Letzte Gaisbergtour (Nr. 64)

Für die Eiserne Hochzeit mit dem Gaisberg hat es knapp nicht gereicht.

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Bei Föhnsturm über den Lichtmastensteig auf den Gaisberg, 04.04.19

Vergangenen Donnerstag absolvierte ich meine vorerst letzte Tour auf den Hausberg. Ab kommender Woche lebe ich wieder in Wien. Die regelmäßigen Gaisbergtouren haben sich zu einem schönen Ritual entwickelt. Gaisberg ging immer, bei jedem Wetter (außer Gewitter). Außerdem war es die ideale Platzhalter-Tour, wenn ich am nächsten Tag Frühdienst (4.40 aufstehen) hatte und am Vorabend nicht zu spät heimkommen wollte. Genau richtig, um die körperliche Anstrengung zum besseren Einschlafen zu verwenden. Mit dem Anstieg ab Parsch entdeckte ich die Katzen beim Hiesl – als Dankeschön brachte ich mit der 57. Tour den Bewohnern einen Katzenkalender mit, die Idee kam von mir, kein Auftrag. Weiterlesen

Gefährliche Radwege

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Gefahrenstellen in Maxglan

In Bregenz und Salzburg ist der Radverkehrsanteil mit je 20 % österreichweit am höchsten (Stand: 2016). Klingt viel, im europäischen Vergleich ist es aber eher wenig. Hauptgrund dafür ist die mangelnde Infrastruktur. Salzburg besitzt an sich viele Radwege, die teilweise auch baulich von Fußgängerwegen und Straßen getrennt sind. Vom Salzachuferweg und allgemein in der Altstadt abgesehen hält sich das Fußgängeraufkommen sehr in Grenzen, sodass auch gemeinsame Fuß- und Radwege nicht ein Problem darstellen.  Weiterlesen

Auto- und Öffiwanderziele in Salzburg-Umgebung

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Blick vom Schwarzerberg bei Golling Richtung Salzachtal, links Untersberg, rechts Osterhorngruppe

Ohne Auto scheiden für mich etliche Ziele in der nahen Umgebung aus, allen voran die Kalkstöcke Hagengebirge, Tennengebirge, Göllmassiv und weite Teile der Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen, zumindest als Tagestour. Die Anreise mit Bus & Bahn ist umständlich oder überhaupt nicht machbar.

Hier eine Auswahl an Zielen, die ich ohne Auto schwer oder gar nicht innerhalb eines Tages erreichen kann:

  • Hochstaufen und Hinterstaufen, Parkplätze bei der Niederalm (Listwirt), Jochberg, sowie nordseitig Adlgaß, Öffifahrer: lange Zustiege ab Piding, Bad Reichenhall-Bf/Kirchberg, Weißbach/Alpenstraße
  • Hagengebirge, Anstieg zum Tristkopf (2110m), Bluntautal
  • Tennengebirge, Zustieg vom Pass Lueg
  • Trattberg, Parkplatz Hintertrattbergalm
  • Schlenken/Schmittenstein, Parkplatz Zillreith
  • Einberg (1688m), Parkplatz Wegscheid (Mautstraße zur Postalm)
  • Gaißau im Sommer
  • Postalm generell (schlechte Busanbindung)
  • Schafberg, (umständliche Erreichbarkeit St. Wolfgang und Unterach/Attersee)
  • Hochplettspitze (Unterach/Attersee schlecht mit Bus erreichbar)
  • Sonntagshorn/Loferer Alm/Loferer Steinberge – Bus taleinwärts zu spät und talauswärts zu früh (= zu kurzes Zeitfenster)
  • Annaberg/Lammertal – lange Anreise mit Bus

Und hier eine Auswahl an Zielen, die ich seit 2017 öffentlich angefahren bin:

