COVID-19

SARS-CoV2 ist der Name des Virus. Die zugehörige Erkrankung wurde von der WHO Anfang 2020 COVID-19 genannt, um in China – das bereits die SARS-CoV-Epidemie 2003/2004 durchlebt hat – keine Panik auszulösen.

SARS steht für Severe Acute Respiratory Syndrom und das Lungenversagen in der Akutphase der Erkrankung, wie es vor allem zu Beginn der Pandemie in Erscheinung getreten ist.

COVID-19 most often causes respiratory symptoms that can feel much like a cold, a flu, or pneumonia. COVID-19 may attack more than your lungs and respiratory system. Other parts of your body may also be affected by the disease.” (CDC)

Virologen wissen seit über 40 Jahren, dass Coronaviren Organe und Gefäße schädigen und Langzeitfolgen auslösen können (Robb and Bond 1979).

Seit den ersten Autopsien von Covid19-Patienten ist klar, dass die Infektion zwar über die Atemwege stattfindet, aber nicht darauf beschränkt bleibt, sondern es sich um eine systemische Gefäßentzündung handelt (Varga et al. 2020, Wadman et al. 2020), die schwere Mikrozirkulationszerstörungen auslösen kann. Dana G. Smith schrieb im Mai 2020, dass Covid19 eine Blutgefäßerkrankung sein könnte, „was alles erklärt“. Die britische Heart Foundation erläutert ausführlich, wie Corona die Gefäße schädigt (BHF 2023). Viele Studien haben seitdem diese Erkenntnisse untermauert, dass Gefäßerkrankungen und Thrombosen für zahlreiche Symptome verantwortlich sind (Libby and Lüscher 2020, Lei et al. 2021, Wygrecka et al. 2021, Spudich and Nath 2022). Das Virus verändert die endotheliale Zellelastizität und verursacht dadurch eine vaskuläre Dysfunktion, die Blutflußregulation wird gestört und Entzündungen geraten außer Kontrolle (Kubisiak et al. 2024, Libby 2024).

Auch Influenza ist eine systemische Erkrankung, die Lungenepithelzellen und Gefäßendothel schädigen kann – allerdings vorwiegend bei Patienten mit entsprechenden Vorschädigungen.

Verlaufssschwere

Offiziell gilt alles als mild, was noch nicht mit Sauerstoff im Krankenhaus behandelt werden muss. In der Öffentlichen Kommunikation wurde mild mit harmloser Schnupfen assoziiert.

  • Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung ohne Spitalsaufenthalt, Monate bis Genesung = mild
  • Kopfschmerzen, Migräne, hohes Fieber, schreckliche Glieder- und Muskelschmerzen = mild
  • völliger Geruchs- und Geschmacksverlust = mild

Mittelschwere bis schwere Formen, die durch eine hypoxämische Lungenentzündung gekennzeichnet sind, die eine stationäre Behandlung mit StandardO2 erfordern, sehr schwere COVID-19-Formen, die zu einem akuten Atemnotsyndrom (ARDS) führen, das eine zusätzliche Beatmungsunterstützung und die Aufnahme in die Intensivstation erfordert.

Alte Menschen kommen eher auf eine Normalstation und versterben dort oft, bevor sie intensivmedizinisch behandelt werden. Jüngere Menschen werden eher beatmet und kommen bei Lungenversagen an die ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung). Patienten, welche oft wochenlang auf der Intensivstation lagen, leider später häufig unter PICS (Post-Intensive Care Syndrom), welches mit psychischen, kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen einhergeht.

In der Akutphase der Pandemie erholte sich nur ein Drittel der hospitalisierten Patienten innerhalb eines Jahres (Evans et al. 2022), die Sterblichkeit war acht Mal höher als bei nichthospitalisierten Patienten (Ayoubkhani et al. 2021). Anekdotisch kommen heute vor allem ältere Patienten auf die Normalstation, die zuhause alleine nicht mehr versorgt werden können. Viele können schon nach wenigen Tagen entlassen werden. Covid-19 kann aber nach wie vor schwere und tödliche Verläufe nach sich ziehen!

Im laufenden Jahr 2025 kommt es vermehrt bei Kleinkindern sowie älteren Menschen zu Spitalsaufenthalten. Schulkinder und Erwachsene im erwerbsfähigen Alter erkranken kaum noch schwer an Covid19.

