Tag 341: Faktencheck Epidemiologin Schmid im Falter-Interview

Epidemiologin Schmid knappe sechs Wochen vor dem – viel zu spät gekommenen – Lockdown im Herbst 2020

Frühere Faktenchecks auf diesem Blog: Allerberger (Tag 231), Apfalter (Tag 238 und Tag 239) und Anschober (Tag 241).

Nun also das Interview der Journalistin Barbara Tóth mit der Chefepidemiologin der AGES, Daniela Schmid. Sie ist auch Sprecherin der Corona-Kommission, welche die Regierung berät, und wird von Franz Allerberger vertreten. Schmid hat das Lancet-Paper von Priesemann et al. (18.12.20) unterschrieben, das zum Ziel hat, die Pandemie in Europa rasch und nachhaltig einzudämmen.

Das Interview beginnt damit, dass sich Schmid an jenem Montag nicht in der Expertenrunde zur Maßnahmenbesprechung einfindet, sondern im Besprechungszimmer des FALTERs. Auch wurde kein Vertreter Schmids bestellt. Schmid wurde vor dem Interview getestet und nimmt die FFP2-Maske zum Gespräch ab.

Das liest sich schon seltsam befremdlich. Medieninterview wichtiger als die Pandemiebekämpfung? Kein Vertreter? Maske abnehmen? Was ist, wenn ihr Test falschnegativ war?

Vorab: Ich bin kein Virologe, kein Mediziner, aber als studierter Naturwissenschaftler mit wissenschaftlicher Methodik vertraut. Für meinen Faktencheck habe ich Medizinjournalistinnen, Mikrobiologinnen und zahlreiche Aussagen von anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herangezogen. Meine Arbeit sollten eigentlich Wissenschaftsjournalisten machen. Ich mache das hier in meiner Freizeit. Ich gehöre keiner Partei an und auch keiner politischen Organisation. Wie immer gilt: check, recheck, double-check.

Faktencheck

Fakt: Coronaviren mutieren weit geringer als andere Viren wie Influenza oder HIV. Die Virusmutationen sind beunruhigend, weil sie die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erschweren. Die Übertragbarkeit wird erhöht, Verläufe sind schwerer, die Wirkung von Antikörpern ist reduziert – das betrifft sowohl die akute Behandlung mit monoklonalen Antikörpern, als auch die Immunität nach Impfung und durchgemachter Infektion.

Charakteristika von SARS-CoV-2 Varianten (Quelle: Robert Zangerle, Wann ist der Corona-Spuk endlich vorbei?)

Schmid behauptet, dass Coronaviren „üblicherweise“ eine hohe Mutationsneigung hätten und das Auftreten von Mutationen nicht überraschend gewesen wäre. Die Medien würden das Auftreten jeder neuen Variante des Virus jetzt als „Drama“ inszenieren.

Coronaviren mutieren deswegen nicht so stark, weil sie eine „proof reading“ RNA-Polymerase (also ein Lektorat) haben. Jede Base wird beim hergestellten Strang zweimal angeschaut, und im Fall, dass eine falsche Base eingebaut wurde, wird die nochmal getauscht (Exonuklease-Aktivität, Gribble et al., 19.01.21). Im Übrigen wurden die Mutationen in der Online-Ausgabe (ausgebessert) und im Print mehrfach falsch bezeichnet, nämlich als B.1.77 und B.1352 – tatsächlich lauten die korrekten Bezeichnungen B.1.1.7 und B.1.351. In der Wissenschaft sollte man exakt bleiben in der Nomenklatur, speziell mit zahlreichen weiteren Mutanten, die ähnliche Ziffernfolgen haben. Einer Wissenschaftsjournalistin wäre das wohl nicht passiert beim Transkribieren der Aufzeichnung des Interviews.

Von den bekannten Mutanten, die jetzt in Europa zirkulieren, sind die in der obigen Tabelle sehr wohl alarmierend. Dazu kommt eine weitere Mutante, die sich in Tschechien ausgebreitet hat (B.1.258∆), die ebenfalls mit erhöhter Übertragbarkeit und Umgehung der Immunantwort einhergeht. Aktuell haben die Bezirke Horn und Mistelbach im Weinviertel, die an Tschechien angrenzen, österreichweit die höchsten Zuwächse. Ob dafür B.1.1.7. oder B.1.258∆ verantwortlich ist, bleibt zunächst unklar. Aber genau da sollte man eben hinschauen, was ungewöhnlich starke Zuwächse verursacht, um noch gegensteuern zu können.

Fakt: Die Britische Variante geht mit höheren Viruslasten als das Ursprungsvirus einher, es ist damit nicht nur ansteckender, sondern führt wahrscheinlich auch zu schwereren Verläufen. Das zeigt eine neue Analyse von NERVTAG in UK.

