
Waldbrände in Sibirien, Waldbrände in den USA und Kanada. Hitzerekorde knapp an die 50°C in Kanada, am dritten Tag zerstört ein Wildfeuer den Ort. Arktis schmilzt, Antarktis schmilzt. Höchstwerte in der Polarregion bis zu 20 Grad über dem Mittel für Wochen. Verheerende Fluten in Benelux und Westdeutschland, über 140 Tote und mehr als 600 Verletzte. Größte Naturkatastrophe seit 100 Jahren. Unermessliche Schäden an der Infrastruktur mit zerstörten Gasleitungen, Bahnstrecken, Straßen und Brücken. Gleichzeitig Dürre am Alpenostrand und im Südosten, Dürre im Westen der USA. Dürre auch in Südeuropa. Hitzerekorde in Skandinavien. Wärmster Frühling in Japan, usw.
- The Guardian: Climate scientists shocked by scale of floods in Germany (16.07.21)
- Bill McGuire: Global warming won’t just change the weather – it could trigger massive earthquakes and volcanoes (2016)
- Climate change: Science failed to predict flood and heat intensity (16.07.21)
- Bildergalerie zu den Überflutungen in Deutschland (GMX News)
Die Wettermodelle hatten den Starkregen hervorragend erfasst. Die Abflussprognosen für die Bäche und Flüsse waren laut DWD-Meteorologen eindeutig auf Disaster programmiert. Speziell die Flutkatastrophe im Ahrtal war keineswegs ein Präzedenzfall. Im Jahr 1488 wurden Brücken zerstört, 1582 gab es Flutschäden in Bad Neuenahr, 1761 wurden die Gebiete nahe Ahrweiler nahezu vollständig zerstört. Am 21. Juli 1804 verwüsteten Sturzfluten Altenburg im Ahrtal. 63 Menschen starben. Am 12. Juni 1910 zerstörten Sturzfluten die gleichen Orte. 52 Menschen starben. In Erftstadt, wo der Fluss Erft in eine nahegelegene Kiesgrube floss und dadurch massive Bodenerosion auslöste, die mehrere Häuser zum Einsturz brachte und Todesopfer zur Folge hatte, könnte man ebenso noch von einem “hausgemachten” Problem sprechen, aber wie die Klimaforscher schreiben – das Ausmaß der Überflutungen ist es, was schockiert. Spannend dazu dieses Paper von Kahraman et al. (2021), das genau das Thema ortsfeste Starkregenereignisse über Europa im Zeichen des Klimawandels behandelt.

Für die Unwetter heute abend in Österreich könnte ich eine fast identische Karte zeigen. Wieder eine Okklusion, ähnlich hohe Feuchte, labil geschichtet mit heftigen Gewittern und Nordostströmung mit Staueffekten. In Königssee/Berchtesgadener Land fielen in wenigen Stunden 122 l/qm, davon 50 l/qm in einer Stunde. Auch im Wiener Stadtgebiet verbreitet 50-80 l/qm und in weiten Teilen des südlichen Industrie- sowie Mostviertels 70-100 l/qm (Stand 22 Uhr).
Mehr dazu in einem gesonderten Beitrag.
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