Ich bin noch eher skeptisch, ob jetzt das große Umdenken kommt in der Regierung. Gestern fanden erste Beratungen der Regierungen statt, heute, Samstagvormittag, eine Expertenrunde, von denen vier vor die Presse traten, erfreulicherweise ohne einen Politiker daneben. Das ist neu. Ihre Aussagen waren recht deutlich, wenn auch teilweise realitätsfern. Verpflichtendes Homeoffice, um die Kinder zuhause betreuen zu können – das bringen nicht alle unter einen Hut, sei es wegen beengter Räume, wegen dem Job selbst, wegen einem Mangel an Computer/Laptops/Tablets. Da hätte man sich an Uruguay orientieren können, einem erfolgreichen Südamerikastaat, der allen Schülern gratis Tablets anschaffte. Aber wir sind hier in Österreich, wir haben fest damit gerechnet, dass keine zweite Welle im Herbst kommt, sonst hätte man im Sommer alles vorbereiten können.
Es wird Zeit, den Fakten ins Auge zu schauen: Wir haben keinen Lockdown. Das Leben hat sich weitgehend normalisiert wie vor dem zweiten Lockdown, mit Ausnahme von Freizeit- und Kulturbetrieben, Geschäften und Lokalen. Die Schulen sind zwar offiziell geschlossen, inoffiziell findet aber Betreuung statt, zum Teil in Form von Unterricht. Skigebiete mit Gondelaufstiegshilfen sind offen. Wer vor die Tür geht, wird kaum Auswirkungen der Ausgangsregeln sehen, denn man darf nicht raus, außer man möchte. In den öffentlichen Verkehrsmitteln ist viel Betrieb, vor allem werktags sind zu den Rush Hours die Sitzplätze meist besetzt. Das heißt, die Empfehlung zum Homeoffice sehen viele Arbeitgeber nicht verpflichtend. Das war im März und April noch anders. Als Teil der kritischen Infrastruktur bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und hab daher seit Beginn der Pandemie ein gutes Bild über die Nutzungsfrequenz zu den Randzeiten.
Sonst verhalten sich erfreulicherweise mehr Leute vernünftig als vorher. Ältere Bekannte, die COVID lange Zeit verharmlost haben, ärgern sich nun über jene, die die offenen Skigebiete tatsächlich ausnutzen, obwohl sie selbst begeisterte Skifahrer sind. Dann setzt man halt mal eine Saison aus, kein Drama. Das große Problem ist die Unglaubwürdigkeit in der Gewichtung der Maßnahmen. Lockdown mit offenen Skigebieten ist kein Lockdown. Gleichzeitig erleben wir eine absurde Abschiebung der Verantwortung der Bevölkerung. Im Dezember wurden das Skifahren unter anderem von Wintertourismusministerin Köstinger heftig beworben. Jetzt tun Teile der Bevölkerung genau das, was die Liftbetreiber und für “berufliche Zwecke” geöffneten Hotels erhofft haben. Im Frühjahr waren es die Parks und Donauinsel, im Sommer der Donaukanal und Badestrand, im Winter die Menschenmengen auf den Rodelpisten und vor den Gondeln, für die Boulevardpresse das gefundene Fressen. Bei den Maßnahmen generell setzt die Regierung auf stupides Befolgen, nichts anderes tun die Menschen, die jetzt Ski fahren gehen, so stupide das optisch aussieht und so sehr man kurzzeitig das Ansteckungsrisiko erhöht, aber sie tun nur das, was erlaubt ist. Das passt manchen jetzt auch wieder nicht. Statt die Liftbetreiber und die Gemeinden zur Verantwortung zu ziehen, wird der Bock zum Gärtner gemacht.
