Der Faktencheck besteht aus zwei Teilen – erst zum einleitenden Statement über Kinder und Jugendliche und die Rolle der Schulen, dann zu den beantworteten Fragen des Journalisten.
Vorab: Ich bin medizinischer Laie, Naturwissenschaftler, aber kein Fachexperte. Für alle meine Aussagen gilt das, was für wissenschaftliche Methoden und journalistische Recherche auch gilt: check, check, recheck, doublecheck.
Zum 1. Teil noch ein Nachtrag.
Die ÖGKJ (Österreiche Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde) gab ja im Namen des Sozialministeriums die Empfehlungen für die Gesundheitsbehörden (AGES) ab, Kinder unter 10 Jahren nicht zu testen und bei Symptomen ohne Fieber ebenfalls nicht zu testen. Kinder im Klassenverband, die einem infizierten Kind ausgesetzt waren, sollen nur als Kontakt-2-Person behandelt werden. Die ÖGKJ beruft sich dabei auf das ECDC und CDC, deren Webseiten jeweils Mitte August abgerufen wurden. Die Empfehlung selbst stammt vom 28. Oktober, ist also brandaktuell.
In der ersten Quelle steht nichts davon, Kinder unter 10 Jahren nicht zu testen oder als Kontakt-2-Personen zu behandeln. Es wird sogar noch einmal extra betont, dass der 15min-Schwellenwert willkürlich gesetzt ist.
Longer duration of contact is assumed to increase the risk of transmission; the 15-minute limit is arbitrarily selected for practical purposes. Public health authorities may consider some persons who have had a shorter duration of contact with the case as having had high-risk exposure, based on individual risk assessments.
Die zweite Quelle bewegt sich auf einem veralteten Kenntnisstand lange vor der Schulöffnung im September, doch selbst hier wird vor den Schlussfolgerungen festgestellt:
Children are more likely to have a mild or asymptomatic infection, meaning that the infection may go undetected or undiagnosed.
When symptomatic, children shed virus in similar quantities to adults and can infect others in a similar way to adults. It is unknown how infectious asymptomatic children are.
While very few significant outbreaks of COVID-19 in schools have been documented, they do occur, and may be difficult to detect due to the relative lack of symptoms in children
Kinder übertragen aber in die Haushalte so leicht wie Erwachsene. Deswegen ist es eben sehr wichtig, auch symptomfreie Infektionen zu erkennen, nicht nur symptomatisch erkrankte Kinder.
Die dritte Quelle verweist auf den aktuell in Österreich vorherrschenden Fall mit hohem Infektionsgeschehen in der Gesamtbevölkerung.
Testungen sollten in Betracht gezogen werden, wenn
People in a school setting who show signs or symptoms consistent with COVID-19 while at school.
Schools in a community where public health officials are recommending expanded testing on a voluntary basis including testing of a sample of asymptomatic individuals, especially in areas of moderate to high community transmission.
In der vierten Quelle gibt es nach aktuellem Stand deutliche Einschränkungen bei der Sinnhaftigkeit von ausschließlich symptomatischen Testungen, da u.a. symptomfreie Fälle übersehen werden können.
In Summe basiert die Empfehlung also auf einer anderen Interpretation der zitierten Quelle als von den Autoren der Quelle selbst.
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