Tag 36: Körperlich aktiv sein trotz #Bleibtdaheim

Mündung vom Wienfluss in den Donaukanal bei der Urania, Bild von heute morgen

War ganz erfrischend, mal einen anderen Rückweg genommen zu haben. Am Donaukanal entlang ist gut frequentiert und vor allem entlang der Ostautobahn ziemlich laut. Heute früh fuhr ich mit dem Kollegen über Kaiserebersdorf und am Gasometer vorbei zurück. Dort war ich vorher nie. Seit Beginn der Coronakrise bin ich noch nie soviel Rad gefahren in Wien, hab einige neue Teile der Stadt kennengelernt. Die nächste Gelegenheit hab ich am Freitag in acht Tagen, auch da werd ich wieder nach dem Nachtdienst diese Strecke fahren und noch dazu ein paar Bilder machen.

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Tag 35: Populismus und Fakten

Gegen Depressionen, Angst und chronischen Stress

Im gestrigen Podcast [31] hat Dr. Drosten angesprochen auf die Joggerstudie offen zugegeben, dass er sich da nicht gut genug auskenne, er schätze aber das Risiko im Freien eher niedriger ein, weil die Tröpfchen schneller austrocknen und das Virus verdünnt wird. Ich komme gleich darauf zurück….

Reinfektion

Wichtiges Thema. Größte Furcht für verängstigte Menschen ist, dass man nach einer durchgemachten Erkrankung nicht immun ist, sondern sich erneut infizieren kann. Oder dass sich das Virus nur schlafend stellt wie Herpesviren und bei bestimmten Bedingungen reaktiviert werden können. Drosten führt die Berichte um Reinfektionen auf die asiatische Kultur zurück. Dort gibt es strikte Regeln. Wenn jemand zwei Mal negativ getestet wurde, gilt er als geheilt. Wird er dann erneut positiv getestet, als reinfiziert. Er vermutet aber stark, dass diese Ergebnisse mit der schwankenden Nachweisgrenze des Virus zusammenhängen. Sein anschaulicher Vergleich:

Ein Planschbecken mit Goldfischen und jemand nimmt mit verbundenen Augen einen Eimer heraus, mal sind Fische drin, mal nicht. Am Ende der Krankheit sind immer weniger Viren vorhanden, immer weniger Goldfische. Man erwischt auch mal einen Eimer ohne Goldfische, der Patient wird als geheilt entlassen. Problematisch ist vor allem die Art des Nachweises:

  • Lungensekret bleibt nach der Entlassung viel länger positiv, ist aber nicht mehr infektiös
  • Der Rachenabstrich wird am frühesten negativ, mit Beginn der zweiten Krankheitswoche, Stuhl und Sputum aber noch positiv
  • Stuhlproben bleiben länger positiv, aber nur totes ausgeschiedenes Virus

Das alles kann dazu führen, dass jemand erneut positiv getestet wird. Echte Reinfektionen sind aber weiterhin sehr unwahrscheinlich.

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Tag 34: Maskenpflicht, Wald und Vitamin D

In der Theorie klingt es sinnvoll. Es macht Eindruck auf der Welt, wenn Österreich eine Maskenpflicht einführt. Alle Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel, was in Wien bedeutet, dass man im gesamten öffentlichen Raum (zu Fuß) eine Maske trägt. Die WHO war erst dagegen, aber jetzt mehren sich die Stimmen für ein generelles Tragen von Masken. Abgewandelt nach Kickl: Die WHO hat der Politik zu folgen und nicht die Politik der WHO! Wo kämen wir denn hin, wenn wir auf Experten hören würden?