In Summe geht es sich auf Dauer nicht aus, wenn man der Bevölkerung privat und in ihrer Freizeit ständig Vorschriften macht und sie dann anpatzt, wenn sie das tun, was erlaubt ist. Gleichzeitig herrscht weiterhin ein lascher Infektionschutz in der Arbeit, keine Verpflichtung zum Homeoffice und der Schutz der Schulen steht immer noch in den Sternen. Obwohl ich mich die meiste Zeit sehr diszipliniert verhalte und Masken auch dann trug, als sie noch nicht verpflichtend waren, und obwohl ich keine prekäre Jobsituation habe, fühle ich mich bisweilen wie ein moderner Sklavenarbeiter. Du sollst keinen Spaß haben, sondern hackeln. Das frustriert insbesondere dann, wenn jene, die sich undiszipliniert verhalten, im wesentlichen dazu beitragen, dass die zweite Welle nun schon ewig dauert und so schnell kein Ende finden wird.
Ausblick aus dem Zimmer im Kurhotel mit starkem Schneefall, 19. Jänner 2020
Vor einem Jahr nahm das Unheil seinen Lauf.
On the evening of [30 Dec 2019], an “urgent notice on the treatment of pneumonia of unknown cause” was issued, which was widely distributed on the Internet by the red-headed document of the Medical Administration and Medical Administration of Wuhan Municipal Health Committee.
Ein Jahr später hält das Virus die Welt in Atem, oder besser gesagt außer Atem, über 1.8 Millionen Menschen sind bisher an SARS-CoV2 gestorben. Geschätzte mehrere Millionen erholen sich von einem schweren Verlauf oder Long Covid. In Österreich haben wir darüber keine Statistik, sondern nur “genesen” oder “tot”.
Die heimische Politik hat immer noch nichts gelernt aus dem Versagen der letzten Monate. Im Gegenteil. Kritik perlt an der Teflonregierung, die alles richtig gemacht hat, ab, gerne mit dem Verweis aufs Ausland, dass alle die gleichen Probleme haben würden, was nicht stimmt, aber der Durchschnittsösterreicher, der keine ausländischen Nachrichten sieht oder versteht, glaubt diese Ausrede.
Die Strategieänderung der Regierung, zuerst auf (gescheiterte) Massentestungen zu setzen und dann auf freiliges “Freitesten” aus dem Lockdown erinnert mich an den Cluster im Weißen Haus. Die begleitende Kommunikation ist wie immer eine Katastrophe und zeigt grundlegende Mängel im wissenschaftlichen Verständnis auf. Dazu später mehr.
Während der Pandemie ist vor der (nächsten) Pandemie. Wir sind völlig unvorbereitet auf die neuen Virusvarianten aus Südafrika und Großbritannien, die rasch die derzeitig dominante Variante verdrängen und deutlich ansteckender sind. Vor einigen Wochen habe ich mich gefragt, wie gut wir auf die nächste Pandemie mit einem neuartigen Virus vorbereitet sein könnten, doch jetzt waren die Mutationen schneller. Schlecht sind wir vorbereitet, weil uns grundlegende Maßnahmen zur Eindämmung fehlen, wenn wir Aerosole als Übertragungsweg ignorieren, und weil wir immer noch glauben, weiche Lockdowns würden ausreichen, den wirtschaftlichen Schaden gering zu halten.
Wasserpark Floridsdorf mit S-Bahn-Garnitur im Hintergrund
Heute ausnahmsweise wieder ein Text, der sich mit dem Titel meines Blogs beschäftigt. Es geht um die überraschende Ankündigung der Wiener Linien, die Fahrpläne am Wochenende teils deutlich auszudünnen. Das trifft vor allem Mitarbeiter der systemkritischen Infrastruktur, die seit Beginn der Pandemie den Laden am Laufen hält, und das ohne je besondere Wertschätzung, Personalaufstockung oder Gehaltssteigerungen erfahren zu haben. Es sind gerade Krankenhaus- und Pflegepersonal, Sanitäter und generell Schichtarbeiter, die frühmorgens unterwegs sind. Das betrifft auch mich direkt, der zum Tagdienst zwischen 5.50 und 07 Uhr unterwegs ist, und nach dem Nachtdienst zwischen 07 und 08 Uhr zurückkommt.
