Tag 95: Leben auf einer Insel

Die gute Nachricht zuerst:

Aufgrund der Superspreader-Eigenschaft kann das Virus schneller aussterben als befürchtet, weil viele potentielle Infektionsketten Sackgassen für die Virusübertragung sind. Warum? Aktueller Kenntnisstand ist, dass rund 10-20% aller Infizierten für 80-90% aller Übertragungen verantwortlich sind. Die meisten Übertragungen entstehen durch Cluster-Ereignisse, etwa Großveranstaltungen oder bestimmte prädestinierte Situationen wie Chorproben, Verteilerzentren beim Paketdienst oder Schlachtbetrieben. Wenn man diese vulnerablen Situationen unterbindet, kann sich das Virus nur noch durch einzelne Übertragungen verbreiten, was aber weitaus weniger effektiv ist. Dass dies tatsächlich so stattfindet, sieht man anhand der aktuellen Fallzahlen in vielen Ländern, wo es nur noch niedrige zweistellige Zuwächse pro Tag gibt. Die meisten Übertragungen finden dabei in bestehenden Clustern statt, also innerhalb der Familien und unter Arbeitskollegen. Es gibt aber kaum noch Übertragungen in Situationen, wo einander vollkommenn fremde Menschen begegnen. Weder in den dichten Sitzreihen entlang des berüchtigten Donaukanals noch aller Voraussicht nach bei der Großdemonstration in Wien vor einer Woche. Etwa die Hälfte hat Abstand gehalten, die Hälfte hat Maske getragen. Manche haben beides gemacht, manche nichts davon. Dazu war es windig und die Menschenansammlungen im Freien. Die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln bleibt bestehen, sonst wird sie leider abgeschafft, obwohl alle wissenschaftlichen Studien bestätigen, dass sie sinnvoll ist und 40-60% aller Übertragungen verhindern kann. In den USA waren zwei zwei Friseure infiziert, wussten es aber nicht. Beide trugen Masken, ebenso die Kunden. Im infizierten Zustand hatten sie insgesamt 140 Kunden und kein einziger hat sich infiziert!

Ob der Optimismus in Österreich bleibt, wenn die Maskenpflicht ab morgen fällt, sei dahingestellt:

  1. Wo bleibt die Maskenpflicht? Für Personal in der Gastronomie, bei Betreten von Veranstaltungen, von Apotheken, Taxifahrten, Autofahrten mit haushaltsfremden Personen, Öffentliche Verkehrsmittel
  2. Wo fällt sie? In geschlossenen öffentlichen Räumen, in Geschäften, Hotels, Sportstätten, Museen, Fahrgemeinschaften, Seilbahnen, Reisebussen, Ausflugsschiffen und Privatjets.

Mein einziger Kommentar dazu: Jene, die sich oder Angehörige nicht gefährden und kein Risiko eingehen wollen, müssen ab jetzt eben FFP2-Masken tragen. Ein – bei den aktuellen Fallzahlen – geringes Risiko bleibt, ist aber viel geringer als die langfristige Gefährdung durch andere Todesursachen. Der Individualverkehr ist fast wieder auf Ausgangsniveau, die Feinstaubbelastung steigt, ebenso die Unfallgefahr. Über Prävention wird leider überhaupt nicht geredet, wie man einige der Risikofaktoren, die viele Gefährdete erst anfällig für einen schweren Verlauf macht (z.b. Übergewicht, Rauchen, Feinstaubbelastung, chronischer Stress), bekämpfen könnte.

Zur schlechten Nachricht Nr.1 : Im Vergleich zu Tag 56 (06. Mai) ergibt sich eine wesentliche Änderung meiner damaligen Zusammenfassung: Die Übertragung über die Nase scheint eine größere Rolle zu spielen als angenommen (noch ein Grund mehr, weshalb vor allem Männer ihren Nasenpenis unter die Maske ziehen sollten statt ihn darüber baumeln zu lassen).

Zur schlechten Nachricht Nr.2: Das Virus mutiert und es können zwei verschiedene Varianten gleichzeitig eine Person infizieren. Aber: Drosten führt auch aus, dass das Virus durch die Mutation vermehrt in der Nase repliziert, wovon wir aber nicht sehr krank werden. Es würde langfristig eher zu einem Schnupfen werden. Genauso könnte passieren, dass es allgemein stärker repliziert, auch in der Lunge, dann würden wir uns schneller krank fühlen und eher zu Hause bleiben, sodass die Übertragungsrate sinkt. Das Virus könnte dann rascher eingedämmt werden.

