Dies ist eine Überarbeitung meiner FAQ-Sektion auf coronafakten.com.
Warum waren Intensivstationen die falsche Ziel- und Steuerungsgröße in einer Pandemie?

Man darf nicht vergessen, dass sich hinter diesen grünen Balken menschliche Schicksale verbergen – Patienten, die schlecht Luft bekommen, weil sie wie gerade ältere, gebrechliche Personen durch die Infektion zu schwach sind, um sich selbst zu versorgen, oder weil sich durch die Infektion ihre Grunderkrankung wie Herzschwäche oder Niereninsuffizienz verschlechtert hat.
„Die Ernsthaftigkeit einer Infektionswelle ist nicht nur an den Belagszahlen von Intensivstationen zu bemessen, sondern auch an den volkswirtschaftlichen Kosten von massenhaften Krankenständen und den noch nicht abschätzbaren Langzeitfolgen weiterer Long-Covid-Patient*innen. Krankenstände, die die Personalprobleme in den Spitälern weiter verschlimmern, sind unbedingt zu vermeiden und vulnerable Personen in Spitälern durch konsequentes Maske tragen zu schützen.“ (Wiener Patientenanwalt Jelinek, Presseaussendung 15.12.2023)
Die Mehrheit der Covid-Patienten starb während der Pandemie auf den Normationen, weil gerade ältere Menschen häufig intensivmedizinisch nicht mehr behandelt wurden (Kosten-Nutzen-Abwägung oder bei Triage nachgereiht). Die Krankheitsschwere ist dank der Bevölkerungsimmunität insgesamt zurückgegangen, das heißt, selbst bei hohen Infektionszahlen werden relativ gesehen weniger Schwerkranke im Spital aufgenommen als in der Akutphase der Pandemie. Der Fokus auf Spitalskapazitäten, erst Recht Intensivbetten, war neoliberales Denken: Es ging nicht um Menschenleben, sondern nur um freie Betten, die man befüllen kann, bis alle Kapazitäten weg sind. Und dann, wenn es keine freien Betten mehr gab, erst dann wurden wieder Maßnahmen eingeführt, die zu spät kamen, weil die Infektionszahlen bereits so hoch waren, dass die Zahl der Schwerkranken noch ein paar Wochen länger stieg.
Mein Freund/Mitbewohner/Kind hatte Covid. Warum habe ich mich nicht angesteckt?
Wie ist es möglich, dass mein Partner – oder Kind, Mitbewohner, einen positiven Coronatest hatte und ich mich nicht ansteckte, obwohl wir im gleichen Raum schliefen oder im gleichen Haushalt leben? Haben sie nicht tagelang infektiöse Partikel ausgeatmet, die ich eingeatmet habe?
Mein Freund/Mitbewohner/Kind hatte Covid. Und ich nicht. Wie geht das?
Wie ist es möglich, dass mein Partner – oder Kind, Mitbewohner, einen positiven Coronatest hatte und ich mich nicht ansteckte, obwohl wir im gleichen Raum schliefen oder im gleichen Haushalt leben? Haben sie nicht tagelang infektiöse Partikel ausgeatmet, die ich eingeatmet habe?
Folgende Faktoren bedingen, dass man sich nicht zwingend anstecken muss:
- Die infizierte Person ist nicht zwingend mehr ansteckend, bevor sie Symptome zeigt: Wenn man sich infiziert, dann dauert es eine Zeit, bis die ersten Symptome erscheinen (Inkubationszeit). In den ersten Pandemiejahren war das Hauptproblem, das man ansteckend sein konnte, bevor erste Symptome auftauchten (Arons et al. 2020). Mit fortschreitender Dauer der Pandemie hatte aber jeder von uns schon Kontakt mit dem Virus, entweder durch Impfung, Infektion oder beides. Das Immunsystem kann den Erreger nun rascher erkennen und reagiert mit Symptomen schon auf geringe Virusmengen bei Exposition – noch bevor wir ansteckend werden (Frediani et al. 2023).
- Menge an ausgeschiedenem Virus: Die meisten Menschen scheiden nur wenig Virus aus. Die Mehrheit der Infektionen wird durch eine kleine Zahl an Personen verursacht, den sogenannten Superspreadern (Wegehaupt et al. 2023). Mit steigender Immunität nimmt die Menge und Dauer der Infektiösität ab.
- Menge an eingeatmeten Virus: Entscheidend sind die Dauer der Exposition und die Konzentration des Erregers in den Aerosolen (Ferretti and Fraser 2023) für das Risiko, sich zu infizieren. Wer geimpft und/oder infiziert ist, und nur eine kleine Virusdosis abbekommt, kann eine Infektion eher verhindern als mit einer hohen Virusdosis (Lind et al. 2023).