Zitatsammlung von Gesundheitsminister Anschober (zur Vergrößerung anklicken)
Gesundheitsminister Anschober kann sich die “Wucht und Dynamik” der zweiten Welle immer noch nicht erklären. Ich übersetzte am 06. Juni (Tag 87) ein Statnews-Artikel, wie man einen zweiten Lockdown verhindern könne. Österreich hat davon fast alles falsch gemacht: Die Regierung hat nicht auf kleine Zahlen geachtet (Nr.2), hat zu langsam gehandelt (Nr.3), hat bei prekären Jobs nicht aufgeklärt und für mehr Schutz gesorgt (Nr. 5), sie haben die Wahrheit verborgen (Kinder sind Teil des Infektionsgeschehens, schwere Verläufe betrifft auch junge Menschen, Triage wurde nötig; Nr. 6) und die Abstandsregel nie an neue Erkenntnisse über Aerosole angepasst, wodurch man deutlich mehr dafür hätte werben müssen, draußen zu feiern statt drinnen einen Meter Abstand zu halten (Nr. 7), milde Fälle mit Schnupfen wurden aus den Testkriterien gestrichen (Nr. 8), man hat zu wenig getan, um infizierte Personen eines Haushalts zu isolieren (z.b. Quarantäne in Hotels verbringen statt zuhause; Nr. 9) und Quellcluster herauszufinden (Nr. 10) zu viel auf Wunschdenken gesetzt (Kinder weniger infektiös; Nr. 13) und schlecht kommunziert (Nr. 14).
Am 13. Oktober (Tag 216) rantete ich mich auf Englisch aus und beschrieb schon ausführlich, weshalb Österreich die zweite Welle versaut hat. Eine längere Fassung auf Deutsch schrieb ich am 22. November (Tag 254). Jetzt ist Ende Dezember und Gesundheitsminister Anschober kann sich immer noch nicht erklären, warum die zweite Welle so viel stärker ausfiel als die erste.
Quelle: Covid-19 “Long Hauler” Symptoms Survey Report, Indiana University Schoolf of Medicine and Survivor Corps, not peer-reviewed
Der Beginn des ersten Lockdowns war vor recht genau neun Monaten. Wir, und damit meine ich alle, die seit Beginn auf Wissenschaftler hören, die unbequeme Fakten aussprechen, wissen, dass Aerosole eine zentrale Rolle in der Verbreitung des Virus spielen, können nicht leugnen, dass Kinder sich infizieren und andere anstecken können, und das bei der Wahl der Schutzmaßnahmen eine gewichtige Rolle spielt, egal wie viel oder wenig sie zum Infektionsgeschehen beitragen. Wir wissen, wie effektiv Masken sind und wir wissen seit Monaten schon, dass Langzeitfolgen existieren. In Österreich gibt es weiterhin nur die Unterscheidung in “gesund”, “genesen” und “Intensivstation”, “tot” und keinen Graubereich dazwischen.
von Yaneer Bar-Yam, der seit fünfzehn Jahren mit Pandemie-Ausbrüchen arbeitet. Er zeigt die Differenzen in der Pandemiebekämpfung zwischen dem Westen (großteils erfolglos) und erfolgreicher Länder einschließlich Neuseeland und Australien in diesem Grundsatzartikel auf. Eine originalgetreue Übersetzung ist leider wenig verständlich für die meisten. Daher nachfolgend eine sinngemäße Übersetzung:
Erfolglose Staaten
Erfolgreiche Staaten
reagierend
proaktiv und zielorientiert agierend
Abschwächung (Übertragung verlangsamen)
Vernichtung (Übertragung stoppen)
Langsam auf steigende Infektionszahlen reagieren, indem man härtere Maßnahmen einführt (Wachstum nicht gestoppt)
Massive Beschränkungen zu Beginn, erst lockern, wenn die Zahl der Neuinfektionen so gering ist, dass Contact Tracing und lokale Cluster-Bekämpfung funktionieren
Wirtschaftliche Tätigkeiten und Reisen so lange wie möglich offen lassen, mit Hammer und Dance wirtschaftlichen Schaden verlängern.