Schmid liegen dagegen bisher nur Daten vor, die keinen Hinweis auf höhere Virulenz ergeben würden. „Aber natürlich kann ein sich schneller verbreitendes Virus auch zu mehr Infizierten und Erkrankten in der vulnerablen Personengruppe führen, was wiederum zur Steigerung der Hospitalisation führt.“

Zwei neue Studien zeigen erneut, dass B.1.1.7 mit hohen Viruslasten einhergeht (siehe auch Kidd et al., 2020). Den Zusammenhang zwischen Viruslast und Schwere des Verlaufs ist in mehreren Studien nachgewiesen, z.b. bei Westblade et al. (09.11.20), Pujadas et al. (01.09.20) oder Heneghan et al. (26.03.20). Wichtig hierbei ist zu erwähnen, dass ein ansteckenderes Virus nicht nur für vulnerable Personengruppen gefährlich ist, sondern auch Menschen ohne Vorerkrankungen schwer krank machen kann. Die Mutationen führen zur stärkeren Bindung an die ACE2-Rezeptoren und repliziert das Virus schneller im Rachen – beides kann die Virulenz erhöhen. Dann sind außerdem weniger Viren zur Ansteckung notwendig.

Update, 19.00: Ein neues Preprint-Paper von Kissler et al. zeigt keine höhere Viruslast, aber eine längere Ansteckungszeit. Die Zahl der untersuchten Personen ist jedoch sehr klein (n = 7).

Abgesehen davon … das Thema Langzeitfolgen wird hier völlig ausgeklammert. Ein in UK prominentes Opfer war der kürzlich verstorbene Ed Rooksby, der neun Monate unter Long COVID litt. Noch einmal: Das Virus betrifft nicht nur Risikogruppen, sondern alle Altersgruppen. Das Sterberisiko steigt zwar mit dem Alter an, aber schwere Verläufe und chronische Symptome können auch junge, gesunde Menschen treffen.

Fakt: Die südafrikanische Mutation kann dazu führen, dass die Impfstoffe nicht ihre volle Wirksamkeit entfalten können. Tirol hätte daher rasch isoliert werden müssen, um eine überregionale Ausbreitung zu verhindern.

Tóth weist darauf hin, dass 84% aller bestätigten B.1.351-Fälle in Österreich aufgetreten sind und fragt Schmid, ob das die internationale Aufregung um Tirol erklären würde. Schmid antwortet, dass das Virus nicht blöd sei und dass sich B.1.351 durch eine weitere Mutation auszeichne, die ein Ausweichen gegenüber der natürlichen oder durch Impfung erworbenen Immunität ermögliche.

Sonderbare Antwort darauf. Natürlich ist die Aufregung berechtigt, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Tiroler Skigebiete die erste Welle nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa wesentlich mitverursacht haben. Jetzt waren im zweiten Lockdown seit Weihnachten erneut die Skigebiete offen und es fand – obwohl offiziell verboten – erneut Skitourismus statt. B.1.351 verbreitete sich über Skilift-Personal im Zillertal – ein Umstand, der schon dadurch verhindert worden wäre, wenn man die Lifte nie geöffnet hätte. Wer trotz Lockdown und Pandemie Skifahren möchte, muss eben aus eigener Kraft aufsteigen oder einmal für eine Saison aussetzen (es gibt auch Langlaufen, Rodeln und Winterspaziergänge).

Im Fall von B.1.351 bietet AstraZeneca keinen Schutz (10% Wirksamkeit) vor milder und moderater Erkrankung, bei schweren Verläufen oder Todesfällen weiß man es nicht, da die Studie in Südafrika bei jungen Menschen durchgeführt wurde, die generell ein geringeres Risiko für schwere Verläufe oder Tod durch Covid19 haben. Auch mRNA-Impfstoffe zeigen eine verringerte Wirksamkeit, ebenso NovaVax und Janssen (der demnächst zugelassen wird). Das ist auch deswegen problematisch, weil zwischen der ersten und zweiten Impfung je nach Impfstoff mehrere Wochen bis Monate vergehen müssen und der volle Schutz erst mit der zweiten Impfung gegeben ist. Bei hoher Viruszirkulation erhöht eine langsame Durchimmunisierung der Bevölkerung den Selektionsdruck und kann weitere, zunehmend resistente Virusvarianten erzeugen.

Am Mittwoch, 17.02.21 wurden in der TT die ersten sechs Re-Infektionen mit B.1.351 bekannt.

Fakt: Die Anpassung des AstraZeneca-Impfstoffs an neue Varianten kann bis zu einem halben bis dreiviertel Jahr dauern. Bei mRNA sind es mindestens sechs Wochen.

Schmid behauptet, durch eine verlässliche länderübergreifende Genom-Surveillance könnten Impfstoffe rasch auf die neu zirkulierenden Varianten angepasst werden. Im besten Fall würde sich die britische gegen die südafrikanische Variante durchsetzen können.

Im ursprünglichen Impfplan hat Österreich mit 6 Mio bestellten Dosen auf Astra Zeneca gesetzt, um die breite Bevölkerung damit impfen zu können. Die Liefermengen haben sich inzwischen ein paar Mal geändert, fürs erste Quartal vorgesehen sind 1 Mio Pfizer, 200 000 Moderna und 600 000 Astra Zeneca. Problem bei der Anpassung von AZ an neue Varianten ist die Funktionsweise als Vektorimpfstoff – man braucht einen neuen viralen Vektor und dessen Entwicklung dauert.