  • Hochglocker bei Schwarzach-St.Veit, Abstieg nach St. Johann/Pongau
  • Högl über Hammerau
  • Sausteigen über Maishofen, Abstieg nach Saalfelden
  • Katringebirge ab Strobl, Abstieg nach Bad Ischl
  • Kneifelspitze und Almbachklamm, Abstieg Berchtesgaden
  • Fibling ab Hof, Abstieg Fuschl am See
  • Toter Mann & Götschen ab Hintersee bei Ramsau, Abstieg Bischofswiesen
  • Untersberg ab Glanegg, Abstieg Marktschellenberg
  • Teisenbergüberschreitung von Hammer nach Piding
  • Ristfeuchthorn ab Schneizelreuth, Abstieg Thumsee
  • Hochkönig via Arthurhaus
  • Schwalbenwand ab Saalfelden, Abstieg Zell am See
  • Kolomansberg & Irrsberg ab Mondsee, Abstieg Straßwalchen
  • Schwarzerberg ab Unterscheffau, Abstieg Golling
  • Roßbrand via Radstadt
  • Überschreitung Alpenberg ab Kammer-Schörfling nach Pinsdorf
  • Ostpreußenhütte ab Pfarrwerfen (Schneeschuhe)
  • Schwarzenegg ab Hüttau (Schneeschuhe)
  • Breitenberg ab Abersee (Schneeschuhe)
  • Haunsberg ab Pabing
  • Lidaunberg ab Hof, Abstieg Fuschl am See
  • Almkogelrunde ab St. Gilgen
  • Müllnerhorn ab Bad Reichenhall-Kirchberg
  • Gamskogel ab Kufstein
  • Faistenauer Schafberg ab Hintersee, Abstieg Zwölferhorn (Gondel)
  • Tannberg & Buchberg ab Neumarkt-Köstendorf, Abstieg Mattsee
  • Auernig via Mallnitz-Obervellach
  • Großes Hundhorn ab St. Martin bei Lofer, Abstieg Hintersee/Ramsau

sowie 42 Gaisberg-Besteigungen auf unterschiedlichen Varianten.

Wie man sieht, ist doch einiges möglich, wenn man das Kartenwerk und die verfügbaren öffentlichen Anbindungen anschaut und sich Gedanken macht.

Mehr Ideen und Anregungen gibt es beim Alpenverein Salzburg sowie in meinem Tourenbuch.

Abends am Salzburger Hauptbahnhof

Mich stören nicht die Obdachlosen, auch nicht die Betrunken, die Sinti und Roma, die scheinbar am Bahnhof leben, die sich unbequem auf ein Gestänge setzen müssen, weil man die wenigen Sitzgelegenheiten so konstruiert hat, dass sich niemand mehr hinlegen kann. Mich stört weniger die Trostlosigkeit des Platzes an sich, die Kälte in der Bahnhofshalle, die durch die modernisierte Dachkonstruktion luftig und nicht hermetisch abgeriegelt von Wind und Wetter ist, wo man sich auch im Winter nicht länger aufhalten möchte als unbedingt nötig.

Mich stört vor allem die schlechte öffentliche Anbindungen abends am Wochenende, wenn die S-Bahn nur alle halbe Stunde fährt und der 2er Richtung Maxglan nur alle 20min. Die Railjets von Wien kommend haben Ankunftszeit 18.48, oft zwei bis fünf Minuten später. Der Bus nach Maxglan fährt planmäßig 18.52, aber je länger die Intervalle, desto größer die Gefahr, dass er zu früh abfährt, was mir schon mehrfach passiert ist. Das heißt für mich dann, zwanzig Minuten warten auf einen Bus, der zwischen Bahnhof und Flughafen pendelt und entsprechend oft überfüllt ist, ganz zu schweigen von den vielen Eltern mit Kinderwägen, die vom Bahnhof in den Stadtteil Lehen wollen. Egal, wo ich stehe, ich bin im Weg. Mit Wanderrucksack und Stecken wirds noch schwieriger. Zwanzig Minuten also am Bahnsteig warten, wo kein Rauchverbot existiert bzw. nicht kontrolliert wird. In zwanzig Minuten habe ich gefühlte zwanzig Mal die Position verändert, um Rauchern auszuweichen. Dann ist nie klar, wo der Bus genau halten wird, ob der vorausgehende Bus vorher noch abfährt oder noch stehen bleibt. Also vor, zurück, vor, zurück. Gedrängel um freie Plätze. Zehn Minuten Fahrt, aber dann bin noch immer nicht zu Hause, sondern muss noch zehn Minuten hatschen. Vierzig Minuten nach Hause also, mit dem Taxi sinds gute zehn Minuten. Dafür zahle ich also die Jahreskarte, um genervt und erschöpft nach Hause zu gelangen, oder zehn Euro extra für ein Taxi zu blechen. Die Taxifahrer wiederum leben großteils auch in Salzburg und beklagen sich selbst über den öffentlichen Verkehr, auch wenn sie davon profitieren, gerade zu den Randzeiten, die in Großstädten noch zur Rush Hour zählen würden (6-8, 18-20).