Sonstige Nachrichten:

  • Der Anteil der asymptomatischen Übertragung wird jetzt übrigens auf einen niedrigen einstelligen Prozentanteil geschätzt, während 40-60% aller Übertragungen präsymptomatisch stattfinden.
  • Mehrere europäische Länder sichern sich einen höchst fragwürdigen Impfstoffaus Großbritannien – fragwürdig deswegen, weil eine seriöse Impfstoffentwicklung frühestens im Sommer 2021 abgeschlossen sein wird. Ob es tatsächlich schon Ende 2020 der Fall ist, sei dahingestellt. Vielleicht sollte man hier ein wenig auf die Bremse steigen.
  • Es laufen aber auch noch andere Impfstoffversuche von insgesamt über 100 Kandidaten, von denen aber nur rund 10% wirklich aussichtsreich sind.

Ansonsten: Ich hab 17 Urlaubstage durch den Lockdown und die geschlossene Gastronomie und Unterkünfte verloren. Die ersetzt mir niemand mehr. Wer seinen Urlaub später im Jahr gebucht hat, hat Glück und mehr davon. Je später es wird, desto mehr wird wieder gelockert und desto unkomplizierter und bequemer ist der eigene Freiheitsgrad. Das Verhalten der österreichischen Regierung macht mir Angst. Sie unternimmt keinerlei Anstalten, etwa das Arbeitslosengeld wenigstens befristet von 55% auf mindestens 70% zu erhöhen. Stattdessen gibt es 450 Euro Einmalzahlung. Das ist so wenig wie die lächerlichen Beträge für EPUs, Gastwirte und sonstige Unternehmen, die davon nicht mal Miete und Umsatzverluste ersetzen können. Das Geld wäre vorhanden, nur ein Bruchteil der versprochenen Hilfsgelder wurden bisher ausgezahlt, und das Wording ist auch vollkommen falsch, denn in Wahrheit stehen alle Entschädigungen zu, denen auf behördliche Anweisung das Geschäft geschlossen wurde. Dafür gabs ein Epidemiegesetz. Das wurde gekübelt. Die systemrelevante Arbeit wurde bereits wieder vergessen.

Als Mitte März der Flugverkehr rapide zurückging, waren viele in der Luftfahrtbranche noch zweckoptimistisch, dass die Talsohle im Mai erreicht würde und ab dem Sommer wieder Vollbetrieb angesteuert würde. Das Argument war: Die Leute wollen unbedingt wieder fliegen, es würde einen regelrechten Run auf Flugtickets geben. Jetzt ist Juni, ab morgen läuft der Flugbetrieb bei zahlreichen Airlines wieder an, nachdem die Reisebeschränkungen zunehmend fallen. Vorerst nur kontinental, denn in Ländern wie Russland, China, USA, aber auch Schweden und Großbritannien sind die Fallzahlen immer noch hoch oder steigen schon wieder.. Südamerika hat es besonders schlimm erwischt. Aber im Spätsommer werden wir höchstens 25% vom Vorkrisenniveau erreichen und inzwischen rechnet niemand mehr damit, dass vor dem Jahr 2023 wieder das Vorkrisenniveau erreicht wird. Der FRAPORT-Chef rechnet sogar damit, dass selbst nach 2023 höchstens 90% erreicht werden. Das alles unter der Prämisse übrigens, dass wir keine zweite Welle und keinen erneuten Lockdown bzw. erneute Reisebeschränkungen erleben werden. Für die Branche selbst und auch meinen Arbeitsplatz sieht es langfristig düster aus. Die vermeintlich sichere Zukunft ist plötzlich keine mehr. Und das alles wegen drei Monate Stillstand und drei Jahren mageren Wachstums. Das ging halt viel zu schnell, um sich darauf einzustellen oder nach Alternativen zu suchen. Wenn dann coronabedingt alle Branchen leiden und die Zeichen eher auf Personalabbau stehen, dann ists vielleicht ein wenig verständlich, dass man in den Jubel über den geringen Flugverkehr nicht einstimmen kann – fürs Klima macht es ohnehin nicht so viel aus, dass das alleine reicht.

Tag 90: Solidarität? Not in my backyard!

Es tut sich gerade eine Menge, wenn auch nicht überall dort, wo Handlungsbedarf besteht.

Universitäten sind immer noch geschlossen

Die Universitäten dürfen immer noch nicht betreten werden. Reich waren Studenten noch nie, zu studieren und nebenher das Studium durch Nebenjobs zu finanzieren immer eine schmale Gratwanderung, die meist darin gipfelt, einige Semester dranhängen zu müssen. Die Verschulung der Studien durch die missglückte Bolognareform führte zu mehr Anwesenheitspflichten, was die Situation für prekär lebende Studierende noch schwieriger gemacht hat. Über StudentInnen hört man seit Monaten allerdings reichlich wenig. Die Wiener Linien haben das Semesterticket verlängert. Was wurde sonst als Entlastung beschlossen? Die Aussetzung der Studiengebühren wurde abgelehnt. Gerade die typischen Studentenjobs – kellnern in der Gastronomie – sind zu nahezu 100% weggefallen. Selbst jetzt, wo die Gastwirte wieder aufsperren durften, ist der Umsatz eingebrochen und ohne Trinkgelder fallen die Löhne sehr mager aus. Eine Sackgasse auf unabsehbare Zeit.

