Salzburg früher und heute

Im Bayernatlas-Online, der bis zum Salzkammergut reicht, kann man sich historische Karten anschauen. Ich benutze es vorwiegend für Wandertouren, weil in älteren Karten ehemalige Flur- und Gipfelbezeichnungen vorhanden sind, die in den neueren Karten zunehmend ausgedünnt oder ganz verschwunden sind.

Immer spannend finde ich die städtebauliche Entwicklung. Im Gegensatz zu anderen Großstädten in Österreich (die nicht sehr zahlreich sind), ist Salzburg eine relativ junge Stadt, wie man anhand der folgenden Abbildungen sieht: Bis 1927 und bis 1950 wurden diese Karten verwendet.

19271950

Noch bis in die 30er Jahre fuhr die Zahnradbahn ab Parsch auf den Gaisberg (1887-1928). Ebenso vorhanden war noch die Ischlerbahn (Salzkammergutlokalbahn, 1890-1957) entlang der Trasse über Thalgau – Mondsee – Krotensee (Engstelle) – St.Gilgen – Bad Ischl. Eine weitere Bahn hatte ihre Endhaltestelle in St. Leonhard bzw. Hangender Stein (bis 1938).

Vor 1950 waren Ortschaften wie Maxglan, Lehen, Liefering oder Gnigl noch eigenständig, danach machte die Besiedlung in Lehen und Maxglan bzw. Riedenburg die größten Fortschritte.

Der Flugplatz in Salzburg wurde 1926 eröffnet (Pistenrichtung 10/28) und 1944 ausgebaut, erst seit 1960 wird die Pistenrichtung 16/34 (heute 15/33) verwendet (samt Untertunnelung der Innsbrucker Bundesstraße).

44 % Wahlbeteiligung

Das ist die Zahl vom Sonntag, 26. November 2017, als ein neuer Bürgermeister gewählt werden musste, weil der alte Bürgermeister wegen Beihilfe zur Untreue nicht rechtskräftig verurteilt wurde. Seit der Einführung der Direktwahl des Bürgermeisters im Jahr 1999 war die Wahlbeteiligung noch nie so niedrig. Die beiden Themen, die in Salzburg am dringsten behandelt gehören, teures Wohnen und Verkehrskollaps, wurden im “Wahlkampf” am wenigsten beackert. Wieso auch, die eierlegende Wollmichsau ist nicht gefunden. Ausgerechnet Grüne und FPÖ gemeinsam sind für den Bau einer (unterirdischen) Stadtbahn, die Großparteien dagegen.

Verkehrsstadt Johann Padutsch (Bürgerliste) gibt zu bedenken, dass die bestehenden Öffis eigentlich schon lange viel zu voll seien: „Die Kapazitäten sind derzeit so ausgelastet, dass ein spürbarer Wechsel von mehr Autofahrern zum Bussystem gar nicht möglich wäre. Die Busse in der Stadt behindern sich mittlerweile gegenseitig. Wir haben mittlerweile Busstaus in der Stadt, nachdem in der Früh alles unterwegs ist, was die Salzburg AG und die Firma Albus an Transportmitteln zu bieten haben. Wir kommen an einem schienengebundenen Massentransportmittel nicht mehr vorbei.“

So ist es. Die Aussichtslosigkeit in der Umsetzung eines Großprojekts, was das Verkehrsproblem lösen könnte, verstärkt das Bedürfnis wählen zu gehen, nicht unbedingt. Im März 2019 finden zudem erneut Gemeinderatswahlen statt, wo auch (schon wieder) der Bürgermeister gewählt wird. Warum jetzt wählen, wenn der neue Bürgermeister nur etwas mehr als ein Jahr Zeit hat, seine Agenda durchzubringen oder auch nicht?

Naherholungsziel Gaisberg

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Ausblick unterhalb der Gersbergalm in die Berchtesgadener Alpen, Watzmann rechts

Der Gaisberg ist per Bus und leider ohne Mautgebühr auch via Individualverkehr erreichbar, obwohl der Bus regelmäßig fährt. Am Gipfelplateau befinden sich zwei Gaststätten, von denen eine fast täglich, die andere zumindest sporadisch offen hat. Die Preise sind zwar gehoben, aber nicht auf Museum-der-Moderne-Niveau. Für mich und auch für viele sportliche Bewohner Salzburgs ist der Gaisberg inzwischen zur Trainingsrunde geworden. Am häufigsten steige ich von Obergnigl über den Kühberg (steil) und Gersbergalm auf, ab dort den serpentinenreichen direkten Aufstieg. Zum Abstieg je nach Uhrzeit, Fitness und Laune mit dem Bus oder ab Gersbergalm zum Ludwig-Schmederer-Platz, wo die Linie 6 zurückfährt. Continue reading

Das Verkehrsdilemma

Eigentlich möchte ich in Salzburg viel Radfahren, es gibt ausreichend Radwege. Leider macht das Wetter oft einen Strich durch die Rechnung. Man braucht Regenhose, Regenjacke. Man schwitzt dann im Geschäft wie blöd in dem Gewand. Wenn man es in den Rucksack steckt, fehlt der Platz für den Einkauf. Der Helm stört, usw.

