
Bewegung im Freien – die beste Prävention
Nehmen wir für einen Augenblick an, Österreichs Regierung hätte nicht mit Angst vor 100 000 Toten gearbeitet, sondern hätte eine Chefvirologin, Chefepidemologin oder mehrere Chefvirologinnen ernannt, die bei jeder Pressekonferenz dabei sind und den Sinn der einzelnen Maßnahmen erklären. Die Bevölkerung wäre kontinuierlich und umfassend über die Gefahr des Virus, die Übertragungswege und die Schutzmaßnahmen aufgeklärt worden. Dies wäre überdies mit der Ansprache an die “lieben Bürgerinnen und Bürger von Österreich” geschehen und Gesundheitspersonal sowie Sozialarbeiter wäre in Orte oder Grätzel mit hohem Anteil nichtdeutscher Muttersprache gegangen, um Infoblätter in diversen Sprachen auszuteilen. Ich weiß nicht, ob wir in so einem Szenario so ein hohes Wurschtigkeitslevel wie derzeit erlebt hätten – die viel zitierte Eigenverantwortung, die in Wahrheit Fremdverantwortung und Solidarität bedeutet, hätte als Grundlage Wissen gehabt. Wenigstens in Grundzügen eine Ahnung darüber, dass ich unbemerkt Träger und Weitergeber des Virus sein kann und das Risiko drinnen viel größer ist als draußen. Das von mir gerne zitierte Vorbild Vietnam (siehe Tag 122: Mittendrin) hat zwei wesentliche Leitsätze, die für mehr Verständnis, aber auch gegenseitige Solidarität förderlich sind:
- Klare Kommunikation ist entscheidend: Eine klare, konsistente und ernsthafte Erzählung ist während der ganzen Krise wichtig.
- Ein starker gesamtgesellschaftlicher Ansatz beteiligt unterschiedlichste Interessensgruppen im Entscheidungsprozess und ermutigt zum Zusammenhalt bei geeigneten Maßnahmen.
Klarerweise hat Österreichs Regierung nichts davon durchblicken lassen. Es wurde (Wien-) Wahlkampf auf Kosten der Minderheiten und der wachsenden Bevölkerungsschicht geführt, die jetzt durch die Krise ihren Job verloren, Einkommenseinbußen erlitten haben oder ihren Job noch verlieren werden, weil die Pandemie noch mindestens ein Jahr lang andauern wird.









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