Die britische Variante ist nicht zwingend ungefährlicher als die südafrikanische Variante, weil auch sie in Einzelfällen bereits die gefährliche E484K-Mutation anreichert, die den größten Effekt auf die Antikörper-Bindung und Neutralisation hat.

Fakt: Das Auftreten der Mutationen in Österreich kann nicht in Echtzeit verfolgt werden, weil nicht flächendeckend gleich viel und zügig sequenziert wird. Es gibt zwar regelmäßig Abwasserproben, die aber lediglich anzeigen, dass ein Infektionsgeschehen bereits stattgefunden hat. Sequenzierungen dauern derzeit bis zu zwei Wochen, weil die Proben zur AGES nach Wien geschickt werden müssen. Von Laer könnte es innerhalb von zwei, drei Tagen in Innsbruck machen.

Schmid bejaht dennoch, dass die AGES die Ausbreitung der Mutationen in Echtzeit verfolgen könnte.

Die Sequenzierungen werden mit Illumina gemacht, die brauchen 3-7 Tage und dann noch 1-2 Tage Computerarbeit, siehe den Tweet von Andreas Bergthaler. Selbst mit ONT (Oxford Nanopore Technologies) würde es 48 Stunden dauern. Von Echtzeit kann keine Rede sein!

Fakt: Es war ein Fehler, die Lockdownmaßnahmen zum 08. Feber zu lockern, sie hätten generell wegen B.1.1.7 beibehalten werden müssen, aber vor allem hätte man in Tirol Gegenmaßnahmen wie Isolierung des gesamten Bundesland bzw. Quarantäne besonders betroffener Regionen einleiten müssen. Das haben zahlreiche Experten gefordert, z.B. von Laer (03.02.21, Kurier) , Bergthaler (04.02., Ö1-Mittagjournal), Wenisch (05.02.21, FellnerTV) oder Gartlehner (09.02.21, ORF-Report).

Schmid vergleicht die Abschottung Tirols mit Fortsetzung des Lockdowns mit Gefängnis pur, „wie eine geschlossene Einrichtung, in der jede der Familien zusätzlich in einer Zelle sitzt.“ Eine liberale Gesellschaft sollte sich das ihrer Meinung nach nicht antun.

Virologe Norbert Nowotny kritisierte, dass im Tiroler Plan die Mobilitätseinschränkungen nur Empfehlungen sind:

„Die bereits bekannten Bezirke, in denen die Mutation aufgetreten ist, sollten unter eine strikte einwöchige Quarantäne gestellt und die dortige Bevölkerung durchgetestet werden.“

Augsburger Allgemeine, 08.02.20

Weiter oben betonte Schmid noch die Inszenierung als Drama durch die Medien, hier dramatisiert sie selbst. Unseren Lockdown mit neun Ausnahmen und erlaubter Benützung von Skiliften kann man wohl kaum als Gefängnis bezeichnen. Die westlichen Bundesländer waren diesen Winter durchaus priviligiert mit den Bergen und Skigebieten vor der Nase, die mit kurzer Anreise erreichbar sind. Einige schwarze Schafe nutzten das gesetzliche Schlupfloch mit den Geschäftsreisen, damit der Skitourismus weiter stattfinden konnte, sowohl von Einheimischen als auch vor allem aus UK und Skandinavien. Gefängnis? Mitnichten, jedenfalls nicht in Tirol. Und wir reden hier nicht einmal von harten Maßnahmen wie strikte Ausgangsbeschränkungen und begleitende Maßnahmen wie Massentests als Freitesten aus der Quarantäne.

Zur liberalen Gesellschaft: Die AGES ist für die Gesundheit zuständig, dazu zählt nach meinem Verständnis die Gesundheit der Gesamtbevölkerung. Privilegien einer liberalen Gesellschaft dürfen nicht zulasten der Gesundheit derer gehen, die sich gegen das Virus schlecht schützen können. Eine Mutante, die die Wirksamkeit ausgerechnet jenen Impfstoffs abschwächt, auf den die Bundesregierung ihren Impfplan maßgeblich gesetzt hat, sollte man kompromisslos eindämmen. Gesundheit steht hier über der Freiheit, sonst könnten wir uns das Epidemiegesetz gleich ganz sparen.

Fakt: Natürlich macht es Sinn, die Herkunft bestimmter Mutationen zu ermitteln, um bei den Maßnahmen treffsicherer zu werden. Sollten wirklich Tiroler Hoteliers über Silvester nach Südafrika gereist sein und hätten von dort das Virus nach Tirol eingeschleppt, dann wissen wir ja, wo man ansetzen muss, um solche zutiefst beschämenden und egoistischen Aktivitäten zu unterbinden.