Großes Opfer zulasten der Wirtschaft und Reisetätigkeit zu Beginn, dann profitieren von rascher Wiederaufnahme wirtschaftlicher Tätigkeit
Fokus auf wenige Solidaritätsverweigerer
Anerkennung, dass Mehrheit solidarisch ist, wenn man klare Richtlinien und Unterstützung vorgibt – das alleine zählt für Erfolg, da Vernichtung eine zuverlässige Strategie ist.
Falsche Annahme, dass eine Pandemie eine stabile Situation wäre, wo man das Gleichgewicht zwischen Gegenkräften aufrechterhalten muss.
Dynamische Situation, wo rasch gehandelt werden muss, so kann man aus einer Situation der Verlierer zum Gewinner werden.
Naive wirtschaftliche Denkweise, nach der ein Kompromiss zwischen Wirtschaft und Virusbekämpfung möglich ist
Nur ein kurzfristiger wirtschaftlicher Rückschlag ermöglicht, die Wirtschaft normal zu öffnen ((wie korrekt durch McKinsey, BCG, IMF und andere zutreffende wirtschaftliche Analysen erkannt)
Wir müssen “mit dem Virus leben” *
Wir können das Virus vernichten und zu unserem gewohnten sozialen und wirtschaftlichen Leben zurückkehren.
Auf einen High-Tech-Impfstoff warten, der uns alle heilt
Klassische effektive Pandemiebewältigung anwenden, wie Isolierung/Quarantäne von Individuen und größeren Gruppen, um die Übertragung vollständig zu stoppen.
Virus als medizinisches Problem des Einzelnen und Eigenverantwortung, sich selbst anzustecken
Virusbekämpfung als kollektive Anstrengung mit Führungspersönlichkeiten, die klare Informationen bereitstellen, ein öffentliches Gesundheitssystem, das sich bevölkerungsweit um den Schutz vor Übertragung kümmert und gesundheitliche Folgeschäden durch niedrige Infektionszahlen so niedrig wie möglich gehalten werden können
* Währenddessen in Österreich ….
Chefepidemiologin der AGES, Daniela Schmid:
“Wir werden mit SARS-CoV-2 leben. Es wird sich etablieren wie Influenza.” (21.09., “ImZentrum”)
Leiter der Sektion für Öffentliche Gesundheit der AGES, Franz Allerberger:
“Die Hoffnung, dass wir das Virus mit strengen Maßnahmen ausrotten können, können wir abhaken.” (18.09., Linz)
Präsident der Ärztekammer Oberösterreich, Peter Niedermoser:
“Viren gibt es schon immer und wir leben damit.” (18.09.. Linz)
Infektiologe Günther Weiss:
“Wir müssen trotz Corona-Virus ein normales Leben führen” (08.10., Tirol TV)
#Dontyouforgetaboutme – Opferkerzen vor dem Bundeskanzleramt, Bild: anonym
Wie feiern wir jetzt Weihnachten? Am besten gar nicht. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Deutschland empfiehlt einen harten Lockdown. Die österreichische Regierung, namentlich Kurz, hat die Chuzpe, ihre Politik der verschlafenen Maßnahmen bestätigt zu sehen.
“Die große Katastrophe konnte verhindert werden”, sagte Anschober auf einer Pressekonferenz am 10. Dezember. Der Minister meint damit die kritische Grenze von rund 800 Betten. Spitalsmitarbeiter sehen das anders. Die Angehörigen von über 4200 Covid-Toten bei täglich über 100 Toten auch. Geradezu schizophren, dass Anschober ausgerechnet am ersten Tag nach dem Lockdown mit Spitalsmitarbeitern vor Ort spricht, und trotz der “extremen Ausnahmesituation” an die Eigenverantwortung der Menschen appelliert.
Gelernt hat man seit März nichts, wenn man sich ansieht, was heute angekündigt wird: Da ist von Maskenpflicht am Arbeitsplatz die Rede, wenn der Abstand nicht eingehalten werden könne. Das ist bereits jetzt in vielen Büros der Fall, nützt aber NÜSSE gegen Aerosolübertragung!
