Das Auto, die Heilige Kuh

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Großer Barmstein fotografiert vom Kleinen Barmstein bei Hallein

Ich bemühe mich wirklich und beweise immer wieder aufs Neue, dass man im näheren und weiteren Umkreis von Salzburg-Stadt ganz tolle Wandertouren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln machen kann. Die Freude über die Realisierbarkeit wird jedoch über die offensichtliche Wurschtigkeit getrübt, mit der man im Grenzgebiet Salzburg- Oberbayern mit Fußgängern und Wanderern umgeht. Continue reading

Müllhalde Petersberg

Bei der Endhaltestelle der Linie 2 in Obergnigl startet ein Wanderweg über den Aussichtsgasthof Daxlueg auf den Heuberg (901m), höchster Gipfel des Petersbergs.

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Während der Aufstieg von Südwesten neben Asphaltstraßen auch gatschige, rumpelige Forstwege umfasst, kann man von Mayrwies (Endhaltestelle der Linie 4) auch bequemer über eine breite Straé bis zum Daxlueg auffahren.

Ich bin die Straße abgestiegen und war regelrecht schockiert, zu was für einer Müllhalde man den Straßenrand und die Waldböschung in diesem schönen Buchenmischwald missbraucht hat. Nahezu durchgehend vom Gasthof finden sich Unmengen an Plastikunrat auf beiden Seiten, zahlreiche Plastikflaschen, Bierdosen, Reiniger, usw. Am häufigsten zählte ich aber die Dose jenes Unternehmens, das in Salzburg fast abgöttisch verehrt wird:

Ich hab bei einem Dutzend irgendwann zu zählen aufgehört. Die Straße wurde während meines Abstiegs gleichermaßen von Radfahrern und Autofahrern frequentiert. Möglicherweise verteilt sich die Zahl der Schmutzfinken auch entsprechend gleichmäßíg. Von der Unart abgesehen, seinen Müll ausgerechnet im Wald abzuladen und nicht wieder mitzunehmen, stellt es das Umweltbewusstsein der Stadt Salzburg auch in kein gutes Licht. Hier gehört schlicht und einfach einmal aufgeräumt – auch in anderen Gemeinden gibt es schließlich einmal im Jahr eine Müllsammelaktion entlang von Bächen oder Wegen!

Radreparatur nur mit Termin

Beim Radlfürst hab ich tatsächlich auf der Homepage den Hinweis mit Bitte um Terminvereinbarung entdeckt, als ob sich kurzfristig notwendige Reparaturen planen lassen. Ist ja wie beim Arzt. Dann war ich gestern beim Bergspezl Rad, der auch in Salzburg ein Radgeschäft hat und damit wirbt, innerhalb 24 Stunden zu reparieren. Was er aber nicht dazu schreibt: Auch dort braucht man einen Termin, wie ich vor Ort erfuhr. Ich hätte das Rad nicht da lassen können und bis 16. Juni (!) warten müssen, um einen Termin zu bekommen. Den Radsport Wagner, der nicht soweit von mir entfernt ist, schloss ich kategorisch wegen übler Bewertungen aus, vor allem Beanstandungen wegen des unfreundlichen Personals und überteuerter Reparaturkosten. Schließlich gelandet bin ich dann bei a’velo. Bei den Kosten für Kurbel,Kette,Kranz und Bremsen tauschen hab ich zwar auch geschluckt, aber das Material ist auch teuer inklusive Arbeitszeit. Immerhin wurde ich freundlich empfangen und auch gut beraten.

In Summe jedenfalls gar nicht so einfach, in der Radstadt Nr.1 in Österreich eine geeignete Werkstatt zu finden, vom Kauf von Mountainbikes rede ich erst gar nicht. Dafür bieten sich diverse Geschäfte im weiteren Umland (Bergspezl Süd in Puch bei Hallein, Iko und Radwerkstatt nahe Eugendorf, Riap in Bad Reichenhall) an, die aber öffentlich nicht so spontan erreichbar sind.

Anyway, eine notwendige Terminvergabe, um ein Rad reparieren zu lassen, habe ich noch nirgends erlebt, weder in Wien noch in Innsbruck. Salzburg ist anders. Wer von Euch ein paar gute Tipps hat, wo es noch ohne Termin geht und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, möge bitte einen Kommentar hinterlassen – vielen Dank!

Auf die Fußgänger hat man vergessen

Das Radverkehrsnetz ist großartig (dazu ein anderes Mal), auch die Infrastruktur für den Individualverkehr ist brillant, doch auf die Fußgänger hat man vergessen, auf Barrierefreiheit natürlich auch. Bei Niederflurstraßenbahnen ist der Einstieg für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen wesentlich leichter als bei einem einseitig zum Gehsteig absenkbaren Bus, wo es ohne Hilfe oder Gnade des Busfahrers sowieso nicht geht. Aber hier möchte ich eine andere Merkwürdigkeit beleuchten: Continue reading

Öffentliches Ärgernis

fahrplannetz-2017

Liniennetzplan 2017 (nur O-Bus)

Naturgemäß ist es immer ein Absturz, wenn man von Wien in eine kleinere Stadt zieht. Jedoch ist es auch eine Bruchlandung, wenn man davor in Innsbruck gelebt hat. Salzburg hat mit 150 000 Einwohnern (2016) ganze 20.000 mehr als Innsbruck. Nach Wien, Graz und Linz ist es die viertgrößte Stadt Österreichs, jedoch die einzige Stadt ohne bestehende Straßenbahnlinie. Salzburg hatte sie nämlich, von 1909 bis 1940, sie wurde aber durch den Oberleitungsbus ersetzt. Jetzt rühmt sich die Stadt des fünftgrößten Oberleitungsbusnetz der westlichen Welt, allerdings ist ihr Zustand eher unbefriedigend, dafür, dass sie 87 Jahre Zeit hatten, eine vernünftige Infrastruktur zu schaffen.

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