Unnötig

WordPress hat leider seinen grauslichen Blockeditor zur Default-Einstellung gemacht und ich komm damit überhaupt nicht klar. Alles ist total unübersichtlich und Inhalte gingen auch schon verloren. Im Firefox lädt der Editor überhaupt nicht, speichern geht auch nicht, blablaquakquak, ich bin der Anwendertyp, brauche eine niederschwellige Benutzeroberfläche, ich will keine neue Programmiersprache lernen müssen. Wenn ich das könnte, würde der Blog professioneller aufgezogen werden. Aber ich will es nicht können, ich hab dafür nicht die Zeit und vor allem keine Geduld. Mit Gewalt erzwingen geht nicht. Mich macht das rasend, wenn von einem Tag auf den anderen umgestellt wird ohne vernünftige Alternative. Ich hab für so einen Mist wirklich keine Ressourcen.

Für heute fehlt mir die jetzt die Lust.

Tag 170: NHS, CDC, WHO, AGES – unglückliche Kommunikation

Die SARS-CoV-2-Pandemie zeichnet sich auch durch eine unglückliche Rolle der führenden Gesundheitsbehörden in den Staaten und der WHO aus. Ich kann mich an eine Folge von John Campbells Podcast über das Virus erinnern, wo er kein gutes Haar am britischen NHS lässt. Das US-amerikanische CDC ließ vor kurzem neue Test-Richtlinien verlautbaren, die sehr umstritten sind. Die österreichische AGES schreibt in ihrer Corona-FAQ, die u.a. auch auf der Seite der Ärztekammer verlinkt war und an Betriebe verteilt wurde, kein Wort zu Aerosolen und dass Abstände in Innenräumen eben nicht ausreichen, um sich vor der Ansteckung zu schützen. Die WHO weigerte sich monatelang, die Wirksamkeit von Masken anzuerkennen, was ein gefundenes Fressen für Kritiker dieser Maßnahmen war.

Als Laie maße ich mir nicht an, vermeintliche fachliche Defizite zu kritisieren, sondern die oft widersprüchliche Kommunikation, die Verwirrung und zunehmende Skepsis in der Bevölkerung hervorruft und letztlich dazu führt, dass die Maßnahmen nur widerwillig eingehaltet werden und bei der kleinsten Lockerung sofort alle Vorsicht über Bord geworfen wird. Continue reading →

Tag 165: Am Berg gibts kein Corona

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Wanderurlaub in den Rottenmanner Tauern

Eine Woche Urlaub Mitte August, während die Zahl der positiven Covid-Tests wieder stark ansteigt. Ursprünglich – vor Corona – wollte ich ins Ausland, dachte an Italien, Schweiz oder Slowenien. Dann überlegte ich eine Woche an den Grünen See bei Tragöß im südlichen Hochschwab. Doch dank der massiven Steiermarkwerbung war das favorisierte Hotel schon ausgebucht und angesichts Berichte über extremen Tagestourismus befürchtete ich dasselbe für die anderen Unterkünfte. In diesem Sommer hatte ich schon mehrmals – auch unter der Woche – erlebt, wie sonst selten frequentierte Bergregionen wesentlich mehr Trubel erlebten als sonst. Ohne Auto bin ich auf öffentlich gut erreichbare Ziele angewiesen. Das schränkt schon ziemlich ein, speziell, weil einsame Regionen – no na – schlechter ans öffentliche Netz angebunden sind. Dann machte auch das unbeständige Sommerwetter einen Strich durch die Rechnung, so blieben nur zwei stabile Bergtage übrig. Seit Anfang Februar hatte ich bis dahin erst eine Nacht auswärts verbracht (im Freinerhof im Oberen Mürztal Ende Juni). Meine Wahl fiel schließlich auf eine Berghütte in den Rottenmanner Tauern – die unglücklicherweise über eine Mautstraße erreichbar ist, aber in der Eile tat ich mir schwer, ein anderes Ziel zu finden.