Die Menge an eingeatmeten Virus lässt sich reduzieren, indem man eine FFP2-Maske trägt, mobile Luftreiniger benutzt, häufig lüftet. Die Menge an ausgeschiedenem Virus lässt sich ebenfalls reduzieren, indem die infizierte Person eine Maske trägt. Nach einer Impfung und/oder Infektion kann das Immunsystem eine (erneute) Infektion ebenfalls abwehren. Je älter man wird, desto weniger effektiv gelingt dem Immunsystem dies. Und bei chronischen Grunderkrankungen noch weniger.
Es gibt ständig neue Virusvarianten – verändern sich auch die Symptome?
Nein. Die unterschiedlichen Varianten verkörpern weiterhin die Krankheit Covid19 und weisen ähnliche Symptome auf. Das war mit dem Aufkommen von JN.1 der Fall und konnte jetzt auch wieder für XFG nachgewiesen werden.
Braucht man Infektionen, um sein Immunsystem zu trainieren?
Nein, weil das Immunsystem kein Muskel ist und täglich von Abermillionen Mikroben umgeben ist, die es in Schuss halten. Die Antwort muss trotzdem differenzierter ausfallen: Gegen bestimmte Erreger entwickelt das Immunsystem eine spezifische Antwort auf das jeweilige Antigen. Bestenfalls kann man das Immunsystem mithilfe von Impfungen updaten. Doch zirkulieren jährlich auch viele respiratorische Erreger, gegen die es keine Impfung gibt – etwa saisonale Coronaviren, Rhinoviren, Parainfluenza, Enteroviren. Wenn man sich längere Zeit nicht infiziert hat (=/= Erkrankung, viele Infektionen verlaufen asymptomatisch und daher unbemerkt, stille Feiung), können Infektionen wieder deutlicher symptomatisch verlaufen. Das ist nach der Pandemie passiert, als die Schutzmaßnahmen aufgehoben wurden. Die Pandemie hat außerdem Zyklen von Infektionserregern, etwa Mycoplasmen unterbrochen, sodass die Zahl empfänglicher Personen gestiegen ist. Also: Nein, man braucht keine Infektionen, aber sofern man nicht dauerhaft soziale Kontakte meiden will, gewinnt man auch nichts damit, nicht impfbare Infektionen dauerhaft zu vermeiden.
Warum bin ich so oft krank, nachdem ich mich verkühlt habe?
Beispiel neulich vor einer gstopft vollen Berghütte, wo die Wanderer wie auf einer Hühnerstange nebeneinander gepresst saßen. Ich trank mein Getränk lieber vor der Hütte, auch wenn es nebelig, kalt und zugleich windig war. Im Aufstieg hab ich geschwitzt und dann während der Pause gefroren. Trotzdem wurde ich nicht krank. Eine Wandergruppe kam kurz nach uns und musste aufgrund des Platzmangels zunächst ebenfalls draußen warten. Eine Teilnehmerin: “Wir müssen endlich reingehen, sonst erkälten wir uns!”
„ich bin im Regen mit dem Rad gefahren, deshalb jetzt krank.“
„Das war die kalte Klimaanlage im Büro“
„Die Zugluft beim Autofahren.“
Die viralen Infekte, die gemeinhin als „Erkältung“ bezeichnet werden, kommen nicht davon, dass man gefroren hat, sondern von Viren, die von anderen Menschen ausgeatmet werden. Frieren kann das erste Anzeichen eines beginnenden viralen Infekts sein, oder Folge der Wetterbedingungen, aber aus Frieren alleine resultiert noch keine Infektion! Völlig unwichtig ist Kälte nicht, da sie die Funktion der Nasenschleimhaut zur Immunabwehr beeinträchtigt (Huang et al. 2022). Doch auch hier gilt: Zur (respiratorischen) Infektion braucht es immer eine zweite Person, die den Erreger überträgt. Kälte alleine macht nicht krank. Im Fall der Wandergruppe hätte man sich also am ehesten in der warmen Hütte angesteckt, wo sehr viele Menschen auf engem Raum zusammensaßen.
Wenn man SARS-CoV2 wie Influenza behandelt hätte ….
Wie hätte es vor 2020 ausgesehen, wenn man SARS-CoV2 wie Influenza behandelt hätte?
Es gab bereits einen Influenza-Pandemieplan, der Kontaktbeschränkungen sowie Schulschließungen vorgesehen hatte. Unmittelbar vor Pandemieausbruch wurde dieser Plan auch angewendet – nämlich in der schweren Grippewelle 2019/20.
Im Innsbrucker Land wurden einzelne Volksschulen geschlossen. Begründet hat man das so:
„Die Gesundheit hat stets oberste Priorität. Deshalb haben wir uns zu dieser Maßnahme entschlossen.”