Eigentlich würde ich wie damals in Wien lieber eine Jahreskarte lösen, aber dafür fahren die Busse zu unregelmäßig, sind notorisch unpünktlich und stehen oft im Stau. Die Kernzone könnte man zwischen Viehhausen und Himmelreich anpassen, dann kommt man mit dem 27er zum Flughafen, ohne eine weitere Zone für drei Busstationen lösen zu müssen. Auch Wals-Siezenheim könnte man in die Zone anbinden, ebenso der Gaisberg als Naherholungsziel. Auch das könnte ein paar Autofahrer weglocken. Für die vielen Mängel im Netz zahlt man dann so viel wie in Wien: 365€. Oder ist Wien einfach nur unfassbar günstig? Ich glaube letzteres.

Ein Auto ist aber auch keine Alternative. Da wäre der viele Stau an den Grenzen, an den großen Ausfallstraßen. Das chronische Parkplatzproblem in der Stadt, der häufige Stau auf den Autobahnen. Die meiste Zeit stünde das Auto nur in der Garage und kostet trotzdem Geld.

In meinen vorherigen Wohnorten Innsbruck und Wiens war die Entscheidung leichter. In Innsbruck ist das Wetter oft besser als in Salzburg, das Rad eher eine Alternative, die Öffis gut ausgebaut. In Wien ist das Wetter ebenfalls besser, vor allem aber das Verkehrsnetz. Ein Auto ist hier überflüssig, dafür das Rad eher zweite Wahl wegen dem hohen Unfallrisiko.

 

 

 

Das Auto, die Heilige Kuh

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Großer Barmstein fotografiert vom Kleinen Barmstein bei Hallein

Ich bemühe mich wirklich und beweise immer wieder aufs Neue, dass man im näheren und weiteren Umkreis von Salzburg-Stadt ganz tolle Wandertouren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln machen kann. Die Freude über die Realisierbarkeit wird jedoch über die offensichtliche Wurschtigkeit getrübt, mit der man im Grenzgebiet Salzburg- Oberbayern mit Fußgängern und Wanderern umgeht. Continue reading

Müllhalde Petersberg

Bei der Endhaltestelle der Linie 2 in Obergnigl startet ein Wanderweg über den Aussichtsgasthof Daxlueg auf den Heuberg (901m), höchster Gipfel des Petersbergs.

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Während der Aufstieg von Südwesten neben Asphaltstraßen auch gatschige, rumpelige Forstwege umfasst, kann man von Mayrwies (Endhaltestelle der Linie 4) auch bequemer über eine breite Straé bis zum Daxlueg auffahren.

Ich bin die Straße abgestiegen und war regelrecht schockiert, zu was für einer Müllhalde man den Straßenrand und die Waldböschung in diesem schönen Buchenmischwald missbraucht hat. Nahezu durchgehend vom Gasthof finden sich Unmengen an Plastikunrat auf beiden Seiten, zahlreiche Plastikflaschen, Bierdosen, Reiniger, usw. Am häufigsten zählte ich aber die Dose jenes Unternehmens, das in Salzburg fast abgöttisch verehrt wird:

Ich hab bei einem Dutzend irgendwann zu zählen aufgehört. Die Straße wurde während meines Abstiegs gleichermaßen von Radfahrern und Autofahrern frequentiert. Möglicherweise verteilt sich die Zahl der Schmutzfinken auch entsprechend gleichmäßíg. Von der Unart abgesehen, seinen Müll ausgerechnet im Wald abzuladen und nicht wieder mitzunehmen, stellt es das Umweltbewusstsein der Stadt Salzburg auch in kein gutes Licht. Hier gehört schlicht und einfach einmal aufgeräumt – auch in anderen Gemeinden gibt es schließlich einmal im Jahr eine Müllsammelaktion entlang von Bächen oder Wegen!