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Tag 33: Ostermontag – ein Blick in die Zukunft

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Inzwischen ist ein Monat Lockdown in Österreich vergangen. Mein Leben wurde auf den Kopf gestellt. Innerhalb weniger Tage habe ich mich von all meinen Träumen verabschieden müssen, kurzfristig, mittelfristig und wohl auch langfristig. In meinem messerscharfen autistischen Realismus hatte ich schon geahnt, dass dieses Jahr nichts mehr so ablaufen wird wie ursprünglich erwartet. In einem Wutanfall hab ich meine geographische Österreichkarte von der Wand gerissen und entsorgt. Mein Bewegungsradius war innerhalb weniger Tage auf Wien geschrumpft, und wegen dem Öffinutzungsverbot auf wenige Kilometer außerhalb der Wohnung, die ich – untrainiert – mit dem Rad erreichen konnte. Ich hing alle Kalender ab und legte sie außer Reichweite aufs Regal, den Anblick von Urlaubsdestinationen ertrug ich nicht. Am Tag der Lockdownverkündigung war zudem meine Uhr stehen geblieben, ich wechselte erst zwei Tage später die Batterien aus. Die Uhrzeit schien auf einmal so sinnlos. Meinen Terminkalender hab ich auch entsorgt, gut, ausnahmsweise bereue ich das, denn da stand auch ein wichtiger Arzttermin darin, den ich gerade nicht mehr auffinden kann. Continue reading

Tag 32: Ostersonntag

Osterhäschen

Dritter Urlaubstag. Gestern Abend hatte ich einen Durchhänger. Die Vorstellung ist schrecklich, noch monatelang nicht die Menschen umarmen zu dürfen, die einem nahestehen. Ich wäre ja zu großen Opfern bereit, es wieder zu dürfen, sogar zu zwei Wochen Quarantäne, um auf Nummer sicher zu gehen, bevor ich mich einem Menschen mit Vorerkrankung unter dem Mindestabstand nähere.

Wie hoch die Gefahr in öffentlichen Verkehrsmitteln und Supermärkten ist, wissen wir derzeit nicht. Bisher gibt es keine eindeutigen Ergebnisse, die für ein erhöhtes Ansteckungsrisiko sprechen. Wir wissen bisher, dass es Situationen gibt, die “super spreading” ermöglichen, aber fast ausschließlich indoor:

  • Begräbnisse mit Menschenansammlungen in Aufbahrungshallen und Kirchen
  • Chorveranstaltungen (Singen befördert viel Virus in die Umgebung)
  • Karnevalssitzungen (Heinsberg)
  • Bridgeturniere
  • Nachtclubs, Bars (siehe Ischgl)
  • Kantinen – selbst Rücken an Rücken (siehe München)
  • Lange Busfahrten (Patient 1 in China, 4 Std. Busfahrt, Ansteckungen selbst 30min später, nachdem er ausgestiegen ist)
  • Ansteckungen im Büro (Konferenzen, Büros ohne Raumluftumwälzer/Fenster)

Ich wäre ja dafür, die Gesunden einzusperren, die mild Infizierten und Risikogruppen sollten (getrennt voneinander) in die Natur gehen, Frischluft und Sonnenlicht tanken. Aber gut, das ist eine ketzerische Einzelmeinung, basierend aus meinen Erkenntnissen vor vier Tagen. Aber ich bin kein Virologe, es wird schon seine Richtigkeit haben, welchen Teil der Bevölkerung man ins Innere verbannt und wer nach draußen gehen darf.

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Tag 31: Karsamstag: Normalität für die anderen?

Kaltenleutgeben

Karsamstag. Ich hab nicht lang geschlafen, konnte aber etappenweise noch etwas länger schlafen. Ich war auch noch einkaufen im Merkurmarkt, mit Maske in der Straßenbahn. Im Supermarkt steht ein Desinfektionsspender am Eingang. Ich hatte Handschuhe an. Einkaufswagenpflicht war keine, es waren einige mit und ohne unterwegs. Eng wurde es nur bei den Leuten mit Wagen. Aber der Maskenanteil betrug annähernd 100%. Auf der Rückfahrt gab es die Durchsage, dass “in den Öffis ab 14. April Maskenpflicht herrsche”, ja, die weibliche Stimme hat wirklich Öffis gesagt. Soviel Wienliebe. Ich hab erstmals nach Wochen wieder durchgesaugt und den Balkon notdürftig mit Kartons abgeklebt als Schattenspender. Nächster Schritt sind noch ein paar Schälchen Wasser für die durstenden Vögel, allerdings scheißen die auch alles voll. Draußen ist viel los, aber die meisten haben kapiert, dass man derzeit Abstand halten muss. Selbst die alten Männer auf den Betonplätzen sitzen im Respektabstand auseinander. In den Öffis fühle ich mich sicher, speziell im 20. Bezirk mit hohem Migrantenanteil. Das sind Menschen, die kaum aus dem eigenen Grätzel herauskommen, wie sollen sie sich infizieren? Ach ja, über den Migrantenanteil erfährt man gar nichts in den offiziellen Statistiken. Meine Vermutung wäre, dass es großteils Einheimische sind, die das Virus weiterverbreiten, höhere Mobilität, besserer Verdienst.