Genau deswegen braucht Salzburg Alternativen zu den bestehenden Busanbindungen. Das finge schon damit an, reine Ausstiegsstellen am Bahnhof zu errichten, weil die bestehenden Bussteige nicht mehr ausreichen – es passen ja nur maximal zwei Busse auf einen Steig. Das ginge weiter damit, die Stieglbahn unterirdisch bis zum Flughafen zu verlängern, um eine individualverkehrsunabhängige Anbindung zu schaffen und die Innsbrucker Bundesstraße bzw. Ignaz-Harrer-Straße zu entlasten. Und das würde darin gipfeln, die Takte auch in den Früh- und Abendstunden zu erhöhen, gerade auch am Wochenende, wenn viele Touristen und Tagesgäste unterwegs sind, die ihr Auto auch mal außerhalb der Innenstadt stehen lassen könnten. Aber selbst unter schwarzgrünpink wird das vorerst ein Wunschtraum bleiben, vielleicht ziehe ich eines Tages nach Salzburg zurück, wenn es keine reine Autofahrerstadt mehr ist.

Baba und foi ned, Nockstoa!

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Nockstein, gesehen vom Heuberg (Petersberg)

Der Nockstein, 1042m, verschwindet oft hinter seinem großen Bruder, dem Gaisberg, 1287m. Die letzten dreißig Höhenmeter zum Gipfel sind beinahe alpin zu nennen, man kann die Hände benutzen (I-) oder den ausgetretenen Serpentinen folgen. Am felsigen Gipfelaufbau bricht der Berg senkrecht nach Norden ab. Der Nockstein stellt den Scheitelpunkt der sogenannten tirolischen Decke dar, und ist ebenso wie Staufengebirge, Kapuzinerberg, Kühberg und in weiterer Folge Schober-Drachenwand und Höllengebirge Teil der Ost-West-Überschiebungszone des Alpennordrands, gekennzeichnet durch schroffe Nordwände.

Dieser kleine Felszacken bietet dadurch respektable Fernsicht Richtung Alpen, aber auch ins Alpenvorland bis zum Bayerwald und Mühlviertel. Das Gros der Tagestouristen wird man nur auf dem verkehrstechnisch erschlossenen und mit Gasthäusern versehenen Gaisberg finden, während der stille Nockstoa eher bei Einheimischen beliebt ist, weil sich eine schnelle Runde an einem halben Vormittag oder Abend machen lässt. Dieses Kleinod des Salzburger Naherholungsgebiet ist nun durch den Bau der 380kv-Leitung in Gefahr. Weiterlesen

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Eine der wenigen schönen Erlebnisse innerhalb Salzburgs sind die vielen Katzenbegegnungen zu den Randzeiten. Weil ich sehr zeitig in der Früh mit dem Rad in die Arbeit fahre (meist gegen 5.00), sehe ich sie immer wieder in den verschiedensten Posen nachdenklich, sinnlich, verträumt, schläfrig, aufmerksam und auf mich wartend mitten auf der Straße sitzen, am Straßenrand, neben Autos, auf Hausmauern. Ich strahle sie mit meiner Leuchte an, sie reagieren meist zeitverzögert. Schauen mich fragend an, bleiben sitzen oder stehen sehr behäbig auf und gehen weiter. Viele Katzen habe ich schon mehrfach gesehen. Sie sind nicht scheu, außer ich erschrecke mich, weil ich nicht mit ihnen rechnete, dann erschrecken sie auch, wenn ich zusammenzucke. Katzen spüren, dass sie von mir nichts zu befürchten haben. Eine Begegnung auf Katzenaugenhöhe.

Verbindungssteig und neuer alter Aufstieg

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Quelle: AMAP

Viele Anstiege fehlen mir ja nicht mehr. Am vergangenen Montag inspizierte ich den mit [15] markierten Verbindungssteig zwischen Nockstein und meiner Standardaufstiegsroute [7]. Jeweils zu Beginn und am Ende findet man dort an den Bäumen fast gänzlich verrostete, vom Baum verschluckte Schilder, die ihn ehemals kennzeichneten. Die erste Rinne war voller Laub, weswegen ich den Steig nicht weiter erkundete. Von einer Begehung würde ich eher abraten.