Demonstrationen: Segen oder Fluch?

Es gab beeindruckend viele Teilnehmer bei den Demonstrationen, teilweise leider ohne Abstand halten und ohne Masken tragen. Auch wenn es nur wenige Ansteckungen im Freien gibt, ignorieren kann man die Gefahr von Menschenansammlungen im Freien nicht, wie ein historisches Beispiel einer Parade in Philadelphia während der Spanischen Grippe zeigt – damals wurden allerdings keine Masken getragen. Zuletzt mehrten sich die Anzeichen, dass während Großdemonstrationen künftig Maskenpflicht herrscht. Es wäre nur allzu tragisch, wenn der berechtigte Protest gegen Rassismus zu einem Wiederanstieg an Infektionen führt und Menschen das Leben kostet, die aus welchen Gründen auch immer den Kampf gegen das Virus verlieren.

“»I can‘t breathe« sind übrigens auch die letzten Worte, wenn man an Covid-19 grauenvoll erstickt. Denkt bei der nächste Demo bitte daran. Danke. ” (@gallenbitter, Twitter, 07.06., 11.52)

Das mag überspitzt klingen, aber es ist eben durchaus etwas dran, sich für etwas zu engagieren und gleichzeitig Risikogruppen wortwörtlich ins Gesicht zu spucken. Da geht es nicht einmal darum, dass Menschen mit Risikofaktoren daheim bleiben sollten, sondern dass sich Teilnehmer infizieren und in der symptomfreien Phase dann Menschen mit Risikofaktoren anstecken. Wie wichtig es ist, Cluster zuzuordnen, zeigt dieser Thread aus Deutschland. Es sind also nicht nur die letzten Kontakte wichtig, die der Infizierte gehabt hat, sondern zentral ist die Frage: “Warst Du zuletzt auf einer größeren Veranstaltung?” Gerade solche Massenveranstaltungen wären also ein idealer Einsatzort für Contact Tracing Apps.

Trotz allen Befürchtungen, durch solche Veranstaltungen würde eine zweite Welle entstehen, muss man aber auch mal die Kirche im Dorf lassen. Bei den ersten Bildern aus dem Prater oder von der Donauinsel empörten sich viele, die seien Schuld, wenn der Lockdown länger dauert. Später dasselbe mit den geöffneten Baumärkten, dann die Gastronomie. Nichts ist passiert. Die Infektionen finden weiterhin hauptsächlich innerhalb bestehender Cluster statt, etwa um die Postzentren herum, sowie innerhalb Familienverbände und deren Verwandte. Lokale Anstiege gibt es hingegen durch die geöffneten Schulen und Kindergärten. Innenräume sind nun einmal gefährdeter, sogar viel eher als Massenveranstaltungen im Freien. Man sieht aber auch, dass viele Menschen die Zusammenhänge immer noch nicht begreifen. Konzerte im Freien ja, in der Stadthalle oder in Jazzkellern eher nein. Die Durchlüftung macht den Unterschied. Gerade Bars und Nachtclubs erscheinen als Orte mit der größten Ansteckungsgefahr. Abstand einhalten mit viel Alkohol intus? Lärmpegel, Schreien, feuchte Aussprache, Umarmungen, Tanzen, etc… Bis zur Impfstoffentwicklung ist das für mich nur vorstellbar, wenn es einen seriösen Schnelltest auf Antikörper oder virale RNA gibt.

Symptomfreie Ansteckung?

Apropos symptomfrei: Die Rolle der WHO ist mehr als unglücklich in dieser Pandemie. Erst wurde die Gefahr aus China heruntergespielt, dann hat man sich zu lange gegen den Maskeneinsatz gewehrt und jetzt sorgt eine irreführende Aussage zur Ansteckungsgefahr für Verwirrung:

“Corona patients without symptoms aren’t driving the spread of the virus.”

Was gemeint war:

Menschen, die im gesamten Verlauf der Infektion keine Symptome zeigen, sind kaum ansteckend.

Was ankommt:

Menschen ohne Symptome sind nicht ansteckend.

Hier fehlt die Unterscheidung zwischen präsymptomatisch (also ohne Symptome bis zum Ausbruch der Erkrankung) und asymptomatisch (durchwegs symptomfrei). Nur: Ohne follow-up-Studien weiß man nie, ob ein symptomfreier Infizierter später nicht doch noch Symptome entwickelt. In diesem Thread wurde die Problematik davon erläutert, hier auf Deutsch.

Ungeachtet dessen also, was die WHO sagt. Menschen sind unmittelbar vor den ersten Symptomen und am ersten Tag der Symptome am anstecksten. Darum tragen wir ja alle Masken, bzw. sollten sie tragen, in Österreich wurde die Maskenpflicht leider weitgehend abgeschafft. Und leider wurde die Teststrategie wieder geändert und geht wieder Richtung “nur mit Symptomen” testen.

