Ursprünglich hab ich coronafakten.com hochgezogen, weil es Probleme mit der automatischen Speicherung bei coronawissen.com gab und öfter mal ganze Beiträge nicht gespeichert wurden oder ich komplett kopieren musste, um sie zu veröffentlichen. Zudem hat sich bei längeren Texten die Anzeige der geschriebenen Buchstaben immer mehr verlangsamt, ein Problem, das mit der Software WordPress selbst zu tun haben dürfte und nichts mit dem Server zu tun hat, weil es auch selbst gehostet auftritt.
Wie dem auch sei: Die geschriebenen Blogtexte bleiben hier natürlich erhalten und mangels einer guten Idee für eine übersichtlichere Gliederung wird auch vorerst der “Schwedische Weg”, also das Herzstück meiner Dokumentation der Verbrechen an der Öffentlichen Gesundheit, auf coronawissen.com fortgeführt. Alle anderen Menüpunkte werden fortan auf coronafakten.com aktuell gehalten und auch neue Beiträge dort geschrieben.
Unabhängig von technischen Problemen sind die Bloginhalte nun als Backup gesichert, das kann nicht schaden.
Ich dachte zu Beginn der Pandemie naiverweise, dass professionelle Journalist*Innen zunehmend wissenschaftliche Erkenntnisse aufgreifen und korrekt berichten bzw. aufklären werden. Das ist in Österreich nie geschehen. Selbst in Deutschland sind weitaus mehr faktenorientierte Interviews erschienen als in Österreich, auch wenn es natürlich in Summe auch dort zu viel False Balance gab und gibt. Trotzdem…. die qualitativ hochwertigen Reportagen und Interviews sind in Österreich rar gesät.
Als Quereinsteiger in die Materie mit Virologie, Biologie, Genetik, Epidemiologie, Public Health und auch Bildungswesen, der nebenher einen Vollzeitjob zu bewältigen hat und offenbar als einziger Bürger in Österreich die gesamte Pandemie dokumentiert in allen möglichen Facetten, konnte ich es mir nicht erlauben, alles abzudecken und mich trotzdem kurz zu fassen, damit es lesergerecht verdaulich bleibt. Noch einmal: Das war und ist die Aufgabe von Journalist*Innen in etablierten Medien. Ich halte mich gerne an die wissenschaftlichen Fakten, deren Herleitung und Interpretation, die zielorientierte Aufbereitung sollten jene machen, die hauptberufliche Schnittstelle zwischen Institutionen und Bevölkerung sind.
Mir ist bewusst, dass meine Texte immer sehr lang sind, und ich mich meist in der Einleitung verliere, eh ich zum eigentlichen Inhalt komme. Gerne würde ich einzelne Themenbereiche auf mehrere Beiträge aufteilen oder eine Serie machen. Das geht sich als quasi ehrenamtlicher Nebenberuf leider nicht aus.
Meine derzeitige Überlegung ist, ob ich coronawissen.com dazu nutzen soll, eine wöchentliche oder zweiwöchentliche Kolumne zu starten, in der ich neue Erkenntnisse verdichtet zusammenfasse – weniger Herleitung und Literaturhinweise, mehr Interpretation. Wer mehr wissen möchte, findet auf beiden Blogs reichhaltige Literaturverweise vor. Ich werde mich auch bemühen, dies in möglichst einfacher Sprache zu tun, damit es auch ohne besondere Vorkenntnisse verstanden werden kann.
Aus der skeptischen bis verharmlosenden Ecke kommt dann, wenn man mich fachlich nicht widerlegen kann, ohne auf dubiose Verschwörungsplattformen zu verweisen, meist das ad hominem Totschlagargument:
Warum sollte man einem Meteorologen trauen, wenn er über Medizin oder Virologie schreibt?
Die wenigsten Journalist*Innen sind tatsächlich von dem Fach, über das sie einen Artikel recherchieren. Ebenso wenig sind Infektiolog*innen, die sich bisher mit Bakterien beschäftigt haben, Expert*innen für Viren. Die Einschätzung der jeweiligen Expertise hängt von den Daten ab, auf die man sich beruft. Ich beziehe mich auf meinem Blog überwiegend auf Primärquellen, sprich wissenschaftliche Veröffentlichungen, deren Autoren und Interpretationen durch andere Wissenschaftler, die sich innerhalb des wissenschaftlichen Mehrheitskonsenses bewegen. So ist sichergestellt, dass ich keine Extrempositionen vertrete.
Expert*innen sind auch nur Menschen. Insbesondere mit Preisen überhäuft können sie der Nobelpreis-Krankheit anheim fallen – sprich, der Größenwahnsinn steigt ihnen zu Kopf und sie äußern sich in fremden Fachgebieten mit unerschütterlicher Selbstsicherheit (“epistemic trespassing“), obwohl sie keine fundierten Beweise dafür haben. Dasselbe trifft auch auf renommierte Journalist*innen zu. Es kann natürlich auch Citizen Journalists wie mir passieren, mich zu verrennen, aber man soll nicht glauben, dass ich mich nie hinterfragen würde. Das mache ich ständig und rückversichere mich, nicht auf dem Holzweg zu sein.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das gilt nicht nur für mich, sondern für alle. Jemandem zu vertrauen, nur weil er Experte genannt wird, ist gefährlich. Und wir alle wissen, wie die Karriereleiter so funktioniert – mit Einfluss, Rhetorik und Vitamin B kommt man in einflussreiche Positionen, nicht zwingend aber mit Idealismus und Festhalten an Grundprinzipien.











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