alter von 6–10 Jahren infiziert. Es ist dasselbe Virus, warum sollten österreichische Kinder auf wundersame Weise immun sein?Unter 10-jährige seien von Corona praktisch nicht betroffen.“
  • In Deutschland und Österreich sind von den unter 50jährigen jeweils 1% an der Infektion gestorben. Das ist immer noch wenig, in Anbetracht dessen, dass wir erst am Anfang der Pandemie stehen, ist es aber dennoch mehr alsbis zum 50. Lebensjahr liege das Risiko, daran zu sterben, bei fast Null
  • Ein positiver PCR-Test bedeutet, dass die Infektion im Körper nachgewiesen wurde. Hat man gleichzeitig Symptome, ist man krank. Hatte man nie Symptome, wurde die Infektion entweder schon durchgemacht (asymptomatisch) oder Symptome stehen noch bevor (präsymptomatisch). Insofern hängt die Bedeutung von den klinischen Symptomen und dem zeitlichen Verlauf ab, ob Symptome auftreten oder nicht. Die folgende Aussage halte ich für irreführend, denn sie untergräbt den Nutzen der PCR-Tests: Ein positiver PCR-Test heißt nicht, dass man krank ist oder wird – oder infektiös ist.

Über Longcovid wollte der Redakteur leider nichts schreiben, so entsteht der Eindruck zum wiederholten Male, dass es nur tot oder genesen geben würde.