Altersstruktur und Geschlecht (hellgrün: männlich, dunkelgrün: weiblich) bei Covid19 – Betrachtungszeitraum 2025 (SARI-Dashboard)

Akute Symptome

Entgegen anderslautender Zeitungsmeldungen hat sich an den Kernsymptomen einer Covid19-Erkrankung nichts geändert:

  • starkes Halsweh
  • Schnupfen
  • Trockener Husten
  • Muskel- und Glieder-, manchmal Gelenkschmerzen
  • manchmal Geruchs- und Geschmackslust
  • manchmal Fieber und Schüttelfrost
  • manchmal auch Magen-Darm-Symptome oder Bindehautentzündungen

Bei Kindern treten Magen-Darm-Symptome häufiger auf, ebenso anhaltende Brustschmerzen, Dehydrierung oder Atemnot.

Sterblichkeit

Bei der Sterblichkeit wird zwischen Fallsterblichkeit (CFR) und Infektionssterblichkeit (IFR) unterschieden.

Die CFR liegt in der Regel höher als die IFR, weil nur diagnostizierte (erkrankte) Personen betrachtet werden, während epidemiologische Modellrechnungen auch die nicht diagnostizierten Fälle mit einschließen (Dunkelziffer).

Riedmann et al., COVID-19 case fatality rate and infection fatality rate from 2020 to 2023: Nationwide analysis in Austria (04/2025)

Interpretation: CFR deutlich höher bei alten Menschen und in Pflegeheimen. CFR nahm mit späteren Varianten ab, als die Immunität durch Infektion und Impfung zunahm. Geimpfte hatten eine deutlich niedrigere CFR für jede Variante/Altersgruppe.

CFR pro Variante: 2% Wildtyp, 0.9% Alpha, 0.5% Delta, 0.1% Omicron

Mehrere Ergebnisse sind auf das Simpson-Paradoxon zurückzuführen, etwa, weil die Gruppe der geimpften Personen tendenziell viel älter ist und die der Infizierten viel jünger. So erscheint so, als ob die CFR bei den Geimpften höher ist.

Bei BA.1 betrug die CFR 0.08%, bei BA.2 0.18% und BA.5 0.19%.

Einschränkung: Endpunkte wie IFR/CFR bedeuten ein Risiko eines Collider-Bias, da die Wirksamkeit der Impfungen/vorherige Infektion einen Selection Bias erzeugen könnte, der die Immuneffekte verzerren kann (siehe Monge et al. 2023).

Sterblichkeit in Zusammenhang mit SARS-CoV2 bis Ende der Meldepflicht.
Todesfälle in Österreich: Jeder Punkt ist ein Todesfall auf der Zeitachse. Grafik: Erich Neuwirth (12.07.23)

Die tödlichste Welle war die zweite Welle im Herbst 2020 vor der Impfung, die zweittödlichste die vierte Welle im Herbst 2021, als aufgrund innenpolitischer Turbulenzen zu spät ein Lockdown für die Gesamtbevölkerung verhängt wurde.

Dank der fortschreitenden Immunisierung der Bevölkerung durch wiederholte Impfungen und mehrfache Infektionen ist die Sterblichkeitsrate deutlich zurückgegangen. In Österreich ist seit Ende der Meldepflicht jedoch nicht mehr direkt feststellbar, wie viele Tote es pro Variantenwelle gibt. Die Übersterblichkeit war in der JN.1-Welle (2023/2024) noch deutlich erhöht.

Stand Mai 2025: Die Sterblichkeitsdaten von 2024 zeigen eine weitere Reduktion bei 65+ Jahren – damit liegt die Sterblichkeit wieder auf dem Niveau vor der Pandemie.

In Entwicklungsländern war die Infektionssterblichkeitsrate 2-3 mal höher als in Industrieländern, wegen mehr Übertragungen und schlechterer Gesundheitssystemen (Levin et al. 2022)

Statistik Austria für das Jahr 2024

  • Gesamt: 1212 Covid-Tote
  • 0-14 Jahre: 0
  • 15-54: 12
  • 55-59: 11
  • 60-69: 70
  • 70-74: 74
  • 75-79: 134
  • 80-89: 585
  • 90 und älter: 326

Statistik Austria 2020-2024:

  • 2020: 6491
  • 2021: 7863
  • 2022: 6317
  • 2023: 2719
  • 2024: 1212

“An” oder “mit” Covid19 gestorben?

“Ich habe Diabetes Typ 1. Ich bin gesund genug, um Ultramarathons zu laufen. Wenn ich von einem Bär angegriffen werde und die Intensivstation Probleme bekommt, meinen Blutzucker auszubalancieren, während sie sich um die Bärenwunden kümmern… und ich sterbe, dann ist der Bär die Ursache für meinen Tod.” (Carrie Diulus, Orthopädin)

Die Zahlen sind eindeutig: Die Mehrheit der Todesfälle sind auf die direkte Ursache SARS-CoV2 zurückzuführen. Im ersten Bericht des deutschen Autopsie-Registers waren es 86% und nur 14% listeten SARS-CoV2 als Begleiterkrankung auf. Die häufigste Ursache war eine Schädigung der Lungenbläschen gefolgt von Multiorganversagen (Stillfried et al. 2022).