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Aufgelassener und verfallener Verbindungssteig [15]

Dabei stieß ich auch auf eine Holztafel mit „Gaisberg Nr. 2“, die vor der Nocksteinschlucht nach rechts weist. Wenn man dort weitergeht, kommt man zuerst zu einer kleinen Jagdhütte. Links geht es anfangs mäßig, später in steilen erdigen Serpentinen zum Rundwanderweg hinauf (oben blau eingekreist).

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Schwarz eingekreist der Verbindungssteig, blau ein nicht eingezeichneter, aber gut ausgetretener Steig zum Rundwanderweg hinauf.

Der Steig ist ganz hübsch und vom Gaisberg-Rundwanderweg kommend nicht näher ausgewiesen.

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Steig Nr. 2

Zuletzt hatte ich noch überlegt, Steig [14] über die Steinwänder zu erkunden. Dazu wäre ich gerne das Verbindungsstück vom Hotel Cobenzl nach Süden gegangen, das in der Kompasskarte noch als markierter Weg eingezeichnet ist. Den gibt es schlichtweg nicht mehr. Um nicht plötzlich mitten im Grundstück eines Hofs zu stehen, hab ich das dann aufgegeben.

Sieht man davon ab, habe ich jetzt alle Steige auf den Gaisberg hinauf erkundet. In den nächsten Blogeinträgen möchte ich auf die bunte Flora und Fauna aufmerksam machen.

Rabenfleckweg – der schönste Aufstieg

 

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Kartenausschnitt von der AMAP, selbst beschriftet

Bei dem in manchen Karten mit Rabenfleckweg bezeichneten Steig handelt es sich meiner Meinung nach um den schönsten Aufstieg. In meinem Routenführer im letzten Blogeintrag habe ich diesen mit [13] bezeichnet – in roter Farbe, weil er mir noch gefehlt hat. Das habe ich am 25. April nachgeholt, ebenso wie das fehlende Teilstück des Rundwanderwegs [16] zwischen Zistelalm und Weg Nr. [11] ganz im Osten. Weiterlesen

Viele Wege führen auf den Gaisberg

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Quelle/Ausschnitt: Austrian Map (www.amap.at)

Meinen Hausberg kenne ich inzwischen in- und auswendig. Heuer war ich schon sechzehn Mal oben, letztes Jahr in Summe siebzehn Mal. Inzwischen fehlen mir nur noch ein, zwei Anstiege im Süden, hauptsächlich Asphaltwege über die Bauernhöfe, sowie ein Teil des Rundwanderwegs zwischen Klausberg und Zistelalm. Hier und da gibt es aufgelassene Steige mit verrosteten Schildern oder gänzlich fehlenden Markierungen, die ich auch noch erkunden möchte. Ein wenig Orientierungssinn ist hier vorausgesetzt, denn es gibt auch durchaus abschüssige und felsige Flanken am Gaisberg!

In der leider nicht mehr aktualisierten AMAP-Karte vom Bundeseich- und Vermessungsamt sind die meisten Wege eingezeichnet. Blau habe ich alles markiert, was ich schon gegangen bin, rot die noch fehlenden Wegabschnitte. Informationen zu den Wegnummerierungen präsentiere ich im folgenden Beitrag:

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„NS-Vergangenheitsbewältigung“ in Salzburg

Eine Schande für die Opfer des Nationalsozialismus.

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Das erst seit 2002 bestehende sogenannte Antifaschismus-Mahnmal am Südtiroler Platz fristet ein erbärmliches Dasein. Es ist mir bis auf einen kürzlich erschienenen Zeitungsartikel noch nie bewusst aufgefallen, weil es zwischen Fahrradständern und Parkplatzreihen eingekeilt ist. Von weitem sieht es aus wie eine Überdachung für Fahrräder.

Den ersten Antrag auf ein entsprechendes Mahnmal gab es schon im Jahr 1946. Es hat dann aber bis 1985 gedauert, bis der damalige Salzburger Bürgermeister Josef Reschen sich für ein Ehrenmal für die Opfer des Faschismus einsetzte. 1999 hat man sich dann für den Südtiroler Platz entschieden. 56 Jahre später stand das Mahnmal dann.

Ein bloßes Lippenbekenntnis, wie der heutige Anblick belegt und ein weiterer Beleg dafür, dass bei der österreichischen Vergangenheitsbewältigung und Aufklärung vieles versäumt wurde.