Arbeitsplätze gegeneinander ausspielen

Letzter Punkt: Die Regierung hat sich gemeinsam mit der AUA und Mutterkonzern Lufthansa endlich auf ein Rettungspaket geeignet. 150 Mio schießt der österreichische Staat aus den Steuergeldern zu, der Rest kommt von der Lufthansa und von staatlich garantierten Bankgarantien. Einen gewichtigen Anteil liefert aber auch das AUA-Personal, das über Jahre hinweg schmerzhafte Einkommensverluste hinnimmt, um ihren Job zu behalten, mit Ausnahme der Pensionisten, die nicht auf ihre üppigen Pensionen verzichten wollen. Das Paket enthält einige ökologisch motivierte Auflagen, etwa Aufpreise für Kurzstrecken und ein Anti-Dumping-Gesetz, das alle Fluglinien (nicht nur die AUA) künftig daran hindern soll, die Preisspirale immer weiter nach unten zu drehen wie bisher. Die Kritiker stören sich vor allem daran, dass sich der Staat nicht am Unternehmen (und künftiger Gewinne) beteiligen will – erst bei einer Insolvenz geht die AUA in Staatsbesitz über.

Ungeachtet dessen sind die 7000 Mitarbeiter und deren Familien erleichtert. Es wird immer noch vergessen, dass nicht nur die AUA-Arbeitsplätze gerettet wurden, sondern auch viele von den Flughäfen in Österreich, der Flugsicherung, den Zulieferbetrieben bis hin zu den Wirtschaftszweigen, die vom Flugverkehr abhängig sind, Kongresstourismus, Urlaubstourismus in ganz Österreich, indirekt also auch Hotels und Gastronomie und deren Zulieferer. Man mag sich auch vorstellen, dass internationale Musiker und Künstler von globalem Tourismus abhängen, also in Punkto gar nicht mehr fliegen versus zumindest weniger fliegen.

Warum man die Kurzstreckenflüge nicht sofort auflässt, wird gefragt. Das hängt mit der Drehkreuzfunktion zusammen. Als Beispiel für einen unnötigen Flug bringen viele immer wieder Wien-Linz, dabei wurde diese Strecke bereits im Herbst 2018 aufgelassen. Wien-Graz dauert derzeit noch 2 Stunden 40min und wird wahrscheinlich aufgelassen, Wien-Salzburg sind von Flughafen zur Stadt ebenfalls 2h 40min und ist ebenso in Frage gestellt. Klagenfurt und Innsbruck hängen am Semmeringbasistunnel, am Koralmtunnel und am viergleisigen Ausbau der Westbahnstrecke westlich von Straßwalchen bzw. am Großen Deutschen Eck mit den kurvenreichen Langsamfahrstellen. Und da zeigt sich ein Kapazitätenproblem: Überall, wo es nur zweigleisige Strecken gibt, leidet entweder der Nahverkehr oder der Fernverkehr. Private Anbieter wie CAT oder Westbahn erschweren kürzere Intervalle für alle. Ohne CAT wäre ein 15min-Intervall der S-Bahn zum Flughafen möglich ohne Westbahn könnte der Nahverkehr zwischen Linz und Salzburg besser angebunden werden. Generell gibt es entlang der Westbahn das Problem extrem kurzer Umstiegszeiten vom Fernverkehr auf Nahverkehrszüge, die Verspätungen nicht abwarten können, weil sie das Hauptgleis blockieren (selbst schon oft zum eigenen Leidwesen miterlebt). Außerdem waren die Züge vor Corona zwischen Wien und Salzburg oft überfüllt. Etwas, was man sich derzeit nicht erlauben sollte.

Was heißt das? Bahnkapazitäten, sowohl Infrastruktur als auch Personal, fallen nicht vom Himmel, auch nicht während einer Existenzkrise der Luftfahrt. Das dauert Jahre bis Jahrzehnte, bis die Bahn so gut ausgebaut wurde, sowohl Kapazitäten als auch Geschwindigkeit, dass der steigende Bedarf gedeckt werden kann. Das ist die Realität. Mir wäre auch lieber, es wäre anders, nachdem ich kein Auto habe und die Bahn dem Flugzeug eher vorziehe.