Ich blogge schon seit Mitte März sehr regelmäßig über das Virus und kenne daher die Risiken. Zwei Tage Hüttenübernachtungen waren natürlich ein Risiko. Lager kam für mich nicht in Frage, das reduzierte die Auswahl auf öffentlich erreichbare Hütten mit Zimmer. Am meisten fürchtete ich mich vor längerem Aufenthalt in geschlossenen Räumen, also beim Abendessen und Frühstück – auch deshalb wartete ich lange ab, bis sich die Wettervorhersage als absolut stabil herausstellte. Im Folgenden mein – leider sehr ernüchternder – Bericht über drei Tage am Berg: Continue reading →

Tag 159: Der unsichtbare Gast

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Quelle: SACK Cartoon

Seit dem Lockdown in Österreich sind nun fünf Monate vergangen. Die Grundlagen stehen längst fest: Wir wissen, wie das Virus verbreitet wird und wie man sich davor schützen kann. Wir wissen mit ein wenig Verzögerung über mögliche Spätfolgen Bescheid und dass Immunität großteils auch bei mildem Verlauf gegeben ist. Genauso absehbar ist, dass wir vorsichtig bleiben müssen, bis ein signifikanter Anteil der mobilen Weltbevölkerung gegen das Virus geimpft wurde. Am Beispiel Neuseeland (Stand, 17.08.) sieht man derzeit eindrucksvoll, dass es nicht ausreicht, monatelang vorbildlich zu handeln und dann die Vorsicht schleifen zu lassen. Solange das Virus weltweit zirkuliert, kann es jederzeit zurückkommen. Die Auszeichnung “coronafreies Land” ist nicht für die Ewigkeit in Stein gemeißelt. Um ehrlich zu sein: Die Krisenpolitik hierzulande ist unerträglich. Die schwerste Krise der Welt in hundert Jahren ist der falsche Anlass, um auf dem Rücken der Bevölkerung populistische Lobbypolitik zu betreiben. Ich verstehe aber auch große Teile der Bevölkerung nicht, die extrem obrigkeitshörig agiert und anscheinend unfähig ist, selbst zu denken. Continue reading →

Tag 153: Das Jahr ohne Urlaub

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Urlaub für mich heuer nur über Tagesausflüge

Viele Diskussionen drehen sich im Kreis. Da geht es ewig lang um den Babyelefant, also den Mindestabstand von einem Meter. Das wird so wenig verstanden wie das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln. Einen Tag später werden viele Lebensmittel bereits weggeworfen. In Österreich wird so viel über den Meter Abstand debattiert, dass der sachliche Hintergrund ignoriert wird. Dazu ein exemplarischer Fall, wie “Vorschrift ist Vorschrift” den Hausverstand aussetzt:

Die Familie erfuhr, dass ihre Tischnachbarin im Hotelrestaurant Corona-positiv getestet wurde. Das Management in dem Hotel teilt den Gästen als Corona-Maßnahme für deren Aufenthalt einen fixen Tisch zu. Die Tische wurden mit einem Meter Abstand zueinander angeordnet. Dieser Mindestabstand wird vom Tourismusressort und der Wirtschaftskammer empfohlen. Holz-Babyelefanten auf der Anlage erinnern zusätzlich daran.

Die Familie wurde zu ihrer Verwunderung von der Bezirkshauptmannschaft als Kontaktpersonen mit hohem Infektionsrisiko eingestuft.

Da passieren so viele Denkfehler. Der erste Denkfehler überhaupt ist, dass ein Meter Abstand bereits ausreicht. In vielen Ländern sind es zwei Meter (“six feet”). Der zweite Denkfehler ist, zu glauben, das Virus werde nur über Tröpfcheninfektion übertragen, also große, sichtbare Spucketröpfchen, die bei feuchter Aussprache oder Husten entstehen. Außerdem reicht ein einziger Nieser, dass die Tröpfchen quer über den ganzen Raum transportiert werden. Der dritte Denkfehler ist das völlige Ignorieren des Unterschieds zwischen Aufenthalt im Freien und in geschlossenen Räumen. Ich dachte, das hat man gründlich und ausführlich genug beschrieben, besprochen, angemahnt. Continue reading →

Tag 148: Weshalb Argumente gegen die Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole nicht stichhaltig sind (Übersetzung)

Vorwort des Blogautors: In meiner Twitter-Timeline, aber auch in manchen Onlinemedien einschließlich Zackzack wurde die letzten Tage wurde öfter die Studie von Klompas et al. von der Harvard School als Gegenargument zur Aerosolübertragung genannt. Der Aerosolwissenschaftler Jose-Luis Jimenez hat sich die Mühe gemacht, einen ausführlichen Gegenkommentar zu verfassen. Ich halte die Erkenntnisse darin für so wichtig, dass ich den Text dafür ins Deutsche übersetzt habe.