Lehrbuchwetter

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Die größte Umstellung von Wien nach Salzburg war die Rückkehr in das optisch spannende und interessante Wettergeschehen. Gewitter sind etwa in Wien eher eine Seltenheit und wesentlich häufiger am späten Abend und in der Nacht, wenn sie nicht mehr so fotogen sind. Überhaupt Wolken, zählt der Alpenostrand eher zu den sonnigeren Regionen Österreichs. Continue reading

Radreparatur nur mit Termin

Beim Radlfürst hab ich tatsächlich auf der Homepage den Hinweis mit Bitte um Terminvereinbarung entdeckt, als ob sich kurzfristig notwendige Reparaturen planen lassen. Ist ja wie beim Arzt. Dann war ich gestern beim Bergspezl Rad, der auch in Salzburg ein Radgeschäft hat und damit wirbt, innerhalb 24 Stunden zu reparieren. Was er aber nicht dazu schreibt: Auch dort braucht man einen Termin, wie ich vor Ort erfuhr. Ich hätte das Rad nicht da lassen können und bis 16. Juni (!) warten müssen, um einen Termin zu bekommen. Den Radsport Wagner, der nicht soweit von mir entfernt ist, schloss ich kategorisch wegen übler Bewertungen aus, vor allem Beanstandungen wegen des unfreundlichen Personals und überteuerter Reparaturkosten. Schließlich gelandet bin ich dann bei a’velo. Bei den Kosten für Kurbel,Kette,Kranz und Bremsen tauschen hab ich zwar auch geschluckt, aber das Material ist auch teuer inklusive Arbeitszeit. Immerhin wurde ich freundlich empfangen und auch gut beraten.

In Summe jedenfalls gar nicht so einfach, in der Radstadt Nr.1 in Österreich eine geeignete Werkstatt zu finden, vom Kauf von Mountainbikes rede ich erst gar nicht. Dafür bieten sich diverse Geschäfte im weiteren Umland (Bergspezl Süd in Puch bei Hallein, Iko und Radwerkstatt nahe Eugendorf, Riap in Bad Reichenhall) an, die aber öffentlich nicht so spontan erreichbar sind.

Anyway, eine notwendige Terminvergabe, um ein Rad reparieren zu lassen, habe ich noch nirgends erlebt, weder in Wien noch in Innsbruck. Salzburg ist anders. Wer von Euch ein paar gute Tipps hat, wo es noch ohne Termin geht und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, möge bitte einen Kommentar hinterlassen – vielen Dank!

Alter Pilgerweg an der Innsbrucker Bundesstraße

Folgende Bilder zeigen jeweils Bildstöcke an der Innsbrucker Bundesstraße, links die Schmerzensmutter (Anfang des 18. Jahrhunderts aufgestellt), rechts der Ungläubige Thomas (1790 aufgestellt). Die Bilder sind neueren Datums, da die Originale verloren gingen. Sie stehen heute inmitten eines Wohngebiets in Maxglan:

bildmarterl

Beide und noch weitere Bildstöcke aus Konglomerat (demselben Gestein, aus dem das Langhaus des Doms und der Mönchsberg bestehen)  stehen an einem alten Pilgerweg von Wals nach Maria Plain, wenngleich die Schmerzensmutter von der Kreuzung Wilhelm-Erben-Straße/Karl-Adrian-Straße verlegt wurde und der Ungläubige Thomas ursprünglich bei der Einfahrt zur Walchermühle stand.

(Quelle: www.marterl.at )

Der Pilgerweg führt bis Elisabeth-Vorstadt, wo die “Geheimnissäulen auf dem Weg nach Maria Plain” beginnen, ein Pilgerweg mit 15 Bildstöcken, die die 15 Rosenkranzgeheimnisse zeigen. Sie stammen meist aus dem frühen 18. Jahrhundert und führten über Itzling zur Wallfahrtskirche.

Bis auf ein paar verstreute Höfe und Mühlen war der damalige Pilgerweg noch weitgehend unverbaut.

Auf die Fußgänger hat man vergessen

Das Radverkehrsnetz ist großartig (dazu ein anderes Mal), auch die Infrastruktur für den Individualverkehr ist brillant, doch auf die Fußgänger hat man vergessen, auf Barrierefreiheit natürlich auch. Bei Niederflurstraßenbahnen ist der Einstieg für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen wesentlich leichter als bei einem einseitig zum Gehsteig absenkbaren Bus, wo es ohne Hilfe oder Gnade des Busfahrers sowieso nicht geht. Aber hier möchte ich eine andere Merkwürdigkeit beleuchten: Continue reading