Was mich jetzt aber am meisten stört, ist der Versuch, die krachenden Existenzen der Kleinunternehmer gegen die AUA-Mitarbeiter auszuspielen. Rechenspiele, wie viele EPUs mit dem Steuergeld für die AUA hätten gerettet werden können. Das Herunterbrechen der 150 Millionen pro AUA-Mitarbeiter, als ob die davon etwas sehen würden. Warum? Es ist unbestritten, dass die WKO versagt hat und die Unernsthaftigkeit, mit der die türkisen Minister nachbessern, zeigt, dass ein gewisser Prozentsatz an Pleiten gewollt sind. Das Epidemiegesetz wurde ausgehebelt, um diese Pleiten zu ermöglichen. Nur die Stärksten sollen überleben. Aber es liegt nicht am fehlenden Geld. Für PR-Budget-Erhöhung vom Bundeskanzleramt ist genug da, da sprudeln die Millionen. Vermögen- und Erbschaftsteuern sind Tabuthemen. Es fehlt nicht am Geld, sondern am politischen Wille. Der wäre auch nicht vorhanden, wenn die AUA in die Insolvenz geschickt worden wäre. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Kernappell: Schuld an der Misere der EPUs und aller, die von der WKO keine oder nur lächerlich geringe Hilfen erhalten, sind nicht die AUA und deren Mitarbeiter, bei denen sowieso der Sparstift angesetzt wurde, sondern alleine die türkisgrüne Bundesregierung mit Betonung auf türkis. Vielleicht wärs denkbar, harte Kritik zu üben, ohne andere Arbeitsplätze abzuwerten.

Tag 87: Einen zweiten Lockdown verhindern

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Ruine Landsee am Pfingstmontag, Blick in die Ungarische Tiefebene

Auch in den USA stellt man sich derzeit die Frage, wie man einen zweiten Lockdown verhindern kann. Wenn uns bereits ein einmaliger Lockdown von wenigen Wochen bzw. nicht einmal zwei Monate in eine tiefe Rezession schlittern lässt und uns Jahre zurückwirft in der wirtschaftlichen (und gesellschaftlichen) Entwicklung, was würde erst bei einer zweiten Welle passieren? Zwar mehren sich mittlerweile die Expertenstimmen (Drosten, Streeck, Penninger) , dass eine zweite Welle wahrscheinlich nicht stattfindet, weil sich das Virus hochgradig über Cluster-Ereignisse weiterverbreitet, also nur 10-20% der Infizierten 80-90% der Sekundärinfektionen verursachen und nicht, wie allgemein über Wochen verlautbar wurde, “jeder Infizierte zwei bis drei weitere Personen ansteckt.” Vielmehr steckt die Mehrheit gar niemanden an. Das frühzeitige Unterbinden von Großveranstaltungen und das Schließen von Clubs und Bars hat einen Kollaps des Gesundheitssystems in den meisten Ländern verhindert, selbst in Italien war hauptsächlich die Lombardei betroffen, der Süden hingegen kaum. In den USA war die US-Ostküste viel stärker betroffen als die Westküste.

In diesem gewohnt qualitativ hochwertigen Artikel des Wissenschaftsjournals Statnews wurden 11 Experten der Virologie, Epidemologie, etc. gefragt, wie man einen zweiten Lockdown verhindern kann: Continue reading

Tag 81: Die Maske fällt

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Sonnenaufgang über den Kleinen Karpaten mit Föhnwolken, 30. Mai 2020

Hochmut kommt vor dem Fall. So könnte man die Situation derzeit in Österreich beschreiben. Im Kleinwalsertal ist Kurz das erste Mal gestrauchelt. Blümels formal fehlerhafte Budget war zwar einige Lacher Wert, aber der eigentliche Skandal ist die nach wie vor nicht ausbezahlte Soforthilfe aus den zahlreichen Fonds. Weitgehend unbedacht vom öffentlichen Aufschrei blieb die Gleichschaltung der Statistik Austria, die nicht nur einen neoliberalen Chef bekommen hat, sondern Zahlen erst nach dem OK vom Kanzler veröffentlichen wird. Heute früh im Frühstücksradio von Ö3 unterstellte Kurz den Unternehmern, sie können ihren Namen nicht richtig schreiben und würden Steuern hinterziehen, als Begründung dafür, dass sie noch kein Geld erhalten haben oder nur lächerlich niedrige Beträge. Blümel antwortete im Mittagjournal auf die zweifache Frage, ob man das Arbeitslosengeld erhöhen müsse, damit, dass es jetzt darum ginge, eine zweite Welle zu verhindern, dass man bereits Kurzarbeit habe und den Konsum ankurbeln will. Arbeitslose sind eben unter einer neoliberalen Regierung nichts Wert. Wir wollen auch nicht den Kuhhandel der Grünen vergessen, die die Koalitionsbindung nicht aufheben, um ihrer Meinung nach Schlimmeres zu verhindern. Die Frage ist jetzt: Wie geht es weiter? Wann verliert der Stern am Himmel so viel Popularität, dass der interne Druck stärker wird? In Deutschland und Italien (v.a. in Südtirol) herrscht bereits große Irritation, einerseits wegen Kurz’ Blockade der EU-Wiederaufbauhilfe, andererseits wegen der weiterhin strengen Grenzkontrollen mit Italien. Der außenpolitische Druck wächst, aber innenpolitisch genauso: Continue reading

Tag 77: Knopfdruckpolitik

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Eigenverantwortung als Zünglein an der Waage?