Auch nach Analysen der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) kam die Mehrheit der Patienten in Österreich aufgrund von Corona ins Spital (Trauner et al. 2023), bis Ende 2021 war das bei 82% der Spitalspatienten der Fall, das ergaben Antworten des Gesundheitsministeriums an den VfGH.

Wo sterben die Corona-Patienten?

Die Mehrheit der Todesfälle geschieht außerhalb eines Krankenhauses (Ferro and Riganti 2024). Für die ersten beiden Pandemiejahre lag die Sterblichkeit der Spitalspatienten in Österreich bei 17% (Zajic et al. 2023). In Kanada sind während der ersten Welle 39% der Patienten, die sich im Spital angesteckt haben, später verstorben (Melancon et al. 2022). Nierenschäden und Ungeimpft-Status förderten die erhöhte Sterblichkeit bei Ansteckungen im Spital in den ersten Jahren (Kim et al. 2023). In Victoria, Australien starben mehr als 600 Menschen, nachdem sie sich im Krankenhaus angesteckt hatten (The Age, 26.06.23). Die Unterlassung von „anlasslosen“ Tests bei der Patientenaufnahme fördert Todesfälle (Pak et al. 2023).

In Indien starben 6-7% der hospitalisierten Patienten in den ersten 12 Monaten nach der Entlassung, am häufigsten Männer ab 40 Jahre und Diabetiker. Geimpfte starben um 60% seltener als Ungeimpfte. Die häufigste Todesursachen waren Lungenembolien, Herzerkrankungen und bei Kindern Nierenschäden (Kumar et al. 2023).

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung sinkt nur dann, wenn jüngere Menschen sterben.

Nach einem kurzen Einbruch durch die Pandemie steigt die Lebenserwartung weltweit wieder (Quelle: Our World in Data)

Durch die Pandemie sank die Lebenserwartung um fast vier Jahre, am schlechtesten schnitten osteuropäische Länder und die USA ab (Schöley et al. 2022).

Übersterblichkeit

Die offiziellen weltweiten Covid-Toten beziffern sich auf 7 Millionen Opfer, doch mit der geschätzten Übersterblichkeit geht man von rund 28 Millionen Todesopfern aus.

2023 gab es eine weltweite Übersterblichkeit von 3,2 Millionen Menschen (Economist)

Europa

Vor allem in den Wellen des zweiten Pandemiejahrs (Delta insbesondere) war die Übersterblichkeit in Regionen und Ländern mit besonders niedriger Impfrate besonders hoch, darunter Ostdeutschland und ganz Osteuropa.

Übersterblichkeit während der Coronapandemie: Große regionale Unterschiede in Europa (Pressemitteilung, 31.07.24)

Galmiche et al., Patterns and drivers of excess mortality during the COVID-19 pandemic in 13 Western European countries (09.12.24 – „benefit of early implemention of NPIs and swift rollout of vaccines to the most vulnerable“)

Bonnet et al., Spatial Variation in Excess Mortality Across Europe: A Cross-Sectional Study of 561 Regions in 21 Countries (20.02.24)

Deutschland

In Deutschland gab es im ersten Halbjahr 2024 trotz Alterung der Gesellschaft rund 20 000 Tote weniger als 2023 und 2023 weniger als 2022. Im Juni 2024 waren es +1% Übersterblichkeit bezogen auf den neuen Durchschnitt 2020-2023, aber verglichen Zeiträumen vor der Pandemie waren es immer noch +10%.

Übersterblichkeit 2020-2022 in Deutschland, Quelle: SPIEGEL

UK

Australien

In Australien sah man klar die Vorteile ihrer ZeroCovid-Politik: Die ersten Pandemiejahre gab es sogar eine Untersterblichkeit. Mit den Öffnungen ab 2022 stieg die Übersterblichkeit deutlich an.

Übersterblichkeit in Australien 2020-202212% Übersterblichkeit 2022 in Australien

Südafrika

Südafrika hatte drei Mal so viel Übersterblichkeit wie Sterblichkeit, die Omicron-Welle war dort nicht viel milder als vorherige Varianten, wurde aber als Richtwert für die Bewertung von Omicron („Weihnachtsgeschenk“) genommen (Quelle).

Österreich

Anhaltend hohe Übersterblichkeit, aber unklar, ob Baseline stimmt

Schweiz

USA