Auch für das Jahr 2021 wird es wieder einen Wand-Kalender geben. Motive sind ausschließlich von meinen Wanderungen im Jahr 2020, einschließlich der Katze am Deckblatt (es hat sich mittlerweile zu einem Spleen entwickelt, dass ich bei jeder Wanderung eine Katze oder alternativ ein anderes Tier fotografiere), meistens Landschaften, Berge, Naturdetails. Alle Bilder unterliegen meinem Copyright.
Größe: A3, waagrecht, Hintergrund: schwarz
Mindestbetrag: 20 Euro (inklusive Versand)
Bezahlung: per Überweisung
Bestellschluss: Nachfrist bis zum 22.12.20, 12 Uhr , im Anschluss wird als Sammelbestellung versendet
Versand: Der Kalender wird in Deutschland produziert, Versand per Post bzw. Paketdienst (Österreich)
Spendenerlös: Aus aktuellem Anlass wird der Erlös ausschließlich an die CFS-Hilfe Österreich gespendet.
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis, auch Chronic Fatigue Syndrome oder Chronisches Erschöpfungssyndrom) ist eine schwere Multisystemerkrankung. Vermutlich sind mindestens 25.000 ÖsterreicherInnen betroffen. Hauptsymptom ist eine allumfassende körperliche sowie geistige Erschöpfung und Schwäche, die durch Ruhe nicht verbessert wird. Die Lebensqualität bei ME/CFS ist im Schnitt schlechter als bei anderen schweren Erkrankungen, wie etwa MS oder Lungenkrebs.
Hintergrund: Die Spätfolgen von Covid19 können jenen von ME/CFS ähneln oder sich dahin entwickeln. Angesichts der hohen Zahl an Neuinfektionen ist zu erwarten, dass die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren deutlich zunimmt. ME/CFS ist nicht selten, dennoch ist in Österreich ME/CFS praktisch unbekannt, es gibt nur wenige Ärzte, die sich damit auskennen, z.b. Michael Stingl.
Bei Interesse schreibt bitte ein E-Mail mit Eurer Postanschrift an outflowboundary (at) gmx.at – ich sende dann die IBAN, auf die der Betrag überwiesen wird, ggf. kann ich eine Auswahl der Kalenderbilder zeigen.
Wir hatten im Sommer sehr sehr niedrige Ansteckungszahlen nach dem Lockdown und haben dann durch Reiserückkehrer, und insbesondere auch durch Menschen, die in ihren Herkunftsländern den Sommer verbracht haben, uns Ansteckungen wieder ins Land hereingeschleppt.
Bundeskanzler Kurz am 02. Dezember 2012, Pressekonferenz
Als ich das das erste Mal gelesen habe, fehlten mir die Worte. Meine Mitbürger, die wie ich einen Migrationshintergrund aufweisen, aber im Gegensatz zu mir hier vor allem gemeint sind, haben die richtige Antwort gegeben:
Als jemand, der seit seinem dritten Lebensjahr in Österreich lebt, hier zur Schule gegangen ist, studiert hat, arbeitet, Steuern zahlt, kann es doch nicht sein, dass mir der Bundeskanzler während einer Pressekonferenz das Gefühl gibt, dass ich nicht zu Österreich gehöre und Schuld an einer zweiten Corona-Welle und Hunderten Toten bin. Was soll das?
Einen fundierten Faktencheck gab es auch von Puls24 und eine Menge von Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund waren über diese Worte erschüttert, sowohl inhaltlich als auch von der Wortwahl. Assoziationen mit der “Balkan-Schlepperroute”, mit “Migranten, die Krankheiten einschleppen” waren wohl nicht zufällig. Das ist übrigens klar rechtsradikal und erinnert daran, wie Juden in den 30er Jahren zu Sündenböcken gemacht wurden. Wehret den Anfängen, warne ich da.
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