Tag 319: Solche Beidln….

Mein Kraftplatz

Der Grad der Erschöpfung wächst grad direkt proportional zum Grad der Wut auf das Establishment. Man kann ja nicht einmal dagegen demonstrieren gehen, denn der halbherzige Lockdown führt dazu, dass sowohl die Lockdownverschärfer als auch die Lockdownlockerer die Absetzung der Regierung fordern. Sobald rechtsextreme Ideologen und Verschwörungsmythiker auftauchen, ist Ende Gelände. Da würde ich als anständiger Mensch sofort das Weite suchen. Über 200 000 unterschrieben ein Volksbegehren für Impffreiheit, dabei gibt es nicht einmal eine Impfpflicht, geschweige denn ein Impfrecht, außer für moralisch verkommene Bürgermeister. Oh ich kann derzeit gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte, und ich sollte eigentlich abnehmen. Der harte Lockdown dies, der harte Lockdown das, dabei HABEN wir gar keinen HARTEN Lockdown! Er ist BUTTERWEICH mit zig Ausnahmen, und am allerschlimmsten ist die Tiroler Adlerpartie. Sie tragen die führende Verantwortung für die Virenschleuder Ischgl, an deren Folgen immer noch tausende chronisch kranke Langzeit-Covid19-Patienten leiden. Sie und die Hinterbliebenen von den Todesopfern werden von Peter Kolba vertreten, dem Obmann des Verbraucherschutzvereins, der eine Amtshaftungsklage gegen die Republik Österreich vorbereitet.

Im Zillertal sorgen indes Berichte über lokale Hoteliers, die den Lockdown über Weihnachten und Silvester nutzten, um in Südafrika Golfurlaub zu machen, für Gesprächsstoff. Laut bislang unbestätigten Berichten sollen einige von ihnen nach diesem Golfurlaub positiv auf Corona getestet worden sein. Es wird nun offenbar befürchtet, dass die südafrikanische Mutante auf diese Urlaubsrückkehrer zurückzuführen sein könnte. Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabs, bestätigte der APA diesen Verdacht. Näheres könne er dazu aber noch nicht sagen. Die Behörden würden den Hinweisen derzeit nachgehen. Es sei „Gegenstand von Erhebungen“, so Rizzoli. Laut Berichten dürften die Tiroler nach ihrer Rückkehr offenbar die Quarantäne nicht eingehalten und so die Infektionskette ausgelöst haben, heißt es dazu in der APA.

https://www.derstandard.at/story/2000123612048/tourismus-trotz-lockdowns-sorgt-in-tiroler-skiregionen-fuer-unmut

Jetzt dauert der dritte halbherzige Lockdown eh schon so lange und dank der offenen Skigebiete wissen wir auch warum: Einerseits sind Hotels geschlossen, andererseits findet weiterhin reger Skitourismus statt, bei dem sogar aktiv geraten wird, wie man Schlupflöcher umgehen kann. Und Hoteliers, die wir mit unserem Steuergeld durchfüttern, machen auf unsere Kosten Urlaub in Südafrika und bringen die die gefährliche südafrikanische Virusvariante zurück, gegen die zwar die bisherigen Impfstoffe noch wirken, aber eine Impfdosis wahrscheinlich zu wenig ist, und bei P1 (Brasilien) weiß man noch zu wenig.

Ich hab die Virologin Dorothee von Laer über die vergangenen Monate öfter gelesen und schätzen gelernt, sie fällt in meiner Zitatsammlung durchwegs souverän und positiv auf, verwies früh auf den Nutzen von Masken, redete schon vor Schulbeginn Tachles über die Rolle von Kindern und machte frühzeitig klar, dass es Après-Ski erst wieder mit Impfung geben würde. Am gestrigen Montag nahm sie bei einer Expertenrunde im Kanzleramt teil und war anschließend in der zib2 bei Armin Wolf zu Gast (Transkript).

Ich bin heute morgen zu früh aufgewacht und mir war fad, also schaute ich das Interview mit von Laer nach. Und wenn man schon genau hinschaut, dann fällt einem etwas auf, wenn man sonst klare, knappe Ansagen gewohnt ist:

Wolf: Können Sie uns sagen, ob da heute neue Beschlüsse über neue Maßnahmen gefallen sind, etwa was die offenen Skilifte betrifft?

von Laer: Nein, da wurde heute nicht darüber gesprochen.

Wolf: Da wurde gar nicht darüber gesprochen oder gab es keine Entscheidungen?

von Laer: Es gab keine Entscheidung, es wurde schon erwähnt, dass man dann (Pause) rechtzeitig vor dem Ende des Lockdowns besprechen muss, welche Maßnahmen gelockert werden können oder welche nicht, aber es wurden heute keine konkreten Änderungen der jetzigen Lockdown-Maßnahmen besp… also besp …. besprochen.

Bei den letzten Worten stotterte sie und griff sich an die Nase, ein Zeichen für Verlegenheit oder beim Lügen ertappt werden. Das war wirklich auffällig, als ob sie etwas sagen musste, was ihr gegen den Strich ging.

Wenn TT (und Krone) die richtigen Infos haben, dann wurde also tatsächlich beschlossen, die Skigebiete offen zu lassen, und von Laer hat ihr Unbehagen darüber mit ihrer Gestik ausgedrückt. Ich schätze sie weiterhin sehr und möchte sie hier nicht an den Pranger stellen, sondern vielmehr zum Ausdruck bringen, wie schwierig es für echte Experten derzeit ist, ihre vernunftgesteuerten Empfehlungen durchzubringen.

Die Tiroler Adler sind wie Seepocken. Sie verlangsamen die Bewältigung der Pandemie.