Donald K. Milton unterteilt in einem weiteren Artikel Aerosole je nach Ablagerung in den Atemwegen (respiratory aerosols oder Schwebstoffe <2.5 μm | PM2.5), in der Brust (thoracic aerosols oder Schwebstoffe <10 μm | PM10) und inhalierbare Aerosole (inhalable aerosols oder vollständige schwebende Schwebstoffe mit 100–200 µm, die durch die Nase eingesaugt werden können | Einheit TSP).

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Tag 145: Was an Informationen fehlt …

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Bewegung im Freien – die beste Prävention

Nehmen wir für einen Augenblick an, Österreichs Regierung hätte nicht mit Angst vor 100 000 Toten gearbeitet, sondern hätte eine Chefvirologin, Chefepidemologin oder mehrere Chefvirologinnen ernannt, die bei jeder Pressekonferenz dabei sind und den Sinn der einzelnen Maßnahmen erklären. Die Bevölkerung wäre kontinuierlich und umfassend über die Gefahr des Virus, die Übertragungswege und die Schutzmaßnahmen aufgeklärt worden. Dies wäre überdies mit der Ansprache an die “lieben Bürgerinnen und Bürger von Österreich” geschehen und Gesundheitspersonal sowie Sozialarbeiter wäre in Orte oder Grätzel mit hohem Anteil nichtdeutscher Muttersprache gegangen, um Infoblätter in diversen Sprachen auszuteilen. Ich weiß nicht, ob wir in so einem Szenario so ein hohes Wurschtigkeitslevel wie derzeit erlebt hätten – die viel zitierte Eigenverantwortung, die in Wahrheit Fremdverantwortung und Solidarität bedeutet, hätte als Grundlage Wissen gehabt. Wenigstens in Grundzügen eine Ahnung darüber, dass ich unbemerkt Träger und Weitergeber des Virus sein kann und das Risiko drinnen viel größer ist als draußen. Das von mir gerne zitierte Vorbild Vietnam (siehe Tag 122: Mittendrin) hat zwei wesentliche Leitsätze, die für mehr Verständnis, aber auch gegenseitige Solidarität förderlich sind:

  • Klare Kommunikation ist entscheidend: Eine klare, konsistente und ernsthafte Erzählung ist während der ganzen Krise wichtig.
  • Ein starker gesamtgesellschaftlicher Ansatz beteiligt unterschiedlichste Interessensgruppen im Entscheidungsprozess und ermutigt zum Zusammenhalt bei geeigneten Maßnahmen.

Klarerweise hat Österreichs Regierung nichts davon durchblicken lassen. Es wurde (Wien-) Wahlkampf auf Kosten der Minderheiten und der wachsenden Bevölkerungsschicht geführt, die jetzt durch die Krise ihren Job verloren, Einkommenseinbußen erlitten haben oder ihren Job noch verlieren werden, weil die Pandemie noch mindestens ein Jahr lang andauern wird.

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Tag 140: Die vergessenen Kranken