Schmid hält es für eine ganz schlimme Stigmatisierung, immer eine Person, einen Patient Zero festmachen zu wollen, der es eingeschleppt hätte. Das wäre eine wissenschaftliche Angelegenheit, das Wissen darüber würde nicht unbedingt zur Kontrolle der Verbreitung neuer Varianten beitragen.

Möchte man hier davon ablenken, dass es sich einige Bewohner so richteten, dass sie die Lockdownmaßnahmen de facto umgingen, ebenso die Landeverbote für Südafrika?

Fakt: Contact Tracing funktioniert erst, wenn die Inzidenz niedrig genug ist. Das steht auch in dem Paper, das Schmid unterzeichnet hat:

„Testing and tracing capacities are limited: only with sufficiently low case numbers can the test-trace-isolate-support strategy quickly and efficiently help mitigate the spread.“

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32625-8/fulltext

Als Alternative zur Quarantäne in Tirol nennt Schmid jedoch die Intensivierung des Contact Tracings und die Quarantäne aufgefundener Personen strenger kontrollieren, ebenso die grenzüberschreitende Mobilität einschränken und mit Tests begleiten, um Fehler im letzten Sommer mit den Reiserückkehrern aus den Balkanstaaten zu vermeiden.

Auch Reiserückkehrer haben Kinder, warum gab es im Herbst dann unsichere Schulöffnungen? Das RKI empfahl schon damals ab einer Inzidenz von 50 einen Mund-Nasen-Schutz in Volksschulen, ab 25 in der zweiten Sekundarstufe. Am 23. Oktober 2020 gestand Schmid ein:

„Wie das Virus in die Haushalte kommt, wissen wir nicht. Jeder Haushaltscluster hat einen Quellenfall, dessen Quelle wiederum ungeklärt ist.“

Heute-Zeitung

Bis zum ersten Lockdown-Light dauerte es eine weitere Woche, erst ab Mitte November ging Österreich in den „harten“ Lockdown mit den erwähnten neun Ausnahmen. Die Aufklärungsquote betrug in KW 43 verbreitet unter 50%, am niedrigsten war sie in der Steiermark mit 21%. Da sich bei den offiziellen Seiten ständig die Links ändern, kann ich für diese Zahlen leider keine Quelle angeben. Aktuell beträgt die Aufklärungsquote im Bundesdurchschnitt ca. 60%, am häufigsten wird als Infektionsquelle Haushalt angegeben. Wie das Virus IN DEN HAUSHALT kommt, wird nicht angegeben. Über den Abfluss möglicherweise.

Fakt: Der Schutz von Alten- und Pflegeheimen kann nur funktionieren, wenn die Grundinzidenz niedrig ist (ZeroCovid).

Schmid bezeichnet als größte Fehler der Pandemie u.a. das fehlende begleitende Testen von Reiseaktivitäten sowie den mangelnden Schutz der Alten- und Pflegeheime. Ebenso hätte die Risikokommunikation bottom-up und nicht top-down sein sollen.

Meine Rede, was Risikokommunikation betrifft. Bevölkerung nicht mit Sanktionszeigefinger abholen, sondern sachlich aufklären und Ängste nehmen. Dabei hat die AGES bis heute bei allen wesentlichen Aspekten der Pandemie versagt. Bei der Rolle der Kinder, bei LongCovid, bei Masken und bei der Übertragung über Aerosole hat sie sich gegen den Mehrheitskonsens der Wissenschaftler weltweit gestellt (siehe Tag 127 und Tag 170). Der Höhepunkt wissentlicher Desinformation war das berüchtigte Interview bei „Frühstück bei mir“ von Ö3 mit Allerberger, die dort getroffenen Falschaussagen habe ich einen ausführlichem Faktencheck (Tag 231) unterzogen. Ja, man hätte die Bevölkerung besser mitnehmen können. Die Aufklärung über Aerosole hätte etwa mehr Menschen dazu bewegt, Indoorveranstaltungen zu meiden, die Hochzeit dezidiert nur im Freien abzuhalten statt als geschlossene Veranstaltungen im Wirtshaus. Mit dem Verständnis von Aerosolen hätte man die Outdoor-Gastronomie geöffnet lassen und fördern können und nur indoor verbieten. Ebenso hätte man verpflichtend CO2-Ampeln für Innenräume (Büros, Gastro, Klassenzimmer) anschaffen können, um zu überwachen, wann gelüftet werden muss. Bis heute müssen sich vorsichtige Menschen bösen Blicken oder Sprüchen aussetzen, wenn sie in einer vollbesetzten alten Zugs- oder Straßenbahngarnitur das Fenster öffnen wollen.

Und das mit dem Schutz … welches Land hat es bisher geschafft, bei hohen Inzidenzen vulnerable Gruppen zu schützen? Was ist mit jenen Menschen, die nicht „compliant“ sein können? Menschen mit Behinderung, Migranten mit Angst vor Jobverlust oder beengten Wohnverhältnissen? Wie sollen sich die Menschen im Erkrankungsfall isolieren? Menschen mit Demenz, Bettlägerige, 24-Stunden-Pfleglinge und Betreuer*Innen, Hochrisikogruppen mit Betreuungspflichten? Der einzige wirklich effektive Schutz ist eine starke Reduktion der Fallzahlen. Das steht im von ihr unterschriebenen Lancet-Paper.

