
Prävention kommt überall zu kurz im deutschsprachigen Raum. Es wird zwar über die Langzeitfolgen geschrieben, nicht aber über die vorhandenen Möglichkeiten, Infektionen zu verhindern, welche Langzeitfolgen auslösen können. Das gilt für alle viralen Infekte.
Eines sollte man klar bedenken: Forschung, Therapie und soziale/finanzielle Absicherung hinken dem Bedarf weit hinterher. Es gibt derzeit keine Heilung für alle Folgen einer SARS-CoV2-Erkrankung. In spezifischen Fällen helfen bestimmte Medikamente, bei erworbenen Autoimmunerkrankungen ist eine lebenslange Therapie notwendig, manche Schäden sind schlicht irreversibel. Solange das der Fall ist, generiert jeder zusätzliche Infektionsfall potentiell einen weiteren Teil- oder Vollinvaliden, der durch die sozialen Netze fällt. Die Regierung hat sich nie bemüht, die Netze zu verstärken, sondern im Gegenteil zusätzliche Löcher hineingemacht.
Ohne das damalig noch funktionierende Twitter hätte ich wahrscheinlich nicht so schnell je von MECFS gehört. Erste Berichte zu LongCOVID fand ich im Mai 2020. Für mich war immer klar, dass Infektionen verhindern ein wesentlicher Teil der Aufklärung, aber auch Selbsthilfe ist. Unabhängig von gerade geltenden Maßnahmenregelungen. Umso umverständlicher der Wegfall der Maskenpflicht im Gesundheitswesen und gerade aus dieser Ecke laufend deppate Kommentare Richtung PatientInnen.
Bei der ersten Veranstaltung zu MECFS, die ich heuer im August besucht habe, hatte sich bereits die schlechte Angewohnheit eingeschlichen, dass Vortragende zum Reden die Maske abgesetzt haben (mit Ausnahme des Mitorganisators Joachim Hermisson, der eine schwerstkranke Tochter mit MECFS zuhause hat). Und beim Buffet in der Pause indoor haben natürlich auch viele maskenlos geplaudert ohne Abstand. Während der Vorträge wurde von den Zuhörern hingegen brav Maske getragen.

Nun wissen wir aber, dass Sprechen wesentlich mehr (infektiöse) Aerosole ausstößt als die Atmung alleine. Von daher war es seit jeher wissenschaftlich unlogisch, beim Schweigen Maske zu tragen und beim Sprechen nicht. Besonders enttäuschend war für mich, dass auch die vortragenden Fachärzte, die selbst MECFS-Patienten behandeln, keine Maske getragen haben. Es gab ja ein Mikrophon und daher war die Verständlichkeit kein Problem – auch mit Maske.
Vor kurzem gab es auf Twitter einen Hinweis zu einer stattgefundenen Fachtagung zu MECFS und LongCOVID in Baden-Württemberg. Prävention war kein Thema, gilt aber wie gesagt natürlich unabhängig von SARS-CoV2. Aus den Impressionen der Tagung wird klar, dass nur wenige Teilnehmer bzw. Vortragende wirklich verstanden haben, worauf es ankommt.
Continue reading









You must be logged in to post a comment.