Zwischenablage01

Quelle: Dashboard Gesundheitsministerium, Stand 29.07.2020

Angst haben sollte man nicht nur vor dem Tod, sondern vor den Komplikationen und Spätfolgen einer Covid19-Erkrankung. Im Ausland häufen sich die Berichte über schwerwiegende Folgen, obwohl zwei PCR-Tests in Folge längst negative Ergebnisse liefern und man in der Statistik offiziell als genesen aufscheint. In anderen Fällen verbleibt das Virus noch monatelang im Körper, wird aber von den Tests nicht immer in ausreichender Menge detektiert. So kommen die meisten vermeintlichen “Wiederansteckungen” zustande. Die Post-Covid19-Symptome ähneln teilweise frappierend der unerforschten ME/CFS-Erkrankung, die vielfach mit einem dauerhaften Verlust an Lebensqualität einhergeht. In Österreich fehlt die Aufklärung über Komplikationen weitgehend – insbesondere, dass sie auch bei milden Verläufen in Heimquarantäne (nicht Spital!) auftreten können und damit auch sportliche und kerngesunde (junge) Menschen betroffen sein können. Anfang April wurde noch vor eine Welle mit 100 000 Toten gewarnt, aber vor den Folgen einer Erkrankung wird kaum hörbar gewarnt. Der sprunghafte Anstieg an Rhinoviren (Schnupfenviren), die sich ähnlich verbreiten wie SARS-CoV-2-Viren, deutet auf zunehmende Nachlässigkeit in der Bevölkerung beim Einhalten der Hygieneregeln hin. Was fehlt: Eine wissenschaftlich fundierte Aufklärungsoffensive. Virus ernstnehmen, selbst wenn die meisten Verläufe mild sind – aber Folgeschäden zeigen sich mitunter erst Monate oder Jahre später, wie bei der Spanischen Grippe auch. Continue reading →

Tag 138: Ein Land ohne Hoffnung

Das Gesamtkonzept betrübt mich. Ich kenne die Rechtfertigungen der Grünen inzwischen zur Genüge. Eine ÖVP-Minderheitenregierung wäre nach dem erzwungen Aus der schwarzblauen Koalition kein Thema gewesen. Die SPÖ war (und ist) zu schwach und innerlich gespalten. Es blieb nur die grüne Partei übrig. Das Koalitionsabkommen sieht den gleichen Kuhhandel wie bei schwarzblau vorher vor. Die Grünen stimmen widerwillig mit den Schwarzen, gegen ihre Überzeugungen und den Wählerwillen, um Schlimmeres zu verhindern. Eine Koalition des kleineren Übels. Die großen Projekte, die direkt die Lebensqualität der Bevölkerung verbessern würden, etwa im Arbeitsrecht, im Fremdenrecht, in der Bildung und in der Gesundheit, scheitern alle am schwarzen Widerstand. Sie haben keine Mehrheit, die herrscht mit den Blauen bzw. mit den NEOS. Die Justizministerin Alma Zadic macht einen fantastischen Job und die Umweltschutzvorhaben von Gewesseler sind sicherlich durchdacht, aber was die direkten Auswirkungen der Pandemie betrifft, überwiegt der Schaden, den die ÖVP mit ihrem sturen neoliberalen Kamikazekurs anrichtet. Continue reading →

Tag 136: Die zweite Welle

Nun ist sie da und sie kann niemand mehr wegleugnen. In allen Ländern, wo die Maßnahmen gelockert wurden, gibt es wieder starke Anstiege. Nachlässigkeit und Sorglosigkeit wirft man der Bevölkerung vor, aber zumindest in Österreich ist das eine Täter-Opfer-Umkehr. Denn es war Kanzler Kurz höchstpersönlich, der Mitte Juni erklärt hat, dass die gesundheitliche Krise nun überstanden sei. Alle haben anscheinend gedacht, bis Herbst wäre das Virus auf Urlaub, erst im Herbst käme die zweite Welle und in unserem kleinen Land wäre alles ganz anders als im Rest der Welt. Dabei hat sich schon im Frühsommer gezeigt, dass das Virus im Gegensatz zur Influenza keinem saisonalen Verlauf unterliegt, sondern die Reduktion im Frühling auf Abstandsregeln und Masken zurückzuführen war und nicht auf UV-Licht und steigende Temperaturen. Wenn man aber allgemein davon ausgeht, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird mit dem gleichen Mechanismus wie alle anderen Virenerkrankungen (uabhängig davon, wie groß das betrachtete Tröpfchenspektrum ist), dann war die zweite Welle absehbar, sobald die Mobilität wieder anstieg und die Zahl der physischen Kontakte wieder zunahm. Auch bei der Spanischen Grippe gab es eine zweite Welle.

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