Fakt: Ob man die zweite Erkrankungsphase im Herbst nun Welle oder Gipfel nennt, ist I-Tüpfelei. Exponentielles Wachstum führt ungehindert zu einem starken Anstieg an Erkrankungen, die das Gesundheitssystem in Bedrängnis bringen.

Drei Wellen der Spanischen Grippe 1918 und 1919

Daniela Schmid lehnt den Begriff Welle ab, weil „der Begriff ist für mich schon angstmachend. Er erinnert mich an einen Tsunami. Etwas, dem ich hilflos ausgesetzt bin, ohnmächtig. Wie eine Naturkatastrophe.“

Aufallend hier: Schmid benutzt die gleiche Wortwahl wie Allerberger und Apfalter:

Allerberger: „und ich wüsste auch nicht, warum uns jetzt ein zweiter Tsunami bevorstehen sollte, der größer ist als der erste Erkrankungsgipfel!“ (08.07.)

Petra Apfalter: „Wir haben keine zweite Welle, sondern einen Labor-Tsunami.“ (18.09.)

Ironischerweise beunruhigt die Wortwahl Tsunami wesentlich mehr als Welle, welche man rein mathematisch betrachten kann, wenn man sich die Infektionskurven anschaut. Aber geht es hier um Semantik, oder darum, die Bevölkerung frühzeitig abzuholen und sinnvolle Maßnahmen umzusetzen, die auch bei jenen wirken, die – siehe oben – keine Möglichkeit haben, sich „compliant“ zu verhalten.

„Abgesehen davon dürfte sich SARS-CoV-2 nicht homogen wie die Influenza, sondern in Clustern, mittels Superspreadern, verbreiten. Und genau diese Events kann ich nur mit einer „compliant“ Bevölkerung verhindern.“

Dürfte? Das ist spätestens seit Juli bereits Allgemeinwissen.

Fakt: Kinder können sich und andere anstecken. Daher müssen Kinder genauso häufig getestet werden wie Erwachsene.

Schmid fordert eine Erhöhung der Testfrequenz nur für Lehrer und behauptet, die Cluster-Analysen der AGES würden zeigen, dass die primären Indexfälle, jene, die das Virus in die Schulen tragen, in den Volksschulen und Unterstufen Lehrer wären.

Dazu Ex-Schuldirektor Glattauer:Wir Direktorinnen und Direktoren wussten seit Schulbeginn, dass in den Schulen hohe Ansteckung passiert. Und ununterbrochen haben uns alle gesagt: Keine Ansteckung, bis hinauf zum Minister. Das war unerträglich.“

Zahlreiche Studien widerlegen die Behauptung, dass nur Lehrer das Virus in die Schule tragen, u.a. die Gurgel-Studien von Michael Wagner. Ein Massentest an Bremer Schulen widerlegte die These, dass Kinder und Jugendliche sich seltener infizieren als Erwachsene. In zahlreichen Podcast-Folgen hat Virologe Drosten darauf hingewiesen, dass man bei Kindern die gleiche Viruslast wie bei Erwachsenen gefunden hat. Symptomfreie Kinder, einmal angesteckt, können zu Superspreadern werden.

Fakt: Kinder nehmen am Infektionsgeschehen teil wie Erwachsene.

Schmid behauptet, dass die „derzeit verfügbare wissenschaftliche Erkenntnislage“ dafür sprechen würde, dass Kinder nicht die „Treiber“ des Epidemie-Geschehens sind. Sie behauptet, dass sie nicht nur weniger empfänglich wären, sondern auch die Übertragbarkeit der unter 15jährigen eine geringe wäre. Die „Realität“ hätte bewiesen, dass Schulen keine Infektionstreiber wären. Die Volksschulen hätten nie zugesperrt werden müssen.

Tóth spricht von einem „Glaubenskrieg“, dabei geht es in der Wissenschaft nicht um Glauben und Ideologie oder Wunschdenken (welcher Vater und welche Mutter wünscht sich nicht, dass Kinder unbeschadet durch die Pandemie kämen?), sondern um Daten und Fakten. Während Schmid den Begriff Welle ablehnt, benutzt sie hier den unwissenschaftlichen Begriff Treiber. Jedes Individuum, das zur Übertragung beiträgt, treibt die Pandemie an. Dann sind wir alle Treiber. Schmid bezieht sich dabei wahrscheinlich auf ein nicht peer-reviewtes Paper von Great-Barrington-Unterzeichner Ludvigsson (19.05.20). Viele referenzierte Arbeiten darin sind aus Ländern, die Schulen geschlossen hatten oder aus Schweden, in denen Kinder kaum getestet wurden – trotz Todesfällen von Lehrern und IT-Schulpersonal, was für ein Trauma für Kinder! Der nicht unumstrittene Neurowissenschaftler Manfred Spitzer hat die Studie mehrfach zitiert. Ein Kommentar von Alberto Garcia-Salido „zerlegte“ diese Studie.