(Der Blog-Autor)

Die Regierung, allen voran Bildungsminister Faßmann, hat Angst vor den Ergebnissen des Schulmonitorings und setzt die Studie lieber aus. Hierbei könnte man schon Sabotage und vorsätzlicher Gefährdung des Gemein- und Kindeswohls sprechen, ich weiß nicht, wie Juristen das nennen, aber sauber ist das nicht.

Viele Medien haben immer noch die Chuzpe, von einem harten Lockdown zu sprechen, indem wir uns derzeit befinden. Schulen und Kindergärten sind trotzdem zur Hälfte, teilweise zu einem Dreiviertel gefüllt, Homeoffice ist weiterhin nur empfohlen, und solange sich das reichste Prozent gewisse Privilegien herausnimmt, wird die Einhaltung der bisherigen Maßnahmen auch nur schlampert bleiben. Die, die unbedingt wollen, suchen sich die Schlupflöcher, es wird ja kaum kontrolliert oder gestraft. Über das Chaos bei der Einführung der FFP2-Maskenpflicht red ich jetzt gar nicht erst, wo KN95 erst verboten, dann doch erlaubt waren und unklar ist, was mit der CPA-Zertifizierung passt (die meine Trickkisten-Masken betrifft). Der GTL-Medicus führt zurecht an, dass die anscheinend ungestört laufende Industrie- und Baubranche genauso zum Infektionsgeschehen beiträgt. Darüber wird aber kaum gesprochen.

Der geschätzte klinische Epidemiologe Robert Zangerle erläutert in der neuesten Seuchenkolumne bei Armin Thurnher das österreichische Impfstoffdesaster. Ich bin entsetzt, wie man die Impfstoffverteilung so vermasseln kann und dann wiederholt nur von Sterberaten und Risikogruppen schützen redet, während eine Long-Covid-Betroffene heute davon berichtet, dass ihr Alltag noch weit weg von normal ist. Es macht mich besonders betroffen – sie hat mir im Frühling im ersten Lockdown noch die ersten Stoffmasken genäht. Long COVID ist aber immer noch kein Thema, nur Wenisch hat es im gestern zitierten Vortrag klar angesprochen. Warum man auch bei Kindern besonders Acht geben sollte, las ich bisher noch nirgends in Österreich (außer bei Anita Gross in einer medizinischen Fachzeitschrift), dafür ausgerechnet im Wirtschaftsmagazin Forbes, wo auch der Bogen zu anderen Viruserkrankungen und deren Spätfolgen geschlagen wurde.

Währenddessen schiebt die ÖVP in bester FPÖ-Manier im Stillen auch hier geborene Kinder ab, es reicht ja noch nicht die Kinder in Moria und anderen Flüchtlingslagern im Dreck verrotten zu lassen*. Ich hab momentan das Gefühl, dass die Zivilisation zu Ende geht. Demokratie, Rechtsstaat, Grund- und Menscherechte. Ich meine damit nicht die notwendigen Maßnahmen. Je schärfer diese ausfallen würden, desto kürzer wieder die Unfreiheit dauern. Länder wie Australien, Neuseeland, Mongolei, Uruguay, Taiwan, Vietnam, Südkorea oder Japan zeigen vor, dass es besser ist, kurz und streng einzugreifen, um dafür viele Wochen vergleichsweise normal leben zu können, ohne die Spitäler zum Bersten zu bringen, ohne Massensterben in den Altenheimen, ohne mehrheitlich betroffene Migranten mit schweren Verläufen und v.a. ohne die enormen Zahlen an Long COVID-Betroffenen, die in „Genesenen“-Statistiken nie auftauchen und über die öffentlich kaum berichtet wird. Ich meine den moralischen Verfall, dass ehemals angesehene Journalistinnen von totalitären Phantasien reden, wenn sie ZeroCovid meinen, was ja nichts anderes heißt als das, was die oben angeführten, alles andere als totalitären Länder angestrebt haben, um Gesundheit und Wirtschaft zu retten. Wer versucht, nur die Wirtschaft zu retten, wird beides verlieren.

Es ist so unerträglich alles, weil kein Ende in Sicht ist. Skilifte bleiben offen, Schulstudien werden ausgesetzt, damit man weiter die Mär aufrechterhalten kann, dass Kinder nicht zum Infektionsgeschehen beitragen würden. Es wird einfach weitergewurschelt, die Lobbyisten setzen sich immer wieder durch, das Personal wird nicht ausgetauscht. Für das Versagen, was man Lunacek in ihrer kurzen Zeit als Kunst- und Kulturstaatssekretärin zur Last gelegt hat, hätte man Faßmann, Anschober, Blümel, Schramböck, Raab, Nehammer (Anschlag …) und natürlich Kurz schon zehn Mal feuern können. Die farblose Aschbacher wäre ohne den Plagiatsskandal auch nie von selbst gegangen, sie hat, statt sich um die hohe Arbeitslosigkeit und Homeoffice-Regelung zu kümmern, lieber ihre Dissertation vorbereitet. Die Republik ist bis in jeden Winkel verkommen, die Opposition um nichts besser. Es ist so ein Trauerspiel und es werden so viele Bürger Jahre und Jahrzehnte darunter leiden, was jetzt alles kaputt gemacht wird.

Good night, and good luck!

https://de.wikipedia.org/wiki/Good_Night,_and_Good_Luck

* Update, 28.01.2021: Die Kinder wurden heute Nacht um 03 Uhr unter massivem Polizeieinsatz in Wien abgeholt, von der WEGA mit scharfen Hunden bewacht, eine Protestversammlung aufgelöst. Der Autor und Journalist Hasnain Kazim hat dazu ein klares Statement veröffentlicht.

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