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Tag 30: Stichproben, Öffi-Revival und Auszeit

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Heute hätte ich nach Oberösterreich fahren sollen, mit der Seilbahn auf den Dachstein und über Ostern schneeschuhwandern. Manchmal kommt es anders als man denkt und statt im Schnee zu watscheln, schnappte ich mein Fahrrad und fuhr nach Kaltenleutgeben, vom zweiten Bezirk eine halbe Weltreise, genauer gesagt 25,7km. Von dort ging ich zu Fuß weiter in die Rodauner Berge, drehte aber wegen der mühsamen Anfahrt (teils schlecht beschilderte Radwege, unendlich viele Ampeln, immer noch viel Verkehr, und doch einige Höhenmeter bergauf) nur eine kurze Runde. Nebenbei meine längste Radfahrt seit über 10 Jahren. Den Urlaubstag würdig genutzt. Continue reading

Tag 29: Nichts ist mehr wie vorher

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Leer gefegter Michaelerplatz am Donnerstagvormittag

Zu den gesellschaftlichen Verwerfungen hat eine Freundin bereits einen trefflichen Text geschrieben. Die Verdrängungsmechanismen funktionieren nur stunden- oder tageweise, leider unterbrochen von den täglichen Pressekonferenzen der Regierung mit mehr oder weniger glaubwürdigen Informationen. Man gibt uns nicht viel Zeit, sich auf etwas einzustellen. Ich hätte damit leben können, wenn sich bis Ende April nichts am status quo ändert (abgesehen von der überfälligen Öffnung der Bundesgärten und Zurechtweisung der außerhalb jeder Erlässe strafenden Polizei), um neue Routinen aufzubauen. Stattdessen kommt im Schnitt alle drei Tage eine Änderung. Die letzte Stichprobe hat ergeben, dass von 422 Supermarkt-Mitarbeitern kein einziger infiziert sei. Maskenpflicht? Aber sei es wie es sei. Solange man nur Zahlen erfährt und nicht, wie sie zustandegekommen sind, glaube ich der Regierung kein Wort mehr. Ich habe die letzten Wochen exzessiv viele wissenschaftliche Artikel und Zusammenfassungen gelesen, und wenn eine repräsentative Statistik/Studie so aufbereitet werden würde wie die Heinsberg-Protokolle, dann müsste man in Österreich nicht soviel Kaffeesud lesen und hätte mehr Vertrauen in die Entscheidungen der Regierung. Ich hab leider gar keines mehr. Kurz missbraucht die Ausnahmesituation, um seine Vorstellungen eines feudalen Ständestaats weiter voranzutreiben, die Verteilung geht weiterhin von unten nach oben. Mangels Versammlungsfreiheit kann derzeit niemand öffentlichkeitswirksam protestieren. Continue reading

Tag 28: Rausgehen und Abstand halten

Quelle: Dr. John Campbell, der sich auf das folgende Paper beruft: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2763852

Ich hab eine neue Routine gefunden, die darin besteht, die meist täglichen Updates von Prof. Hendrick Streeck und Dr. Christian Drosten (beides Virologen) sowie von Dr. John Campbell (Krankenschwester-Ausbilder, pensioniert) anzuhören und zusammenzufassen. Deren Erläuterungen und Bezüge auf wissenschaftliche Artikel widersprechen sich mitunter und das ist gut so. Ein bis vor wenigen Monaten unbekanntes Virus kann nicht ausschließlich unisono Aussagen hervorbringen, das wäre beunruhigend. Der Screenshot im Teaser stammt aus dem letzten Youtube-Update von Campbell.