In der 43. Podcastfolge (zum Nachlesen) hat Virologe Drosten praxisnahe Erläuterungen geliefert und Empfehlungen für die Politik bzw. den Alltag abgegeben: Die Gefahr lauert vor allem in Innenräumen, über Kontaktinfektion gibt es keine neuen Erkenntnisse. Diese spielt vor allem in Spitälern eine größere Rolle, wo Erkrankte tagelang behandelt werden. Deswegen sei der Einsatz von Desinfektionsmitteln dort auch besonders nötig. Infektiös sei man etwa eine Woche, die 48 Stunden vor den ersten Symptomen am stärksten, aber drei bis vier Tage später sie die Infektiösität vorbei. Continue reading

Tag 74: Vermeide die drei C’s!

Der Gottesdienst in Frankfurt, das Restaurant in Ostfriesland. Nach den Lockerungen treten die “Cluster-Ausbrüche” erstmals dort auf, worauf Erfahrungen aus aller Welt schon länger hindeuteten. Singen ist besonders effektiv, um hohe Mengen an Virenpartikeln auszuscheiden und zu inhalieren, weil dabei tief ein- und ausgeatmet wird. Hinzu könnte ein Faktor kommen, der auch in Paketzentren oder Schlachthöfen eine spezifische Rolle spielt: Kalte Umgebungen, denn in Gotteshäusern ist es aufgrund der dicken Gemäuer häufig empfindlich kühler als draußen. Bei kalter Umgebungsluft bleibt das Virus aber länger stabil und kann leichter von Wirt zu Wirt springen. Auch die begünstigte Verbreitung in Restaurants, insbesondere in Innenräumen mit schlechter Durchlüftung und vielen Menschen, die sich längere Zeit auf engstem Raum aufhalten, ist schon einige Wochen bekannt. Genauer gesagt Monate, wenn man die positive Entwicklung von Japan in die Erkenntnisse einbezieht, die ohne Lockdown die Kurve flach halten konnten.

Experts are also credited with creating an easy-to-understand message of avoiding what are called the “Three C’s” — closed spaces, crowded spaces and close-contact settings — rather than keeping away from others entirely.

“Social distancing may work, but it doesn’t really help to continue normal social life,” said Hokkaido University’s Suzuki. “The ‘Three C’s’ are a much more pragmatic approach and very effective, while having a similar effect.”

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Tag 70: Das Virus ist nicht verschwunden

Das Virus ist nicht weg, nur weil jetzt großzügig gelockert wird. Die Regierung hat leider von Beginn an versäumt, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erklären. Das kann sie auch gar nicht, denn das ist nicht Aufgabe der Politik, sondern der Experten im Expertenstab. Wir erfahren bis heute nicht, wer da eigentlich drinsitzt und welche Daten die Grundlage für die Entscheidungen waren. Erst später wurde ein umstrittenes Expertenpapier bekannt, man erfuhr die Namen derer, die überstimmt wurden, als Kurz Ende März von der “Ruhe vor dem Sturm” sprach. Darunter auch der geschasste Public-Health-Experte Martin Sprenger, der mit seiner Corona-Ampel ansatzweise die Übersicht liefert, die sich vermutlich die Mehrheit der vernunftbegabten Einwohner Österreichs erhofft haben. Bin ich von vielen Infizierten umgeben, muss ich mich stärker einschränken, wie gefahrlos kann ich mich bewegen? Man hätte diese Risikoabstufung analog zu Hitze- und Lawinenwarnungen dazu verwenden können, regional zu lockern statt im ganzen Land, wodurch die Nachverfolgung erschwert wird, weil sich das Virus besser ausbreiten kann.

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Tag 68: Rückblick in Bildern

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Spektakulärer Untergang über dem Wienerwald, 17. Mai

Seit Beginn des Lockdowns war ich viel unterwegs, zu Fuß und mit dem Fahrrad, später wieder mit den Öffis und der Bahn. Mein persönliches BestOf ist hier festgehalten. Über ernstere Themen gäbe es genug zu bloggen, aber ich bin heute urgrantig und fürchte, das wird nicht sachlich enden. Also lasse ich heute die – nicht chronologisch geordneten – Bilder sprechen:

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Tag 67: Infektionswege

Wie ich schon am 06. Mai in meinem großen Übersichtsartikel erwähnt habe, kann die Infektion auch über ein einfaches Gespräch stattfinden. In den letzten Tagen war die Aufregung groß, weil eine neue Studie aufzeigte, dass Übertragungen bereits stattfinden können, wenn in Innenräumen normal gesprochen wird. Ebenso gibt es (überraschte?) Reaktionen auf eine deutsche Studie, die (wenn auch nur mit wenigen Fällen) bestätigt, dass Übertragungen bereits vor Auftreten der ersten Symptome stattfinden. Schon vor ein paar Wochen wunderte ich mich, als in deutschen Onlinemedien bekanntes Wissen als vermeintlich bahnbrechende neue Erkenntnis verkauft wurde. Auf welchem Planeten habt ihr die letzten zwei Monate verbracht? Seid ihr schon so eingelullt von den täglichen Pressekonferenzen, dass ihr gar nicht mehr wisst, warum wir uns an die vielen Verordnungen halten? Seit Mitte März informiert die AGES darüber. 

