
Krisensituation, mal wieder. Eskalation am 24.10. (Tag 227), Fahrplan in die Hölle am 04.12. (Tag 266) und mit Anlauf in die dritte Welle am 04.03. (Tag 354). Die Situation ist jetzt speziell im Osten, aber auch zunehmend in den anderen Bundesländern richtig ernst. Ansteckerendes Virus, mehr symptomatische Verläufe auch bei jüngeren Menschen und schwerere Verläufe obendrauf. Die Spitäler sind voll, Staudinger wirkte gestern in der zib2 sehr ernst und angeschlagen (Transkript). Die beschlossene Osterruhe, wie der halbherzige Lockdown beschönigend genannt wird, kommt zu spät und dauert zu kurz. Es ist allen Experten klar, dass er viel länger dauern muss – nicht sechs Tage, sondern eher sechs Wochen. Jetzt ist es zu spät zu handeln, wir werden in Wien Szenen wie in London zum Jahreswechsel erleben. Triage, lange Wartezeiten von Rettungswägen vor den überfüllten Ambulanzen. Kollateraltote durch verschobene Herz- und Tumoroperationen. Vieles wird sich erst später zeigen und in keiner COVID-Statistik sichtbar.
Das Rezept für den Ausweg aus dem Lockdown und der Minderversorgung durch das Gesundheitssystem habe ich im letzten Blogeintrag beschrieben.
Die aktuelle Prioritätenreihung erinnert mich an den März 2020. Gestern Abend fuhr ich am Donaukanal vorbei und malte mir bereits aus, wer sich über die Menschenansammlungen beklagen würde, und wer die Szenarie so fotografieren würde, dass es nach besonders dicht gedrängten Menschen aussähe. Eine Stunde später wurde ich bereits auf Twitter fündig. Ja, sie saßen eng zusammen und viel Platz war nicht zwischen den Spaziergängern. Mir persönlich wäre das zu eng gewesen. Ich fuhr zum Glück auf der anderen Seite vom Kanal mit dem Rad (Slalom). Es ging allerdings ein böiger Ostwind und zerstob die Aerosolwolken. Ist man draußen vor Ansteckung sicher? Nein. Ist es draußen besser als drinnen? Ja sicher! Ist so ein Verhalten klug? Mehr Abstand wäre sicherlich besser. Entstehen große Cluster? Wahrscheinlich nicht. Was nun? “Pandemic shaming” ist kontraproduktiv.
Was fehlt, ist Aufklärung …
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