Tag 401: Erdbeben in Wien spürbar

Ich lag schon im Bett, Schlafzimmertür angelehnt. Fenster gekippt. Plötzlich fing es leise an zu klopfen. Originelle Zeit, um Nägel in die Wand zu klopfen, dachte ich zuerst. Dann wurde das Klopfen immer lauter. Es klang so, als ob jemand hinter meiner Schlafzimmertür stand. Das war doch ein wenig beunruhigend. Es wurde noch lauter und ich dachte spontan, der Windzug ließ sie gegen den Türrahmen schlagen – was meistens der Fall ist bei stärkerem Wind, doch hatte ich dann immer die gegenüberliegenden Fenstertüren gekippt. Nachdem ich die Vornacht viel zu wenig geschlafen hatte, konnte ich nicht klar denken, stand auf, und machte die Tür richtig zu. Wunderte mich noch, weil eigentlich überhaupt nicht viel Wind ging. Minuten später sah ich auf Twitter dann, dass es tatsächlich ein Erdbeben gewesen ist. Subjektiv schwankte auch das Bett noch ein wenig.

Ich hab in meiner Studienzeit in Innsbruck zwei Erdbeben erlebt und in Wien bisher auch zwei, an die mich noch gut erinnern kann. Das erste im Nachtdienst (5. Stock), da saß ich grad am Bürostuhl und schwankte etwas, dabei hatte ich gar nichts getrunken. Alle vier Beben fühlten sich relativ ähnlich an, da kam der Impuls aus dem Erdboden, also von unten. Das war ein regelrechtes Blubbern, mir fällt kein besseres Wort dafür ein.

Das Beben hier war anders, nämlich wirklich in der Horizontalen versetzend, sodass es die Tür gegen den Rahmen schlug. So hab ich es schon lang nicht mehr erlebt, zuletzt beim Roermond-Beben vom 13. April 1992. Da knarrte das Bett und der Kleiderschrank wurde durchgerüttelt. Roermond hatte 5,9 auf der Richterskala in 18km Tiefe und einer Dauer von 15 Sekunden – das stärkste Erdbeben in Mitteleuropa seit 1756. Das Neunkirchner Erdbeben um 0.57 hatte eine Stärke von 4,4 und lag in 9km Tiefe. Bereits am 30. März gab es dort ein Beben der Stärke 4,7 in 10km Tiefe.

Das Erdbeben in Kroatien am 29.12.2020 mit Stärke 6,4 in 10km Tiefe war auch in Wien deutlich spürbar. Eigentlich hätte ich mich auf Arbeit in 90m Höhe befunden, hatte da aber gerade Mittagspause und war einkaufen. Im Billa hab ich gar nichts gespürt und dachte erst, man wollte mich verarschen, als es hieß, das ganze Gebäude hätte geschwankt.

Sonst…. war heute mal eine kleine Auszeit angebracht, die ich für eine Radausfahrt nutzte. Dabei wurde ich zwischen den Schauern nur kurz nass und hatte recht lange schönen Rückenwind auf der Donauinsel. Zuvor bin ich ein Stück den Donaukanal entlang gefahren. Außer mir trug kaum jemand Masken, aber es waren auch kaum Leute unterwegs. Das Maskengebot also nur Politikshow, anders war es nicht zu erwarten. Auf der Donauinsel wechselte ich auf die OP-Maske, da gings nur um Pollenreduktion für die Lungen. Das gelang gut. Keine Beschwerden.

Das Erpelzentrum lag heute im Prater.
Multizellengewitter über dem Wienerwald, abziehende Schauerzelle über dem Süden von Wien,
fotografiert vom Kraftwerk Freudenau
Nach dem Regen (Donauinsel)
Am Lusthauswasser

Ein Gedanke zu “Tag 401: Erdbeben in Wien spürbar

  1. Ich habe das Erdbeben gepflegt verschlafen.
    Aber das Roermond-Beben kam auch sicher nach Thüringen. Die Jahreszahl muss hinhauen, weil ich mich daran erinnern kann, als in unserer Wohnung mein Papa mich auf einen Riss in der Wand hinwies und mir sagte, das stammt von einem Erdbeben.
    Und ich dachte immer, solche Szenen wie im Film „Erdbeben“ haben bei uns nicht zu suchen.

    Ansonsten sehr schöne Fotos von Deiner gestrigen Fahrradtour. Das Blumenfoto hat es mir sehr angetan.

    Liebe Grüße,

    S.

    Gefällt 1 Person

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