Impfstoffe

Aktueller Impfplan Österreich für die Saison 2025/2026 (10.10.2025)

Hintergrund für Impfstoff-Anpassung

Wenn Veränderungen (Mutationen, Deletionen) an der Oberfläche des Spike-Proteins zu groß werden, könnten neutralisierende Antikörper nicht mehr auf die Zacken (Epitope) des Schlüssels (Spike-Protein) passen und das Virus nicht mehr so gut neutralisieren. Neben Spike-Mutationen gibt es auch Mutationen in anderen Bereichen des Virus, die insbesondere seit den JN.1-Varianten entscheidende Veränderungen hervorrufen können. SARS-CoV2 bildet kontinuierlich neue Varianten aus, die sich immer weiter von der zuletzt dominanten Variante entfernen, gegen die geimpft wurde. Daher müssen die Impfstoffe ebenfalls kontinuierlich angepasst werden.

Der Ende 2020 zugelassene monovalente Wildtyp-Impfstoff wirkte mit zwei Impfdosen gut gegen Alpha und mit drei Impfdosen gut gegen Delta. Von September 2022 bis August 2023 gab es bivalente Impfstoffe mit BA.1/BA.5 (mit Wildtyp-Anteil), die aber nur mäßig gegen Omicron-Varianten wirkten. Im September 2023 wurde der monovalente Impfstoff gegen XBB.1.5 zugelassen, im Juli 2024 der monovalente JN.1-Impfstoff, später der KP.2-Impfstoff. Seit Herbst 2025 wird der LP.8.1-Impfstoff verimpft.

Das Influenza-Modell

Dänemark impft zwischen 1. Oktober und 20. Dezember gegen Grippe und Covid und erzielt damit Impfraten über 70%, am höchsten bei Bewohnern von Pflegeheimen. Bei Schwangeren und Immunsupprimierten gibt es deutlich niedrigere Impfraten.

Seit 1942 wird gegen die saisonale Influenzagrippe geimpft. Auf Basis der Influenzawelle auf der Südhalbkugel und der darin enthaltenen Virusstränge wird für die Nordhalbkugel der jährliche Impfstoff angepasst. Diese passen dann mehr oder weniger gut auf die tatsächlich vorhandenen Virusstränge. Eine Driftvariante kann die Impfwirksamkeit deutlich herabsetzen und eine schwere Grippesaison (wie 2019/2020) verursachen.

Ab etwa Mitte Oktober ist der Impfstoff meist verfügbar. Immunsupprimierten Personen wird empfohlen, möglichst kurzfristig zu impfen, um den größtmöglichen Zeitraum der von November bis April dauernden Influenzasaison abzudecken. Mitunter wird auch zwei Mal geimpft, etwa bei hochexponiertem Gesundheitspersonal. Die Impfwirksamkeit ist gegen Influenza A (H1N1) höher als gegen H3N2 und Influenza B, wahrscheinlich wegen der geringeren Mutationsrate von H1N1 (Kissling et al 2016). Der Schutz ist insgesamt moderat (Impfwirksamkeit rund 44%), junge Erwachsene und ältere Menschen sind schlechter geschützt als Kinder (Guo et al. 2024). Die Impfraten sind in Österreich katastrophal: 2023 und 2024 jeweils nur rund 15-18% bei Influenza und ähnlich schlecht bei Covid19 (siehe Seuchenkolumne von Robert Zangerle 2025).

Krammer und Ellebedy (2023) haben sich gegen das Influenza-Modell für SARS-CoV2 ausgesprochen, weil der Schutz neutralisierender Antikörper rasch nachlässt und stetig neue Varianten nachfolgen. An Pan-Influenza-Impfstoffen würde bereits gearbeitet, die mehrere Stränge abdecken, und ähnliche Impfstoffe, die über die Schleimhaut verabreicht werden können seien dringend gegen SARS-CoV2 notwendig. Zudem zirkuliert SARS-CoV2 ganzjährig, die Influenza nur wenige Monate.

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