Wie lange große Tröpfchen mit signifikanter Viruslast (und das ist noch ungeklärt, wie viel Virus es braucht, um einen Menschen zu infizieren) in der Luft bestehen bleiben können, hängt von den Umgebungsbedingungen ab: Temperatur, relative Luftfeuchte und Wind. Grundsätzlich gilt: Je mehr Frischluftzufuhr (große Raumluftumwälzer, geöffnete Fenster, outdoor), desto stärker verdünnt sich die Tröpfchenwolke. Je heißer und trockener, desto rascher verdunsten die Tröpfchen. Die Hoffnung besteht ja darin, dass es in der warmen Jahreszeit zu einer Verlangsamung der Ausbreitung kommt. Dem gegenüber gestellt wird oft, dass es auch in heißen Ländern zu einer Verbreitung kommt, aber ich frage mich, ob da nicht kulturelle und Platzgründe eine größere Rolle spielen, etwa in Spanien oder Lateinamerika mit generell engerem Kontakt zwischen den Menschen, oder in Afrika mit beengten Wohnverhältnissen und größeren Menschenansammlungen. Die aktuellen Wetterverhältnisse in Mitteleuropa, mit Temperaturen über 20 Grad und einer Luftfeuchte von teils unter 20%, in Wien mit lebhaftem Südostwind verbunden, würden ein gutes Freiluftlabor simulieren, um festzustellen, wie rasch die Viruslast in der Luft verdünnt wird, wenn jemand spricht, hustet oder niest.

Aus der obigen Abbildung lässt sich ableiten, dass der “Meter Abstand” in Österreich klar zu wenig ist, jedenfalls in geschlossenen Räumen (Laborbedingungen!). Zwei Meter sind Minimum. Ohne Maske. Alles, was darüber hinausgeht, lässt sich zum Glück durch Masken abfangen. Und man kann es nur zum hundertsten Mal betonen: Es geht darum, andere nicht mit seiner potentiell viralen Spucke anzustecken!

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Tag 27: Die neue Unfreiheit

Heute ist mein erster Arbeitstag am Dienstort, was bedeutete, dass ich um 5.25 aufstehen musste und mit der U-Bahn bis Landstraße fahren, und weiter mit der S Bahn. Die war relativ voll.

In der Bäckerei in Landstraße darf man nur einzeln eintreten. Ich rundete wieder für die Mitarbeiterin auf. Das werde ich jetzt immer machen.

Zur open source App des Heiligen Österreich wurde hier ein guter Text geschrieben, wichtiger ist eine europäische App, sollte man je die Grenzen wieder öffnen wollen. Österreichs Rechtsökoregierung verfolgt aber einen anderen Weg.

Einen wirklich erschütternden Text eines Public Health Experten, der auch die Regierung “berät”, dessen Meinung aber anscheinend genauso “egal” ist wie die der “spitzfindigen Juristen” (BK Kurz gestern abend in der #zib2) habe ich gestern noch vor dem Einschlafen gelesen. Das war keine gute Idee.

Ich werde den Text so oft verbreiten wie nur möglich. Er zeigt minutiös das Totalversagen der Regierung bei der Bewältigung der Pandemie auf. 3 Wochen Lockdown für NICHTS.

Edit: Nach vielseitiger Kritik am Wording: Totalversagen klingt etwas hart, zugegeben. Die Maßnahmen haben ja gewirkt, die Kapazitäten konnten bisher gehalten werden, es muss keiner sterben, weil er kein Intensivbett bekommt. Was mich durch und durch erschüttert hat, ist, wie wenig an harten Fakten bisher herauskam, was man alles versäumt hat. Gerade in Italien gab es viel mehr verwertbare Daten, offen für alle in der Bevölkerung. Ohne eine gute Datengrundlage kann man keinen so detaillierten Fahrplan erstellen, wie ihn die Regierung jetzt gemacht hat. Entweder verheimlichen sie uns etwas oder es wird schlicht Politik mit sehr hohem Risiko gemacht, aufgrund des Drucks der Wirtschaft.

