
Mir ist nach dem zib2-Interview mit Infektiologe Wenisch wieder einmal aufgefallen, wie wichtig in Österreich Dialekt und und Umgangssprache sind. Das hat etwas suggestiv Beruhigendes. “Das ist einer von uns!”, “Der versteht uns!” oder “Keine Panik! Wir schaffen das schon!” schwingt da mit. Dazu kommen kernige oder flapsige Sprüche. “Die Kinder stecken das Virus weg wie nix!” oder “Das Virus hat keine Flügel!” Die Botschaft, die solche Sager transportieren sollen, ist “Alles nicht so schlimm!” Jemand, der während dem Interview lächelt, kommt sympathisch an, wie der väterliche Freund, der einem während des Gesprächs die Hand auf die Schulter legt. Das ist beliebt, auch in den Redaktionen, so jemand interviewt man gerne. Infektiologe Greil in Salzburg scheint das glatte Gegenteil zu sein, die Interviews mit ihm arten gelegentlich in Vortragsmonologe aus. Die Sprache ist deutlich gehoben, das ein oder andere unnötige Fremdwort, wofür es eine einfach verständlichere Entsprechung gäbe. Zum Zuhören durchaus ermüdend, auch wenn er ein Feuerwerk an Fakten und Daten abbrennt und ins Gewissen redet.
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