
Ich versuche hier *noch immer* aufzuklären. Was soll ich auch sonst tun? Fünf Bergwanderungen seit Novemberbeginn. Es ist nicht so, dass ich Tag und Nacht über Covid recherchiere und schreibe und keine *andere* Interessen hätte, wie ich gelegentlich aus dem Umfeld zu hören kriege, als implizite Aufforderung, die Pandemie so zu verdrängen wie man selbst.
Wir müssen reden. Zuvor möchte ich etwas klarstellen: Ich bezeichne mich auf Twitter weiterhin als ZeroCovid-Anhänger im wortwörtlichen Sinn: Es ist auf Dauer besser, keine Infektion zu bekommen als sich zu infizieren und am Langzeitfolgenroulette teilzunehmen – was man selbst nur noch bedingt beeinflussen kann. Der Grundkonsens in der Wissenschaft [und Regierung] sollte lauten: Wir müssen Infektionen verhindern, um Langzeitfolgen zu vermeiden – nicht nur bei Individuen, sondern auch gesamtgesellschaftliche Nachteile wie ein prekäres Gesundheits- und Bildungssystem. Die Zukunft eines funktionierenden Staats hängt von der Gesundheit seiner Kinder ab mit Bildungs- und Chancengerechtigkeit.
Unabhängig von der Pandemie haben wir die Pensionierungswelle der Babyboomergeneration und die “Great Resignation” – vor allem jüngere Arbeitnehmer, die sich nicht mehr ausbeuten lassen wollen, weil sie mit ihrem Verdienst ohnehin nicht mehr den Wohlstand erreichen können, den sie sich erträumt haben. Schwerwiegende Folgen der Pandemie wie die Longcovid-Welle, die zur dauerhaften Invalidität und Absturz in die Armut führen kann, bedrohen eine gesicherte Zukunft zusätzlich. Es ist also zweitrangig, ob man LongCOVID nun aus der schmerzlich vermissten individuellen Perspektive betrachtet, denn über Einzelschicksale ging es in der Pandemiepolitik und Medienberichterstattung in Österreich noch nie, oder aus einer gesamtgesellschaftlichen bzw. wirtschaftlichen Perspektive – Infektionsreduktion bringt uns dem Ziel wesentlicher näher, die vielen gleichzeitigen Krisen besser zu bewältigen.
“Either you set the goal [for ZEROCOVID]… even if you don’t achieve it, you’ve reduced the lifes lost…the alternative is a lesser goal and you still misfire.” (Premierministerin von Neuseeland, Jacinda Arden)
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