
Zur gestrigen Pressekonferenz, die bei allen seriösen Experten und allen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko Entsetzen ausgelöst hat, mag ich mich heute nicht ausführlicher auslassen. Anschober hatte am 08. Jänner in einer Pressekonferenz bereits angekündigt, dass es das erklärte Ziel der Regierung sei, “dass dieser Lockdown bei dem Termin endet, den wir angekündigt haben”. Nach der informellen Expertenrunde beim Kanzler am 16. Jänner wurde der Regierung eigentlich klargemacht, dass der Lockdown erst schrittweise gelockert werden könnte, wenn die 7-Tages-Inzidenz pro 100 000 Einwohner mindestens auf 50 oder weniger absinkt. Jetzt beträgt unsere Inzidenz weiterhin über 100 und die ansteckendere B117-Variante wird in ganz Österreich in den PCR-Labors bzw. Abwasserproben gefunden. Statt über die betroffenen Regionen mit der sich ausbreitenden B1351-Variante in Tirol und Salzburg eine strikte Quarantäne zu verhängen wie man es am Arlberg nach dem Ischgl-Desaster getan hat, erklärten Politiker und Experten gestern unisono, dass die B117-Ausbreitung nicht mehr aufzuhalten wäre. Bei B1351 regiert offenbar das Prinzip: Was ich ignoriere, verschwindet von selbst.
Gegen B117 wirken die Impfstoffe vorerst noch besser als gegen die südafrikanische B1351-Variante, welche teilweise der Immunantwort entkommt – im Verdacht ist dabei die E848K-Mutation. Nun die schlechte Nachricht: Diese Mutation wurde nun auch vereinzelt bei der B117-Variante nachgewiesen (technischer Bericht in UK). Selbst wenn sich B1351 nicht so stark ausbreitet wie B117 und möglicherweise nicht so ansteckend ist, kann die B117 ähnliche Eigenschaften entwickeln. Das kann zum Problem werden, weil 1. viele Menschen in den nächsten Monaten nur eine Impfdosis erhalten und der Impftiter nicht ausreichen könnte, um eine Erkrankung zu unterdrücken, 2. der Astra-Zeneca-Vektor-Impfstoff nicht so leicht auf Varianten adaptiert werden kann wie mRNA-Impfstoffe (dafür müsste die Auffrischimpfdosis einen anderen Vektor benutzen, bzw. mRNA gegeben werden, wozu es aber noch keine Studien gibt) und 3. der NovaVax-Impstoff bei B1351 nur 50% Wirksamkeit hat. Bei hoher Viruszirkulation und (langsam) steigender Impfrate steigt der Selektionsdruck, das Virus wird sich immer besser anpassen, wir würden immer hinterhinken mit Impfstoff anpassen.
When our goal is to select resistant viruses in laboratory experiments, we maximize viral population size and diversity, and then titrate in selection pressure.
Virologe Paul Bieniasz, 31.12.20
Die Antwort auf all das lautet ZERO COVID oder NO COVID. Manche Kritik daran kann ich schwer nachvollziehen. Schlägt man NOCOVID vor, wären es die theoretischen Hirngespinste phantasierender Epidemiologen. Schlägt man ZERO COVID vor, wo es mit flankierenden politisch und sozioökonomischen Maßnahmen untermauert wird, wäre es zu politisch aufgeladen, zu linksradikal. Dabei hat ihr Konzept berechtigte Kritikpunkte.
No matter what party we vote for, they should not get us killed. They should just tell us what’s going on, translate the science, and let everyone get on with their jobs.
Indi Samarajiva, 03. Juni 20
und
“Either you set this goal [elimination] and you don’t achieve it, but in the process, you certainly are reducing the number of lives lost. The alternative is to set a lesser goal and then still misfire.”
Premierministerin von Neuseeland, Jacinda Ardern, 16.12.20
Genug der sinnlosen Appelle. Hier soll es jetzt darum gehen, wo sich vermeintlich vorsichtige Menschen noch anstecken können:
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