Schmid oder auch Wenisch beziehen sich bei der geringeren Empfänglichkeit oft darauf, dass Kinder weniger ACE2-Rezeptoren hätten. Dafür haben sie im Schnitt mehr Sozialkontakte als Erwachsene und verhalten sich – dem Alter entsprechend – eher undisziplinierter, nehmen also etwas schneller in die Finger, husten oder schreien sich an. Drosten betonte dabei, dass die geringere Empfänglichkeit eher akademischer Natur sei, in der Praxis hätte das kaum Bedeutung. Im Zuge der zirkulierenden Mutanten nimmt die Infektionsrate bei Kindern zu, wie sich in Israel und Italien zeigt. Auch das spricht für eine bessere ACE2-Rezeptorbindung der Mutanten. Oder anders gesagt: Wenn eine geringere Viruslast für eine Infektion ausreicht, können sich auch Kinder leichter infizieren.

Detail am Rande: Im von Schmid unterschriebenen Lancet-Paper steht auch:

only with sufficiently low case numbers can the test–trace–isolate–support strategy quickly and efficiently help mitigate the spread.23 Hence, milder and more targeted physical distancing measures are sufficient, and schools and businesses can stay open.

Öffnung der Schulen also nur bei niedriger Grundinzidenz und nicht „hätten nie geschlossen werden müssen“.

Fakt: Kinder, die man systematisch untertestet, tragen logischerweise in den Datenanalysen weniger zur Übertragung bei.

Schmid behauptet, dass ihre Daten eine um 25% reduzierte Übertragbarkeit bei Volksschulkindern gegenüber Erwachsenen zeigen würden.

Dazu ein paar Anmerkungen:

  • Die ÖGKJ empfahl, Kinder unter 10 Jahren trotz vorhandener Covid-Symptome nicht zu testen (Quelle).
  • Kinder bis 10 Jahre werden immer als K2 eingestuft, Kinder über 10 Jahre auch, weil sie MNS/FFP2-Maske tragen. K2-Personen sind nicht in behördlicher Quarantäne, sondern werden nur ersucht, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.
  • K1 höchstens Sitznachbarn (entscheidet die Schule).
  • In einem Interview vom 12.10. bei MERYN (ORF) sagte Allerberger, dass Schnupfen kein Covid-Symptom mehr wäre (das RKI ist anderer Meinung!).
  • Da Aerosole eine wesentliche Rolle spielen, können sich entsprechend in einem Klassenraum sehr wohl auch Kinder infizieren, die einige Meter vom Indexfall entfernt sitzen.

In der Summe ergibt sich aus diesen Bestimmungen eine dramatische Untertestung von Kindern und keineswegs eine repräsentative Datenanalyse, wie sie von der AGES hier vorgegaukelt wird.

Fakt: Drosten und zahlreiche weitere seriöse Wissenschaftler nennen zu ihren Zahlen immer wissenschaftliche Studien. Schmid, Allerberger und zahlreiche weitere „Experten“ stellen nur Behauptungen auf.

Tóth sagt: „Auch Christian Drosten vom deutschen Robert-Koch-Institut ist kein Freund von Schulöffnungen.“

Erstens arbeitet Drosten für die Charité Berlin, nicht fürs RKI. Zweitens geht es hier nicht um Freund oder Feind und drittens stimmt das einfach nicht. Auch Drosten ist Familienvater, auch Drosten ist ein Freund offener Schulen, aber nur dann wenn die Infektionszahlen niedrig genug sind, um mit geeigneten Maßnahmen behutsam öffnen zu können. Keine Öffnung unabhängig vom Infektionsgeschehen, besonders im Hinblick auf die Mutationen.

Schmid antwortet, dass Drosten ein hervorragender Virologe und Molekularbiologe wäre, aber die ein oder andere infektionsepidemiologische Einschätzung kritisch hinterfragt werden könnte.

Drosten zieht für seine Aussagen zur Infektiösität von Kindern konkrete Studien heran. Im FALTER-Interview wird von Schmid keine einzige Studie namentlich genannt, sondern nur eine „derzeit verfügbare wissenschaftliche Erkenntnislage“. Wenn wir von Aerosolen als Hauptübertragungsmechanismus ausgehen und von gleicher Infektiöstität bei Kindern wie bei Erwachsenen, dann sind Klassenzimmer, schlecht belüftet noch dazu und ohne CO2-Ampeln als Warnindikator, ideale Superspreading-Orte. Drosten arbeitet nämlich an der Charité auch eng mit dem Herman-Rietschel-Institut zusammen, also mit Aerosol-Wissenschaftlern. Davon kann bei der AGES keine Rede sein.

Fakt: Die Evidenz von Masken ist schon lange belegt.