Das ganze Interview ist zitierenswert, ich greife mir zwei Aspekte heraus:

Wir dürfen nicht vergessen, dass das Sterben ein Teil des Lebens ist. Bis vor kurzem wurde noch anonym gestorben. Niemand hat sich dafür interessiert wie jene 84.000 Menschen letztes Jahr gestorben sind, ob alleine, oder im Kreis ihrer Familie, friedlich oder mit Schmerzen. Plötzlich verfolgt die österreichische Gesellschaft das Sterbegeschehen auf Dashboards, informiert sich täglich über die aktuellen Zahlen und kann es nicht fassen, dass auch in Österreich gestorben wird.

Und was mich persönlich betrifft:

Ganz klar sind die Infektionswege noch immer nicht, aber Nähe und Kontakt spielen sicher eine wichtige Rolle. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass es bei Einhaltung von einem Meter Abstand zu irgendwelchen Infektionen im Freien kommt. Darum halte ich auch alle Einschränkungen der Bewegung im Freien, das Schließen von Parks und Wandergebieten für falsch und nicht nachvollziehbar.

Damit entlasse ich Euch in den Tag. Kiwarei hab ich keine gesehen am Hinweg.

Zwischenstand: Es ist eine beklemmend stille Atmosphäre am Flughafen:

beklemmend

Parkplatz und Bushaltestellen verwaist

Vor einem Monat herrschte hier noch Normalbetrieb, der Parkplatz war gefüllt, die Busse standen an ihrem Platz, geschäftiges Treiben dazwischen. Bei jeder Kreuzung musste man Taxifahrern und anderen Autofahrern ausweichen. Dazu je nach Windrichtung ein penetranter Kerosingeruch und eine Dauergeräuschkulisse von landenden und startenden Flugzeugen bzw. startenden Triebwerken. Die Ankunftshalle war voll, Slalomlauf zum Supermarkt angesagt. Jetzt herrscht Stille, es ist ruhiger als in Wien. In der Ankunftshalle vereinzelte Touristen und eine koreanische Crew beim Einkauf. Die meisten Geschäfte haben geschlossen, verkauft werden nur Prepaidhandys mit Service und Lebensmittel im Supermarkt. Die Schutzmaske ist dort immer noch gratis. So schnell ändert sich das subjektive Empfinden. Vor einem Monat hat mich das hektische Treiben der Menschenmassen noch gestresst, heute erzeugt die apokalyptische Stille einen beklemmenden Knoten in der Brust. Vor drei Jahren hatte ich mit einem Kollegen geredet über die Arbeit am Flughafen. Er sagte, er schätze den Arbeitsplatz auch, weil die Menschen dort oft gut gelaunt seien, sich auf ihren Flug bzw. Urlaub freuen. Jetzt freut sich dort niemand mehr, allenfalls das befreiende Lachen vereinzelter Touristen, die froh sind, dass sie zurückkehren konnten, ist noch zu vernehmen. Man spürt, wieviel davon abhängt, dass der Flugverkehr eines Tages wieder zurückkommt. Eine halbe Million Arbeitsplätze hängt alleine vom Flughafen Wien und damit verbundene Unternehmenslogistik ab. Selbst wenn der Binnenlandtourismus wieder floriert, dank der Bewohner, die im eigenen Land Urlaub machen, wird der Flughafen noch lange schleppend anlaufen. Es hängt alles davon ab, wie die An- und Abflugdestinationen die Krise bewältigen. Und vor allem hängt es weltweit davon ab, ab wann ein Impfstoff für knapp 7,8 Mrd. Menschen (abzüglich der bereits Erkrankten und auf natürliche Weise immunisierten) weltweit zur Verfügung steht. So lange steht der Flughafen nicht völlig still – essentielle Transporte (Frachtflüge) finden weiterhin statt, die Abfertigung und Flugsicherung behalten ihre Daseinsberechtigung.