“Da Kinder seltener gegen Influenza geimpft sind, können sich die Viren rascher verbreiten und vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen und innerhalb der Familie – bei nicht-geimpften Personen – zu weiteren Ansteckungen führen.”
“Vorbeugung besser als Nachsorge.”
Untenstehende Angaben stammten aus dem zuletzt gültigen Pandemieplan, leider wurde der Link zum Dokument ersatzlos entfernt – eine bei österreichischen Behörden übliche Vorgehensweise. Weiterleitungen oder Hinweise sind hierzulande unbekannt.
“Auf Basis des Epidemiegesetzes kann bereits eine Quarantänisierung von infizierten Personen, die Durchführung von Schutzmaßnahmen bei Gesundheitspersonal oder sonstigen bestimmten gefährdeten Personen (Impfungen, Chemoprophylaxe), Maßnahmen gegen das Zusammenströmen größerer Menschenmengen, Verkehrsbeschränkungen, der Einsatz von speziellen “Epidemieärzten und -innen” sowie die Schließung von Schulen und Kindergärten oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen veranlasst werden.”
“Die Information soll vor allem die Fakten über die Bedeutung der Krankheit, Angaben zur Verbreitung des Virus und das Ausmaß der Epidemie enthalten […]”
Der Influenzapandemieplan wurde überarbeitet – im aktualisierten Plan waren Maskenpflicht und Schulschließungen nicht mehr vorgesehen: Ein klarer Rückschritt, zumal eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der nächste pandemische Erreger wieder von der Influenza abstammt.
Bei der Influenza hat man interessanterweise nie in Frage gestellt, dass Kinder infiziert werden und das Virus weitergeben können. Was bei Influenza gilt, wird bei Covid19 klar missachtet – weder erfuhr die Bevölkerung die Fakten über die Bedeutung der Krankheit [LongCOVID], Angaben zur Verbreitung des Virus [Covid is Airborne] noch über das Ausmaß der Epidemie [Kindergärten und Schulen bzw. über “Haushalt” hinausgehende Ansteckungsquellen]
Warum heißt die Erkrankung überhaupt Covid19 und nicht SARS wie bei SARS-CoV?
Das 1986 HIV genannte Virus löst AIDS aus, eine Immunschwäche. 1986 wurde ein milderer HIV-Stamm entdeckt, das genetisch zu 50% identisch mit HIV war. Es wurde HIV-2 genannt, aber die Krankheit hieß unverändert AIDS.
Das 2019 entdeckte SARS-CoV2-Virus ist sogar zu 79% identisch mit SARS-CoV und die resultierende Erkrankung hätte ebenfalls SARS genannt werden müssen. Denn zu SARS gab es bereits wissenschaftliche Daten zu Übertragungswegen (airborne) und Langzeitfolgen wie LongCOVID. Der Arzt aus Wuhan, Li Wenliang, hatte es korrekt bezeichnet: „7 confirmed cases of SARS were reported … The latest news is, it has been confirmed that they are coronavirus infections, but the exact virus strain is being subtyped“ (mehr dazu in der Chronik zum Versagen in Wuhan).
Die WHO wollte SARS-CoV2 im WHO-China Joint Mission Report (28.02.20) nicht verwenden. Das geht aus einem E-Mail-Verkehr am 22.02.20 zwischen der Technischen Leiterin der MERS-CoV-Abteilung, Markie van Kerkhove, und dem Senior Advisor des WHO-Direktors, Bruce Aylward, hervor. Als Begründung wurde die Geschichte Chinas mit der SARS-Pandemie angeführt. Alyward wollte nicht SARS-CoV2 verwenden, Kerkhove blieb bei COVID-19-Virus. Zuvor hatten sich bereits chinesische Wissenschaftler gegen SARS-CoV2 ausgesprochen (Jiang et al. 2020). In dem Joint-Report wurde Aerosol-Übertragung bei SARS-CoV2 negiert.
Auf der WHO-Website wurde später ausgeführt: „using the name SARS can have unintended consequences in terms of creating unnecessary fear for some populations, especially in Asia which was worst affected by the SARS outbreak in 2003.“
Die WHO vermied SARS-CoV2 und sprach weiter vom „COVID-19-Virus“, eine redundante Bezeichnung, weil das VI bereits für Virus steht (coronavirus disease virus). Mit COVID-19 starteten wir bei Null – ein „neuartiges“ Virus, über das wir angeblich nichts wussten, weder Übertragung noch Folgen für Gefäße und Langzeitschäden. Dabei hätte man aus SARS und Coronaviren generell viel ableiten können und bessere Prävention betreiben als Monate damit zu vergeuden, ob und welche Masken schützen.
Ich werde mit dem Blog-Relaunch die offizielle Bezeichnung COVID-19 für die Erkrankung verwenden.
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