Schmid behauptet, sie und Allerberger (mit Aussagen zu Masken) wären manchmal recht direkt und das würde dann zugespitzt herüberkommen. Für sie als Wissenschaftler würde gelten, was sich als Evidenz darstellen und belegen lassen würde.

Die Wirksamkeit von Masken zur Unterbindung der Verbreitung infektiöser Tröpfchen und Aerosole ist schon lange belegt (siehe z.b. Czypionka et al., 2020 oder Lindsley et al., 2020) bzw. reduziert Maskenpflicht Covidfälle um 25-40%. Das zeigte auch eine frühe Studie aus Jena (Mitze et al., 2020).

Fakt: Mit dem Virus leben heißt für viele, die sich nicht schützen können, schwer oder dauerhaft zu erkranken bzw. an der Virusinfektion zu sterben.

Schmid behauptet, ein weiterer strenger Lockdown wäre für die Bevölkerung nicht zumutbar.

„Es gibt eine neue Variante, eine neue Herausforderung, mit der müssen wir leben – mehr Testen, mehr Beobachten, mehr kleine, individuelle Freiheiten mit entsprechendem Schutzkonzept.“

„Es geht ab jetzt darum, mit dem Virus zu leben zu beginnen, zu versuchen, es in Schach zu halten, und nicht, es auszurotten.“

Mit diesen beiden Aussagen stellt sich Schmid endgültig ins Lager der Great-Barrington-Befürworter, die Risikogruppen schützen wollen, während die restliche Bevölkerung ein weitgehend normales Leben führen soll. Das steht im krassen Widerspruch zu dem von ihr mitunterzeichneten Lancet-Paper, das zum Ziel hat, die Fallzahlen so stark wie möglich einzudämmen.

„Wenn nur die Hälfte der Kinder in einer Klasse ist, brauchen sie keine Maske mehr zu tragen.“

Aerosole?

„Warum nicht auch einen Fachkongress veranstalten? Alle werden beim Eintritt getestet, bekommen Bewegungssensoren und eine Gruppe trägt Maske, die andere nicht.“

Das klingt nach einem unethischen Experiment. Aus diesem Grund gibt es auch keine Placebostudien zur Wirksamkeit von Masken. Weil es unethisch wäre, eine Gruppe bewusst einem hohen Risiko auszusetzen, wenn sie sich ohne Maske einer hohen Viruslast aussetzen und nachfolgend schwer erkranken. Es würde dann eine Person mit einem falschnegativen Antigentest ausreichen, die ohne Maske alle weitern infiziert. Und nicht vergessen: B.1.1.7 hat eine deutlich erhöhte Übertragbarkeit.

Nachtrag: Dieses Experiment hat es schon gegeben: 49 Teilnehmer bei einem 4-Tage-Kongress ohne Maskenpflicht nach Ankunft und täglicher Tests. Ergebnis? 21 von 49 Teilnehmer bekamen kurz darauf COVID-19, einschließlich des Organisators Peter Diamandis, von den maskierten Hilfskräften kein Einziger (Quelle: Eric-Feigl-Ding)

Fakt: Offene Skilifte erniedrigen die Compliance. Warum ist ein Freizeitvergnügen, dass speziell in Regionen mit vielen Skigebieten vorhanden ist, erlaubt, und andere Freizeitvergnügen verboten? Warum darf ich draußen – wie zeitweise verordnet – keinen Freund treffen, aber mit zehn Fremden in einer Skigondel fahren?

Schmid dreht das Argument um, sie vergleicht das Skifahren in Tirol mit Spazierengehen im Wienerwald oder Eislaufen.

Ja, das gilt fürs Tourengehern mit Skiern oder Schneeschuhen, oder Langlaufen oder Rodeln. Der Punkt sind die Menschenansammlungen beim Schlange stehen mit durchfeuchteten Masken, die Gondelfahrten, das Skiliftpersonal, das sich beim gemeinsamen Essen im Sozialraum ansteckt. Vor allem aber: Offene Skigebiete provozieren Tourismus, der über Einheimische hinausgeht. Das ist ja auch so eingetreten. Skiurlauber aus Wien, Deutschland, UK und Skandinavien. Coronapartys am Arlberg. Skilehrer dort, Geschäftsreisende da.

Ich hörte vor ein paar Wochen zufällig das Radio im Billa-Supermarkt. Der Moderator redete Klartext: „Wer hat denen ins Hirn gschissen? Das ist vollkommener Schwachsinn!“ und noch weitere derbe Ausdrücke, die ich nicht mehr rezitieren kann. Offene Skigebiete, während es kaum bis keinen Schutz in der Arbeit und in den Schulen gibt. Das passt nicht zusammen. Wir haben so zur Verbreitung der gefährlichen Mutanten beigetragen. Tirol ist erneut Virendrehscheibe für ganz Europa.