Ihr Chef Franz Allerberger am 21. März im Video über Übertragungsrisiken:

“das Reden selber alleine auf engem Raum reicht aus, um in Einzelfällen das Virus zu übertragen”

Im heutigen Text versuche ich noch einmal aufzudröseln, wie Infektionen stattfinden können und wie sie wirklich stattfinden. Ein Grundproblem der Infodemie ist nämlich die mangelnde Unterscheidung zwischen Studien, die im Labor stattfinden und Untersuchungen von tatsächlich stattgefundenen Ereignissen oder real existierenden Situationen. So werden Theorie und Praxis vermischt, und heraus kommen dann realitätsferne Abstandsregeln für Radfahrer, die selbst aktuell noch vom Alpenverein als neue Verhaltensregeln verkauft werden (siehe Mountainbike/Tourenrad, E 2). Continue reading

Tag 64: Vitamin D wichtiger als angenommen?

Ich verfolge die täglichen Youtube-Videos des Krankenschwester-Lehrers Dr. John Campbell nun schon seit Ausbruch der Pandemie Mitte März. Er hat von Beginn an die wichtige Rolle von Vitamin D betont und immer wieder bekräftigende Studien geliefert, etwa dass Vitamin D GENERELL gegen (schwere) Atemswegsinfektionen schützt. Bei Menschen mit ausgeprägtem Vitamin D-Mangel ist die medikamentöse Substitution effektiver als bei Menschen mit geringem Mangel oder normalen Werten. Bei ausgeprägtem Mangel verringert sich das Risiko jedoch um 70%! Er hat später auch aufgezeigt, dass in den USA 42% der Gesamtbevölkerung einen Vitamin D-Mangel aufweist. In der Bevölkerung mit dunkler Hautfarbe sind es sogar 82% und unter den Hispanos 70%. In zahlreichen Untersuchungen zur erhöhten Sterberate finden sich immer wieder Schwarze und Hispanos an der Spitze. In vielen Artikeln und Medienberichten wird die erhöhte Mortalitätsrate aber vorwiegend mit der gesellschaftlichen Benachteiligung in Verbindung gebracht, ein Faktor, aber möglicherweise nicht der alleinige Faktor.

So ist wissenschaftliche Tatsache, dass dunkle Haut zwar längere Zeit vor Sonnenbrand schützt, dafür aber auch langsamer Vitamin D produziert als hellere Haut. Der Großteil der Vitamin D-Produktion findet über die Sonne statt, nur etwa zehn Prozent über die Nahrungsaufnahme – ein Grund für den verbreiteten Vitamin-D-Mangel in der kalten Jahreszeit.

Vitamin D ist essentiell für die Regeneration der schützenden epithelialen Barriere der Alveoli in den Lungen, wo der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet. In den Alveoli verursacht das Virus lokale Entzündungen. Der Großteil wird aber von der Immunantwort selbst verursacht. Entzündete Flüssigkeitsansammlungen verhindern den Gasaustausch und verursachen Atemprobleme (ARDS). Vitamin D ist außerdem wichtig für die Reifung von Immunzellen. Weiße Blutzellen wie Lymphozyten, Monozyten, Neutrophile und Dendritische Zellen besitzen alle Vitamin-D-Rezeptoren.

Campbell bezieht sich in der gestrigen Zusammenfassung auf einen Artikel von JoAnn E. Manson, Professorin für Medizin an der Harvard Medical School. “The evidence is quite compelling”. Vitamin D ist demnach in der Lage, schwere Verläufe durch Covid19 zu verhindern. Ihr Ratschlag:

Geht raus an die frische Luft in die Sonne, bewegt Euch, aber haltet dabei Abstand!

Diesen Blogtitel hatte ich bereits an Tag 28 (08. April), also noch inmitten des Lockdowns, gewählt, und mich dabei auf einen Artikel über die Lehren aus der Spanischen Grippe bezogen, den ich hier gerne zum 150. Mal verlinke. Das ist geradezu das Gegenteil von #Staythefuckhome oder #Zuhausebleiben. Die Annahme dahinter ist nämlich, dass all jene, die draußen unterwegs sind, automatisch zur Grüppchenbildung neigen und damit das gegenseitige Infektionsrisiko erhöhen. Abstand halten war erfolgreich, das ist unbestritten, aber Abstand halten funktioniert im Freien wesentlich besser als wenn etwa Familien in den Wohnungen bleiben und sich dadurch ständig über den Weg laufen.