„Wenn man den Menschen alles nehme, was ihnen Sinn und Freude gibt in ihrem Leben, dann erzeuge ich ganz viel Unmut, Zorn und auch Aggression und Angst. Und Angst führt in die Depression.“

Unter meinen Bekannten befinden sich einige leidenschaftliche Skifahrer. Doch selbst sie sagen, dass wir derzeit Pandemie haben, es wäre nicht richtig, jetzt Skiurlaub zu machen. Sie können auch eine Saison aussetzen und machen stattdessen eben andere Freizeitaktivitäten. Es geht vorüber, es ist nicht für immer, und wie gesagt: Es gibt auch Winterwanderungen, Schneeschuhwandern, Langlaufen, Rodeln – es braucht das Skifahren nicht. Immerhin geht überhaupt eine Form von Bewegung! Wer sich heute den Haxen bricht, fällt die ganze Saison aus. Hier haben sich für meinen Geschmack die Verhältnisse verschoben.

Es ist legitim Angst zu haben, vor Ansteckung, vor Leid und Tod und Long COVID. Nur mal für mich selbst gesprochen: Ich bin relativ jung, wenn auch Risikogruppe – durch genetische Prädisposition habe ich eine erhöhte Neigung zu Thrombosen. Ich fürchte mich aber weniger vor einem schweren Verlauf als vor Long COVID. Bewegung ist mein Leben und wegen der genannten Risiken meine Lebensversicherung. Ich gehe leidenschaftlich gerne wandern. Dabei kann ich sehr gut entspannen, dazu brauche ich keine teuren Geräte und kann Menschenansammlungen meiden. Nichts fürchte ich mehr als eine chronische Erkrankung, wegen der ich monatelang auf Sport verzichten muss. Hausärzte und Kardiologen raten selbst bei einer milden Covid-Infektion zu drei bis sechs Monaten Sportverzicht. Höchstens leichte Spaziergänge, sonst drohen Herzmuskelentzündung und chronische Verschlechterung wie bei MECFS. Davor habe ich Angst und ein Blick in die Statistik zeigt, dass diese Angst berechtigt ist. Betroffene, die nach zwei Monaten Krankenstand ihren Job verlieren bzw. arbeitsunfähig werden. Meine Angst besteht darin, zu erkranken und nicht, ein paar Wochen oder Monate auf eine von mehreren möglichen Freizeitaktivitäten zu verzichten – wenn absehbar ist, dass nach einer ausreichenden Durchimpfung der Bevölkerung wieder vieles möglich sein wird, wovon wir heute nur träumen können.

Meine depressiven Phasen derzeit rühren vor allem daher, dass die Regierung keine Perspektive bietet. Auf, zu, auf, zu, statt auf NoCovid zu setzen – auf Contain Covid, was Schmid selbst unterzeichnet hat, hier aber mehrfach das glatte Gegenteil aussagt. Angst, Unmut, Aggressionen nimmt man, indem man den Menschen eine Perspektive gibt. Wenn wir es – GEMEINSAM – schaffen, die Fallzahlen niedrig zu halten, dann können wir wieder weitgehend normal leben, dann ist auch für jene das Risiko gering sich zu infizieren, die nicht ins Homeoffice können, die viele Kundenkontakte haben oder im Gesundheits- oder Lehrberuf arbeiten. Speziell mit einer Impfung in Reichweite, auch wenn die ersten Impfstoffe wahrscheinlich nicht vollständig vor Übertragung schützen und Maßnahmen weiterhin bestehen bleiben müssen.

Was ist mit den Risiko- und Hochrisikogruppen, die sich seit Monaten regelrecht zuhause einsperren müssen und die trotzdem Angst haben, weil es Schul- und Betreuungspflichten gibt und Kinder nicht vor Ansteckung geschützt werden? Sie haben große Angst davor, sich über ihre Kinder zu infizieren und schwer zu erkranken oder zu versterben.

Conclusio:

Die Falter-Journalistin hat schon mehrfach zu verstehen gegeben, dass sie Anhängerin des Schwedischen Wegs ist. Schmid lässt durch ihre Aussagen ebenfalls Sympathie für den Schwedischen Weg von Anders Tegnell erkennen, der kein Role Model für die Pandemiebekämpfung sein sollte. Bedauerlich, was im FALTER offenbar unter Wissenschaftsjournalismus verstanden wird. Klenk rechtfertigt das Interview mit Meinungsfreiheit. Doch bei der Wissenschaft geht es nicht um Meinungen, sondern um Fakten.

Im zwölften Monat der Pandemie sollten wir damit aufhören, das Virus als Schicksal und Schande zu sehen – und stattdessen es als bewältigbares Risiko zu begreifen, mit dem wir zu leben lernen

Tóth im FALTER.morgen (Newsletter), 16.02.21

Willkommen in der Eigenverantwortung! Appelle, im privaten leben endlich aufzupassen, dafür sinnvolle Lockerungen für Schulen, Handel und Dienstleistungen. #schwedischerweg #gutertagfürschulen

Tóth in einem Tweet vom 01.02.21

Diese beiden Zitate sind ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen und Angehörigen, aber auch von Ärzten, die mit Schwerkranken und chronisch Kranken zu tun haben.

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