Abstand halten funktioniert auch durch Homeoffice effektiver als in Großraumbüros, und wenn wir je wieder zu einer normalen Bürokultur zurückfinden wollen, dann wird jetzt wieder die Zeit der Einzelbüros kommen und der Trennwände, um unmittelbare Infektionswege zu unterbinden. Aber das ist eine andere Baustelle, um die soll es hier nicht gehen.

Die Medizinprofessorin empfiehlt in Zeiten von Covid19, die (künstliche) Vitamin-D-Zufuhr deutlich zu erhöhen, auf 1000 bis 2000 IU täglich, das entspricht 25-50 mgr Vitamin-D3. Zum Vergleich: Meine zur wöchentlichen Zufuhr gedachten Vitamin-D3-Kapseln enthalten 10000 IE, das entspricht 250 mgr, also 35mgr täglich.

Campbell betont, um Missverständnissen vorzubeugen, dass Vitamin D nicht vor der Infektion mit Covid19 selbst schützt, aber vor gefährlichen antiviralen und bakteriellen Lungeninfektionen, eine der Hauptkomplikationen von Covid19.

Nur einmal anekdotisch gedacht: Meine letzte Atemwegsinfektion war am 20. März 2016. Das weiß ich noch genau, weil ich mit einem Freund an der Flatzer Wand einen leichten Klettersteig gegangen bin. Tagsüber fühlte ich mich gesund. Auf der Heimfahrt lief die Klimaanlage im Auto auf Hochtouren. Ich spürte den kalten Luftzug und fröstelte. Am nächsten Tag lag ich flach mit Fieber und Gliederschmerzen. Der grippale Infekt dauerte über eine Woche, am elften Tag machte ich wieder eine Wanderung in der Wachau, ließ es aber langsam anghen.

In den Folgejahren hatte ich keine einzige Erkältung mehr, dafür wiederkehrende Magen-Darmbeschwerden mit Sodbrennen, Reflux bis hin zu Magendarminfekten. Schnupfen, Stirnhöhlenbeschwerden und trockener Husten ausschließlich in Zusammenhang mit Reflux. Sobald ich die Ernährung umstellte, verschwanden die Beschwerden wieder. 2016 war auch das Jahr, wo ich teilzeitbedingt deutlich mehr Wanderungen machte als in den Vorjahren. In den Folgejahren war ich weiterhin exzessiv häufig unterwegs, ich brachte es auf über 70 Wanderungen im Jahr, im Schnitt also alle fünf Tage, und gelegentlich noch kurze Radfahrten oder kleinere Fotospaziergänge. Die Refluxbeschwerden verschwanden zu Jahresbeginn 2019, die Darmbeschwerden mit der Laktoseintoleranz-Diagnose im Herbst 2019. Jetzt spüre ich vor allem noch die Histaminunverträglichkeit, die pseudogrippeähnliche Symptome hervorrufen kann. Die klassische Atemwegserkrankung mit Schnupfen und Halsweh blieb mir weiterhin erspart. Ich hab Vitamin D immer wieder supplementiert, blieb aber schleißig, was die Regelmäßigkeit betrifft (klar eine Schwäche von mir). Aber: Ich bin weiterhin viel draußen unterwegs. Ich war keineswegs immer so gesund. Vor 2016 war ich häufig krank, was aber auch an Großraumbüro und psychischem Stress lag, ich war die Jahre davor aber auch weniger sportlich aktiv und hing überhaupt vor 2010 viel zu oft vor dem Computer statt rauszugehen. Ob das der alleinige Grund ist, weiß ich nicht. Die letzte influenzaähnliche Erkrankung hatte ich am 17. März 2013, danach lag ich über eine Woche mit hohem Fieber flach. Am 16. März machten wir eine anstrengende Schneeschuhwanderung, im Anschluss hatte ich Nachtdienst. Auf der Rückfahrt in der U-Bahn saß neben mir ein symptomatischer Mann, der ganz blass im Gesicht war und hustete. So hab ich mir den Infekt imho eingefangen. Vielleicht hätte damals das Masken tragen eine (schwere) Infektion verhindert. Mein Immunsystem war offensichtlich durch die körperliche Anstrengung und das anschließende Schlafdefizit geschwächt.

Letzendlich bleibt es ghupft wie ghatscht. Bewegung, ausreichend Schlaf und genug Vitamin D im Blut können nur ein Vorteil in der Risikominimierung eines schweren Verlaufs sein – sie können aber – und das ist wichtig, um keine Mythen über die vermeintliche Wunderwaffe Vitamin D zu produzieren – eine Infektion nicht verhindern, und die bekannten Faktoren Vorerkrankung, Virendosis bei der Übertragung, und (fehlende?) Hintergrundimmunität spielen weiterhin eine tragende Rolle, wie schwer man erkrankt, zzgl. derzeit noch unbekannter Faktoren.